Frage von against0, 98

Wieso gelten beruflich erfolgreiche Personen als bewundernswert und erfolglose Menschen als bemitleidenswert?

Das habe ich nie verstanden.
Wieso wird eine glänzende Zukunft mit einem gut bezahlten Job und einem hohen Ansehen als so erstrebenswert angesehen? Wieso studieren bzw. wählen so viele Menschen einen Beruf, welcher ihnen eigentlich keinen Spaß bereitet, sie nicht interessiert; eben nur mit dem Hintergedanken, dass man damit später ordentlich Patte verdient und oder dieser Beruf momentan sehr gefragt ist? Wieso ist man so auf das Geld fixiert und macht nicht das, was einem wirklich Spaß macht? Viele raten einem ab, etwas geisteswissenschaftliches zu studieren, weil man später 'damit nix anfangen kann', man 'keinen Job bekommt' etc.
Ich mochte noch nie diese Erfolgsmenschen, Personen, dessen Lebensziel es ist, ein Haus mit einem eigenen Garten und dämlichem Swimmingpool zu besitzen.
Ich bin fasziniert von Menschen, denen es nicht juckt wie viel sie später verdienen werden, sie nicht wissen, was sie überhaupt werden sollen, aber schlussendlich dem nachgehen, was ihnen Freude bereitet. Ich mag Menschen ohne richtiges Ziel vor Augen. Menschen ohne großen Ambitionen fande ich schon immer sympathisch und anziehend.
Was denkt ihr darüber?

Antwort
von Dxmklvw, 10

Hier mal eine bewußt krasse Darstellung:

Der "bewundernswerte" Erfolg eines schlitzohrigen Betreibers einer Zeitarbeitsfirma besteht darin, daß er "bemitleidenswerte" erfolglose Arbeitnehmer ausbeutet, was ihm aber erst durch diverse Gesetze ermöglicht wird, die seine geistige Verwandschaft innerhalb der Politik geschaffen hat.

Sein Erfolg besteht also unter dem Strich darin, andere dauerhaft erfolglos zu halten. Aber wenn niemand mehr zu ihm hingehen würde, dann wäre er ein ebenso erfolgloser HartzIV-Empfänger.

Oder noch anders betrachtet:

Viele ganz "erfolgreiche" Menschen waren lediglich darin erfolgreich, sich selbst zum Sklaven von diversen Umständen zu machen, die so niemand wirklich haben will.

Doch in beiden Bereichen handelt es sich um ehrer geginge Prozentanteile innerhalb der Gesamtbevölkerung. Der ganze Rest ist bzgl. Erfolg und Ansehen recht gemischt.

Antwort
von Prinzessle, 26

Ich teile Deine Meinung...denn wer Spass  an seiner Arbeit hat lebt gesünder ist toleranter und macht keine Frustkäufe....

sondern sieht die ganz einfachen kleinen Schönheiten eines Tages direkt vor der eigenen Haustüre und muss nicht eine Blume auf der anderen Erdseite bewundern, ohne dass er diejenige vor der Haustüre jemals beachtet hat.

Ja ich glaube Erfolgs besessene Menschen sind ärmer an gelebten, geliebten Tagen und somit unter dem Strich in all ihrem materiellen Reichtum unglücklicher...

Selber bin ich Chauffeurin und ich würde um kein Geld in der Welt meinen Job wechseln, denn ich erlebe meine Freiheit unterwegs sein zu dürfen, sich überall zu Hause zu fühlen als etwas vom Kostbarsten das ich habe.

Antwort
von kevin1905, 37

Wieso wird eine glänzende Zukunft mit einem gut bezahlten Job und einem hohen Ansehen als so erstrebenswert angesehen?

Weil es ein sehr beruhigendes Gefühl ist, wenn man sich um Geld keine Sorgen machen muss.

Viele raten einem ab, etwas geisteswissenschaftliches zu studieren, weil
man später 'damit nix anfangen kann', man 'keinen Job bekommt' etc.

Ein Titel aka Uniabschluss ist am Ende nichts wert, wenn dieser nicht sinnvoll eingesetzt werden kann.

Ich mochte noch nie diese Erfolgsmenschen, Personen, dessen Lebensziel
es ist, ein Haus mit einem eigenen Garten und dämlichem Swimmingpool zu besitzen. 

Jeder wie er mag.

Ich verdiene auch deutlich 6-stellig im Jahr aber das ist mir alles nicht wirklich wichtig. Ich finde Immobilien in denen andere Menschen wohnen können viel interessanter, auch weil ich damit (Vertrieb und Vermietung) selbst Geld verdiene.

