Frage von Scrubber, 357

Wieso darf die katholische Kirche ihren Mitarbeitern(Priestern) die Sexualität verbieten?

Rechtlich gesehen darf die Kirche als Arbeitgeber doch gar nicht so tief in das Privatleben eingreifen. Menschen aus wilder Ehe oder geschiedene dürfen ja auch nicht mehr bei dir Kirche arbeiten. Außerdem ist die katholische Kirche ja auch eigentlich Frauenfeindlich, weil nur Männer Priester werden können. Wo ist denn da bitte die Frauenquote?
Ist das nicht eigentlich illegal oder nutzt die Kirche eine rechtliche Grauzone aus?
Oder wurde sie ungerechterweise vom Staat bevorteilt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ctest, 16

Das ist so wie bei der Mafia ... ein paar alte Tölpel bestimmen was sie für richtig halten. Und die korrupten Regierenden unterstützen das.

Antwort
von wolfruprecht, 89

Dein Beitrag beinhaltet vier Fragen:

  1. Wenn ein Mann Priester wird, verspricht er Gehorsam gegenüber seinem Bischof und dessen Nachfolger. Zudem ist er --- vergleichbar wie bei Beamten des Staates --- immer "im Dienst". Gewöhnlich hat er eine 6-Tage-Arbeitswoche, macht regelmäßig ordentlich Überstunden und bekommt grundsätzlich keine Überstundenvergütung oder Freizeitausgleich. Er hat einen Jahresurlaub von 30 Kalendertagen (also nicht 30 Arbeitstage!) --- da zählt der wöchentliche arbeitsfreie Tag als Urlaubstag mit --- und er hat an allen Sonntagen und kirchlichen Feiertagen grundsätzlich Dienst. Er verpflichtet sich, täglich das Stundengebet zu beten. Das sind folgende Gebetszeiten: Noch vor Sonnenaufgang die Lesehore (ca. 30 min), am Morgen die Laudes (ca. 20 min), die sogenannten kleinen Horen Terz, Sext und Non (jeweils ca. 10 min), gegen Abend die Vesper (ca. 20 min) und am späteren Abend die Komplet (ca. 10-15 min). Zähl mal alles zusammen und ziehe dann 15 min ab für diejenigen, die etwas "zügiger beten". Dazu wird erwartet, dass er nach Möglichkeit täglich die Hl. Messe feiert und wenigstens einen Rosenkranz betet. So ist das zumindest vorgesehen bzw. letzteres erwünscht. Müssen wir uns jetzt noch über eine Frauenquote unterhalten oder hat sich diese Frage wegen dieser Versprechen schon erledigt?
  2. Nein, es ist nicht illegal. 
  3. Die Kirche nutzt keine Grauzone aus. Die rechtliche Stellung der Kirche ist gesetzlich geregelt.
  4. Ich würde mal sagen: Nein, sie wurde nicht ungerechterweise vom Staat bevorteilt. Wobei mir allerdings aus deiner Bemerkung nicht ganz klar ist, gegenüber wem sie bevorteilt sein sollte.

Zudem kann die Kirche nicht die Sexualität an sich verbieten, das geht ja biologisch gar nicht. Sie schränkt lediglich den Pool an potentiellen Mitarbeitern bzw. Priesterberufungen ein.

In abgewandelter Form macht das im Prinzip jede Firma (Grundsätzliche Identifizierung mit der Firmenphilosophie) und der Staat bei der Verbeamtung (Eid auf die Verfassung oder s. ä.) auch. Also wenn, dann schon gleiche Rechte für alle.

Ein Versuch wär es mal wert: Bewerbung als überzeugter Christ mit theologischer Ausbildung um eine leitende Funktion bei z. B. der Humanistischen Union. Mal ganz ehrlich: Bei aller Toleranz, die müssten doch endlos bescheuert sein, so jemanden eine repräsentative Stellung anzubieten. (Anm.: Das ist jetzt nicht gegen die HU oder andere atheistische Verbände gerichtet!)

Antwort
von nextreme, 160

Du kannst in der Kirche eigentlich nur arbeiten wenn Du dieser Gemeinschaft angehörst. Somit gelten "normale" Gesetze nicht, denn Du akzeptierst ja mit deinem Glauben an die Kirche quasi deren Gesetze. Wenn Du das nicht willst, werde evangelisch oder gründe deine eigene Kirche, bei der Du arbeiten kannst.

Kommentar von ctest ,

Das ist bei der Mafia genauso .. sodumm und kamora!

Antwort
von martin7812, 52

Rechtlich gesehen darf die Kirche als Arbeitgeber doch gar nicht so tief
in das Privatleben eingreifen.

Zunächst einmal ist die Stellung "Priester" (im Gegensatz zum "Pfarrer") kein Angestelltenverhältnis, sondern ein religiöser Status:

Es gab früher auch Priester, die lediglich ehrenamtlich in der Kirche tätig waren (momentan gibt es das nicht, es könnte in Zukunft aber wieder kommen).

Diese Priester hatten gar kein Arbeitsverhältnis mit der Kirche!

Für alle Priester gelten in der katholischen Kirche sehr strenge Einschränkungen im (Privat-) Leben, egal, ob sie ein Angestelltenverhältnis mit der Kirche haben oder nur ehrenamtlich Priester sind.

Diese Einschränkungen gelten bis zum Lebensende - auch dann, wenn kein
Angestelltenverhältnis (mehr) besteht!

Ist das nicht eigentlich illegal oder nutzt die Kirche eine rechtliche Grauzone aus?

Im Arbeitsrecht wäre es eindeutig illegal.

Die Kirche benötigt für bestimmte Handlungen allerdings dringend "Priester", weswegen sie als "Pfarrer" oder "Kaplan" (das wären jetzt Angestelltenverhältnisse) nur Personen einstellt, die bereits vor ihrer Einstellung "Priester" waren.

Genau so, wie ein Fußballverein nur einen Trainer einstellt, der bereits vor dem Zeitpunkt der Einstellung aktiver Hobby-Fußballspieler war.

In beiden Fällen werden also nur Personen auf eine Stelle eingestellt, die bereits vor der Einstellung bestimmte Dinge in ihrer Freizeit gemacht haben (Fußball gespielt / Priester gewesen).

Das Kriterium dafür, dass eine Frau nicht als Pfarrerin eingestellt wird, ist also nicht: "Ist eine Frau", sondern: "War zuvor kein Priester".

Dass Frauen keine Priester werden können, ist kein arbeitsrechtliches Problem: Zum Zeitpunkt, an dem man Priester wird, ist das schließlich ein reines Freizeitvergnügen!

Antwort
von vitus64, 131

Jeder, der einen Arbeitsvertrag abschließt oder ein beamtenrechtliches Dienstverhältnis eingeht, gibt doch ein Stück Freiheit auf.

