Wieso gibt es eigentlich nur eine Rasse Mensch, nur wegen hitler?

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15 Antworten

Dass es genetische Unterschiede zwischen verschiedenen Menschengruppen gibt, zweifelt ja auch keiner an. In der Biologie ist man aber schon seit längerem zu dem Schluss gekommen, dass die Einteilung der Menschheit in Rassen nicht gerechtfertigt ist, sogar, wenn man die ethischen Gesichtspunkte außer Acht lässt (was für ein objektives Ergebnis ja nötig ist).

Der Hauptkritikpunkt an dem Rassebegriff ist, dass er nie eindeutig definiert wurde. 

Eigentlich ist eine Rasse eine Abstammungseinheit (Klade) innerhalb einer Spezies (wie bei Hunden), aber oft genug wurden die Menschen allein anhand von äußeren Merkmalen in Rassen zusammengestellt, z.B. ihrer Hautfarbe. Die tatsächliche Verwandtschaft der Menschen wird dabei völlig außer Acht gelassen und bei der Einteilung ergeben sich auch zahlreiche Probleme, etwa dass "rassentypische" Merkmale sich mehrfach entwickelten oder in Kombination mit Merkmalen auftreten, die sonst nur Menschen auf der anderen Erdseite haben. 

Je nachdem, wie man verschiedene Merkmale bei der Einteilung gewichtet, kommen auch ganz unterschiedliche Rassen zustande. Geht man etwa nach der Hautfarbe, gehören Westafrikaner und Südasiaten in eine Rasse, geht man nach der Haarstruktur, gehören ebendiese Südasiaten mit Nordeuropäern zusammen. Dieses Rassenkonzept ist also völlig willkürlich.

Selbst wenn man den Rassebegriff biologisch korrekt verwendet, gibt es bei der Einteilung Probleme. Die Menschen bilden innerhalb ihrer Spezies eigene Abstammungsgruppen, die man als Rasse bezeichnen könnte, aber dabei ist wieder völlig willkürlich, wie weit man so eine Rasse fassen möchte. Sind alle Asiaten eine Rasse, oder alle Asiaten nach der Abspaltung der Ureinwohner Thailands? Sind die Bewohner Islands eine eigene Rasse, weil sie so isoliert leben und damit eine eigene Klade bilden?

Dazu kommt noch das Problem mit den Vermischungen. Hunderassen wurden ja getrennt voneinander zu verschiedenen Zwecken gezüchtet, weshalb man sie auch klar gegeneinander abgrenzen kann. Hunde, die aus Kreuzungen verschiedener Rassen hervorgegangen sind, können nicht mehr eindeutig einer Rasse zugeordnet werden. Menschen wurden nicht gezüchtet, und deshalb konnte sie auch niemand davon abhalten, sich zu paaren, wie es ihnen gefällt. Benachbarte Völker haben immer ein paar Gene untereinander ausgetauscht (ob freiweillig oder erzwungenermaßen), und in unserer heutigen Zeit fallen auch natürliche Barrieren wie Orts- und Sprachunterschiede immer mehr weg. Zwischen den angeblichen Menschenrassen gibt es deshalb keine harten Kluften, sondern nur weiche Übergänge, was klare Klassifikationen erschwert.

Menschenrassen sind also höchst subjektive Konstrukte, und keine klar vorhandenen Kategorien, weshalb man sich in der Forschung davon distanziert hat.

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Ich habe es meinem Cousin so am Beispiel Hund erklärt:

Es gibt den Oberbegriff Hund, darunter zählen alle Hunde, egal welche Rasse, also gibt es mehrere "Varianten". Nun gibt es, nehmen wir einfach mal eine, die Rasse "Jack Russell Terrier". In dieser Rasse gibt es aber auch Unterschiede z.B. Größe, Haarfarbe oder sogar die Zuchtmethoden (Ausstellung, Leistung), diese unterscheiden sich sehr. Ein Ausstellungshund hat bspw. ganz andere Merkmale als ein Leistungshund, der Leistungshund ist kräftiger und meist quirliger und der Ausstellungshund eher etwas filigraner. Trotz der teilweise großen Unterschiede gehören alle der Rasse "Jack Russell Terrier" an.

