Frage von Celldweller,

Wieso gibt es kein 'künstliches Glück' , zB Endorphinspritzen?

ALLES, was Menschen tun ist doch nur, um als allübergreifende Motivation glücklich zu werden: Sex, alkohol, familie, spiele, der rausch etc. Doch all das lässt sich ja auf einen kleinsten biologischen Nenner zurückführen, da daraus Endorphin- - oder auch andere, ich bin da nicht belesen - Schübe resultieren, die glücklich machen. Jede noch andersartige oder komplexe Handlung hat dieses Endziel, was sich eigentlich jedoch auch mit Hilfe von Spritzen oder Substanzen im Stile von Drogen erreichen ließe.

  1. Frage: Aus welchem Grund sind direkt ! - nicht Alkohol zB. - glücksfördernde Mittel wenig verbreitet, kaum erforscht und nicht einer Masse zugänglich? Aus welchem Grund werden ALLE Innovationen und Forschung gefördert, die das Leben auf irgendeine Weise glücklicher machen sollen, besser, aber dann darauf verzichtet, das 'Problem' an der Wurzel zu packen und einfach DIREKTE MITTEL wie Endorphinspritzen zu produzieren und zu vermarkten? Was glaubt ihr?

  2. Frage: Man kann in einem guten Zustand sein durch eine Achterbahnfahrt, die bestimmte Stoffe im Gehirn freisetzt. Wie steht es aber mit anderen, auch glücklich machenden Gefühlen wie: Schadenfreude, Süffisanz, Genugtuung u.ä. Setzen diese auch messbare Stoffe im Gehirn aus oder wieso kommt man darauf, so etwas würde glücklich machen? Wieso ist man glücklich, wenn es anderen im Vergleich schlechter geht, man gewinnt ja kein neues Glück hinzu?

Hilfreichste Antwort von Lupus1960,
11 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Glück kann man doch nur dann spüren und erfahren, wenn man auch das Gegenteil, nämlich das Unglück kennt und erleidet musste. Selbst das Glück, das einem gewisse Drogen versprechen, sind nur kurz wirksam. Danach fällt man wieder in ein tiefes Loch.

Wenn es so etwas wie Endorphinspritzen geben würde, dann wäre die Wirkung auch nur kurzzeitig. Der Mensch stumpf so schnell ab, so dass man immer höhere Dosen brauchen würde, um wieder ein Glücksgefühl zu erfahren.

Innere Zufriedenheit, ist ein Zustand, der es einem einfach macht, sich auch über kleine Dinge und Eindrücke zu freuen und glücklich zu sein.

Kommentar von katwal,

@Lupus1960: Superantwort! DH!

Kommentar von taigafee,

so isses!

Kommentar von Lupus1960,

Danke meine Damen. :-)

Kommentar von juna57,

@Lupus, sehr gute Antwort, dickes DH

Kommentar von Lupus1960,

Dankeschön :-)

Kommentar von Lupus1960,

Hallo @Celldweller, vielen Dank für das Sternchen. :-)

Antwort von KatzeNini,
12 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Die Frage wird komplizierter je länger ich drüber nachdenke :)

Das was wir als GLÜCK bezeichnen ist ja immer ein momentanes Hochgefühl. Die Endorphine, sogenannte Glückshormone, geben gewissermaßen das Signal ein positives Gefühl enorm zu verstärken - und somit ein Hochgefühl auszulösen! Man könnte sagen es erfüllt kurzzeitig eine gewisse Funktion - ist diese erfüllt, ebbt es wieder ab. Zweifellos machen diese Momente großer freudiger Erregung das Leben erst besonders schön....jedoch ist es gut, das GLÜCK kein Dauerzustand ist, denn dann fehlte doch bedauerlicherweise die Steigerungmöglichkeit!