Im Fall des Zölibats ist das natürlich extrem, da nicht einzusehen ist (jedenfalls nicht für mich als Atheist), warum das für die Ausübung des Berufs Priester erforderlich sein soll.

Die Kirchen haben jedoch eine rechtliche Sonderstellung. Das GG beinhaltet, dass einige Artikel der Reichsverfassung von 1919 weiter gelten. Diese begründen eine rechtliche Sonderstellung der Kirchen.

So darf z. B. die Katholische Kirche geschiedenen Kindergärtnerinnen kündigen.

Kommentar von Chichiri ,

Nur um das mal klarzustellen: Die katholische Kirche kündigt keine geschiedenen Beschäftigten.

Kommentar von AalFred2 ,

Seit wann?

Kommentar von Chichiri ,

Ist so...

Kommentar von AalFred2 ,

Das ist weder eine Antwort auf meine Frage, noch stimmt es.

Kommentar von martin7812 ,

Du musst zwischen "geschieden und nicht wiederverheiratet" und "geschieden und danach wiederverheiratet" unterscheiden.

Im ersten Fall gibt es meines Wissens in der katholischen Kirche keine Probleme.

Kommentar von AalFred2 ,

Echt? Die dürfen dann auch problemlos unverheiratet mit einem neuen Partner zusammenleben?

Kommentar von john4711 ,

Das katholische Eherecht kennt – bis auf vernachlässigbare Ausnahmefälle – keine Scheidung. Wenn sich Ehepartner also staatlich scheiden lassen, sind sie kirchenrechtlich weiterhin verheiratet. Das ist bis hier kein Problem.

Problematisch wird es, wenn einer der Partner erneut heiratet. Er bekennt sich dann öffentlich zu einem Menschen, obwohl er kirchenrechtlich mit einem anderen verheiratet ist. Er begeht also Ehebruch und bekennt sich öffentlich dazu. Und genau diesen Ehebruch toleriert die Kirche nicht. Nur darum geht es.

Kommentar von AalFred2 ,

Die katholischen Scheinheiligen stellen auch keine Erzieherin ein, die mit einem Mann zusammen lebt, mit dem sie nicht verheiratet ist.

Kommentar von don2016 ,

@AalFred2...ich frage mich, wann diese ca. 100 Jahre alten Reichsgesetze endlich mal demokratisch angepaßt werden??? diese Pfaffengesetze stehen über höchstrichterliche Urteile, bzw. Gesetze, das ist doch unvorstellbar und keiner opponiert dagegen; ich habe hier bei gf schon erwähnt : wir bräuchten diesbezüglich eine Volksabtsimmung, wer diese Gesetze zu regeln hat, wie z.B. Arbeitsrecht, Kündigung usw.; ebenso in punkto Kirchensteuer, warum kassiert der Staat diese immer noch für die Kirche ???...Fakt ist: die Christdemokraten rühren keinen Finger...liebe Grüße

Kommentar von AalFred2 ,

Naja, offensichtlich ist die Kirche ein Tendenzbetrieb, dem aus meiner Sicht schon einige Sonderrechte zustehen. Linkenabgeordnete dürfen auch NPD-Mitglieder kündigen. Der dritte Weg gehört meiner Meinung nach abgeschafft. Das Einziehen der Kirchensteuer lässt der Staat sich bezahlen.

Antwort
von Nadelwald75, 74

Hallo scrubber,

da schließe ich mich im Wesentlichen der Meinung von wolfruprecht an.

Frage: Wenn ich mal annehme, dass du selbst nicht Priester werden willst: Wo ist für dich das Problem, was beeinträchtigt dich persönlich und welchen Rat brauchst du hier?

Antwort
von newcomer, 168

das mußte umgekehrt sehen. Niemand wird gezwungen das Priesteramt anzunehmen. Wenn dies aber jemand machen möchte kennt er auch die Bedingungen um das machen zu dürfen.
Dann kann er entscheiden ob er sich für Familie oder den Beruf als Priester bzw Pfarrer entscheidet. Beides geht nur in evangelischer Kirche als Pastor bzw Pastorin


Kommentar von newcomer ,

nehmen wir mal das umgekehrte Extrem. Alle Religionsgemeinschaften damit auch Katholische und evangelische Kirche wird abgeschafft. Damit entfallen alle kirchlichen Feiertag wie Weihnachten Ostern Pfingsten usw.
Damit gibt es nur noch Neujahr, Tag der deutschen Einheit und das war es auch schon.
Somit hätten Schüler viel mehr Schultage um was zu lernen und die Beschäftigten wären dann an viel mehr Tagen im Jahr arbeiten

Kommentar von AalFred2 ,

Sowohl Ostern als auch Weihnachten, als auch Pfingsten sind gesetzliche Feiertage.

Kommentar von turnmami ,

@AalFred2: die werden dann aber mit den Religionen abgeschafft, da die Feiertage dann nicht mehr "nötig" sind

Kommentar von AalFred2 ,

Wer schafft denn Religionen ab? Man kann ja auch durchaus andere Gedenktage zu Feiertagen erklären. Wo ist das Problem?

Antwort
von tryanswer, 153

Zum einen entstammt das Zölibat einem inneren Bedürfnis des Einzelnen. Andererseits besitzt die katholische Kirche auf Grund eines Staatsvertrages gewisse Sonderrechte, die sich auch auf ihre Arbeitsverhältnisse erstrecken. Es handelt sich also nicht um eine rechtliche Grauzone, sondern um geltendes Recht.

Kommentar von don2016 ,

...geltendes Recht, aber mit welcher Begründung in der heutigen Zeit, Kirchenrecht über ordentliches Recht zu stellen ???

Kommentar von tryanswer ,

Ein Staatsvertrag beruht nicht auf Kirchenrecht. Auch ist es nicht so, daß die Kirche etwas überraschender Weise verbieten würde. Das Zölibat ist nun einmal Bestandteil der kath. Glaubenslehre, welche von jedem Priester anerkannt werden muß um seine Tätigkeit ausüben zu können.

Antwort
von capi89, 25

Für als Körperschaften anerkannte Religionsgemeinschaften gilt ein eigenes Arbeitsrecht. Als Tendenzbetriebe dürfen sie von ihren Mitarbeitern und Beamten die Anerkennung der jeweils vorgegebenen Lehre auch im Privatleben verlangen. Es stellt somit keinen Rechtsbruch dar, sondern ist, streng genommen, eine Konsequenz der Religionsfreiheit im Sinne einer Lehrfreiheit religiöser Körperschaften.

Antwort
von Midgarden, 120

Weder noch - die Kirchen sind Tendenzbetriebe und dürfen eigenes Arbeitsrecht haben.