Antwort
von haku7, 21

Ich führe da mal die 15 minütige Erklärung von Alain de Botton an: Finde er geht ganz gut drauf ein
- warum Leute eine Kariere anstreben
- warum ein hohes gehalt erstrebenswert ist
- wieso Menschen mit geringen Ambitionen oder Leistungen stigmatisiert werden

Das die Arbeit einem Spass macht ist irgendwie eine neuere
Weltauffassung, denke ich. Wenn ich meine Eltern frage dann sagen die
"Ein Job ist da um die Rechnungen zu bezahlen, Spass haben kannst du in
der Freizeit".

Das man einen Job hat der ein vernünftiges
Einkommen gewährt, soziale Status erhöht und auch noch Spass macht und
einen erfüllt ist doch etwas zu viel verlangt. Im wesentlichen müssen
dann 4 Forderungen gleichzeitig erfüllt werden.

Die Chancen dass
sich solch eine Stelle findet und man geeignet ist, gleicht an den
Wunsch vom Lotto Millionär. Manche können es haben, aber nicht alle.

Antwort
von AlexChristo, 3

 

Wieso gelten beruflich erfolgreiche Personen als bewundernswert und erfolglose Menschen als bemitleidenswert?

Ist das so? Ich glaube, du verallgemeinerst etwas zu sehr.

Wieso wird eine glänzende Zukunft mit einem gut bezahlten Job und einem hohen Ansehen als so erstrebenswert angesehen? Wieso studieren bzw. wählen so viele Menschen einen Beruf, welcher ihnen eigentlich keinen Spaß bereitet, sie nicht interessiert; eben nur mit dem Hintergedanken, dass man damit später ordentlich Patte verdient und oder dieser Beruf momentan sehr gefragt ist?

Ich kenne keinen einzigen, der einen gut bezahlten Job machen wollte, der ihm keinen Spaß macht. Wobei ich übrigens das Wort Spaß nicht mag, weil es einfach nicht den Inhalt trifft.

Ich formuliere es um:

Ich kenne eine Menge Leute, die sich einen (gut bezahlten) Beruf ausgesucht und entsprechend studiert haben, weil er interessant ist, sie erfüllt und ihnen hilft, sich selbst zu verwirklichen.

Ich persönlich denke, dass die meisten bei der Berufswahl erstmal nicht darauf schauen, was sie verdienen können, sondern ob der Beruf ihnen liegt.

Ich mochte noch nie diese Erfolgsmenschen, Personen, dessen Lebensziel es ist, ein Haus mit einem eigenen Garten und dämlichem Swimmingpool zu besitzen.

Meiner Meinung nach ist deine Ansicht verzerrt. Glaubst du, jemand fängt mit 18 Jahren an und sagt ich studiere xy, damit ich später ein Haus mit Garten und Swimmingpool habe?

Ich persönlich habe noch nie so jemanden kennengelernt. Der wird es übrigens auch nicht schaffen. Wenn ihm ein bestimmtes Thema nicht liegt, wird er eine Ausbildung oder Studium garnicht durchhalten.

Ich bin fasziniert von Menschen, denen es nicht juckt wie viel sie später verdienen werden, sie nicht wissen, was sie überhaupt werden sollen, aber schlussendlich dem nachgehen, was ihnen Freude bereitet.

Naja, ich bin der Meinung, dass man durchaus das tun sollte, was einen erfüllt und einem einen Lebenssinn vermittelt. Jedoch sollte man schon so realistisch sein und schauen, wie man sein Leben finanziert.

Ich mag Menschen ohne richtiges Ziel vor Augen. Menschen ohne großen Ambitionen fande ich schon immer sympathisch und anziehend.

Ohne Ziel vor Augen? Das bedeutet doch nur, dass man durch das Leben getragen wird, ohne zu schauen, was einem selbst wichtig ist. Wie willst du dich selbst verwirklichen ohne Ziele?

 

Antwort
von nnblm1, 31

Ich kenne niemanden, der seinen Job nur nach dem Gehalt ausgesucht hat. 

Ich mag Menschen mit Ambitionen, mit Zielen. Das muss nicht gleich heißen, dass es dabei um viel Geld geht, Ziele können auch was anderes sein - beispielsweise in seinem Feld immer besser zu werden.

Antwort
von MaHi84, 39

Das ist ein gesellschaftliches Problem, was mir auch schon mehrfach im Freundeskreis aufgefallen ist. Hauptsache das Geld stimmt!

Ich für meinen Teil kann mir nicht mehr vorstellen, mich allein aufgrund der Bezahlung für einen Job zu entscheiden. Jedenfalls nicht auf langfristige Sicht!

Ebenso wichtig wäre mir neben dem Spaß am ganzen aber eben auch ein sicherer Arbeitsplatz. Ein solcher wo irgendwann nicht am Arbeitnehmer gespart wird, weil die Chefetage ihre Gewinne maximieren will.

