Wieso gibt es keine Philosophenherrschaft, so wie es Platon wollte?

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14 Antworten

Wer sagt denn, dass sich "niemand" für Platon und seine "Idee der Philosophenherrschaft" mehr interessiert? Platons Werk "Politeia", in dem er diesen Gedanken entwickelt, wird nach wie vor von vielen Menschen, die sich für die Geistesgeschichte interessieren, gelesen und ist auch für die Politikwissenschaft von Bedeutung.

Platon hatte aufgrund seiner guten Beziehungen zum Hof des Herrschers von Syrakus (Sizilien) Gelegenheit, seine Vorstellungen einer Philosophenherrschaft in der Praxis zu versuchen. Er hatte wenig Erfolg und schraubte daher im Alter seine hohen Anforderungen deutlich zurück. Das kann man in seinem zweiten staatsphilosophischen Werk, den "Nomoi", nachlesen - und auch dieses Werk gehört zur Standardlektüre für alle o. g. Interessierten!

Das Problem, das Platon schließlich selbst erkannte, sind die hohen Anforderungen an die Menschen, die seine "Philosophenherrschaft" allen Bürgern eines solchen Staates auferlegen würden. Diesen Anforderungen können die Menschen kaum, allenfalls die klügsten und intelligentesten, gerecht werden. Für große und freiheitliche Staatswesen wie die heutigen ebenso wie schon für die viel kleineren antiken wäre eine solche Regierungsform überhaupt nicht durchführbar.

MfG

Arnold

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Die griechischen Philosophen propagierten diese Idee nur, weil sie dadurch selbst an mehr Macht kämen. Ich hätte auch lieber ein paar echte Wissenschaftler anstelle gewisser Minister, aber ein paar Philosophen alle Macht des Staates übergeben, die so offensichtlich egoistisch sind? Nein, danke.

Die Genialität Platons steht btw nochmal auf einem ganz anderen Blatt.

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Er irrte sich in der Beurteilungder Natur der Macht.

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das wäre sehr verwegen. Philsophen neigen häufig dazu, sich ideale verhältnisse vorzustellen (ohne platon zu deskreditieren) und/oder zu wünschen. 

somit halte ich der Ph.-herrschaft g.w. leibnitz entgegen: wir leben in der besten aller möglichen welten..

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Von den größten Denkern weiß man gar nicht daß sie existiert haben und Philosophie+Herrschaft ist ein Widerspruch in sich. ^^

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Kommentar von Neutralis
29.09.2016, 19:55

Ich glaube nicht, dass Philosophie und Herrschaft sich widersprechen. Wieso sollte es ?

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Hallo,

das wäre tatsächlich sinnvoll, aber für die großen Wirstchaftskonzeren wäre eine Epistokratie, wie man die Philosophenherrschaft auch nennt, nciht besonders gut, denn die Philosphen würden wohl einen großen Sozialstaat mit Steuern für Reiche aufbauen.

Was die Wirtschaft nicht will, wird verteufelt.

So würden Konservative und Konzernchefs zu dem Argument greifen, dass es ja keine Demokratie mit Meinungsrfehiet etc. sei. Dabei wäre quais eine Kombination von beidem möglich: Die Meiungsfreiheit, Religionsfreheit etc. bleibt erhalten und die Philosophen herrschen.

MfG

Steven Armstrong

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Es wäre sinnlos, weil dann auch die Philosophie sehr schnell zu einem gewinn- und machtorientierten Ismus verkommen würde.

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Das Problem mit den Philosophen ist meistens, dass sie (nach ihrer Meinung) gute Ideen haben, die aber praxisuntauglich sind. In der DDR gab es ja so etwas 40 Jahre lang und das Ergebnis sich die höchste Konzentration von Rechtsradikalen.

Man kann es auch einfacher formulieren: Philosophen sind meist zu dumm zum regieren.

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Wie kommste denn darauf, dass Platon der größte Denker war? Das ist sicherlich falsch.

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Kommentar von Neutralis
30.09.2016, 07:37

Die Meinung vertreten viele, ich denke aber man kann es nicht wirklich sagen.

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Die Frage lautet doch eher: Warum sollte so eine Herrschaft gut sein?

Erstens garantiert Wissen noch lange keinen guten Charakter. Auch ein hochintelligenter und hochgebildeter Mensch kann ein Egoist, ein Fanatiker, ein Sadist etc. sein.

Es ist also nicht gegeben, dass Philosophen tatsächlich gute Herrscher wären.

Zweitens ist das Gute an der Demokratie ja, dass ein gewaltfreier Herrscherwechsel möglich ist(Popper). In einer Philosophenherrschaft ist das aber nicht mehr gegeben, dass das Volk keine gewaltfreie Möglichkeit hat, seine Herrscher auszutauschen.

Sprich: Wenn das Volk unzufrieden ist, bleibt ihm nur die Gewalt. Das Risiko eines Aufstandes erhöht sich damit deutlich.

Und drittens neigen Eliten bzw. Herrscherklassen, die an keinerlei Kontrolle gebunden sind, dazu, egoistisch zu werden. Also auch, wenn die Philosophen zu Beginn beste Motive hätten: Das würde sich mit der Zeit ändern.

Wir sollte also froh sein, dass es keine Philosophenherrschaft gibt. 

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Zum Glück besteht der Großteil der Menschen aus schlauen und rational denkenden Menschen, die sowas ablehnen. Außerdem hatte Platon keine Ahnung von unserer heutigen Wirtschaft und Politik so wie er sie sich vorstellt könnte bei uns nicht existieren.

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Kommentar von Neutralis
29.09.2016, 19:55

Kannst du auch Gründe nennen oder nur beleidigen, einen der größten Denker mit "keine Ahnung" abstempeln und das wars dann ?

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Kommentar von YDerKellerY
29.09.2016, 21:20

Was genau veranlasst dich dazu, zu denken der Grossteil der Menschheit würde "rational und schlau denken"?

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Kommentar von zxtxk
30.09.2016, 07:32

Platon hatte nunmal keine Ahnung von unserer Wirtschaft, wie denn auch, wenn er vor hunderten von Jahren gelebt hat. Meine Aussage, dass er keine Ahnung hat bezieht sich auch nur darauf.

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Philosophie hat im besten Sinn was mit Weisheit zu tun. 

Da gibt es zu viele, die die Weisheit aus Eigeninteresse verhindern wollen...

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Tönt an sich interessant, aber wie soll das umgesetzt werden?

Wer bestimmt wer ein Philosoph ist?

Was sind seine Voraussetzungen?

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Da sagst Du was! 

Platon sprach ja auch von den sogenannten Kugelmenschen, also davon, dass zwei Seelen (männlich/weiblich) sich in einer Kugel manifestieren und sich trennen, um eigene Erfahrungen zu machen.

Ziel wäre dann, in der Kugel wieder zusammenzukommen.

Ja, das ist auch Philosophie!

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Kommentar von MrRomanticGuy
29.09.2016, 19:58

Das ist keine Philosophie sondern plumpe Verfälschung des Sexualtriebes bzw. der Evolution. ^^

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