Es hat also schon seine Richtigkeit, damit wir in unserem Glückstaumel nicht alles andere um uns herum vergessen :) Das wäre für einen gewissen Zeitraum zwar akzeptabel, doch dann ist es besser auch anderen/m wieder Aufmerksamkeit zu schenken und das kann man nur wenn man klar sieht lächel

Ähnlich funktioniert die Ausschüttung von Adrenalin, die uns kurzzeitig Hochleistungen vollbringen läßt. Auch hier tritt während in dieser Phase alles andere in den Hintergrund. Bliebe der Adrenalinspiegel jedoch dauerhaft auf so hohem Level (zb. bei Stress) wäre dies ein eindeutiges ZUVIEL! und sogar gesundheitsschädlich.

Also ein "wiederrunterkommen" ist schon notwendig! Endorphine werden vom Körper daher sinnvoll dosiert und können natürlich von aussen auf natürliche Weise beeinflußt werden ( Sonne, frische Luft, Bewegung etc.) Dies künstlich zuzuführen birgt m.E. unkalkulierbare Nebenwirkungen/Risiken....

Antwort von taigafee,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

ich glaube, dass eine ständige endorphineinnahme verheerende folgen für körper und psyche haben würden, einfach, weil ein für den organismus künstlicher zustand über lange zeit aufrechterhalten wird.

das sogenannte glück das man durch das unglück anderer erfährt, ist meineserachtens nur eine kurze unterbrechung der langeweile. wer aus sich selbst heraus glücklich ist, kann das unglück anderer menschen kaum ertragen.

Kommentar von Sophronia,

DH, tolle Antwort!

Antwort von Gartenphilo,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Lies mal "Brave New World". Wenn wir perfekt glücklich sind wird's wohl ziemlich langweilig werden und es wird wichtige Motivation fehlen (Geschlechts"trieb", Ess"trieb"). Es wäre dann so, dass ziemlich jeder ein Drogensüchtiger wäre, weil Drogen ohne Nebeneffekte schliesslich erstrebenswert wären.
Einfach so Transmitter zu spritzen wird jedoch herzlich wenig bewirken, wir haben es mit einem komplexen Zusammenspiel von Rezeptoren, Transmittern und Aktivierungsmustern zu tun; Ein einziger Stoff kann kaum perfekt glücklich machen. Zumal die Kausalität nicht unbedingt so sein muss, dass Endorphine die Ursache von Euphorie darstellen (Endorphine wären auch nur für kurzfristiges Glück).

Antwort von Diogenes77,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Vielleicht ist der unterstellte Kausalzusammenhang in deiner Prämisse falsch. Kann man nicht mindestens ebensogut annehmen, dass Menschen nicht tun was sie tun um glücklich zu werden, sondern dass sie glücklich werden damit sie tun was sie tun.

Es ist auf jeden Fall fraglich, ob Man Glück nur durch die Abgrenzung gegen Unglück erfahren kann. Ein Mensch der nie Unglück erfahren hat, der immer von Freunden und Familie umgeben wahr und genug von allem hatte, was er zum leben braucht, ist nicht zwingend weniger glücklich, als jemand der gerade erfahren hat, dass sein Krebs verschwunden ist.

Alleine die Möglichkeit zu sterben, reicht aus um Gut von Schlecht zu differenzieren und somit gutes Verhalten mit Glück zu belohnen. Gut ist alles, was das Überlen von uns, unseren Genen und unserer Art fördert. Den Motivator für überlebensförderndes Verhalten, durch eine künstliche Substanz zu ersetzen, wäre wohl eher schlecht als gut fürs Überleben. Da wir das früher oder später, durch andere Signale als nur den Endophinspiegel, merken werden, werden wir unglücklich. Um das zu vermeiden bräuchten wir massive Dosissteigerungen, um so zwar früh aber glücklich zu sterben.

Würdest du das wollen? Zwei Wochen totales Glück und dann Tod?

Wir wollen also garnicht primär glücklich sein, sondern primär leben. Glücklich zu sein ist eben nur ein Hinweis darauf, das man mit dem Leben alles richtig macht und dass gilt eben nur für natürlich verursachtes Glück.

