Frage von rotesand, 36

Wieso gibt es heute in Deutschland keine echten "Volksschauspieler" mehr?

Hallo :)

Schon immer wieder fällt mir auf, dass es scheinbar keine "großen Volksschauspieler" gibt, die einfach jeder kennt, mit der sich jede Generation identifizieren kann und die in den unterschiedlichsten Rollen brillieren. Stattdessen sieht man ständig irgendwelche (sorry!) blassen No-Names in den Medien, die keiner wirklich kennt bzw. die außer den echten Fans niemand wirklich kennt & die sich durch keine einzige Eigenschaft bzw. kein Wiedererkennungsmerkmal von der Masse abheben.

Alle sehen ziemlich ähnlich aus, alle werben für soziales Engagement, alle machen im Prinzip den selben Käse was Filme angeht & keiner bleibt in Erinnerung. Bei Showmastern ist es ähnlich!

Früher gab es über Jahrzehnte hinweg berühmte Charakterdarsteller wie Peter Alexander, Willi Millowitsch, Walter Sedlmayer, Theo Lingen, Walter Buschhoff, Manfred Krug, Charles Brauer, Gert Fröbe, Horst Frank, Klausjürgen Wussow, Heinz Schenk, Dieter Thomas Heck usw. --------> eben echte "Promis", die wirklich über Jahrzehnte hinweg Erfolg hatten & die jeder kannte, die meist auch in diversen Sparten (Fernsehfilme, Comedy, Lesungen, Theater, Unterhaltungs-Shows, ggf. Sängerkarriere) aktiv waren & die man auch sofort erkannte.

Heute gibt es das wie ich finde nicht mehr. Mir fielen jetzt höchstens die Wepper Brüder, Mario Adorf, Heiner Lauterbach, Til Schweiger, oder Uwe Ochsenknecht sowie auch noch der recht präsente Rainer Hunold ein. Aber sonst sind das mMn echt mehrheitlich Leute, die lediglich mal präsent sind, die man aber nicht wirklich auseinanderhalten kann.. auch weil sie sich alle so ähnlich mainstreamig sind.

Wieso gibt es echte "Volksschauspieler" heute nicht mehr? Oder kommt mir das nur so vor?

Wäre euch dankbar für Kommentare & wünsche 'nen schönen Abend :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Maxipiwi, 22

Der Zeitgeist ist einfach ein anderer. Es fehlen schon gemeinsame Werte oder eben auch die Art von Humor. 

Vicco von Bülow zum Beispiel, fand ich genial. Nur kann die heutige Jugend damit leider nichts mehr anfangen. Die orientieren sich fast ausschließlich über soziale Medien. 

Es ist zu schnelllebig geworden. Das gilt auch für Filme. Zack und weg. Große vielseitige Talente sehe ich auch keine. Es ist alles nur noch oberflächlich. 

An Schauspielern fallen mir auch nur die älteren ein. 

Kommentar von Maxipiwi ,

Ich danke für den Stern :)

Antwort
von tryanswer, 18

Das Medienverhalten hat sich geändert. Früher gab es drei Fernsehkanäle und entsprechend auch eine überschaubare Anzahl an Schauspielern und Entertainern. Heute hingegen, gibt es unzählige Fernsehsender und das Internet, entsprechend gibt es auch mehrere Darsteller.

Auch ist der gemeinsame Medienkonsum der Generationen rückläufig, daß wiederum liegt am demografischen Wandel und der damit einhergehenden Veränderung der individuellen Wohnverhältnisse. Du wirst heute kaum noch einen Dreigenerationenhaushalt finden, in dem sich alle Mitglieder am Samstag Abend vor dem einzigen Fernseher zusammenfinden um gemeinsam das Abendprogramm zu schauen.

Antwort
von Lea1984, 16

Peter Alexander war kein Deutscher ;o)

Aber wie wäre es mit Uschi Glas, Josefine Preuß, Armin Mueller-Stahl, Moritz Bleibtreu, Franka Potente, Jan Josef Liefers, Götz George, ...

Es könnte auch daran liegen, dass es immer weniger gute, deutsche Filme und Serien gibt oder das Interesse daran zu gering ist und die bestehenden Filme/Serien einfach in der Masse US-amerikanischer Filme und Serien, Bollywood und Co. untergehen. Hinzu kommt, dass immer mehr und mehr Menschen lieber Casting-Shows ansehen als Filme.

Antwort
von nikfreit, 12

Ich könnte mir vorstellen, daß Leute wie Jürgen Vogel, Ben Becker, Moritz Bleibtreu, Götz George und Ulrich Tukur eine ähnliche, vielleicht hippere Funktion erfüllen, obwohl der klassische "Volksschauspieler" ausgedient haben dürfte. Einen hohen Wiedererkennungswert haben sie jedenfalls, auch wenn das dann schon wieder unter Mainstream laufen mag. "Volksschauspieler" müssen doch aber naturgemäß  Mainstream sein, da sie sonst Spartenschauspieler wären?

Antwort
von DonkeyDerby, 15

Wer Schweiger sagt, darf Schweighöfer nicht vergessen... Und was ist mit z.B. Hape Kerkeling, häh? Und Jauch gibt es auch noch, der sammelt auch reichlich Sympathiepunkte bei der Mehrheit.

Mir kommt das alles so vor wie "Achja, früher war alles besser, blabla". Warum war es denn früher besser? Weil Du jung warst? Oder weil die Vergangenheit immer so einen "güldenen Schimmer" annimmt, wenn sie nur lange genug her ist?

Ich bin in den 70gern zum Teenager geworden und ich kann Dir sagen, ich habe die angeblich so verehrten Volksschauspieler wie Millowitsch, Sedlmayer, Wussow und auch die Herren Schenk und Heck von Herzen verabscheut - so wie die meisten meiner Generation.

Lingen gefiel uns wieder, aber der war ja auch lange vor unserer Zeit populär. Fröbe war allerdings wirklich eine coole Sau, der hat auch nicht jeden Müll gespielt. Krug war mal gut, wurde dann aber zunehmend peinlicher.

Du siehst, früher war zwar nicht alles schlecht, aber es war auch nicht alles gut...

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