Frage von antwortbitteja, 127

Wieso denken manche Eltern, dass Ärzte gegenüber den Eltern keine Schweigepflicht haben?

Also, wenn ein Minderjähriger (15) in Behandlung war. Meine Schwester hat gerade das Problem, dass ihre Tochter SVV betreibt und der Arzt keine Auskunft über genauere Umstände geben möchte.

Antwort
von Windlicht2015, 70

Es sind reine Vermutungen, die ich hier schreibe.
Wenn der Arzt den Eltern alles erzählt, läuft er Gefahr, dass das Kind ihm nicht mehr vertraut und sich verschließt, das wäre nicht sinnvoll, da bestimmt eine Therapie bevorsteht! Eltern könnten das Kind auch beeinflussen, dann wäre der Kampf gegen das Selbstverletzen schon verloren, da allein die Empfindungen und Gedanken des Kindes zählen!

Antwort
von Kirschkerze, 85

Wenn das Leben der Minderjährigen in Gefahr ist (zb Suizidgedanken oder Selbstverletzung) dann muss der Arzt tatsächlich Auskunft geben bzw. die Eltern darüber informieren. Allzu sehr ins Detail muss er an der Stelle aber nicht gehen

Antwort
von Meandor, 49

Die Ärzte haben eine allgemeine Schweigepflicht, die beinhaltet, dass Auskünfte nicht an Dritte gehen.

Bis ein Kind 18 ist, haben aber die Eltern die Vorsorgepflicht und auch die entsprechenden Rechte und das beinhaltet auch die Gesundheitsfürsorge.

Wenn der Arzt keine Auskunft gegen will, kann die Mutter bestimmen, dass das Kind zukünftig zu einem anderen Arzt geht, denn ein minderjähriges Kind kann mit dem Arzt auch keinen Behandlungsvertrag eingehen.

Kommentar von Menuett ,

Ab dem 14. Geburtstag können die Eltern da nichts mehr so einfach verlangen.

Ein Arzt darf Jugendliche, die nicht zu ihm wollen, nicht behandeln.

Dafür bräuchte er eine gerichtliche Weisung.

Kommentar von Meandor ,

Die 14 Jahre die Du ansprichst sind meines Erachtens nirgends gesetzlich geregelt, sondern nur höchstrichterliche festgelegt, also sogenannte Grenze für die Einwilligungsfähigkeit.

Dort geht es aber darum, ob der Arzt einen Patienten der zu ihm kommt ohne Einwilligung der Eltern behandeln darf.

Wenn der Patient einwilligungsfähig erscheint, dann darf er das auch ohne Zustimmung der Eltern und dann greift offenbar auch die Schweigepflicht.

Die Einwilligungsfähigkeit gilt aber nur insoweit, als dem Jugendlichen zuzumuten ist, dass er die Tragweite der Behandlung überschaut. Die Rechtssprechung verneint dies bei schwerwiegenden Eingriffen und was ein schwerwiegender Eingriff ist, wird dann das Gericht hinterher entscheiden.

Antwort
von beangato, 45

Warum sollte der Arzt was sagen? Deine Schwester kann doch selbst mit ihrer Tochter reden. Ich zumindest habe das immer gemacht.

http://www.t-online.de/eltern/familie/id_19773086/aerztliche-schweigepflicht-gil...

Antwort
von ponyfliege, 8

nicht "nicht möchte".

nicht DARF.

gesetz. die krankenkasse darf übrigens auch nicht, unterliegt ebenfalls der schweigepflicht.

Antwort
von mychrissie, 7

Wenn Eltern einen Arzt brauchen, um zu erfahren, auf welche Weise ihr 15-jähriges Kinder psychisch schwer angeknackst ist, waren sie 15 Jahre lang keine guten Eltern.

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