Antwort
von KeinName2606, 18

Naja, wenn du 1000 netto verdienst kannst du dir nichts leisten. Wenn du 3000 netto verdienst kannst du jeden Monat eine Reise machen, alle Hobbys etc. Klar ist Geld nicht alles aber wenn der Job "nur" (absichtlich in Klammer ;-) ) toll ist aber du dann nicht mal 1 Mal die Woche gut essen gehen kannst ist das Leben auch nicht toll. Da mach ich lieber einen Job den ich nicht liebe, hab dafür aber wesentlich mehr Möglichkeiten in meiner Freizeit.


Und im Ernst, niemand liebt seinen Job. Aber wenn man gut verdient kann man sich viel ansparen und dann eben vlt 10 Jahre früher mit dem Arbeiten aufhören. Für mich ist das Reisen eigentlich der Hauptpunkt. Wir fliegen fast jeden Monat weg, 2 Mal im Jahr ist es eine große Reise. Mit 1000 netto hätte ich das nicht.

Auch in Jobs die man nicht so gerne macht kann man ja noch nette Kollegen haben :)

Antwort
von MrBurner107, 17

Weil wir in einer Leistungsgesellschaft leben, in der unser Wert an unserem Erfolg gemessen wird.

Kommentar von Haldor ,

Ja, leider ist es so! Es war eigentlich schon immer so, vielleicht nicht so scharf ausgeprägt wie heutzutage. Wer es anders haben will, muss sich einen anderen Planeten suchen oder er muss in Kauf nehmen, dass er von den anderen, die gemäß dem unabdingbaren Leistungsprinzip  Leistung erbringen, von oben herab angesehen wird. Diese Dinge sind nun mal so, ich hätte sie auch gerne anders, aber das wäre romantisches Wunschdenken.

Kommentar von MrBurner107 ,

Wohl wahr. Sehr romantisches Wunschdenken.

Antwort
von ScharldeGohl, 35

Das Problem ist, dass sehr sehr viele Dinge viel Geld kosten. Dazu gehören grundlegende Dinge wie Kleidung, Wohnung, Nahrung und so weiter. Und um diese Dinge bezahlen zu können, muss man nun mal arbeiten. Die Frage, die sich jedem stellen sollte, wo ist für jeden persönlich die Grenze? Wie viel kann oder will ich arbeiten, um trotzdem noch entsprechend genügend Freizeit zu haben, die ich überhaupt geniessen kann mit dem Geld dass ich vorher verdient habe?

Antwort
von Marbuel, 4

Das ist doch jedem selbst überlassen. Daran aber die Menschen zu bewerten, find ich ziemlich armselig. Wenn dir Geld nicht wichtig ist, ist das dein Ding. Hoffentlich ändert sich das später aber nicht mal. Ich kenne beide Seiten. Früher hab ich wenig verdient, jetzt ist es etwas mehr. Und ich möchte ehrlich gesagt nicht mehr zurück. Allein schon deswegen, weil ich gerne vereise und das geht halt nur mit Geld.

Antwort
von lifefree, 8

Die meisten Menschen benötigen  Anerkennung und Sicherheit.Aufgrund von Erziehung, Schule und Umfeld wird ihnen vermittelt, dass sie das am ehesten mit einem angesehenen, gut bezahlten Beruf erreichen können.Einige wenige sind aufgrund von Veranlagung und einer freieren Erziehung weitgehend frei davon und üben einen Beruf aus, den sie unabhängig von gesellschaftlicher Anerkennung ausgewählt haben, weil er ihrer Neigung, Eignung und Veranlagung entspricht.Ausserdem hat Geld eine magische Wirkung auf die meisten Menschen.Die meisten Männer mit Geld haben z.B. mehr Erfolg bei Frauen als Männer mit wenig Geld.

Antwort
von Mpdes, 31

Weil das Leben ohne Geld deprimierend ist. Keine Cash fürn Urlaub. Man sieht jeden Tag die gleiche Sch.... . Die gleichen Menschen. Seine eigene Unabhängig ist stets gefährdet. Ich kann dir tausend Gründe nennen, warum beruflicher Erfolg wichtig ist. Und dennoch ist er nicht alles.

Ich glaube, dass Menschen, die einen geregelten Berufsalltag haben auch tatsächlich aufhören, über Geld und die Arbeit nachzudenken, wenn sie Feierabend haben. Jemand, der an der Armutsgrenze lebt wird Tag und Nacht von finanziellen Problemen geplagt. Es hört einfach nicht auf. Es verfolgt dich. Beim Sport, beim Einschlafen, beim Spazierengehen.

