Frage von bachforelle49, 72

Wieso geht die Vermögensschere in der BRD immer weiter auseinander?

immerhin soll man durch den Verdienst, den man durch Hände Arbeit erzielt, seinen Lebensunterhalt und den seiner Familie finanzieren. So erzählt man es den jungen Berufseinsteigern: " Jeder hat ja mal klein angefangen.. ! " Aber diese Rechnung scheint ja in dem Maße, wie die prekären Jobs Überhand nehmen, nicht mehr aufzugehen... Oder finanzieren sich die Gehälter der Gewichtigen in den Vorstandsetagen grade durch diese Umstand und erzeugen damit dies Ungleichgewicht. Ist es das fachliche Know How oder ein anderer glücklicher Umstand, der Priviligierte mit wenig Aufwand zu einem gut bestücktem Konto verhilft? Was läßt die Vermögensschere bei uns immer weiter auseinanderdriften?

Antwort
von Interesierter, 50

Abseits aller sozialen Theorie, ist das ein ganz einfaches Rechenexempel. Vermögen wird investiert und bringt Rendite. Diese bekommt aber nur der, der Kapital hat. 

Weiter ist es einfach eine Tatsache, dass Menschen üblicherweise in ihren eigenen Gesellschaftskreisen unterwegs sind. Damit haben Vermögende in der Regel die besseren Beziehungen und damit größere Chancen, einen gut bezahlten Job zu erhalten.

Wie gesagt, das sind Tatsachen ohne Bewertung.

Kommentar von bachforelle49 ,

10 % haben 60 % des gesamten Nettovermögens! Da brauchen wir ja keine neuen Baustellen mehr, weil wir selbst schon eine Riesenbaustelle sind.. (haben).  30 % haben NIX!

Kommentar von Interesierter ,

Ich habe hier lediglich die Mechanismen erklärt, warum die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinandergeht.

Ich habe es bewusst nicht bewertet.

Kommentar von bachforelle49 ,

>Danke :-)

Antwort
von haku7, 38

Ich würde behaupten durch

1. Zinsen auf steigende Privatvermögen

2. Automatisierung in der Wirtschaft

3. Winner takes all - Ökonomie

Da pro Jahr nur endlich viel
erwirtschaftet wird, gehen die größten Anteile an die, die das meiste
Kapital verzinsen.

Wenn du etwas mehr zeit hast kannst du

"the second maschine Age" lesen. Hier wird die unterschiedliche EInkommensverteilung am Beispiel der USA verdeutlicht, aus der Sicht der Technologie.

Im Grunde geht die Schere auf der ganzen Welt auseinander, Deutschland ist da keine Ausnahme.

Die einzige Möglichkeit für ein legales Einkommen ist für die meisten Menschen ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Vermietung oder Verzinsungs ist nicht möglich als einzige Einnahmequelle, da viele sowieso nicht so viel haben.

Aufgrund fortschreitender Automatisierung werden immer weniger Menschen in der Wirtschaft benötigt, da zu teuer, langsam usw. Daher wird immer weniger vom BIP als Lohn ausgezahlt, gleichzeitig steigen die Unternehmensgewinne prozentuall immer weiter an.

Dies zeigt das die Summe aus Verdienst über alle Arbeitnehmer absinkt. Dies ist nur möglich falls der Verdienst gesenkt wird ( Teilzeit, Zeitarbeit, sinkende Lohnnebenkosten) oder einfach weniger Arbeitnehmer benötigt werden (Automatisierung)

Dann gibt es noch die "Winner takes all economy", in der einige wenige, fast die gesamte ökonomische Wertschöpfung für sich beanspruchen.

Hier spielt der relative Vorteil an Fähigkeiten und Wissen eine enorme Rolle. Das sieht man an den steigenden Gehältern an Managern, CEOs und auch Superstars in Sport, Fernsehen, Music usw.

Kommentar von bachforelle49 ,

Und was ist mit dem Niedrigzins? Lohnt sich doch gar nicht mehr zu sparen, wenn denn was übrig bleibt? Da müßten ja schon Hunderttausende von Euros angelegt sein, daß von Zinsen auf steigendem Privatvermögen gesprochen werden kann.. Naja, Gott sei Dank wird man allein durch Geld auch nicht glücklich!.. (:-))



Kommentar von haku7 ,

Aber durch fehlendes Geld wirst du todunglücklich.

