Frage von 240529091606035, 79

Wieso erteilt London dem zweiten Referendum eine Absage?

Obwohl 4 Millionen Menschen mittlerweile dafür sind ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 36

Woher will man wissen, dass die 4 Millionen Leute sind, die in der Volksabstimmung für Brexit gestimmt haben, oder nichtwähler waren? Es können ja einfach die gleichen EU-Befürworter sein, die schon immer so gestimmt haben und nur nach der Devise, "neues Spiel, neues Glück," vorgehen.

Ausserdem gibt es doch ein knappes aber klares Votum.

Das nun anscheinend viele Briten mit Argumenten kommen wie "wenn wir das Ergebnis vorher gewusst hätten, wären wir zur Wahl gegangen," "wenn wir die Folgen erahnt hätten, hätten wir anders abgestimmt," zeigt die Schwächen von Volksabstimmungen.

Alle Argumente lagen auf dem Tisch. Die Ökonomen hatten die Folgen (Kursverluste für Pfund udn Aktien) voraus gesagt.

Es gibt keinen Grund nochmal abzustimmen.

Expertenantwort
von uni1234, Community-Experte für Recht, 31

Wenn UK eine weitere Abstimmung durchführen würde, dann wäre das ein verheerendes Signal für ganz Europa. Die Rechtspopulisten könnten dann - und zwar völlig zur Recht - behaupten, das in der EU die Demokratie mit den Füßen getreten wird.

Die Mehrheit des Volkes (bzw. die Mehrheit der abgegebenen Stimmen) hat sich entschieden die EU zu verlassen. Dies muss man respektieren. Egal wie blöd oder kurzsichtig das ist.  

Antwort
von voayager, 14

Wer an dem Referendum rüttelt, führt Volksentscheide ad absurdum, macht diese zur bloßen Posse bzw. Farce und erweist sich als ein tüchtiger Antidemokrat, der Wahlen und Abstimmungen solange zurecht biegen läßt, bis diese passen. Damit verliert die Demokratie erhebliche an Glaubwürdigkiet, selbst ein Blinder am Krückstock bemerkt dann, dass die Herrschenden sie nur "aufziehen", um sich so zu legitimieren. In dem Fall, wenn es für sie günstig ausgeht, dann halten sie die Demokratie hoch wie eine Monstranz, doch wehem, das Volk entscheidet nicht in ihrem Sinne, dann läßt man all das Demokratische wie eine heiße Kartoffel fallen, feilt zurecht, formt um, dazu der Spruch Adenauers: "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern."

Antwort
von Dommie1306, 21

Mathematische Antwort: Weil 4 Millionen bedeutend weniger sind, als die 10,78 Millionen die für den Brexit gestimmt haben... außerdem ist davon auszugehen, dass die 4 Millionen bereits gegen einen Brexit gestimmt haben, wieso sollten diese eine "neue Wahl" bekommen.

Politische Antwort: Weil eine Demokratie eben nicht so funktioniert, dass eine Wahl, mit deren Ergebnis man nicht zufrieden ist, einfach wiederholt wird.

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 19

Weil ein Referendum reicht, um die temporäre Meinungsmehrheit zu einem Problem zu ermitteln.

Der Rest führt lediglich das ganze Maß an Defiziten direktdemokratischer Mittel vor.

Antwort
von GNLS18, 22

Warum sollte man? Demokratie heißt nicht, so oft zu wählen, bis einem das Ergebnis passt.

Antwort
von soissesPDF, 3

Dann könnte man jeden Tag ein Referendum abhalten, notfalls solange bis man das Wunschergebnis hat.
Ein ziemlich unsinniges Anliegen das ist, nunmehr ein Gegenreferendum zu fordern.

Antwort
von lupoklick, 4

Mit "nööö, daa gülded nisch" wäre der Gipfel der Lächerlichkeit weit überschritten - 

Ich glaube auch nicht, daß das Parlament das Ergebnis nicht zur Kenntnis nimmt.

Mrs. May  wird versuchen, vor dem Brief § 50 noch Schaden zu begrenzen, aber die übrige EU wird wegen möglicher "Nachahmer" hart bleiben müssen....

 wobei es eigentlich um einige Länder nicht schade wäre....(Bayern   :-(((, Ungarn, Slowakei    )

Antwort
von GangsterToast12, 42

Wieso? Weil Demokratie nicht so funtkioniert. Wahl ist Wahl. Punkt. Man kann sich das doch nicht so drehen, wie man gerade lustig ist.

Antwort
von MehrWissen, 10

Liebe(r) 240529091606035,

leider wird immer wieder der Fehler gemacht, dass das britische Referendum über einen Austritt aus der EU eine „Wahl“ sei. Das Referendum war im rechtlichem Sinne Großbritanniens keine Wahl. Und dies bringt die gewählte UK-Regierung und das UK-Parlament in eine Zwickmühle.

Führende Staatsrechtler und Juristen in Großbritannien wiesen aktuell darauf hin, dass das Ergebnis des Referendums lediglich eine „beratende“ Funktion habe, dass die parlamentarische Entscheidung über Austritt oder Nicht-Austritt aus der EU nicht ersetzen kann. Auch ein zweites Referendum hätte dann erneut lediglich eine „Beratungsfunktion“.

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