Frage von MissesCullen, 32

Wieso gab's eigentlich die Hexenverfolgung?

Antwort
von JaSoHutz22302, 6

Hexenverfolgung                                           

Warum glaubten die Menschen an Magie und Zauberei?

Bis ins Mittelalter hinein schien den Menschen die Welt
undurchschaubar und rätselhaft. Naturereignisse wie Mondfinsternis und Dürreperioden,
Überschwemmungen und Gewitter flößten ihnen eine gewaltige Furcht ein. Sie
konnten sich dies nicht erklären und machten dunkle Mächte wie Teufel, Dämonen,
Geister und das Wirken von Hexen und Zauberern dafür verantwortlich. Es galt
die Regel: Was man sich nicht erklären kann, sieht man dann als magisch an.

Wer war eine Hexe?

Im Allgemeinen bezeichnet man als Hexen Frauen, die der Zauberei mächtig
sind.  Sie können sowohl Heil, als auch
Unheil bringen, sind aber durch ihre enge Beziehung zum Teufel ehr negativ
behaftet. Diese Ansicht wurde vorrangig zur Zeit der Hexenverfolgung, im
Mittelalter, verbreitet, wo sie auch von der Kirche als Ketzer angesehen
wurden. Auch Wahrsagerinnen, die in Kontakt mit Geistern stehen, werden als
Hexen bezeichnet. Sie können in die Zukunft sehen und übermenschliche Dinge zu
Stande bringen Es heißt außerdem, dass der Teufel meist rothaarige Frauen
auswählt, weil dies die Farbe des Feuers ist. Ihre Verehrung für den Teufel
feiern die Hexen laut den Legenden und Augenzeugenberichten durch laute Gesänge
und wildes, munteres Tanzen mitten in der Nacht – bevorzugt bei Vollmond. Hexen
gelten als sehr naturverbunden. Sie schöpfen ihre Macht aus den Schätzen der
Natur. Eine weitere, weit verbreitete Eigenschaft unter den vermeidlichen Hexen
war es, dass viele von ihnen, vielleicht sogar die meisten lesen und schreiben
konnten. Dies war im Mittelalter, besonders bei Frauen, selten der Fall.                                 

Doch es gab nicht nur Frauen, denen diese übermenschlichen Kräfte
nachgesagt wurden. Auch Männer wurden der Zauberei bezichtigt. Diese nannte man
dann Hexer oder Hexenmeister.

In unseren Märchen werden die Hexen oft als hässliche alte Frauen
dargestellt. Früher stellte man sich Hexen jung, hübsch und verführerisch vor.

Im Mittelalter glaubte man, dass Zauberer und Hexen ihr magisches
Handwerk nicht ohne Hilfe ausführen konnten. Der Zauberer bedurfte eines
Hilfsgeistes um magische Wirkungen zu erzielen. Zu den Hilfsgeistern Zählte man
Dämonen oder Teufel. Die Menschen glaubten, um Zaubern zu können muss man einen
Pakt mit dem Teufel eingehen musste. Der Teufel wird schon in der Bibel als
gefallener Engel und Widersacher Gottes beschrieben. In der Kirche galt das als
Abschwörung Gottes und einer Todsünde gleich. Die Kirche begann deshalb
Zauberer und Hexen zu verfolgen.

Was war schwarze-, bzw. weiße Magie?

Mit Hilfe der schwarzen Magie richteten die Zauberer und Hexen
scheinbar Schaden für die Menschen an. Man glaubte, dass Hexen und Zauberer mit
dunklen Mächten im Bund standen und z.B. Unwetter verursachen konnten. Die
weiße oder natürliche Magie sollte dagegen nützliches für die Menschen
bewirken. Weiße Magie wurde Heilkundigen- oder weisen Frauen zugeschrieben.

Was ist ein Bildzauber?

