Wieso finden sich in juristischen Wörterbüchern andere Definitionen für allgemein gültige Wörter?

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4 Antworten

Das ist nicht immer, sondern nur manchmal so.

Beispielsweise dann, wenn ein juristischer Fachbegriff in der Umgangssprache eine andere Bedeutung hat.

Beispiel:

"Besitz" und "Eigentum".

  1. In der Umgangssprache werden beide Begriffe in gleicher Bedeutung (also als "Synonyme") benutzt.
  2. In der juristischen Fachsprache wird dagegen zwischen beiden Begriffen streng unterschieden. "Besitz" = die tatsächliche Sachherrschaft. "Eigentum" = das Recht, mit einer Sache nach Belieben zu verfahren. Wer also beispielsweise eine Sache geliehen hat (Leiher), ist juristisch "Besitzer" dieser Sache, weil er ja die tatsächliche Sachherrschaft innehat. "Eigentümer" bleibt aber der Verleiher, der das Recht hat, mit der Sache zu machen, was er will - sie also zB zu verleihen.
  3. In der Umgangssprache würden man den Entleiher der Sache ohne Weiteres auch als "Besitzer" bezeichnen, obwohl er die Sache gerade verliehen hat & deshalb zu diesem Zeitpunkt zwar "Eigentümer", aber nicht "Besitzer" dieser Sache ist.

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Kannst du mal genauer sagen was du mit deiner Frage meinst?

Wörter die im juristischen Sorachgebrauch eine andere Bedeutung haben als im allgemeinen?

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Nicht nur in juristischen Wörterbüchern haben Begriffe aus der Alltagssprache eine andere Definition, sondern überall da, wo man genau sein möchte, also z.B. auch in den Wissenschaften. Sprache (also die Umgangssprache) ist sehr ungenau bzw. unscharf. Obwohl jeder zu glauben scheint, er wisse, was z.B. der Begriff 'intelligent' meint, stellt sich heraus, dass jeder Mensch darunter etwas anderes versteht, die meisten Menschen sogar in jedem Zusammenhang wieder etwas leicht verschiedenes. Ein intelligenter Professor ist anders intelligent als ein intelligenter Bauer oder ein intelligentes Navigationssystem oder ein intelligentes Pferd. Mit anderen Begriffen ist es auch so, sei es Depression, Rot, schön, gläubig, bald, anständig, ehrlich, Gott etc.pp. Man kann sich im Alltag prima unterhalten, obwohl man mit ungenauen Begriffen arbeitet, aber wenn man exakt sein möchte, oder Wissenschaft betreiben möchte, dann muss man sehr penibel eingrenzen, was man mit welchem Begriff meint. Heraus kommt manchmal etwas ganz anderes als in der Alltagssprache.

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