Beruflicher Erfolg impliziert nicht unbedingt Oberflächlichkeit und Affektiertheit. Viele Menschen würden einfach alles tun, um unabhängig zu bleiben. Ob von den eigenen Eltern, Freunden, oder vom Staat. Ist einfach nicht deren Stil und das muss man respektieren.

Antwort
von kostenlosertip, 33

Da diese Menschen Einsatzbereitschaft zeigen und Hilfsbereitschaft zeigen. Sie sind mit ehrlicher Antwort und Meinung zur Stelle. Sie haben viel Lebenserfahrungen mit Menschen gehabt oder haben sie. Sie kennen Lebensstrukturen von Menschen in verschiedener Klassen Ordnung meint von ganz unten bis in die Höhe. Sie sind bereit Ihr Wissen an alle zu verteilen um den Menschen die nicht soviel gelernt haben oder lernen konnten zu informieren.Sie sind halt Klug und intelligent es zu zeigen.

Antwort
von chan799, 10

Geld ist nicht immer wichtig, aber wenn es mir eine Arbeit Spass macht. Das reicht mir. Nur diese Arbeit soll nicht auf meine Gesundheit gehen.

Antwort
von Haldor, 2

Das Leistungsprinzip ist unserer menschlichen Existenz immanent; wir können uns von diesem Prinzip nicht emanzipieren und ein Leben führen,
in dem Leistung nicht mehr gilt.

Zwar gaukeln uns gewisse Ideologen vor, man könne das, d.h.
ein Leben führen, in dem Leistung, Anerkennung, Aufstieg in der
gesellschaftlichen Hierarchie keine Bedeutung mehr haben. Wer solchen
Ideologen glaubt, findet sich bald als Obdachloser, mittelloser
Einzelgänger oder Bettler wieder, im besten Falle kann er es zu
einem Hartz IV-Bezieher bringen.

Den anderen, sagen wir den Verwandten oder Freunden (wenn er letztere
überhaupt noch hat), wird er, der Erfolglose, der „Loser“, dann bald
eine Komödie vorspielen, d.h., er wird sich mit dem Schein umgeben, er
hätte es zu etwas gebracht (zumal er allmählich merkt, dass die anderen
sich auch mit einem schönen Schein umgeben). Unser „Loser“ spielt
deshalb die Komödie, weil er von den anderen nicht verachtet werden möchte, denn Verachtung tut weh!

Der Volksmund und die Bibel haben zu diesem Phänomen gewisse Sprüche
erfunden: 1. Friss Vogel oder stirb!  2. Im Schweiße deines Angesichts
sollst du dein Brot essen.

Antwort
von frischling15, 24

Bewahre Dir  Deinen kindlichen Glauben !

Antwort
von chan799, 2

Wenn sie sich überschneiden, wär es besser!

Antwort
von MickyFinn, 24

Ohh... niedlich.

Weißt du was? Druck deine Frage mal aus, verstecke sie irgendwo gut und hol sie in 5 Jahren wieder hervor. Mal schauen ob du beim lesen deines eigenen Textes dir selbst mit der Hand auf die Stirn klopfst xD

 

Kommentar von against0 ,

ich bin davon überzeugt, dass das nicht der Fall sein wird :)

Kommentar von Prinzessle ,

Ich kenne sehr viele Akademiker die irgendwann ausgestiegen sind, sich nun als Gärtner oder Chauffeure betätigen...oder warum meinst Du gibt es so viele Leute mit Burn out ?

Vielleicht solltest Du Deine Antwort in ca. 20 Jahren lesen...das wäre noch interessant...einfach nur so zum vergleichen...wo against0 und Du dann so stehen..

Wohlverstanden ohne Wertung darin, nur so weil es spannend wäre.

Kommentar von MickyFinn ,

Mag sein das viele Akademiker niederere Tätigkeiten verrichten... und übrigens halte ich Burn out eher für eine Modekrankheit.. es trifft vielleicht auf jeden 20. zu. Die Gesellschaft ist einfach nur verweichlicht.

In 20 Jahren habe ich ein 6-stelliges Jahreseinkommen und werde recht behalten. Meine Ziele waren schon lange klar und bin auf dem besten Wege diese umzusetzen ;)

Ich bin ehrgeizig und verfolge meine Ziele... und war mir auch nie für harte Arbeit zu fein, welche die meisten abgelehnt hätten ... wie gesagt verweichlicht.. (Arbeit formt den Charakter). Zum Glück bin ich konservativ erzogen worden und habe mir gute Vorbilder genommen. Deswegen wird es bei mir klappen.

Und ja.. ich übe meinen Beruf gerne aus... ich mag es auf meinem Gebiet zu glänzen wobei viele (auch nicht wenige Akademiker) die Stirn runzeln ;)

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