Antwort von Kaputtnik,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Glücklich zu sein ist ein Grundrecht der Menschen, eine natürliche Sehnsucht, die nicht durch künstliche Substanzen gestillt werden kann, da dies nur ein scheinbares Glück wäre. Du fragst, wieso man glücklich ist, wenn es anderen im Vergleich schlechter geht? Ich denke, dass es nur mental unterentwickelten Menschen so geht, dass sie diese "Messlatte" brauchen und auch dieses Gefühl haben. Bewusste und entwickelte Menschen sind glücklich, wenn sie sehen, dass es anderen gut geht und diese glücklich sind Anderer Menschen Glück kann das eigene Wohlbefinden auch verbessern. Substanzen, die vorrübergehend scheinbar glücklich machen sind sehr wohl erforscht, werden aber aus gewissen Gründen der breiten Masse nicht zugänglich gemacht.

Kommentar von Celldweller,

schöne antwort, was meinst du mit "gewisse gründe"? resultierende verwahrlosung oder abhängigkeit der masse? man kann den gedanken ja auch so weit spinnen, dass dieses bergab mit der gesellschaft irgendwann egal wird, man hat ja die pillen und somit sein glück (;

Kommentar von Kaputtnik,

Ich dachte jetzt eher an kommerzielle Gründe. Man hat ja sein "Glück" , sprich die Pillen nur solange, solange man sie sich leisten kann. Gratis würden die wohl nicht verteilt werden. Eine gewisse Abhängigkeit der Massen von solchen Produkten ist ja für die Vertreiber dieser Produkte durchaus wünschenswert, genauso wie die daraus resultierende Verwahrlosung....ach das könnte man endlos weiterspinnen;-))

Antwort von bountyeis,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hallo, das mit den Pillen kommt noch. Die Pharma- Forschung ist schon eifrig dabei. In USA ließ eine Firma an alle Haushalte Probepackungen mit Prozac verteilen, einem Antidepressivum.

Kommentar von apfelbaum88,

Die Pharmaforschung? Achja, das sind ja die, die Placebostudien an schwerst depressiven Menschen durchführen und Nebenwirkungen verschweigen!

Kommentar von bountyeis,

Wenn es Placebos sind, gibt es wenigstens keine Nebenwirkungen.

Kommentar von helisua66,

Ja, die sollte man aber am besten in der Tea-Party und bei den Republikanern verteilen, damit die in der Versenkung verschwinden. Ich wüßte hier auch einige, denen ich das Zeug gerne verabreichen würde - "ab ins Nirwana"!

Antwort von helisua66,

Denke dir einmal einen Esel, dem der Bauer eine Mohrübe an die Deichsel gehängt hat, damit er, indem er zu dieser zu gelangen versucht, seinen Karren voranzieht. Und wenn dieser Esel dann den Bauern fragt, warum er ihm die Mohrübe nicht gleich gibt, antwortet der natürlich: "Und wer soll dan meinen Karren ziehen, und was wird aus meinem Bauernhof?" Nun, dieser Bauer heißt vielleicht Gott, und der Esel, das bist du. Deine Schlauheit ist wirklich verdammt eselig! Warum hat es wohl der chinesische Kaiser als eine ungeheure Bedrohung seines Volkes und Landes und seiner ganzen Kulltur empfunden, als die Engländer den Opiumkrieg (siehe Wikipedia) bei ihnen begannen?

Antwort von jobul,

Gibt's doch längst, siehe Heroin und Co..Offensichtlich taugt das chemische Glück nichts. Stell dir vor, beim Fußball würden nur noch Tore geschossen. Ein Rosinenbrot, nur aus Rosinen.

Kommentar von Celldweller,

gute metaphorische antwort, dachte ich auch schon ähnlich. glück bekommt seinen wert nur durch abgrenzung. wenn du ein ganzes mit kleinen glücksmomenten hast, und du machst die glücksmomente zum ganzen, stellt sich das vllt schon so als normaler durchschnittswert ein, dass du nochmal mehr glück brauchst, dass sich von dem ehemaligen hohen glück abgrenzen kann. glück lebt von der abgrenzung aber auch vom vergleich mit anderen, das kriege ich aber nicht mit biologischen definitionen unter einen hut.

Antwort von iokii,
  1. Weil wir dann ja alle abhängig wären, und die Suizidrate ins unermessliche steigen würde.

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