Frage von SiegurtClhochF, 90

Wieso fahren fast keine internationalen Züge mehr?

Ach, was waren die guten alten Zeiten, wo es noch heute sich so exotisch und unrealistisch lesende Reletionen gab, wie Wien- Oostende, Hamburg- Oslo, München- Kopenhagen, Zürich- Prag. Man muss heute froh sein wenn noch ein versiffter sich auf die Bahn verirrter Straßenbahnzug (Triebwagen) von Hamburg nach Berlin fährt, ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Nach Europa? Geht zwar, aber die faulen Fahrgäste sollen gefälligst irgendwie in Bielefeld oder Hintertupfingen umsteigen und Stunden auf den Anschluss warten! Aber ist kein Problem wenn man sich die DB vom Ausland abschottet, wer braucht schon Amsterdam, Paris , Rom oder Budapest, wir haben ja Deppendorf, Bielefeld und Vordertupfing. Natürlich nicht mit Intercity Zügen, sondern IC Bussen. Dann können gemütlich auf dem exzellenten IC (Bus) Sitz (den günstigsten Schrott der In China hergestellt wird!) sitzend durch die Nacht fahren und sich mit nem schwarzen Kaffee die Gedanken an die Augenringe vertreiben, wenn sie dann irgendwo im Pampaland auf den Zug nach Kopenhagen warten, beziehungsweise den Zug nach Flensburg, wo Sie umsteigen werden und irgendwo anders wieder Umsteigen werden.., was ist nur aus der DB geworden? Aber internationale Verbindungen sind ja nicht rentabel, anscheinend sind die Leute die am Bahnhof aus den Zügen steigen nur Hologramme. Aber die Nachtzüge waren für die Namen Casiopea, Pollux, Hans Christian Ansersen und Jan Kiepura sowieso nur eine Beleidigung, der Schlafwagenschaffner kontrolliert die Tickets natürlich nicht nach dem Zustieg, nein das fällt dem Kerl um halb 3 ein. Und dann vergisst er anscheinend wieder wo kontrolliert hat und Kontrolliert nach ein Par mal, man wäre ja fast auf den Holzbänken aus dem Zwergenland eingeschlafen . Stuttgart- Barcelona mit Renfe Trenhotel? Ohne viele Halt? Währe das nicht attraktiv( gewesen) ? Die Leute sollen nach Spanien über Tag fahren und dabei vielleicht noch was weiß ich wie oft umsteigen, soll man es Ihnen verdenken, das sie Ryanair nehmen? Man hätte ja zumindest die Züge nach Irun und Portbou betreiben können, aber die Fahrgäste die diese Züge nutzen waren anscheinend nur optische Täuschungen.

Antwort
von thlu1, 58

Das Reiseverhalten der Leute hat sich halt verändert. Wenn Busse dort fahren, wo man früher den Zug nahm, dann hat sich das Motto "Geiz ist..." voll durchgesetzt.

Außerdem sind andere Reiseziele interessanter geworden, da nimmt man schon mal den Flieger und Autoreisezug passte wohl auch nicht mehr in die Welt.

Die Bahn reagiert heute eben auch auf solche Entwicklungen und hält keine Linien, nur um der guten alten Zeiten, aufrecht.

Antwort
von Hardware02, 59

"Reletionen"? Da bemühst du dich darum, deine Sprache mit völlig unnnötigen Fremdwörtern aufzwerten, und dann schreibst du "wäre" mit "h"?

So toll war das im Nachtzug auch wieder nicht. Es gab professionelle Diebe. Ich habe einen von ihnen im Zug von München nach Monaco überrascht, als er in unser Abteil kam, denn ich war zufällig gegen 3:30 h kurz wach. Er hat sich "entschuldigt" und ist sofort verschwunden.

Außerdem hat man es durch die Wand gehört, wenn im Nachbarabteil jemand nicht geschlafen, sondern die ganze Nacht Party gefeiert hat. 

Ich meine, natürlich ist es schön, im Liegen schlafen zu können. Nur: Wozu? Wenn man ebenso gut fliegen kann?

Kommentar von SiegurtClhochF ,

München- Monaco? Gab es so einen Zug? Ist mir gar nicht bekannt, wann war das. 

Antwort
von Giovanni47, 9

Vieles hat sich geändert. Früher war das Fliegen nur den "Besserverdienenden" vorbehalten, heute sind Flüge sehr oft preisgünstiger als eine Fahrkarte der Bahn. Ebenfalls konnten sich früher viele Menschen kein Auto leisten. So war die Eisenbahn das Verkehrsmittel für die Fahrt in die Ferien. Auslandreisen in weit entfernte Länder gab es auch nicht, man blieb im Inland oder fuhr ins benachbarte Ausland, zum Beispiel an die Badestrände in Italien.

Internationale Züge bestanden früher aus Kurswagen, in der Schweiz - zum Beispiel auf der Gotthardbahn - hatten die Schnellzüge einen Inland- und einen Auslandteil, vorallem Wagen der DB und der FS. Aus oben erwähnten Gründen ist der internationale Verkehr massiv zurückgegangen. Die europäischen Bahn haben wohl eine einheitliche Spurweite, die technischen Voraussetzungen sind aber wieder in jedem Land anders, ich denke mal - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - an das Stromsystem und die Zugsicherung. Sehr häufig verkehren auf den Bahnnetzen Triebzüge (zb der ICE oder der TGV) und die sind nicht ohne weiteres im Ausland einsetzbar. 