Er hat eine lange Geschichte und ist noch heute verbreitet. Auf
Haiti wird er z.B. bei Voodoo-Kulten eingesetzt. Wenn der Hexer einem Menschen
Schaden zufügen soll, braucht er zuerst die Hilfe eines Geistes. Zur besseren
Verständigung mit diesem, führt er einen Bildzauber aus. Dazu fertigt er aus
Ton, Wachs oder Teig eine Figur der zu verhexenden Person. Er murmelt
Beschwörungsformeln und sticht mit einer Nadel oder einem Messer in die Figur.
Der Geist weiß jetzt, wer, wo  und wie zu
beeinflussen ist.

Was ist ein Liebeszauber?

Will man einen Menschen zur Liebe zwingen, nimmt man den
Liebeszauber. Dieses Ritual war schon im antiken Griechenland bekannt. Aus dem
Mittelalter ist die Geschichte des Mädchens Machete überliefert. Sie lebte im
Paris des 14. Jahrhunderts und wollte mit einem Liebeszauber ihren
davongelaufenen Liebsten zurückerobern. Machete rief den Teufel an und formte
aus Wachs und Pech die Figur eines Kindes. Diese Figur ließ sie in Stroh
gebettet in einem Kessel mit dampfendem Wasser schwimmen und stach gleichzeitig
mit einer Nadel in eine Kröte. Zuerst schien es, als hätte sie  Erfolg gehabt, der Geliebte kehrte zurück.
Bald darauf beschuldigte der Angebetete sie der Hexerei und zeigte sie an.
Machete wurde deshalb wegen Zauberei der Prozess gemacht.

Im 15./ 16. Jahrhundert setzte ein regelrechter Hexenwahn ein. Die
Kirche gründete die Inquisition, die Menschen bestrafen sollte, denen man einen
Pakt mit dem Teufel unterstellte. Im Namen der Kirche wurden deshalb zahlreiche
grausame und ungerechte Prozesse geführt. Die angebliche Schuld der
Angeklagten  stand davon von vornerein
fest. Wenn man keine Beweise hatte, wurde die Wasserprobe durchgeführt: Der/Die
Angeklagte wurde aufgefordert in ein Fluss oder See zu steigen. Ertrank er/sie
war er/sie unschuldig. Doch wenn er/sie schwimmen konnte, war die Schuldigkeit
bewiesen. Mit brutalsten Foltermethoden zwang man die Angeklagten ein
Geständnis abzulegen. Gab man zu, was die Inquisitoren hören wollten, wurde man
lebenslang eingekerkert. Wollte man nicht gestehen, so wurde man bei lebendigem
Leib auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Es waren zwar hauptsächlich Frauen, die verfolgt wurden, aber auch
Männer und Kinder wurden vor die Inquisition gezerrt. Es genügte oft ein
Gerücht oder die Anschuldigung eines Nachbarn, der eine offene Rechnung zu
begleichen hatte, um jemanden vor Gericht und auf den Scheiterhaufen zu
bringen.

Im Jahre 1484 veröffentlichte Papst Innozenz VIII. die Bulle
Summis desiderantes, die sogenannte Hexenbulle. Man geht davon aus, dass
Heinrich Krämer die Grundlage für diese päpstliche Bulle lieferte und dass sie
auf seine Erkenntnisse zurückzuführen ist. Diese Bulle erlaubte die
Hexenverfolgung und machte sie damit auch offiziell. 1487 wurde der Hexenhammer
veröffentlicht. Der Hexenhammer war ein Handbuch zu Verhör und Folter der
Hexerei verdächtiger Personen.

Es gab viele Foltermethoden um Hexen und Ketzer zu Foltern. Hier
ein paar Beispiele:

-Die Streckbank, Die Streckleiter

 Die Streckfolter war sehr beliebt. Das Opfer
wurde entweder senkrecht auf einer Streckleiter angebunden oder waagerecht auf
einer Streckbank. Mit Händen und Füßen fesselte man das Opfer an Walzen. Bei
Betätigung dieser Walzen, wurden die Opfer schmerzhaft und qualvoll auseinander
gezogen. Dabei rissen oft Muskeln, Sehnen und Gelenksbänder, wodurch die
Knochen aus ihren Gelenken sprangen, was sehr schmerzhaft war. Es gab
zahlreiche Variationen, wie Seilwinden etc., die weniger luxuriös waren, aber
gleiche Wirkung zeigten.             

