Wieso entsteht weißer Phosphor bei der Herstellung?

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2 Antworten

Sie irren, zumindest teilweise: Weißer Phosphor (P4) ist oberhalb von 620 Grad Celsius die stabilste Modifikation. Die Ofentemperatur bei der Reduktion des Apatits beträgt ca. 1500 Grad. Bei Raumtemperatur ist die schwarze Form die thermodynamisch stabilste, allerdings ist der Stabilitätsunterschied zurn weißen Phosphor vergleichsweise gering: delta H = ca. 2.6 kcal/mol P.

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Weil sich Atome nicht verabreden (können).

Die schnappen sich erst mal das nächstbeste, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist.
Und wenn viele P-Atome in der Nähe sind, dann eben P-Atome, bis es einigermaßen passt.

Dieses "einigermaßen" kann schon recht lange gutgehen, so mancher Ostseeurlauber hat es schon schmerzhaft bereut, einen "Bernstein" in die Hosentasche gesteckt zu haben.
War dann eben weißer Phosphor aus versenkter Munition des 2. Weltkriegs.

Atome haben auch keinen Energieberater, der ihnen die Aktivierungsenergie zur Umlagerung mal eben als Kredit aufschwatzt. Solange die Energie fehlt, bleiben sie halt in einem eigentlich instabilen Zustand.

Es gibt da auch eine theoretische Regel, dass Zustände immer einer Reihenfolge folgen, von instabilsten zu stabilsten, sodass man aus Kohlenstoffdampf eher Diamanten als Graphit erhält, obwohl nur Graphit stabil ist.
Hab aber den Namen vergessen, und bin nicht sicher, ob die immer und überall gilt.

Im Übrigen solltest du nicht vergessen, dass gewisse Reaktionen nur deswegen ablaufen, weil sich die Produkte aus den Staub machen.
Vielleciht kennst du die Reaktion Schwefelsäure + Salz -> Salzsäure + Kram.
Schwefelsäure ist keineswegs stärker, nur schwerer flüchtig, HCl dagegen ein Gas.

Weißer Phosphor ist bei den interessanten Temperaturen auch ein Gas.
Einen anderen Grund kann es nicht geben, warum man P mit C reduzieren könnte. P tritt in der Natur immer nur +5wertig auf, C dagegen in allen möglichen Stufen.

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Kommentar von labmanKIT
29.09.2016, 18:59

Danke für die Klasse Antwort.

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