Nun aber zum Menschen, diese unterscheiden sich nur im Aussehen (wie der Jack Russell). Dies kann jedoch nicht weiter untergruppiert werden, weil es dafür ja dann einen weitere Gruppierung geben müsste (z.B. Rasse "Europäer"). Das klappt aber nicht, weil wir uns ja nur vom Aussehen unterscheiden (wie die Hunde einer einzelnen Rasse mit unterschiedlichen Merkmalen), also kann auch kein Unter- oder Oberbegriff verwendet werden, alles Menschen da wir zur gleichen "Rasse" gehören.

Demnach ist der Mensch als Rasse schon eine Rasse und nicht unterteilbar. Es gibt keine so gravierenden Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen, dass eine Unterteilung überhaupt Sinn machen würde. 

Schwarz, weiß, asiatisch, südeuropaisch, alles ein Mensch nur mit verschiedenem Aussehen, aber nicht mit verschiedenen, deutlich anderen, Merkmalen wie das bei Hunden der Fall ist (z.B. Rottweiler -> Jack Russell).

Ich hoffe das ist verständlich, mein Cousin (10) hat es verstanden, aber das geschriebene Wort ist immer anders als wenn man darüber redet.

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Kommentar von FelixLingelbach
22.05.2016, 13:11

Schwarzer Zwergpudel = Pudel, weißer Riesenpudel = Pudel. Nicht so schön erklärt wie bei Diego, aber ich erkläre es auch so.

Man könnte den Rassebegriff trotzdem für Menschen benutzen, will man aber nicht, da damit sehr viel Unfug getrieben wurde.

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Von den rund 20.000 Genen, die wir Menschen besitzen, sind nur sehr, sehr wenige für Merkmale wie Hautfarbe, Haarstruktur (glatt, kraus), Nasenform und Augenform zuständig, die früher für die Abgrenzung von "Rassen" verwendet wurden. Selbst diese wenigen Merkmale sind geografisch nicht gleich verteilt. Manche Menschen in Südindien haben eine extrem dunkle Haut, fast wie Zentralafrikaner, aber glattes Haar wie Europäer. Buschleute aus der Kalahari haben krauses Haar, aber eine Haut, die fast so hell ist wie die von Südeuropäern. Über ganz Afrika gibt es eine Unmenge an unterschiedlichen Hautschattierungen und einen fliessenden Übergang zur hellen Haut der Europäer. Das selbe gilt für die anderen Merkmale. Jede Abtrennung wäre rein willkürlich.

Noch viel komplizierter wird es, wenn man genetische Merkmale betrachtet, die äusserlich nicht sichtbar sind, z. B. die Blutgruppen, (http://anthro.palomar.edu/vary/vary_3.htm) oder die sich in einem veränderten Stoffwechsel ausdrücken. Z. B. können manche westafrikanischen Hirtenvölker Lactose besser verdauen als manche Völker Südeuropas.(http://www.popsci.com/science/article/2013-08/infographic-day-where-people-can-digest-milk). Das sind nur wenige Beispiele. Praktisch alle Genvarianten des Menschen, die man bisher untersucht hat, haben ein unterschiedliches Verbreitungsmuster.

Die Preisfrage ist also: Warum soll die Hautfarbe eines Menschen wichtiger sein, als die vorherrschende Blutgruppe oder die Fähigkeit, Kuhmilch trinken zu können? Weil niemand darauf eine sinnvolle Antwort geben kann, hat man die Idee mit den Rassen in den Müll geworfen. 

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Der Begriff Rasse ist in der Zoologie kaum mehr gebräuchlich. Er wird durch den Terminus Unterart fast vollständig ersetzt.

Die Einteilung von vielgestaltigen Arten in Unterarten macht selbst bei Tieren häufig Schwierigkeiten und ist mit willkürlichen Entscheidungen verbunden.

Im Streit um Menschenrassen steht biologisch nicht in Frage, daß es genetisch bedingte Unterschiede zwischen Menschen gibt.

Fraglich ist aber, ob das biologische Konzept der Rasse und die mit ihm verbundenen Kategorien geeignet sind, die augenfällige Vielfalt der Menschen angemessen zu erfassen.

