Frage von LPGamer55, 73

Wieso kam es in der Antike dazu, dass man anfing, an das Christentum zu glauben?

Wieso kam es in der Antike dazu, dass man anfing, an das Christentum zu glauben?
Man konnte doch trotzdem an alle Götter wie Artemis glauben...Wie kam es zu so einem Schritt, dass alle dies vergessen haben und nur noch an das Christentum glaubten?

Antwort
von Maarduck, 38

An Artemis haben schon damals nur noch wenige geglaubt. Zunächst war der Monotheismus ein Schritt in Richtung Atheismus und Naturwissenschaft, klingt komisch aber war so. Jahwe hat bekanntlich seine Karriere als Wettergott begonnen, und so verkehrt ist die Vorstellung ja nicht, dass durch das Wetter im Weltraum und auf der Erde alles gestaltet (aus einem Reservoir) worden ist.

Da aber das Leben ein Auf und Ab ist, brauchte man um Einklang mit dem eigenen Erleben zu bekommen einen mächtigen Widersacher des einen Gottes. Die Rolle wurde Satan zugedacht. War aber immer noch einiges komisch und nicht in Einklang mit dem eigenen Erleben zu bringen. Also wurde die Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit erfunden. Und siehe, es passte alles so einigermaßen, sofern man nicht anfing tiefer zu schauen und nachzudenken. 

Ein weiterer Vorteil war die geringe Kindersterblichkeit bei den Christen. Die ersten Christen waren Sozialisten und haben sage und schreibe 100% Steuern an die Gemeinde gezahlt (siehe Verkauf des Ackers in der Apostelgeschichte). Das Geld wurde danach wieder an die Gemeinde nach Bedürftigkeit verteilt. Damals waren immer wieder Hungersnöte im Siedlungsgebiet. Durch die Verteilung des Geldes (und aller Güter) nach Bedürftigkeit, konnten vor allem die Kinder SEHR VIEL besser überleben als in anderen Gesellschaftsschichten und Religionen. So wurden die Christen schnell immer mehr, ganz so wie die Muslime bei uns in Europa.

Und noch später wurde das Christentum Staatsreligion und wurde mit dem Schwert verbreitet, mit der besten Militärtechnik der Zeit, die von Polytheisten entwickelt worden war.

Antwort
von voayager, 21

Das Christentum fand zunächst und besonders bei den Sklaven Anklang. Einmal verheißt es für das irdische Jammertal, in dem steckten sämtliche Sklaven ja drin ein ewiges Leben, das auch noch mit einem Himmel ausstaffiert ist. Zum anderen ist gerade das Christentum eine Lämmer-Religion, deren Anhänger Schafe Christi. Da findet sich ein geduckter und gedeckelter Mensch schnell wieder, sieht sich gespiegelt. Die postulierte Barmherzigkeit der Christen tat ihr Übriges für die geknechteten Menschen, die wenigstnes auf ein Trostpflaster aus waren.

Kommentar von Maarduck ,

Man sollte vielleicht auch die Vorstellung nennen, dass die Bösen und Reichen in einer jenseitigen Hölle gequält werden. Zudem so Sprüche von Jesus wie "verkaufe Alles und gib das Geld den Armen", "eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt", "der Größte unter euch sei jedermanns Diener". Oder von Paulus "Geld ist der Ursprung allen Übels".

Kommentar von voayager ,

dann aber gab es auch den bekannten Spruch von Jesus: "gebt dem Kaiser was des Kaisers ist".

Antwort
von quopiam, 34

Das war kein plötzlicher Schritt, die Entwicklung vollzog sich innerhalb vieler Jahre. Das Christentum kam als eine neue Religion nach Griechenland, seinen Ausgang nahm es bei den Juden in Israel und bei den Nichtjuden, die als "Gottesfreunde" dem Judentum nahe standen. Von dort aus entwickelte es sich zu einer großen Religion. 

Die Zeit, in der das geschah, hatte noch andere neue Religionen parat: z. B. den Gnostizismus, den Kult des Mithras und viele mehr. Daß Menschen eine neue Art des Glaubens annahmen, kam schon immer vor und wird auch immer wieder vorkommen. 

