Frage von Naajed, 133

Wieso denken manche Christen das Menschen von Natur aus nicht an Gott glauben?

Hallo ,

ich hatte so eben ein Gespräch mit einem Christen der von Süchten los kam und dann von Jesus befreit wurde . Das Gespräch lief wie erwartet , er wurde wütend und konnte nicht aus seiner Sichtweise ausdenken . Zumindest konnte ich ihn glaube ein bisschen überzeugen das Tiere auch durchaus einen Verstand besitzen .

Er meinte das Menschen von der Natur aus nicht an Gott glauben . So denke ich genau das Gegenteil und begründete auch mein Argument . Zumindest finde ich meine Sichtweise logisch . Liegt es vielleicht daran das ehr viel zu sehr auf sein Herz vertraut und sehr wenig auf seinen Verstand ? Oder steht das so in der Bibel .. ??

Antwort
von CalicoSkies, 24

Hey,

Weil das die einzig logische Sichtweise auf das Ganze ist.

Menschen können rein logisch gesehen nicht "von Natur aus" an Gott glauben, da bspw. das Gehirn eines Neugeborenen noch gar nicht zu so einer kognitiven Leistung auf diesem Abstraktionsgrad fähig wäre.

Wir Menschen neigen dazu, allzu vorschnell Muster in Beobachtungen zu suchen und zu erkennen; ebenso neigen wir oft dazu, anzunehmen, dass alles einen Grund oder eine Ursache haben muss.

Das ist eine der angeborenen Charaktereigenschaften, die zu Spritualität führen können - da steckt aber noch nicht eine Idee eines "Gottes" oder des Monotheismus dahinter ;)

Glaube ist evolutionär bedingt - das einzige was uns angeboren ist, ist eine gewisse Tendenz zur Mustersuche und zur Suche nach dem, was unserer [beschränkten] Logik entspricht; daraus hat sich dann vermutlich vor Jahrtausendenden Spiritualität entwickelt.

Weder Tiere noch Neugeborene oder Kleinkinder können an Gott glauben - schon rein von der kognitiven Leistung her nicht, daher:

Er meinte das Menschen von der Natur aus nicht an Gott glauben

Das ist korrekt.

Lg

Antwort
von Eselspur, 35

Hallo Naajed,

es ist gar nicht so einfach zu definieren, was es heißt "an Gott zu glauben". Bedeutet es eher so etwas wie ein grundsätzliches Rechnen mit einer höheren Macht, ein für-Wahr halten oder ist es in erster Linie, die persönliche Beziehung, die ein Mensch zum lebendigen Gott hat. Letztere kann aus christlichen Verständnis nur dann gelebt werden, wenn die Initiative von Gott ausgegangen ist: Er ist es der uns erschaffen hat - und er hat sich uns offenbart, uns sich selbst mitgeteilt.

In der Geschichte des Glaubens hat die katholische Kirche immer den ersten Aspekte mehr betont (ohne den anderen nicht wahrzunehmen) und die evangelische Kirche mit den zahlreichen aus ihr hervorgegangenen Gemeinschaften mehr den zweiten Aspekt (und sehen nicht immer den ersten Aspekt als wichtig an.)

"So" steht das alles nicht in der Bibel. Die Hl. Schrift muss erst einmal interpretiert werden. So wie du das geschildert hat, nehme ich an, dass "der von Jesus befreite Christ" evangelikal oder neo-pfingstlerisch ist. Meist sehen die, dass Menschen von Natur aus verloren sind, und ohne das Eingreifen von Jesus überhaupt nicht zu Gott gelangen können.

Dass Tiere einen "Verstand" haben ist hingegen überhaupt keine verbreitete Meinung, da "Verstand" üblicherweise so definiert wird, dass ihn nur der Mensch haben kann. Aber natürlich gibt es Parallelen im Tierreich. Das Anzuerkennen hat allerdings nichts mit der religiösen Einstellung zu tun. 

LG Eselspur

Antwort
von AssassinD, 58

Als gläubiger Christ kann ich dir sagen, dass wir glauben, dass Tiere keinen Verstand haben. Dieser Gedanke kommt allerdings nicht von einem mittelalterlichen Theologen, sondern von den alten Griechen. Und ich kann mir auch keinen vorstellen, der glaubt, dass Tiere einen Verstand haben, denn man muss zwischen Verstand und Instinkt unterscheiden können.