Um beispielsweise 30.000€ aus Kapitalverzinsung zu bekommen bräuchte man bei den Niedrigzinsen (optimistische 1%) 3 Millionen € als Anlage. Soviel kriegst du in deinem ganzen Leben nicht aus "normaler" Arbeit zusammen.

Kommentar von bachforelle49 ,

Da die Anzahl der Ärmeren wenig Begüterten bis Gar nichts Habenden Bürger in unserer Bevölkerung aufgrund sozialer Spannungen, ethischen Werteverfalls und privater Egoismen immer mehr anwachsen und steigen wird, bedeutet dies, daß auch immer mehr Menschen für den (wachsenden) Reichtum und Vermögen(szuwachs) der ca. 10 Millionen (=10 %) Reichen arbeiten müssen, um wenigstens auf dem Papier den Luxus der letztgenannten Protagonisten sicherzustellen. Wenn die Ärmeren nicht arbeiten oder keine Arbeit haben bzw. finden, kommt unser Staat für die Erhaltung und das weiter Auseinanderklaffen der Schere auf! Das ist die Ethik und deutsche Logik in unserer BRD! Ich bin ja mal gespannt, wie man das unserer Jugend beibringen will... (?)

Antwort
von basai46, 12

wir leben halt in einer Erb- oder Vererbungsgesellschaft, in welcher die Eltern schon rein biologisch gesehen ihre Reichtümer ihren Kindern vermachen müssen aufgrund übergeordneter Gesetze, die trotz Langlebigkeit und Demenz nicht auszuhebeln sind. Kinder haben hat also durch was Gutes, sonst verfallen all die Luxusgüter.. Diese Erbschaftssteuer müßte schon bei niedrigeren Sätzen greifen, sonst geht Reich und Arm immer schneller auseinander! Denn 1 ist klar: Du kannst rackern, wie und was du willst, damit wirst du immer weniger eine Familie ernähren können.. Bleibt ja nichts übrig, wenn all die erwirtschafteten Gelder an die Vorstandskolosse und Möchtegernmanager überwiesen werden!

Antwort
von CamelWolf, 11

Meiner Meinung nach liegt es daran, dass die Teilhabe am Erwerbsleben immer mehr Bildung und Qualifikation erfordert und damit ein sehr großer Bevölkerungsanteil vom wirtschaftlichen Aufstieg ausgeschlossen bleibt. 

Geringer verdienende verbrauchen ihr Einkommen um am Leben zu bleiben, dadurch zahlen sie auch anteilig mehr (indirekte) Steuern. Zudem wird Erwerbseinkommen deutlich höher besteuert als Erträge an Kapitalvermögen.

Ergo: Es läge an der Kompetenz der Gesetzgeber, hier für einen Ausgleich zu sorgen. 

Kommentar von bachforelle49 ,

Also geringer Verdienende zahlen (anteilig) mehr Steuern wie die besser Verdienenden? Und was ist, wenn auch die klugen und intelligenten jungen Berufseinsteiger keine adäquate Stelle (mehr) finden, weil die Elle (und die Nachfrage ..) immer höher bzw. mehr wird, da immer mehr den Uniabschluß in der Tasche haben?  Mir scheint, da verschiebt und verdrängt sich was wie ein drohendes Ungemach...

Kommentar von CamelWolf ,

Satz 1 Deines Kommentars: Ja

Satz 2 auch junge und intelligente Berufseinsteiger müssen sich nach den Gesetzen des Marktes richten.  Was nützt es wenn ich jung und intelligent bin wenn ich einen Beruf ergreife, für den es keine Nachfrage gibt

Satz 3 Grundsatz in der BWL: Je mehr von einem Gut vorhanden ist, desto niedriger der Preis (gilt auch umgekehrt)

Satz 4 Genau das kritisiere ich auch. Es muss doch möglich sein, mit einem "normalen" Beruf und 8 Stunden Arbeit am Tag eine Familie ernähren zu können. Und dies kann - wenn überhaupt - nur der Saat mit seiner Ordnungspolitik erreichen. 

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