Wenn eine neue Lehre überzeugend ist und mit der inneren Erfahrung von Menschen übereinstimmt, nehmen sie diese Lehre an. Das kannst Du auch heute beobachten. Natürlich kannst Du an Artemis glauben oder an Odin oder an Isis oder an Ahura Mazda - oder an was immer Du willst. Glücklicherweise haben wir heute und hier diese Freiheit. Das war im alten Griechenland übrigens genauso. Gruß, q.

Antwort
von adabei, 32

Man kann nicht an "das Christentum" glauben, höchstens an "Jesus Christus".
Du meinst sicher, warum das Christentum Fuß fassen konnte und schließlich die römischen Götter verdrängt hat.
Vielleicht, weil es einfach etwas völlig Neues war. Da war die Rede von einem Gott der Liebe, der auch verzeihen kann, während die griechischen und römischen Götter als durchaus rachsüchtig galten, die mit irgendwelchen Gaben besänftigt werden mussten.

Kommentar von LPGamer55 ,

Aber wie kam es zu dieser plötzlichen Umstellung? Heute bzw. dem Untergang der Antike glaubte KEINER mehr an die Gotter (Artemis,Zeus,....)

Kommentar von adabei ,
Antwort
von Raubkatze45, 21

Im Gegensatz zu anderen Göttern der Antike (die nach den Vorstellungen der jeweiligen Zeit oder Kultur entstanden) hat sich der dreifaltige Gott den Menschen als der einzig existierende Gott geoffenbart, zunächst dem auserwählten Volk Israel, dann durch die - schon im AT prophezeite - Menschwerdung des Sohnes Gottes in Jesus Christus.  Die Menschen, die zur Zeit Jesu lebten und seine göttliche Autorität erfahren haben, haben es zunächst mündlich, dann schriftlich (NT) weitergegeben. Das Christentum entstand also aus der Gemeinschaft der an Christus Glaubenden bis an die Grenzen der Erde.

Damals wie heute haben nicht alle Menschen den Glauben an Christus als wahren Gott und Herrn angenommen, sondern sind ihrem Götterglauben oder eigenen Vorstellungen treu geblieben. Dass sich trotzdem immer wieder Menschen aus dem sog. Heidentum zum Christentum bekehrt haben, liegt daran, dass sie einerseits selbst Erfahrungen mit diesem Gott gemacht haben (was mit nicht existierenden Göttern nicht möglich war)  und andererseits die von den Anhängern Jesu bezeugte Auferstehung von den Toten geglaubt haben und damit auch die Botschaft Jesu Christi vom Reich Gottes  als Wahrheit erkannt und angenommen haben.

Antwort
von comhb3mpqy, 4

Das Christentum ist eine schöne Religion. Die Menschen waren vom Christentum überzeugt.

Ich bin Christ. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich vom
Christentum überzeugt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein
Profil gehen.

Antwort
von bountyeis, 8

Die antike Welt kannte Götterkulte ohne Ende. Es gab einen heutzutage unvorstellkbaren kulturellen Austausch. So verehrten Römer beispielsweise Kybele (aus Kleinasien), Mithras ( aus Persien), Isis (aus Ägypten). Heute finden wir es schon multikulti , wenn Moslems, Christen, Juden in einem Stadtteil wohnen, aber das ist ein Dreck verglichen mit dem, was in der Antike abging. Jeder in der Familie konnte einen anderen Gott haben....

Damit das funktionierte, gab es zwei Voraussetzungen: Toleranz, die Existenz anderer Götter wurde anerkannt UND keine Religion dachte, dass sie im Besitz der universellen Wahrheit sei.

In der Tat war das Christentum etwas Neuartiges, selbst für diese bunte Götterwelt.

- universeller Anspruch , Männer, Frauen, Arme, Reiche, Freie, Sklaven, Römer, Barbaren - Jesus Christus war für alle da.

- das erste Mal trat die Idee des MITLEIDES in die Geschichte. Die anderen Religionen kannten das nicht.

- Absolutheitsanspruch: Das Christentum duldete niemanden neben sich. Heiden wurden genauso verfolgt wie die Christen zuvor. Weil einige Kaiser christlich wurden, wurde es auch die Oberschichjt und dann jeder, der im Römischen Reich Karriere machen wollte.

Antwort
von chrisbyrd, 13

Vielleicht waren einfach immer mehr Menschen an der Wahrheit interessiert: http://gottesbotschaft.de/?pg=3048

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