Frage von internetrambo, 52

Wieso denken viele, man könne die IS mit Bomben besiegen?

Also ich habe versucht, mich mal in die Lage von einem Syrer zu versetzen. Also, ich stehe wie jeden morgen auf, frühstücke usw. Ich weiß jetzt nicht warum, aber aufeinmal explodiert irgendetwas. Ok, eine Bombe. Meine Regierung bombardiert mich Es bilden sich Antiregierungstruppen und 'machen Krieg. Alles liegt in Schutt und Asche. Habe alles verloren, alles zerbombt. Ändere Länder fangen auch an mein Land zu bombardieren. Ich werde wütend. Mein Sohn stirbt. Ich will Rache. 2 Männer sagen mir, wenn ich mich ihnen anschließe werden sie mir helfen mich zu rächen. Ich tue es. Sie sagen mir wann und wo ich es tun soll. Und BOOM.

Also, ja, klingt komisch, aber so stelle ich es mir vor, wie der IS Mitglieder rekrutiert. Sie nutzen die Angst und die Hoffnungslosigkeit und deren Wut aus, um sich zu stärken. Der böse Westen zerstört unser Land. Wenn wir uns weitet einmischen werden sie sich doch bestätigt fühlen und es werden sich noch mehr anschließen. Also wir haben einen 'Gegner, der immer stärker wird, wenn man es bekämpft. Oder liege ich da falsch?

Ich finde( bzw das habe ich von dem Herrn Todenhofer), wir sollten dafür sorgen, dass die IS keinen Halt mehr in der Bevölkerung hat. Wenn die eigene Bevölkerung gegen einen ist, werden bestimmr viele IS Mitglieder amfangen zu zweifeln und vlt sogar aufgeben. Im Vietnamkrieg waren die Amis auch gegen die eigenen Soldaten. Die Moral wird geschwächt und man fragt sich, wofür man eigentlich noch kämpft. Also vielleicht liege ich da falsch, aber mit Bomben wird man das nicht lösen( auch wenn die mental im Mittelalter zurückgebliebenen Menschen nach Krieg usw rufen)Man kann doch keine Ideologie/Idee auslöschen. Das hat man im NS Regim auch versucht. Würde nur mal eure Meinung hören. By

Antwort
von fernandoHuart, 42

Weil Viele sich damit, erfreulicherweise, nicht auskennen.

M. Schreinmaker z.B. sagte in einen Interview "Nee das geht nicht. Flüchtlinge können doch nicht Waffen in ihre Boote mitnehmen. Da ist es schnell nass und würde nicht mehr funktionieren". Soviel zu Qualifizierung der Befragte. Ich nehme es sie nicht übel. Sie hat nicht gemerkt dass die Smartphone eingeschweißt sind. Und das Boote mit Bewaffnete Leute nicht gerettet werden.

Eine Menge der IS Fans sind zuvor Kleinkriminelle gewesen, die sauer sind erwischt geworden zu sein und deswegen Rache ausüben wollen. Sie haben schon Gewaltpotenzial in sich, bekommen ein regelmäßige Gehalt(10x Gehalt einen kroatische Gendarm), manchmal auch ein Auto und eine Frau dazu. Zumindest versprochen.

Ein nicht kleine Teil sind wirklich verzweifelte Leute, bettelarm, ohne jegliche Perspektive. Sie werden nie Etwas erreichen in der Gesellschaft, hier oder Dort. Ideale Rekruten. Nicht zu verlieren. Kanonenfutter.

Ein eher geringe Teil sind Leute die wirklich auf Blutrache sind. Wegen die Gründe dass Du schon erwähnst hat.

Militärs glauben fest daran, und es hat sich immer so entwickelt, dass nur Bodentruppen Terrain halten können. Bombenangriffe haben Etwa den gleiche Effekt wie ein Fuchsbau verrauchern. Entweder stirbst Du im LOch oder auf Freie Feld. Welpen und Fae erwischt man leider auch.

Besonders wenn man weißt daß die militärische Infrastruktur des Gegner in die zivile Infrastruktur integriert ist, hat man wenig zufriedenstellende Wahl. Und wenig Erfolg.

Richtig durchdrehen und bestätigt würden sie sich fühlen wenn man Leute auf "heilige Boden" treffen würde. Aber das wär auch der Anfang vom Ende.