Ich bin nicht ganz genau verstanden, was mit "von Natur aus an Gott glauben" gemeint ist. Etwa der anerzogene Glaube?

Hier fiel wieder das oft missverstandene Stichwort "das steht so in der Bibel". In der Bibel steht zunächst vieles und jeden Christen, der sich einmal mit der historisch-kritischen Exegese befasst hat, trifft erst einmal der Schlag: die Fakten stimmen oft nicht mit der Bibel überein. Allerdings muss man sich dann klarmachen, dass die Bibel einen langen Entstehungsprozess hinter sich hat und alles seinen Grund hat, warum es so da steht. Man kann (wie ich finde) die wahre Botschaft erst entdecken, wenn man die Bibel kritisch liest, denn sonst kommt sie oft wie ein Märchenbuch rüber. Man muss schauen, was wörtlich und was interpretativ gelesen werden muss und damit streiten sich die Theologen schon lange rum. Aber man darf es auf keinen Fall so tun, wie viele (gerade in Amerika vertretene ) Protestanten: sola scriptura und das wörtlich, denn das haben einige Leute in der Kirchengeschichte z.T. Falsch verstanden (zB. Dass die Bibel scheinbar die Naturwissenschaft erklärt) Leider machen viele Naturwissenschaften heutzutage selbigen Fehler, denn sie versuchen, die Religion zu erklären.

Kommentar von Naajed ,

Hallo ,

er meinte es so , dass wenn Menschen etwas erleben was sie sich nicht erklären können mehr von Gott getrennt werden , weil sie die Botschaft nicht erkennen .

Ich finde deine Antwort richtig toll und ich habe sehr Verständnis für Deine Meinung :-) !!

Kommentar von AssassinD ,

Danke :)

Also mit solchen Fällen bewegt man sich generell auf sehr dünnem Eis. Einen offiziellen Beschluss der Kirche dazu gibt es nicht. Und das ist auch gut so, denn es stellt sich in solchen Fällen die Frage, ob es wirklich ein Wunder war, bzw., ob das überhaupt wichtig ist. Wunder passieren. Das bestätigt mir jeder Naturwissenschaftler. Ist nicht das Empfinden eines Wunders viel wichtiger als der naturwissenschaftliche Nachweis? Die Kirche lässt solche Sachen prüfen (durch Naturwissenschaftler) und kann somit letztendlich sagen, ob es erklärbar ist oder nicht. Aber letztendlich bleibt es einem selbst überlassen zu glauben oder ähnliches nicht. 

Allerdings muss man sehr aufpassen, denn es ist schnell passiert, dass man etwas für ein Wunder hält, was keines ist. Und hierbei verwährt die Religion manchmal den Weg. Religion darf und kann niemals die Naturwissenschaft ersetzen. Beide versuchen, die Eine Wahrheit herauszufinden und wenn das eine das andere blockiert, ist es kein Fortschritt, sondern ein Rückgang.

Aber wue gesagt, man muss bei solchen Sachen sehr vorsichtig sein, denn sonst entstehen diese typischen Klischees, bei denen auch Gläubige nicht mehr durchblicken.

Kommentar von Naajed ,

Gerne :-) .

Das empfinden eines Wunders ist für mich viel wichtiger als ein Beweis von etwas . Und ich finde Deine Meinung echt gut , die meisten Gläubigen Christen sind sehr beschränkt auf ihre eine Sichtweise , aber Du denkst viel logischer und verständlicher :-) !! Jetzt muss ich bloß aufpassen das ich dass nicht für ein Wunder halte, haha ( nur Spaß ) .

Jeder hat eben seine eigene Meinung und seine eigene Realität, man wird sich also wahrscheinlich nicht wirklich einigen können .

Antwort
von xXkikiXx, 19

Ich glaube ja, dass es eine Sache der Erziehung ist.. Man fragt sich während mach aufwächst Sachen und können einen die Eltern das logisch erklären kommt man garnicht auf die Idee, dass es eine höhere Macht gibt, die das zu verantworten hat. Man ist als Kleinkind unglaublich neugierig und hinterfragt alles mögliche. Findet man eine Antwort ist alles gut. Findet man keine Antwort muss man es sich selbst erklären.. Und da kommen kreative Sachen heraus. 

Antwort
von nowka20, 27

in der heutigen zeit gibt es durchaus menschen, die nicht an gott glauben können

Antwort
von Whitekliffs, 29

Hallo

ich bin Christ. Und ich denke, dass jeder Mensch von Natur aus weiss, dass es irgend so was wie Gott gibt. Warum? Weil wir Geschöpfe Gottes sind und ER das in uns hineingelegt hat. Dieser Glaube, dass es 'Gott gibt', der ist angeboren.

Das ist aber nicht der Glaube, von dem die Bibel spricht. Der Glaube kann auch mit dem Wort 'Vertrauen' übersetzt werden. An Gott so glauben, dass man Vertrauen in IHN hat, das ist eine Willensentscheidung, woraus eine Lebensgemeinschaft, eine persönliche Beziehung zu Jesus entsteht. 

Siehst du den Unterschied? 

Kommentar von Meatwad ,

"Und ich denke, dass jeder Mensch von Natur aus weiss, dass es irgend so was wie Gott gibt."

Komplett falsch gedacht, kann man da nur sagen.

Antwort
von MarcelDavis321, 59

er hat Recht. Bei der Geburt ist das Gehirn quasi leer, hat nur die Basics wie Hunger, Muskelkontrolle und das Bedürfnis nach Fortpflanzung. "Gott" ist etwas vom Menschen erschaffenes als Universal-Antwort auf Fragen auf die der Mensch bis heute keine Antwort hat. (und als Geldmaschine um arme Menschen abzuzocken)

Kommentar von Naajed ,

Er meinte das ehr so , wenn Menschen ein Wunder sehen dann nehmen sie immer sofort instinktiv die Wissenschaft und trennen sich von Gottesglaube .

Kommentar von Ryuuk ,

Menschen tendieren dazu verstehen zu wollen wie etwas funktioniert.

Kommentar von Naajed ,

Das ist richtig, das wäre dann bei beidem der Fall .

Kommentar von Ryuuk ,

Nein? Gott ist keine Erklärung, er ist ein Platzhalter für die echte Erklärung. Und Leute die alles mit Gott erklären versuchen nicht mehr zu verstehen.

Kommentar von Fantho ,

(und als Geldmaschine um arme Menschen abzuzocken)

Hier verwechselt jemand auf eine kindliche Art etwas, denn es ist nicht Gott dafür verantwortlich, sondern sind die Menschen, welche hinter den Religionen und deren Kirchen stehen....

Gruß Fantho

Kommentar von AssassinD ,

Aber wie soll sich der Mensch eine Universalantwort schaffen, wenn das Gehirn leer ist? Woher kommt dann der Verstand, wenn wir nur den Drang nach Überleben haben?

Kommentar von Beton10 ,

wir lernen deshalb bleibt es nicht leer.

Kommentar von AssassinD ,

Aber man kann nur durch einen Lehrer lernen. Wer bringt uns also das Lernen bei?

Kommentar von Ryuuk ,

Man braucht keinen Lehrer um etwas zu lernen.

Kommentar von AssassinD ,

Und woher weißt du, dann, was du lernen sollst, wenn du keinen Lehrer hast?

Kommentar von Naajed ,

@Ryuuk Die Menschen suchen Erklärungen, Hoffnung und manche glauben auch so an Gott daran . Ich kann das nicht ganz verstehen, weil mir würden sich noch mehr Fragen und immer mehr entwickeln . Genau das selbe wie bei der Wissenschaft , es entstehen immer komplexere Fragen . In den Wissenschaften haben wir Freude daran das immer mehr Fragen entstehen, dass ist doch gerade das Schöne . Bloß in der Wissenschaft wird meistens mit mehr Logik ran gegangen und in der Religion ( meine Erfahrungen ) meistens mehr mit Herzen und Fühlen .

Kommentar von AssassinD ,

Das ist leider ein häufig verbreiteter Irrtum, an dem die Theologen selbst Schuld sind. Dass gerade die Logik so wichtig ist, wird jedem spätestens auf der dritten Seite der Summa Theologica von Thomad von Aquin klar. Viele überstürzen leider die scheinbar erlaubte Gottesdienstgestaltung und machen oft aus der Religion einen Herz- und Seeleverein. So würde keine Religion funktionieren.

Als Buchtipp kann ich jedem (auch einem Atheisten) Ratzingers Einführung in das Christentum empfehlen. Ist zwar inhaltlich sehr schwierig, lohnt sich aber und legt zentrale Aspekte des Christentums dar.

Kommentar von Naajed ,

Hallo ,

ich finde die Logik ist sehr wichtig . John Nash würde fragen wer endscheidet was Vernunft ist , was ist die Logik in Wahrheit ? Seine Antwort war in den rätselhaften Gleichungen der Liebe findet man wirkliche Logik . Wir sollten also uns nicht zu sehr auf Logik fokussieren , wie auf die Gefühle . Ein Ausgleich ist das beste und tut denke ich auch gut .

Genau das ist es , finde Deine Meinung wirklich toll und bin fast schon hin und weg ^_^ . Ohne Logik und nur mit Fühlen kann keine Religion funktionieren , kann ich nur wiederholen :-) .

Ich werde es mir mal ansehen, vielen Dank .

Kommentar von waldfrosch64 ,

Ich sage es mal mit zwei Grossen Gestalten der Christlichen Theologie, Anselm von Canterbury und dem  heiligen  Augustinus :

Ich glaube um zu erkennen 

Kommentar von Ryuuk ,

Indem ich selbst entscheide was ich lernen will? Hast du nie die Initiative gehabt dir selbst was beizubringen? Brauchst du einen Lehrer der für dich entscheidet was du wissen willst?

Antwort
von waldfrosch64, 10

Inwiefern ist deine Sichtweise denn Logisch?

Tatsächlich glaube ich als Christin  dass jeder Mensch eine natürliche Neigung und Veranlagung zur Religion hat.Allerdings ist es theologisch gesehen ein recht grosser Unterschied ob du in dir etwas zu  finden glaubst , und dich daraus zu etwas ausstreckst  welches du Gott nennst .So wie es etwa die   Hermetik-er lehren ..

Oder ob du die Offenbarung Gottes ,dieses sich selbst zeigen des Schöpfers in der Welt die in Jesus Christus gipfelt ,in der Welt annimmst von welchem dir nur die Bibel Kunde  geben kann.

Da  es faktisch nicht aus uns stammt sondern von Gott selbst kommt ,und daher nicht in dir selbst gefunden und aufsteigen kann .. da es eben  nicht nicht von dir ausgeht sondern von Gott ausgeht .Das könnte es doch nur wenn du die von gleicher Substanz wärst wie der Schöpfer auch .

So wie es die eben die Hermetiker glauben ..und betrachten oder auch die Hindus /Buddhisten /oder auch Esoteriker .

Nur Christen haben ein völlig anderes Welt und Menschenbild ,hier steht der Schöpfung der Schöpfung gegenüber ,denn nur so wird eine konkrete fassbare  Beziehung möglich .Diese fängt bei Noach neu mit Gott an  und mündet  bei der Figur Abraham in unsere konkrete Zeit Linie ein .Abraham wird von Bibelwissenschaftlern auf ca 1700 v.Chr,angesiedelt .Unzweifelhaft  ist eine weiter  Teil zufällig? auch  die historische Geschichte des Volkes Israel und die kann nun mal keiner so einfach vom Tisch fegen,auch du nicht ,also an Jesus Christus kommt keiner so leicht vorbei ,wir du dir das so vorgestellt hast .

Ob ein Tier nun Vernunft habe  oder nicht, scheint mir ein anderes Thema zu sein. Leute wie du fahren immer eine klare  Strategie ,sie öffnen ein Fass um das anderes,bevor der andere überhaupt zu einer konkreten Antwort ansetzen kann .... damit sie sich niemals auch nur der Gefahr aussetzen, sich eine konkrete Antwort sich anhören zu müssen .

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