Ebenfalls waren - meiner Ansicht nach - die europäischen Bahnen früher um einiges flexibler. Heute wurde sie in der Bereiche Personenverkehr, Cargo und Infrastruktur aufgeteilt und damit sind zusätzliche Schnittstellen entstanden.

Antwort
von macqueline, 39

Ich habe erst kürzlich eine lange Zugfahrt gemacht. Von Ebbsfleet in Kent/England durch den Kanaltunnel nach Paris, in Paris quer durch die Stadt zu einem anderen Bahnhof, von dort mit dem Zug nach Marseille.

Ich war den ganzen Tag unterwegs und habe mich die ganze Zeit gefragt, warum in aller Welt ich nicht geflogen bin. Nach der Ankunft konnte ich mich nur noch ins Bett legen.

Kommentar von SiegurtClhochF ,

Du mussten umsteigen, währe der Zug durch gefahren ,währe es was ganz anderes gewesen, aber die Strecke Marseille- London ist schon wesentlich ferner als z.B, Prag- Zürich und das Problem halt auch Tagfahrt und kein Nachtzug, wo man (zumindest bei den Originalen Zügen vor 30 Jahren) mehrere Stunden der Fahrt verpennt hätte. Da ist eben das Problem, es gibt wenig direkte Fernverbindungen, deshalb fliegt man eben, weil die Bahnfahrt so unbequem ist. Früher war das anders. 

Kommentar von macqueline ,

Zum Beispiel in London und Paris fahren keine Züge durch, man muss meist zu einem anderen Bahnhof per U-Bahn oder Taxi für die Weiterfahrt.

Ich fahre gern mit dem Zug, vor ein paar Jahren bin ich im Urlaub die Bahnstrecke von Toronto nach Vancouver gefahren mit Etappenaufenthalt unterwegs. Das ging im Schneckentempo, jeder Güterzug musste durchgelassen werden, Personenzüge haben in Amerika eben keine Vorrechte. Trotz teurer Erster-Klasse-Tickets war es nicht sehr komfortabel, man schlief nachts auf Stockbetten aus Stahl, die tagsüber an die Wand geklappt wurden, dann konnte man sich im Abteil auf Metallstühle setzen. Es gab so wenig Platz, dass man den Koffer nicht mit ins Abteil nehmen durfte, Koffer wurden in einem separaten Gepäckwagen transportiert. 

Vom Land hat man allerdings einiges gesehen, aber nicht das gewünschte, denn an Hand des Fahrplans hatte ich die Etappen danach geplant, was ich gern tagsüber durchfahren wollte. Wegen der vielen Standzeiten unterwegs verschob sich alles um viele Stunden, so dass wir die interessanten Strecken nachts durchfuhren.

Kommentar von salchow ,

Das kommt drauf an, was "durchfahren" für Dich heißt: stündliche Verbindungen (abwechselnd ICE und TGV) zwischen Paris und Bahnhöfen wie Frankfurt, Mannheim oder Stuttgart finde ich nicht so schlecht. Und für meine Standardfahrt zwischen Hannover und Paris mit einmaligem Umsteigen in einer dieser drei Städte (inkl. 20 bis 60 Minuten Wartezeit) brauche ich satte 4 Stunden weniger als noch vor 2-3 Jahren mit dem Nachtzug ohne Umstieg. Und der Komfort hat sich für mich trotz Begleitung meiner noch relativ kleinen Kinder wesentlich verbessert. Es kommt also wie immer mal wieder nur auf die persönliche Situation an, Verallgemeinerungen sollten daher vermieden werden.

Kommentar von macqueline ,

Mit Nicht-Durchfahren meine ich, dass man beim Umsteigen in London und Paris meist zu einem anderen Bahnhof  muss, weil es keine Bahnverbindung zwischen den einzelnen Bahnhöfen gibt. Wenn man in England aus dem Norden in London ankommt und weiter nach z.B. Brüssel fahren möchte, dann muss man sehen, wie man von dem Ankunftsbahnhof in London zum Anfahrtsbahnhof in London kommt. Man kann nicht einfach zu einem anderen Bahnsteig gehen, sondern muss zu einem anderen Stadtbezirk fahren mit U-Bahn,  Bus odrr Taxi, und das mit Reisegepäck.

Das gleiche passiert in Paris.

Antwort
von Seven12, 26

Vielleicht sollten wir alle wieder mehr Zug fahren, dann wird das Angebot eventuell wieder etwas besser. Aber wer will sich heute noch die Zeit nehmen mit dem Zug zu verreisen da es mit dem Flieger viel schneller ist.

Ich habe es das letzte Jahr mal ausprobiert mit dem Zug an den Gardasee zu fahren da mein Sohn gerne mal länger Zug fahren wollte. Ich muss sagen es hat mir sehr gut gefallen. Werde es auch mal wieder machen wenn der Preis und die Fahrzeiten einigermassen in Ordnung sind.

Antwort
von claushilbig, 16

Wieso fahren fast keine internationalen Züge mehr?

Die Frage kann ich so nicht nachvollziehen, wenn ich mir das EC- bzw. ICE- Netz der DB ansehe ...

https://www.bahn.de/p/view/mdb/bahnintern/fahrplan_und_buchung/streckenplaene/md...

https://www.bahn.de/p/view/mdb/bahnintern/fahrplan_und_buchung/reiseauskunftsmed...

Antwort
von ES1956, 6

Weil es sich nicht rechnet halb leere Züge durch Europa zu fahren.

Antwort
von FooBar1, 37

Weil Flugzeuge erfunden wurden.

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