Mit den Rest ist es klar dass, ohne Bevölkerungsunterstützung, jedem asymetrische Krieg nicht zu gewinnen ist. Aber dabei geht es um nicht zu verlieren erstmal.

Antwort
von whabifan, 51

Das grosse Problem mit Daesh (IS) ist, dass die Situation extrem komplex ist. Es gibt da unten keinen einfachen Kampf gut gegen böse. Wer heute noch gut ist, aus westlicher Sicht, kann morgen schon eine Terrororganisation sein. Es gibt auch nicht 2 Parteien die sich gegenüber stehen, sondern unzählige. Viele Leute denken dass der Konflikt ein einfaches gut gegen böse ist und indem man die bösen bombardiert hilft man den guten zu gewinnen und dann ist alles super. Wenn es so einfach wäre, würde sich die weltweite Politik an dem Konflikt nicht seit Jahren oder Jahrzehnten die Zähne ausbeissen. Auch grundsetzlich Politikern schlechte Absichten (Profitgier, anstiften des Konflikts...) zu unterstellen ist zu einfach und endspricht nicht der Wahrheit (was nicht bedeutet dass es in einigen Fällen nicht so gewesen wäre).

Antwort
von DerKleineRacker, 28

Sorry, aber Herr Todenhofer sieht leider den Wald vor lauter Bäumen nicht. 

Der Rückhalt in der unbewaffneten Bevölkerung interessiert den IS herzlich wenig. Die glauben dass sie das Gesetz Allahs durchsetzen, und durchsetzen können sie sich verdammt gut, schließlich haben sie die von 30.000 Soldaten "verteidigte" Stadt Mosul mit nur 1.500 Männern eingenommen. Ein eingeschüchterter Mann mit Frau und Kind ist nichts verglichen mit einem irren Fanatiker der nichts auf den Wert seines eigenen und anderer Leben gibt, da kann er noch so an der "Moral" zerren.

Was wirklich an der Moral zerrt, sind Niederlagen und Verluste. "IS erobert weitere Gebiete und baut seinen Staat weiter aus". Solche Meldungen sind es, die Verlierer der Gesellschaft anlocken. Die denken "da passiert etwas großes, ich will da jetzt auch mitmachen". Wenn stattdessen die Meldungen eher so klingen: "IS Führer allesamt exekutiert und zahlreiche Städte zurückerobert", dann werden es sich diese Feiglinge zweimal überlegen, ob sie dafür ihr Leben hergeben. 

Mit Bomben könnte man dort theorethisch schon viel bewirken. Bloß hatten die USA bislang kein Interesse daran, dem IS wirklichen Schaden zuzufügen. Stattdessen treiben sie die Truppen lieber vor sich her in Richtung Assad, damit sich dort beide Gegner gegenseitig eliminieren. Leidtragende ist dabei die syrische Zivilbevölkerung.

Deine Darstellung der Rekrutierung von IS Kämpfern ist etwas falsch, aber tut jetzt nicht so viel zur Sache.

Kommentar von internetrambo ,

Ja, die Rekrutierung habe ich mir nur so vorgestellt, aber ist auch nicht so wichtig. Die Frage ist, es fallen schon langer Bomben, aber die Mitgliederzahl steigt weiter. Denke, weil Zivilisten getroffen werden und diese sich dann radikalisieren. Bomben helfen nicht denke ich mal

Antwort
von GinkgoMidan, 52

Vom Grunde her hast du recht, mit Bomben wird das Problem an sich nicht gelöst. Aber hier haben schon vor Jahren die Politiker und die Wirtschaftsbosse erbärmlich versagt, weil sie nur ihren eigenen Profit gesehen haben.

Denk mal nach wie die IS sich ausgerüstet hat und mit welchen Waffen`?

Sie sind keine Waffenbauer, jedoch Käufer.

Deine Idee kommt leider zu spät, damit hätte man viel früher anfangen müssen, ich kann mir vorstellen, dass man nunmehr eigentlich nur noch Schadensbegrenzung betreiben kann, daher ja auch der Aufruf, die Flüchtlinge aufzunehmen in ganz Europa.

Je mehr die Bevölkerung aus Syrien abgezogen wird, umso weniger unschuldige Opfer, um so eher können IS Mitglieder heraus selektiert werden.

Allerdings soviele Flüchtlinge aufzunehmen, der Schuß kann eben auch nach hinten losgehen.

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