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Die rassenlehre besagt ja viel mehr als nur, dass es Unterschiede  gibt. Hitler hat die Evolutionstheorie und "das Recht des stärkeren" ins absurde geführt und sich als Begründung warum manche Menschen "weniger wert sind als andere" allein auf die "Rasse gestützt. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Menschen und man könnte Menschen vielleicht in Rassen einteilen aber das würde man niemals machen, allein schon, weil dieser Begriff so sehr von Hitler geprägt wurde. Innerhalb der Tiere teilt man übrigens ein in Stamm, Klasse, Ordnung,Familie,Gattung und Art. Auch wir Menschen können da eingeteilt werden, die Einteilung endet jedoch bei "Homo sapiens", da alle weiteren Unterschiede so gering sind, dass es keinen Sinn ergibt, da weiter einzuteilen. Die weiteren unterschiede wären ja nur Hautfarbe usw. Allein vom Schimpansen unterscheiden wir uns in der DNA ja nur um etwa 2% , daher ergibt es keinen Sinn, zB zwischen hell- und dunkelhäutigen Menschen zu unterscheiden, und selbst wenn würde man wie gesagt niemals den Begriff der rasse verwenden, einfache werden der nationalsozialistischen Prägung dieses Begriffs.

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Du kannst es ja mal so betrachten: wir Menschen haben uns in viele Nationalitäten aufgesplittert.

Wir sind zwar alle Menschen, aber der eine ist Engländer, der andere Deutscher...

Das Wort Nationalität bedeutet beim Menschen also in etwa dasselbe wie Rasse bei Hunden. ;)

warehouse14

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Du siehst Menschen als Rasse an? Also ich finde egal ob schwarz, behindert, klein, groß usw. Mensch ist Mensch. Und das hat in meinen Augen auch nichts mit Hitler zu tun

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Kommentar von Kindheim
21.05.2016, 15:29

Klar ist Mensch Menschen. genauso, wie jeder Hund ein Hund ist. Aber der eine ist ein Schäferhund und der andere ein Boxer...

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Kommentar von Kindheim
21.05.2016, 15:33

irgendwie widerstrebt das dem sonstigen denken der Menschen, die alles bis ins kleinste Detail bestimmen wollen. Ein Problem gibt es da nicht. Die frage entsprang nur meiner Neugier.

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Eine solche Sortierung führt nur zu Ausgrenzung, Abgrenzung und meist dann auch zu Diskriminierung, nur weil der eine paar Pigmente mehr hat als der andere. Auch ist es reine Willkür, schließlich könnte man rein theoretisch auch die Länge der Füße als Sortierung vornehmen. Wie man sieht ein Absurdum und ethisch sowieso nicht zu verantworten.

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Man kann ja versuchen die Menschen in verschiedene Rassen einzuteilen. Das hat man auch schon vor Hitler versucht und nach ihm haben es einige noch immer nicht aufgegeben. Das Problem dabei ist, dass die Mitglieder einer definierten Klasse meist größere Unterschiede untereinander aufweisen, als zu Mitgliedern anderer definierter Rassen.

Es gibt also nur eine Menschheit, weil sie sich nicht konsequent teilen lässt.

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ich denke die menschen haben ihren knochebau durch die sonnen einstrahlung verändert. mit sonne gibt es mehr vitamin d und ohne weniger. dh wenn sie umherzogen wie zugvögel haben sie sich klar deutlich verändert. überzüchtete reinrassige hunde sind oft geistg krank und gestört. es gab aber am anfang nur dingos und wölfe die gemischt wurden.

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alle Menschen stammen laut Bibel von Adam und Eva ab sprich wir sind alle die gleiche Rasse nur "etwas mit den Jahren mutiert"


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Einen Grund findest Du zum Beispiel in der Apostelgeschichte:

(Apostelgeschichte 17:26) . . .Und er hat aus e i n e m [Menschen] jede Nation der Menschen gemacht, damit sie auf der ganzen Erdoberfläche wohnen, und er verordnete die bestimmten Zeiten und die festgesetzten Wohngrenzen der [Menschen],

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Hunderassen werden sehr wohl bewertet. Es gibt teuere Rassen, Reine Rassen.....blablaba der Mensch wird so nicht aufgeteilte damit sich Menschen der Unterschiede nicht so bewusst werden... Den Mensch braucht man nicht in Rassen aufteilen man könnte es theoretisch tun ist aber unnötig und sinnlos.