-Die Daumenschraube

 Die Daumenschraube ist eines der bekanntesten
Folterinstrumente. Bei dieser Methode werden Finger, wie der Name schon sagt,
vorrangig die Daumen, in eine Zwinge gespannt. Durch ein Gewinde konnte man die
Zwinge immer weiter zusammen schrauben, wodurch die Finger immer mehr
gequetscht wurden. Dies war eine sehr schmerzhafte Methode, die nicht selten zu
Knochenbrüchen führte. Diese hinterließen meist bleibende Schäden, die z. B.
für Bauern große Probleme bereiteten, weil sie ihren Arbeiten schlecht oder gar
nicht mehr nachgehen konnten. Eine weitere bekannte Bezeichnung ist
Daumenstock.

-Der Schädelschraube

 Bei der ursprünglichen
Schädelschraube wurde dem Opfer ein Helm aufgesetzt, an dem sich vorne an der
Stirn eine Schraubvorrichtung befand. Der Helm diente dazu, dass der Schädel
nicht zurückweichen konnte, wenn man mit dem Schrauben begann. Es war ein
großer Kraftaufwand notwendig, doch man konnte den Schädelknochen durchaus
durchbohren und mit der Schraube schwerwiegende Hirnschäden anrichten. Der
vordere Teil des Gehirns, der meistens durch die Schraube verletzt wurde, ist
für die Persönlichkeit zuständig. Die Folter endete zwar in den seltensten
Fällen tödlich, doch keines der Opfer blieb unverändert. Des Weiteren schwoll
das Gehirn durch die Verletzung meist an und führte somit noch zu anderen
Schäden des Gehirns.

Eine weitere Variante war die Kopfzwinge. Dies war ein Ring, an
dem mehrere Spitzen angebracht waren, die sich ebenfalls durch Schraubmechanik
in den Schädel bohrten und so gleich mehrere Stellen verletzten.

Eine weit entfernt verwandte Variante ist auch noch die
Schädelpresse. Dabei wird der Kopf in eine Vorrichtung verankert, bei der das
Kinn aufliegt und von oben eine Platte durch Schraubmechanik herabgelassen
werden kann. Dadurch wird der Schädel extrem gedrückt und besonders der Druck
auf die Zähne und den Kiefer führen zu großen Schmerzen und je nach Druck auch
zu schwerwiegenden Verletzungen.

Weitere Foltermethoden sind:

Der Brustreißer

Der gespickte Hase

Der Spanische Bock

Die Judaswiege

Die Kiefer- und Mundsperre

Das Rad des Todes

Verbrennungen

Ausweidung und Verstümmelung

Spanischer Stiefel- Beinschraube

Der Fußbohrer

Fesselungen

Usw.

Erst im 18. Jahrhundert, als die Aufklärung einsetzte und die
Naturwissenschaften immer mehr an Bedeutung gewannen, hörte die Hetzjagd
langsam auf. Die Kirche sah endlich ein, dass die Hexenverfolgung ein
schrecklicher Irrtum war. 1782 wurde eine Frau das letzte Mal als Hexe
verbrannt.

Insgesamt starben bei den Hexenverfolgungen in Europa etwa 80.000
Menschen. Allein in Deutschland waren es 20.000 Menschen.

Kommentar von JaSoHutz22302 ,

Das ist alles was man wissen muss über Hexen und Hexenverfolgung.

Ich hoffe es ist hilfreich.

Antwort
von Otilie1, 30

weil die menschen angst hatten vor ihnen unerklärlichen geschnissen

Antwort
von aylaei, 27

Schau mal hier rein --> https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hexenverfolgung

Antwort
von amike, 32

Weil die Kirche einen Sündenbock brauchte und die Frauen unterdrücken wollte. Hat gut geklappt ;(

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten