Frage von Siamari, 128

wieso eine Privatkankenversicherung, wenn es schwer ist austreten und die kosten stätig steigen?

Expertenantwort
von Barmenia, Business Partner, 62

Hallo Siamara,

meinst du mit "schwer austreten" die Kündigungszeiten, oder dass man unter bestimmten Voraussetzungen nicht mehr wechseln kann von der PKV in die GKV?

Es gibt natürlich Vor- und Nachteile der Privatversicherung und es kommt auch immer auf persönliche Lebensumstände an. Danach sollte man entscheiden, welche die "sinnvollere" Versicherung ist. 

Beitragserhöhungen gibt es ja auch nicht nur in der Privatkrankenversicherung. Auch die Gesetzlichen Krankenkassen erhöhen regelmäßig die Beitragssätze. Hier wird der Beitragssatz ja prozentual vom Einkommen berechnet.   

Bei der Privatversicherung entscheidet jedes Mitglied individuell durch die Wahl des Versicherungsschutzes, welche Beiträge er zukünftig zahlen wird. Es gibt dabei eine Vielzahl von Tarifen, die sich in Leistungsumfang und Beitragshöhe unterscheiden. Hier hast du den Vorteil, dass die vereinbarten Leistungen ab Beginn bis zum Ende der Versicherung garantiert sind.Hier kann die Absicherung nachträglich ohne deine Zustimmung nicht zu deinem Nachteil verändert werden.  

Beitragserhöhungen werden immer dann erforderlich, wenn die Leistungsausgaben die Beitragseinnahmen übersteigen. Dabei gibt es durchaus einige Maßnahmen, die zu einer aktiven Kostenüberprüfung beitragen. Das sind z. B. Kooperationen mit bestimmten Sanitätshäusern oder Lieferanten, Spezialisten für Honorarfragen usw. 

Um Beitragserhöhungen zu vermeiden oder "aufzufangen" werden Rückstellungen gebildet, um die Beiträge im Alter möglichst stabil zu halten. 

Das ist bei der Gesetzlichen Krankenkasse anders:

Hier ist der Versicherungsschutz für alle versicherten Mitglieder gleich. Für die Zukunft gibt es aber keine Leistungsgarantie. Die gesetzliche Grundlage dafür ist das Sozialgesetzbuch. Dieses  wird laufend überarbeitet und aktualisiert. So können Leistungen zwar hinzukommen, aber auch wegfallen.  

Viele Grüße

Saskia vom Barmenia-Team

 

Antwort
von turnmami, 96

Weil die GKV für bestimmte Berufsgruppen noch viel teurer wäre.

Die Beamten bekommen 50% Beihilfe und müssen 50% über eine priv. KV absichern.

Sollten sie sich für die GKV entscheiden, müssten sie den AG und den AN Beitrag alleine übernehmen und hätten keinerlei Anspruch mehr auf Beihilfe. Das wäre somit sehr viel teurer 

Kommentar von DerHans ,

WENN der politische Wille dafür da WÄRE, könnte das Beihilfesystem ersatzlos gestrichen werden und dafür würden die Beamten dann eben auch einen Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung bekommen.

Damit könnte eine riesige Behörde (plus 16 Landesbehörden) ebenfalls abgeschafft werden.

Da die Mehrheit in den Parlamenten aber aus Beamten besteht, wird das NIE geschehen.

Kommentar von Siamari ,

niemals nie sagen :) eine Veränderung war schon immer da und wird irgendwann zu unseren gunsten sein, danke für die guten antworten LG

Kommentar von turnmami ,

Dann müsste der Staat aber monatlich die AGBeiträge bezahlen und das wäre für den Staat viel teurer. Daher wird sich das nicht durchsetzen lassen. Das liegt nicht an den Beamten im Parlament, sondern an den Mehrkosten!

Antwort
von DerHans, 100

WEIL es die Möglichkeit gibt. (Allerdings eben nicht für jeden)

Es kann für bestimmte Personen ja auch durchaus sinnvoll sein.

Kommentar von Siamari ,

diese bestimmten Personen sollten dann jedoch beständig gut vermögend sein, denn ist es nicht ein Problem privat krankenversichert zu sein und dann plötzlich Bankrott zu gehen? Ich frage mich was man in so einem Fall macht, denn ich die öffentliche Versicherung kann man soweit ich weiß nicht wieder eintreten? 

Kommentar von DerHans ,

Bis zum 55. Lebensjahr kann man durch die Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung wieder in die gesetzliche KK kommen.

Beamte haben einen Beihilfeanspruch und müssen nur 50 % absichern. Außerdem müssen sie keinen Verdienstausfall einkalkulieren. Dieser macht einen großen Anteil an den Kosten der privaten Versicherung aus.

Als Pensionäre erhöht sich die Beihilfe auf 70 %

So lange es also mindestens 40 % Beamte in den Parlamenten gibt, wird sich an diesem System auf keinen Fall etwas ändern.

Antwort
von basiswissen, 30

Das hat unterschiedlichste Gründe, wie zum Beispiel eine deutlich bessere Leistung (zumindest in den meisten Fällen) und die Wirtschaftlichkeit in bestimmten Berufs oder Einkommensgruppen. Allerdings ist es ein Trugschluss dass die Kosten ständig steigen und eine Kündigung unglaublich schwer ist (ist es nämlich eigentlich nicht). Allerdings gibt es ein paar Besonderheiten die man beachten muss wie zum Beispiel die Pflichtversicherung im Sinne der deutschen Krankenversicherung und den damit verbundenen Versicherungsnachweis einer Vollversicherung.

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