Wieso empfanden Fürsten den Kirchenbann als ungerecht?

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2 Antworten

Weil er als politisches Druckmittel missbraucht wurde.

Deshalb begannen sich ja Fürsten als 'Herrscher von Gottes Gnaden' und eben nicht aus Gnaden von einem Papst zu bezeichnen.

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Es war eine andere Zeit. Die meisten Gläubigen, ja die meisten Untertanen eines Fürsten waren davon überzeugt, dass ihre Zukunft, ihr Glück ihre Seeligkeit nach dem Tod aber auch vorher schon von dem Glauben an Gott und seinem Stellvertreter auf Erdem dem Papst abhängt. Und wenn der weltliche Fürst wegen irgend einer Verfehlung vom Papst in Kirchenbann gelegt wurde, da waren seine Untertanen und auch seine Fürsten-"Kollegen" der Meinung, dass ihr Herrscher bzw. Kollege etwas sehr Unrechtes getan haben musste. Sie wurden sehr traurig. Der Kurfürst unglücklich, etc.

Und nur wenn die Beschuldigung die zum Bann geführt hatte gar nicht stimmte, dann fühlte sich der Fürst zu unrecht gebannt.

Zum Vergleich: Als Kind wirst du von deinen Eltern wegen eines Vergehens mit Ausgehverbot belegt. Oft empfindest du diese Strafe als ungerecht, weil das Vergehen gar nicht so groß war. Diese Strafe findest du als Kind sehr schlimm. Wenn du dann selber erwachsen bist, findest du all dies als lächerlich. So geht es uns heute, wenn wir vom Kirchenbann hören. Lächerlich, aber damals war das todernst.

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