Ist nun mal ein Unterschieden, ob Du am Fließband stehst oder predigst ;-)

Kommentar von j3n5j3n53n ,

wo isn da nen Unterschied.. beides monoton.

Kommentar von don2016 ,

...und der Prediger verdient mehr Kohle...:-)))

Antwort
von Nijori, 119

Das liegt daran das religiöse Institutionen, wenn sie staatlich anerkannt werden, ganz anderen Vorschriften und Gesetzen unterworfen, sind als gewerbliche Institutionen.

Antwort
von Akka2323, 111

Sie wird bevorteilt und muß sich nicht an alle Gesetze halten.

Antwort
von ferdos99, 112

Das Christentum ist eine anerkannte Religion, dass heißt es darf eigene Regeln aufstellen. Zum Beispiel werden die christlichen Feiertage offiziell anerkannt.

Antwort
von YasuoSenpaisBoy, 67

Das Zölibat meinst du. Die Pfarrer verpflichten sich FREIWILLIG dazu!

Antwort
von dresanne, 69

Und deswegen halten sie sich eine Köchin oder Haushälterin.

Kommentar von ctest ,

"ODER"????  Ist es nicht erlaubt beide zu halten?

Kommentar von don2016 ,

...es könnte bei den Katholiken aber auch ein Meßdiener sein :-)))

Antwort
von vanillakusss, 102

Na ja, jeder normal denkende Mensch würde sich das nicht vorschreiben lassen. Glaube sollte nicht SO gelebt werden.....

Wird er auch nicht, man weiß ja, was unter dem Deckmantel der katholischen Kirche immer wieder passiert. Nicht nur Kindesmissbrauch, es gibt auch schwangere Nonnen........

Deswegen ist es lächerlich das Zölibat zu predigen.

Kommentar von don2016 ,

@vanillakusss...die Priester brauchen ja noch nicht mal Alimente zu zahlen (von den selbst gezeugten Kindern), das macht die kath. Kirche klammheimlich, der Priester könnte noch nicht mal, wenn er wollte...das sind mir die Richtigen...liebe Grüße

Kommentar von don2016 ,

hi vanillakuss...jooo...und das noch dazu : die kath. Kirche (Freikirchen u.ä., aber auch) predigen Wasser und trinken Wein - im übertragenen Sinn - oftmals sind die Bibelableser, die Schäfchen ...nur Nachplapperer..., ich habe Freikirchler : Baptisten und auch ein Pfingstler-Pastor erlebt, erst war die Liebe zu meinem jungen Freund geduldet, von der family respektiert, akzepteirt... dann nach 4 Jahren homosexueller Liebe, war es auf einmal Sünde, menschenunmöglich, unfaßbar, wo war da die Nächstenliebe ?...und noch eins, wer darf nur richten ???... liebe Grüße

Antwort
von Raubkatze45, 101

1. Die Ehelosigkeit der Priester hat gar nichts mit einem Arbeitsrecht zu tun, weil Priester kein Job ist wie andere, sondern einer Berufung entspringt, die von Gott kommt. Von einer solchen Ehelosigkeit "um des Himmelreiches willen" spricht auch Jesus, wenn er von dieser Berufung spricht, die den Menschen befähigt, ganz und gar mit Leib und Seele uneingeschränkt Gott und den Menschen zu dienen. Deshalb entscheiden sich Priester in Freiheit für den Zölibat und er bedeutet keine Zwangsbeglückung. Die Kirche hat sehr wohl das Recht, Regeln zu bestimmen, Weisungen zu erteilen. Sie ist dem weltlichen Gesetz nicht unterstellt

2. Dass Frauen keine Priester werden dürfen, glaubt die Kirche davon ableiten zu dürfen, dass Jesus in seinen Aposteln nur Männer erwählt hat. Das hat nichts mit Frauenfeindlichkeit zu tun, denn Frauen haben genug andere Aufgaben zu erfüllen, die für Männer nicht geeignet sind. Ebenfalls haben sie die Möglichkeit, im kirchlichen Dienst zu arbeiten.

3. Menschen, die in wilder Ehe leben, werden deshalb als kirchliche Mitarbeiter nicht gern gesehen bzw. gekündigt oder nicht angestellt, weil ihr Leben nicht zur Verkündigung der Kirche passt. Die Kirche verkündet, dass Sexualität ihren Platz in der Ehe hat und eine Ehe nur gültig ist, wenn sie kirchlich geschlossen wurde. Eine wilde Ehe ist also sowohl ungültig als auch sündhaft. Geschiedene können sehr wohl bei der Kirche arbeiten, insofern sie nicht erneut heiraten, weil eine Zweitehe wegen der Unauflöslichkeit der Ehe ungültig wäre.

4. Kein staatliches Gesetz kann der Kirche vorschreiben, was sie bezüglich ihrer Priester und Mitarbeiter zu tun oder zu lassen hat.

Kommentar von Mich32ny ,

Das mit den  Frauen ist doch  veraltet,  der Mann kann auch  die Aufgaben  der  Frau erledigen . 

Kommentar von martin7812 ,

Meiens Wissens ist es in allen Positionen in der katholischen Kirche, wo es lediglich darauf ankommt, ob eine Arbeit von jemandem erledigt werden kann, so, dass dort auch Frauen eingestellt werden und der Frauenanteil sogar oft höher als 50% ist.

Lediglich bei Tätigkeiten, die Frauen laut religiösen Vorstellungen nicht machen dürfen (nicht: "nicht können"), können keine Frauen eingestellt werden.

Dabei spielt es eine Rolle, wie bestimmte Bibelstellen von den Verantwortlichen interprätiert werden: Also wenn die Kirchenführung in Rom es so versteht, dass eine bestimmte Bibelstelle bedeutet, dass eine bestimmte Tätigkeit nur von einem Mann gemacht werden darf...

Kommentar von ctest ,

"der Frauenanteil sogar oft höher als 50% ist"  ist ja auch ganz normal ... die bigottischen Weiber kosten ja viel weniger. .

Kommentar von AalFred2 ,

Warum sollte irgendeine Kirche über dem Gesetz des Staates stehen? Das ist doch Quatsch. Grundsätzlich kann der Staat der Kirche bzgl. der Mitarbeiter annähernd alles vorschreiben und sollte dies auch tun.

Kommentar von Raubkatze45 ,

Grundsätzlich kann der Staat der Kirche bzgl. der Mitarbeiter annähernd alles vorschreiben und sollte dies auch tun.

Das kann er eben nicht. Warum?

Weil Staat und Kirche getrennt sind und die Kirche ganz andere Interessen vertritt als der Staat. Deshalb unterscheiden sich die arbeitsrechtlichen Regelungen für Mitarbeiter der Kirchen in Deutschland erheblich von den für sonstige Arbeitnehmer geltenden Bestimmungen.

Die Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, und hierbei insbesondere die großen Kirchen, können ein eigenständiges Arbeitsrecht  erlassen. Das hat seine Grundlage im sogenannten Selbstordnungs- und Selbstverwaltungsrecht gemäß

Art. 137

Abs. 3 Weimarer Reichsverfassung, der nach

Art. 140

GG in das Grundgesetz inkorporiert und vollwirksames Verfassungsrecht ist. Historisch wurzelt diese Bestimmung im Trennungsprozess von Kirche und Staat.

Kommentar von AalFred2 ,

Natürlich kann er das. Er erlässt nämlich die Gesetze, welche die Kirche gemäss Art. 137 Abs. 3 einschränken. Es wäre ja auch nicht einzusehen, warum diese Vereine ausserhalb der staatlichen Gesetzgebung stehen sollten. Aus meiner Sicht sollte man auch diesen gesamten Blödsinn des dritten Wegs endlich abschaffen. Rechtlich wäre das kein Problem.

Kommentar von martin7812 ,

dritten Wegs abschaffen

Die Frage ist, was die Folge davon wäre:

Kirchliche Krankenhäuser werden zum großen Teil vom Staat bezahlt, während Kindergärten vielleicht 50:50 vom Staat und aus Kirchensteuern finanziert werden:

Über eine Milliarde Euro steckt die katholische Kirche jedes Jahr in die Kindergärten, wobei die Gebäudekosten da teilweise noch nicht mitgerechnet sind.

Warum versenkt die Kirche so viel Geld in diese Einrichtungen, wo sie doch rein gar nichts davon hat?

Die Kirche ist schließlich nicht verpflichtet, Kindergärten zu betreiben!

Der Grund ist ganz einfach: Die Kirche bezahlt mehrere Milliarden Euro (ev. + kath. + Gebäude) nicht dafür, dass die Kinder im Kindergarten erzogen werden, sondern dafür, dass die Mitarbeiter (gerade im Privatleben) Vorbildfunktion für andere Personen (Nachbarn, Freunde, Bekannte, ...) sind.

Falls man das kirchliche Arbeitsrecht abschaffen würde, so würde die Kirche keinen Grund mehr haben, Geld in die Kindergärten zu stecken und diese wahrscheinlich schließen.

Der Staat (die Städte und Gemeinden, um genauer zu sein) müsste die Kindergärten übernehmen (aufgrund der gesetzlichen Pflicht des Staates, Kindergärtenplätze zur Verfügung zu stellen) und die Milliarden, die zuvor aus der Kirchensteuer kamen, aus Steuermitteln bezahlen.

Was die Einstellung als Pfarrer angeht, habe ich in meiner Antwort bereits geschrieben, warum dies kein arbeitsrechtliches Problem ist und der Staat somit nicht eingreifen kann.

Kommentar von AalFred2 ,

während Kindergärten vielleicht 50:50 vom Staat und aus Kirchensteuern finanziert werden:

Nein, die Kirche steuert nur knapp 10% bei und darf dafür schon die Kleinsten indoktrinieren.

Über eine Milliarde Euro steckt die katholische Kirche jedes Jahr in die Kindergärten, wobei die Gebäudekosten da teilweise noch nicht mitgerechnet sind.

Woher stammt diese Zahl? In Anbetracht der Tatsache, dass die katohlische Kirche im letzten Jahr aus der Kirchensteuer nur Einnahmen von gut 6 Milliarden Euro hatte, halte ich sie für völlig absurd.

Warum versenkt die Kirche so viel Geld in diese Einrichtungen, wo sie doch rein gar nichts davon hat?

Die rechtzeitige Indoktrination ist doch ein enormer Vorteil. Zudem zweifle ich wie gesagt deine Zahl massiv an.

Der Grund ist ganz einfach: Die Kirche bezahlt mehrere Milliarden Euro (ev. + kath. + Gebäude) nicht dafür, dass die Kinder im Kindergarten erzogen werden, sondern dafür, dass die Mitarbeiter (gerade im Privatleben) Vorbildfunktion für andere Personen (Nachbarn, Freunde, Bekannte, ...) sind.

Sie zahlt nicht mehrere Milliarden. Zudem interessiert kein Kind im Kindergarten, mit wem seine Erzieherin in welcher Form zusammenlebt. Das hat auch niemanden etwas anzugehen.

Falls man das kirchliche Arbeitsrecht abschaffen würde, so würde die Kirche keinen Grund mehr haben, Geld in die Kindergärten zu stecken und diese wahrscheinlich schließen.

Quatsch, die paar Euro würden die auch weiterhin aufwenden und wenn es nur wäre, um sich weiterhin den Anstrich eines sozialen Vereins zu geben.

Der Staat (die Städte und Gemeinden, um genauer zu sein) müsste die Kindergärten übernehmen (aufgrund der gesetzlichen Pflicht des Staates, Kindergärtenplätze zur Verfügung zu stellen) und die Milliarden, die zuvor aus der Kirchensteuer kamen, aus Steuermitteln bezahlen.

Wie schon gesagt, es sind keine Milliarden.

Zudem ist das Problem des dritten Weges aus meines Sicht gar nicht die absurden katholischen Moralvorstellungen, sondern die faktische Unmöglichkeit einen Arbeitskampf für die eigenen Rechte durchzuführen.

Kommentar von martin7812 ,

In Anbetracht der Tatsache, dass die katohlische Kirche im letzten Jahr aus der Kirchensteuer nur Einnahmen von gut 6 Milliarden Euro hatte, halte ich sie für völlig absurd.

Woher ich die 1,1 Milliarden pro Jahr hatte, weiß ich nicht mehr. Aber im Rechenschaftsbericht des Erzbistums Freiburg über die Verwendung der Kirchensteuern (in diesem Bistum) steht:

... die Ausgaben für soziale Dienste, die insgesamt 17 % ausmachen, davon der überwiegende Anteil zur Finanzierung der Kindergärten.

In einem Bericht eines anderen Bistums habe ich was von 21% gelesen. Der Durchschnitt zwischen beiden Zahlen wäre 19%.

19% * 5,68 Milliarden wären 1,1 Milliarden.

und darf dafür schon die Kleinsten indoktrinieren.
...
Die rechtzeitige Indoktrination ist doch ein enormer Vorteil.

Tatsache ist, dass sich sogar ein ehemaliger Kollege, der selbst nicht religiös war, darüber geärgert hat, dass seine Kinder in einem kirchlichen Kindergarten eben nichts über den christlichen Glauben lernen.

Der Hintergrund: Die kirchlichen Kindergärten dürfen gar nicht "indoktrinieren" (wie du es nennst).

Dies ist also definitiv kein Grund für die Kirche, an dieser Stelle Geld in den Sand zu setzen!

Zudem interessiert kein Kind im Kindergarten, mit wem seine Erzieherin in welcher Form zusammenlebt.

Wie gesagt: Um die Kinder geht es überhaupt nicht.

Der einzige Grund, warum die katholische Kirche hier etwa eine Milliarde Euro im Jahr bezahlt, ist, weil die Mitarbeiter außerhalb ihres Berufes ein Vorbild für andere Erwachsene sein sollen.

Ob diese Mitarbeiter Erzieher oder Gärtner sind, ist dabei zweitrangig.

Quatsch, die paar Euro würden die auch weiterhin aufwenden

Zumindest innerhalb der katholischen Kirche würde eine Einrichtung, in der Personen arbeiten, die laut Kirchenrecht exkommuniziert sind, unter den einfachen Gläubigen derartigen Ärger provozieren, dass die Kirche diese Einrichtungen wohl noch nicht einmal dann halten könnte, wenn die Einrichtungen Gewinn abwerfen würden!

Wenn die Gläubigen dann noch wissen, dass 1/6 ihres Geldes in solche Einrichtungen fließt, erst recht nicht.

Kommentar von AalFred2 ,

Kommen wir also zum Kursus, wie bastel ich mir die Zahl, die passt.

Woher ich die 1,1 Milliarden pro Jahr hatte, weiß ich nicht mehr. Aber im Rechenschaftsbericht des Erzbistums Freiburg über die Verwendung der Kirchensteuern (in diesem Bistum) steht:

... die Ausgaben für soziale Dienste, die insgesamt 17 % ausmachen, davon der überwiegende Anteil zur Finanzierung der Kindergärten.

In einem Bericht eines anderen Bistums habe ich was von 21% gelesen. Der Durchschnitt zwischen beiden Zahlen wäre 19%.

Der überwiegende Teil, der wohlweislich nicht genauer spezifiziert ist, sind auf keinen Fall 17%, sondern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit deutlich weniger. Bei den von dir nicht belegten 21% verhält es sich genau so. Insofern stimmen natürlich deine einfach mal gemittelten 19% nun auch so gar nicht. Der Rest deiner Rechnung ist somit ebenso falsch.

Tatsache ist, dass sich sogar ein ehemaliger Kollege, der selbst nicht religiös war, darüber geärgert hat, dass seine Kinder in einem kirchlichen Kindergarten eben nichts über den christlichen Glauben lernen.

Komischer kirchlicher Kindergarten.

Der Hintergrund: Die kirchlichen Kindergärten dürfen gar nicht "indoktrinieren" (wie du es nennst).

Natürlich dürfen und tun sie das. Bei meinen Kindern ist jede Woche die Pastorin zur Bibelstunde.

Dies ist also definitiv kein Grund für die Kirche, an dieser Stelle Geld in den Sand zu setzen!

Doch, exakt das ist einer der Gründe.

Wie gesagt: Um die Kinder geht es überhaupt nicht.

Der einzige Grund, warum die katholische Kirche hier etwa eine Milliarde Euro im Jahr bezahlt, ist, weil die Mitarbeiter außerhalb ihres Berufes ein Vorbild für andere Erwachsene sein sollen.

Ob diese Mitarbeiter Erzieher oder Gärtner sind, ist dabei zweitrangig.

Sie bezahlt nicht so viel Geld. Die Theorie, die Kirche unterhalte Kindergärten, damit die Mitarbeiter Erwachsenen als Vorbild dienen, ist so ziemlich das absurdeste, was ich je gehört habe. Dem Gärtner darf die Kirche übrigens keine Vorschriften über seine lebensführung machen.

Zumindest innerhalb der katholischen Kirche würde eine Einrichtung, in der Personen arbeiten, die laut Kirchenrecht exkommuniziert sind, unter den einfachen Gläubigen derartigen Ärger provozieren, dass die Kirche diese Einrichtungen wohl noch nicht einmal dann halten könnte, wenn die Einrichtungen Gewinn abwerfen würden!

So schnell exkommunizieren auch die Katholiken nicht. Zudem sind auch bei dem Verein die Gläubigen meistens fortschrittlicher als ihre Oberhäupter.

Wenn die Gläubigen dann noch wissen, dass 1/6 ihres Geldes in solche Einrichtungen fließt, erst recht nicht.

Wie jetzt schon diverse Male dargestellt ist es kein Sechstel.

Und all das ändert nichts daran, dass der dritte Weg völlig unnötig ist und nur die Arbeitnehmer der Kirchen benachteiligt.

Kommentar von martin7812 ,

Der überwiegende Teil, der wohlweislich nicht genauer spezifiziert ist, sind auf keinen Fall 17%...

Korrekt. die 17% sind die gesamten Ausgaben für Sozialeinrichtungen (Kindergärten, Altenheime, Krankenhäuser, ...).

Das Grundproblem ist aber dasselbe: Warum sollte die Kirche ein Interesse daran haben, all diese Einrichtungen zu betreiben, wenn sie dabei jährlich ca. 1 Milliarde Verlust macht?

Komischer kirchlicher Kindergarten.

Ich selbst war in meiner Kindheit ebenfalls in einem kirchlichen Kindergarten und kann mich nicht erinnern, dass damals jemals irgend etwas in Richtung religiöse Bildung oder gar Indoktrination gemacht wurde.

Bei meinen Kindern ist jede Woche die Pastorin zur Bibelstunde.

Das gab's bei mir im Kindergarten nie. Und ich gehe davon aus, dass es das in den meisten katholischen Kindergärten nicht gibt.

Doch, exakt das ist einer der Gründe.

Dann kannst du mir sicher auch noch erklären, warum die Kirche Geld in Altenheime steckt?

Sie bezahlt nicht so viel Geld.

Wie gesagt: 17% * 6 Milliarden sind etwa eine Milliarde. Da kannst du rechnen, wie du willst.

Die Theorie, die Kirche unterhalte Kindergärten, damit die Mitarbeiter Erwachsenen als Vorbild dienen, ist so ziemlich das absurdeste, was ich je gehört habe.

Es ist der einzige Grund, warum die Kirchensteuerzahler - also ich - überhaupt akzeptieren, dass Kirchensteuern für Zwecke ausgegeben werden, die eigentlich zu 100% der Staat zahlen müsste.

Dem Gärtner darf die Kirche übrigens keine Vorschriften über seine lebensführung machen.

Genau aus diesem Grund werden Gärtnereibetriebe auch nicht aus Kirchensteuern bezuschusst.

So schnell exkommunizieren auch die Katholiken nicht.

In der katholischen Kirche IST man automatisch exkommuniziert, sobald man eine "Tatstrafe" begeht - auch dann, wenn dies niemand anderes außer einem selbst mitbekommt.

Die "offizielle" Exkommunikation durch den Bischof ist dann eigentlich nur die Feststellung , dass die betreffende Person sich quasi selbst exkommuniziert hat.

Die Gläubigen würden auch dann Ärger machen, wenn Kirchensteuern an Leute fließen, die sozusagen "sich selbst exkommuniziert" haben.

Wie jetzt schon diverse Male dargestellt ist es kein Sechstel.

Ich rede von sozialen Einrichtungen im Allgemeinen, nicht nur von Kindergärten.

Und da sind es zumindest im Erzbistum Freiburg ziemlich genau 1/6 der Kirchensteuern.

Kommentar von AalFred2 ,

Das Grundproblem ist aber dasselbe: Warum sollte die Kirche ein
Interesse daran haben, all diese Einrichtungen zu betreiben, wenn sie
dabei jährlich ca. 1 Milliarde Verlust macht?

Weil es sonst irgendwie problematisch wäre, so zu tun, als hätte man einen sozialen Anspruch.

Ich selbst war in meiner Kindheit ebenfalls in einem kirchlichen
Kindergarten und kann mich nicht erinnern, dass damals jemals irgend
etwas in Richtung religiöse Bildung oder gar Indoktrination gemacht
wurde.

Ja mag sein. Normal ist das nicht.

Das gab's bei mir im Kindergarten nie. Und ich gehe davon aus, dass es das in den meisten katholischen Kindergärten nicht gibt.

Du irrst.

Dann kannst du mir sicher auch noch erklären, warum die Kirche Geld in Altenheime steckt?

Weil sie damit Geld verdient.

Wie gesagt: 17% * 6 Milliarden sind etwa eine Milliarde. Da kannst du rechnen, wie du willst.

Ja schon, aber eben nicht für Kindergärten, wie du behauptet hast.

Es ist der einzige Grund, warum die Kirchensteuerzahler - also ich -
überhaupt akzeptieren, dass Kirchensteuern für Zwecke ausgegeben werden,
die eigentlich zu 100% der Staat zahlen müsste.

Zum Einen bist du nicht die Kirchensteuerzahler. Der Grossteil sieht das anders. Zum Anderen hast du gar nicht die Möglichkeit zu entscheiden, wie die Mittel verwendet werden. Das machen die Bistümer schon allein. Drittens wird ein Grossteil der von dir angeführten Mittel nicht für Aufgaben verwendet, die sonst der Staat übernehmen müsste.

Genau aus diesem Grund werden Gärtnereibetriebe auch nicht aus Kirchensteuern bezuschusst.

Du hast doch den kirchlichen Gärtner angeführt, über desssen Lebensführung die Kirche eben nicht entscheiden darf.

In der katholischen Kirche IST man automatisch exkommuniziert, sobald
man eine "Tatstrafe" begeht - auch dann, wenn dies niemand anderes außer
einem selbst mitbekommt.

Man kann keine Tatstrafe begehen.

Die Gläubigen würden auch dann Ärger machen, wenn Kirchensteuern an
Leute fließen, die sozusagen "sich selbst exkommuniziert" haben.

Sich selbst exkommunizieren kann man nur durch Kirchenaustritt.

Ich rede von sozialen Einrichtungen im Allgemeinen, nicht nur von Kindergärten.

Auf einmal. Oben nicht. Rechtfertigt den dritten Weg aber immer noch nicht.

Kommentar von Raubkatze45 ,

Man exkommuniziert sich keineswegs nur durch Kirchenaustritt. Es gibt noch andere Tatsbestände, die automatisch die Exkommunikation mit sich ziehen, hier wäre beispielsweise die Abtreibung zu nennen, wo alle, die daran beteiligt sind, als Katholiken sich selbst exkommunizieren.

Man unterscheidet im lateinischen Kirchenrecht zwischen Tatstrafe und Spruchstrafe der Exkommunikation (vgl. CIC Can. 1314). Die Tatstrafe tritt mit dem Begehen der Verfehlung von selbst ein (excommunicatio latae sententiae). Die Spruchstrafe wird, wenn die betreffende Person öffentliches Ärgernis erregt hat, von der zuständigen Autorität ausgesprochen (excommunicatio ferendae sententiae). Die Tatstrafe wird in solchem Fall lediglich festgestellt.

Kommentar von AalFred2 ,

Man selbst exkommuniziert sich nur durch Kirchenaustritt. Ansonsten wird man exkommuniziert.

Kommentar von martin7812 ,

"Raubkatze" verweist bei ihrer Information auf einen "Kanon" (also Paragraphen) des aktuellen römisch-katholischen Kirchenrechtes.

Du hättest "CiC Can. 1314" in Google eintippen können und dann sofort gesehen, was in der katholischen Kirche Sache ist.

Obwohl "Raubkatze" ihre Behauptung mit einem Verweis auf das geltene römische Kirchenrecht beweisen konnte, hast du danach noch behauptet, dass ihre Aussage falsch ist.

Für mich bedeutet das eines:

Selbst wenn man dir beweisen könnte, dass in keinem kirchlichen Kindergarten Deutschlands keine "religiöse Indoktrination" betrieben wird, würdest du weiterhin behaupten, dass dies der Fall wäre.

Sorry. Aber unter diesen Umständen kann ich deine Behauptungen, die meiner Meinung nach nur von Gerüchten stammen, nicht glauben.

Zu CiC Can. 1314:

Der CiC ist das für die römisch-katholische Kirche weltweit geltende Kirchenrecht. Jeder in der katholischen Kirche vom einfachen Gläubigen bis zum Papst hat sich daran zu halten.

Die deutsche Übersetzung kann man z.B. auf http://www.codex-iuris-canonici.de/indexdt.htm lesen.

Einige Auszüge:

Can. 1314 - Die Strafe ist meistens eine Spruchstrafe, so daß sie den Schuldigen erst dann trifft, wenn sie verhängt ist; sie ist jedoch, wenn das Strafgesetz oder das Strafgebot dies ausdrücklich festlegt, eine Tatstrafe, so daß sie von selbst durch Begehen der Straftat eintritt.

...

Can. 1364 - § 1. Der Apostat, der Häretiker oder der Schismatiker ziehen sich die Exkommunikation als Tatstrafe zu, ...

...

Can. 1367 - Wer die eucharistischen Gestalten wegwirft oder in sakrilegischer Absicht entwendet oder zurückbehält, zieht sich die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zu;

...

Can. 1370 - § 1. Wer physische Gewalt gegen den Papst anwendet, zieht sich die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zu

...

Can. 1398* - Wer eine Abtreibung vornimmt, zieht sich
mit erfolgter Ausführung die Tatstrafe der Exkommunikation zu.

Die vier genannten Regelungen (1364, 1367, 1370, 1398) sind übrigens die einzigen drei Gründe, warum bei einem einfachen Gläubigen eine Exkommunikation automatisch eintreten kann.

Es fällt auf, dass Kirchenaustritt nicht dabei ist. (Allerdings wurde Kirchenaustritt bisher immer als Zeichen dafür gewertet, dass Can. 1364 erfüllt ist, so dass dann aufgrund von Can. 1364 eine Exkommunikation fällig war.)

Der Wortlaut "dem Apostolischen Stuhl vorbehalten" in Can. 1367 bedeutet übrigens, dass das Aufheben der Exkommunikation, die völlig automatisch eintritt ("Tatstrafe"), dem Papst persönlich vorbehalten ist. Bei einem Kirchenaustritt wäre das nicht der Fall.

Kommentar von AalFred2 ,

Obwohl "Raubkatze" ihre Behauptung mit einem Verweis auf das geltene römische Kirchenrecht beweisen konnte, hast du danach noch behauptet, dass ihre Aussage falsch ist.

Bewiesen ist die Behautpung eben in keinster weise und immer noch falsch, wie auch im von dir zitierten Kirchenrecht klar wird. Der Täter wird bestraft, er bestraft sich nicht selber. Nach euer Logik sperrt sich der Mörder auch selber ein. Was für ein Quatsch.

Selbst wenn man dir beweisen könnte, dass in keinem kirchlichen Kindergarten Deutschlands keine "religiöse Indoktrination" betrieben wird, würdest du weiterhin behaupten, dass dies der Fall wäre.

Quatsch. Ihr beweist nur bisher eben nichts.

Sorry. Aber unter diesen Umständen kann ich deine Behauptungen, die meiner Meinung nach nur von Gerüchten stammen, nicht glauben.

Nien, sie stammen aus praktischem Erleben.

Kommentar von martin7812 ,

Der Täter wird bestraft, er bestraft sich nicht selber.

Was genau ist am Satz:

... eine Tatstrafe, so daß sie von selbst durch Begehen der Straftat eintritt

... nicht zu verstehen?

Wenn zum Beispiel eine Frau in der ersten Entwicklungswoche irgend etwas unternimmt, um die Schwangerschaft zu beenden und niemand außer ihr selbst bekommt überhaupt mit, dass sie schwanger war, dann ist diese Frau damit automatisch exkommuniziert - auch dann, wenn niemand außer ihr selbst irgendetwas mitbekommen hat. Das folgt aus Can. 1314 und 1398.

Exkommunikation ist im Gegensatz keine Strafe, die dadurch wirkt, dass der Täter zu etwas gezwungen wird (z.B. Gefängnisaufenthalt, Geldstrafe, ...), sondern bereits dadurch, dass dem Gläubigen bewusst ist, dass er sich nun in diesem Status befindet.

Für eine Person, die nicht besonders gläubig ist, stellt dies natürlich keine wirkungsvolle Strafe dar, aber:

Wenn kirchliche Krankenhäuser in Zukunft auch Ärzte anstellen müssten, die in ihrer vorherigen Berufslaufbahn an Abtreibungen beteiligt waren oder Kindergärten Erzieherinnen einstellen müssten, die selbst bereits ein Kind abtreiben lassen haben, wäre (vor diesem Hintergrund) die Aufregung unter Katholiken derartig groß, dass die Kirche sich wohl nicht mehr erlauben könnte, diese Einrichtungen zu behalten.

Kommentar von AalFred2 ,

Wenn zum Beispiel eine Frau in der ersten Entwicklungswoche irgend etwas unternimmt, um die Schwangerschaft zu beenden und niemand außer ihr selbst bekommt überhaupt mit, dass sie schwanger war, dann ist diese Frau damit automatisch exkommuniziert - auch dann, wenn niemand außer ihr selbst irgendetwas mitbekommen hat. Das folgt aus Can. 1314 und 1398.

Ja, und diese Exkommunikation führt die Kirche als Strafe durch, nicht die Frau selber.

Exkommunikation ist im Gegensatz keine Strafe, die dadurch wirkt, dass der Täter zu etwas gezwungen wird (z.B. Gefängnisaufenthalt, Geldstrafe, ...), sondern bereits dadurch, dass dem Gläubigen bewusst ist, dass er sich nun in diesem Status befindet.

Was den meisten Kirchenmitgliedern unbekannt oder völlig egal sein dürfte.

Wenn kirchliche Krankenhäuser in Zukunft auch Ärzte anstellen müssten, die in ihrer vorherigen Berufslaufbahn an Abtreibungen beteiligt waren oder Kindergärten Erzieherinnen einstellen müssten, die selbst bereits ein Kind abtreiben lassen haben, wäre (vor diesem Hintergrund) die Aufregung unter Katholiken derartig groß, dass die Kirche sich wohl nicht mehr erlauben könnte, diese Einrichtungen zu behalten.

Ja, und? Wo ist das Problem?

Kommentar von martin7812 ,

und diese Exkommunikation führt die Kirche als Strafe durch

Alleine schon, dass du das Wort "durchführen" verwendest, zeigt, dass du überhaupt nicht verstanden hast, was so eine Exkommunikation ist.

Da im von mir gebrachten Beispiel niemand außer der Frau irgend etwas mitbekommen hat, kann auch niemand außer ihr irgend etwas "durchführen".

Trotzdem ist die Frau exkommuniziert.

Ja, und? Wo ist das Problem?

Dass die katholische Kirche die c.a. 1 Milliarde Euro dann anderweitig ausgeben würde?

Das Geld müsste dann vom Staat kommen, der dann 4,8 anstatt bisher 3,8 Milliarden Euro für die bisher kirchlichen Kindergärten, Altenheime, ... ausgeben müsste.

Kommentar von AalFred2 ,

Die Frau hat sich nicht exkommuniziert. Würde die Kirche nicht eine Exkommunikation für das Handeln ausurteilen, wäre sie es nicht. Die Handelnde ist die Kirche.

Das Geld müsste dann vom Staat kommen, der dann 4,8 anstatt bisher 3,8
Milliarden Euro für die bisher kirchlichen Kindergärten, Altenheime, ...
ausgeben müsste.

Bei weitem nicht alle Dinge, für die die Kirche Geld ausgibt, müsste der Staat übernehmen.

Aber egal. All das spricht nicht für den dritten Weg. Selbst wenn du Recht hättest.

Kommentar von martin7812 ,

Du hast doch den kirchlichen Gärtner angeführt, ...

Entschuldigung, da hast du meinen Satz falsch verstanden. Mit dem Satz:

Ob diese Mitarbeiter Erzieher oder Gärtner sind, ist dabei zweitrangig.

Hatte ich eigentlich gemeint:

Wenn die katholische Kirche den dritten Weg auch z.B. bei Industrie- und Handwerksbetrieben (die Gärtnerei als Beispiel) im Kircheneigentum durchziehen könnte, würde sie auch solche Betriebe mit Kirchensteuern subventionieren.

Kommentar von AalFred2 ,

Wenn die katholische Kirche den dritten Weg auch z.B. bei Industrie- und Handwerksbetrieben (die Gärtnerei als Beispiel) im Kircheneigentum durchziehen könnte, würde sie auch solche Betriebe mit Kirchensteuern subventionieren.

Du hast einfach nicht verstanden, was der dritte Weg ist. Er hat überhaupt nichts mit der "Gesinnungsprüfung" der katholischen Kirche zu tun.

BTW: Warum betreiben nach deiner Meinung Protestanten Kindergärten? Die prüfen den Lebenswandel ihrer Erzieher nicht.

Kommentar von don2016 ,

@AalFred2...absolut richtig, auch meine Meinung und die von Millionen ..., es sind die Politiker mit Schuld, die Christdemokraten CDU CSU u.a.,allen voran, daß diese Gesetze (noch) nicht geändert wurden; was die kath. Kirche sich anmaßt, hat mit unserer Demokratie relativ wenig zu tun; wann kommt dieser Verein überhaupt im HEUTE an ???...liebe Grüße

Kommentar von don2016 ,

@AalFred2...die Mafia ist eine riesengroße und reiche Firma (reden wir mal von der italienischen speziell), die kath. Kirche tritt in ihre Fußstapfen; es ist fragwürdig, wie legal die Gelder alle sind, die da fliessen...allein... die (noch) staatlich verordnete Geldmaschine, diese Zwangsabgabe = Kirchensteuer; (jetzt kommen die "Kritiker aus der Kirche" dazu und sagen evtl. : du kannst ja austreten)... es sollte wirklich unser Volk entscheiden, ebenso über das Kirchnrecht, das noch immer über Arbeitsrecht steht, das ist einer Demokratie nicht würdig...

...leider machen da Christdemokraten (CDU/CSU) keinen Finger krum, klar...sie sind ja selbst ein Teil, von diesem selbstherrschenden Verein; ich habe nix gegen Gläubige, aber wohl etwas gegen Bibelableser - da sind in meinen Augen zu viele Pharisäer drunter (das hätte Jesus zu vielen von heute gesagt), aber auch die kath. Kirche und andere Steinzeitgläubige werden lernen müssen, daß das Volk nicht immer von gestern ist (z.B. i.S. Homosexualität, Rassismus und vieles andere);

...wieso ist die EKD zum Großteil in der heutigen Zeit angekommen ?...jetzt kommen wieder die "Raubtiere" oder ähnliche hier..., mit ihren bibeltreuen Sprüchen; sie haben noch nicht darüber nachgedacht, daß die Bibel 2.000 Jahre alt ist, sie in ca. 1.600 Jahren greschrieben wurde, von über 40 Autoren (sicherlich viel mehr, das war mal eine Angabe) und dazu noch zigmal übersetzt wurde...das alles von Menschenhand...und was machen Menschen ???...FEHLER...liebe Grüße

Kommentar von AalFred2 ,

du kannst ja austreten

Stimmt doch, oder?

Antwort
von sukuum, 74

man wird nicht priester wenn man damit nicht einverstenden ist. die bedingung findet im vorfeld statt. und es gibt auch priester die aufhören und heiraten.

Antwort
von Maikiboy29, 73

Wer glaubt das die katholischen Priester sich nicht auf die ein oder andere Weise befriedigen, der glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten. 

Kommentar von j3n5j3n53n ,

nein das nicht aber Thüringer ringen mit Türen ;D

Kommentar von don2016 ,

...wißt ihr, wie manche Priester zölibat leben ?...sie machen einen Knoten in ihren Dödel, der nur zum pipimachen gelöst wird...:-))) hochwürdige Grüße

Antwort
von josef050153, 42

Sex ist den Priestern ja gar nicht verboten, sondern nur das Heiraten. Für Priester hat eben der Teil des Vaterunsers 'erlöse uns von allem Übel' eine besondere Bedeutung.

Kommentar von Raubkatze45 ,

Zölibatär lebende Priester verpflichten sich zur Ehelosigkeit. Die Enthaltung von sexueller Betätigung ist darin eingeschlossen - genauso wie bei allen anderen auch außerhalb der Ehe. Was einige nicht leben, wird dadurch nicht richtig.

Kommentar von josef050153 ,

Das mag vielleicht in der Theorie richtig sein, die Praxis schaut aber anders aus. Und es sind nicht nur einige.

Kommentar von don2016 ,

@Raubtier...mal die Frage an dich : warum bezahlt die kath. Kirche heimlich die Alimente ihrer Priester ??? ...für die Kinder, die sie "produziert" haben ? oder meinst du, die Priester haben ihre Nachkömmlinge herbeigebet ???...lg

Antwort
von Waldfrosch10, 13

Du hast es vielleicht nicht mitbekommen in deinem Elfenbeinturm .Römische katholische Priester folgen einer Berufung ,sie werden aus freien Stücken Priester und jeder  der sich damit befasst weiss ,dass zum Priesteramt das Zölibat dazugehört .

Wer das nicht möchte hat eine Menge Alternativen ,

Die katholische Kirche ist der Ort der mir meine Würde als Frau wiedergeschenkt hat ,welche mir einst die Welt genommen hatte kann ich nur sagen .

Es gibt sehr gute Gründe warum in der Katholischen Kirche keine Frauen zu finden sind .Es hat konkret  damit zu tun ,was eine Frau oder auf  der anderen Seite,eben  ein Mann auf Erden als Göttlicher Aspekt repräsentiert .

Lesetip:

Die dogmatische Unmöglichkeit des Frau Priestertums nach Edith Stein ;von Dr.Gabriele Waste 

Oder etwas niederschwelliger   : 

https://w2.vatican.va/content/john-paul-ii/de/letters/1995/documents/hf_jp-ii_le...

Kommentar von don2016 ,

@Waldfrosch10...hast du nicht noch mehr Sprüche von Steinzeitgläubigen auf Lager ??? warum gibt es bei der evangelischen Kirche Pfarrerinnen, Bischöfinnen, ja sogar in gleichgeschlechlticher Liebe zusammen lebend ???...die Bibel ist die gleiche, der Gott auch; wann kommt die katholische Kirche - auch in Sachen Homosexualität u.a. - in der jetzigen Zeit an ???...lg

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