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Die Frage der Menschenrassen ist ein typisches Beispiel für ein Dogma, das die Politik den Menschen aufzwingt. Für die Wissenschaft sind aber nur die Wissenschaftler zuständig, nicht die Politiker.

Um genauer zu erläutern, was ich meine, ein anderes Beispiel:                 Der deutsche Feuergeist Karl Marx hatte zu einer Zeit, als die Evolutionstheorie erst langsam formuliert wurde, die "Vererbung erworbener Eigenschaften" in seine Lehre aufgenommen. In der Konsequenz wurde diese falsche Annahme wissenschaftliches Dogma in allen Staaten, die sich auf Marx berufen haben (etwa SU oder DDR). Das führte dann dazu, daß wissenschaftliche Genetiker verfolgt wurden, daß der Fortschritt der Wissenschaft in diesen Ländern stagnierte und daß Scharlatane (wie LYSSENKO) das Wohlwollen des Systems und hohe Posten erringen konnten.

Ein Beispiel aus neuer Zeit ist das Dogma, das in der BRD in der historischen Wissenschaft gilt. Wer bei seinen Forschungen Ergebnisse erzielt, die der offiziellen Dogmatik der Geschichte der letzten hundert Jahre widersprechen, wird eingesperrt; es wurden schon über 100.000 Verfahren durchgeführt. Ein Verstoß gegen die "politische Korrektheit" in der Meinungsdebatte kann mit 5 Jahren Gefängnis bestraft werden, bei intelligenten Menschen auch mal mit mehr als einem Jahrzehnt.

Zur Zeit von Adolf Hitler war der Begriff "Rasse" noch nicht scharf definiert. Die Bedeutung wurde noch stark vom englischen Gebrauch des Wortes "race" beeinflußt. Der englische Sprachgebrauch bezieht sich dabei auf einen Begriff, der im Deutschen eher mit "Menschenschlag" zu übersetzen wäre. Wenn also damals im Deutschen von "Rasse" die Rede war, bezog sich das nicht eindeutig auf den heutigen Begriff, der alleine biologisch definiert ist. Etwa sagte Hitler zu seinem Ideologen Rosenberg, die "Juden" seien doch vor allem eine "geistige Rasse". Das ist ganz klar eine Ablehnung des biologischen Bezugs.

Auch heute wird der Begriff "Rasse" oft mit Ethnie, Nation oder Völkergruppe vermengt, wie auch einige der übrigen Antworten zu Ihrer Frage zeigen.

Selbstverständlich gibt es Menschenrassen.                                                 Darüber hinaus: Jedes Volk zeigt wegen seiner gemeinsamen Herkunft spezifische genetische Gemeinsamkeiten, die es je nach seiner Geschichte zum Teil mit Nachbarvölkern gemeinsam hat. Innerhalb Europas sind solche Unterschiede gering, besonders einheitlich sind überregionale Einheiten, wie etwa die Nordeuropäer oder die Mitteleuropäer. Selbst im Dritten Reich war das anerkannt: in der Einleitung zum "Ahnenpaß" stand ausdrücklich, daß sich der vielfach gebrauchte Begriff "Arier" auf weiter nichts als den "europäischen Typus" beziehe. Wörtlich stand dort, daß eine Heirat mit Polen, Italienern, Franzosen oder Tschechen völlig unbedenklich sei.

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Rasse ist ein Begriff aus der Biologie. Und aus rein biologischer Sicjt sind sich die Ethnien der Menschheit so ähnlich, dass sie nicht in Rassen unterteilt werden können. Die Unterschiede liegen in der Pigmentierung oder der Größe von Nase, Lippen oder Ohren aber dennoch sind sich Menschen aus Afrika und Ostasien ähnlicher als eine Dogge und ein Mops.

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