Frage von Funmichi, 153

WIESO dachte der amokläufer von münchen ali er wäre arier ?

Antwort
von Paguangare, 17

Es gibt diesen Mythos der arischen Rasse, der von Hitler aufgegriffen wurde. Die Arier sprechen eine indogermanische Sprache und kommen ursprünglich aus dem asiatischen Bereich (Nordindien, Afghanistan, Iran).

Farsi ist eine indogermanische Sprache. Beispiel:

Bruder = baradar

Mutter = madar

Vater = pedar

ist = ast

greifen = gereftan

Ich kann es auch nicht verstehen, wie man auf so etwas stolz sein kann. Aber es gibt eben Menschen, die irgendetwas suchen und dringend brauchen, worauf sie stolz sein können, weil ihr Selbstwertgefühl an anderer Stelle immer wieder gekränkt worden ist.

Antwort
von frederick, 21

Ich möchte versuchen, ein paar Dinge mehr oder minder in Kurzform richtig zu stellen:

Es gibt gar keine „Germanen“. Sondern die Römer haben den Begriff „Germanien“ für jenen Raum erfunden – etwa östlich des Rheins und nördlich der Donau – den sie für begrenzte Zeit mit dauerhaften Feldlagern zu kontrollieren versucht hatten, den sie aber tatsächlich nie haben unterwerfen können. Die unterschiedlichen Stämme oder Volksgruppen in diesem Raum waren nie homogen, sondern paktierten untereinander mal mit diesem, mal mit jenem – oder stritten miteinander, gegeneinander. Auch mit den Römern gingen einige von ihnen Pakte ein, verkauften sich gar für Söldnerdienste in Gallien – aber nie dauerhaft, sondern eher launenhaft.

Dieses Germanien wenigstens bis zur Elbe zu unterwerfen blieb ein römischer Traum. Und Rom träumte faktisch nach der sog. Varusschlacht nicht mehr davon. Sondern sie begnügten sich später mit gelegentlichen „Expeditionen“ durch die Wälder Germaniens und auch die Flüsse Germaniens hinauf (einschl. der Elbe). Aber Rom hatte Abstand davon genommen, sich in und an „Germanien“ zu verbrauchen.

Die „Varusschlacht“ wiederum war nicht EINE Entscheidungsschlacht, sondern im Grunde die Auftaktschlacht, derzufolge die Römer nur noch einsehen konnten, dass sie chancenlos im fremden und unwegsamen Gelände waren. Sie flohen also, was sich militärisch „Rückzug“ nennt – und wurden auf diesem Rückzug nur scheinbar unsystematisch weiter aufgerieben. Das hatte einer geschafft, den sie selbst zum Offizier erzogen hatten, nachdem sie ihn als Faustpfand vom Herrn und Anführer eines germanischen Volksstammes gleichsam entführt hatten: Sie nahmen den Sohn jenes Anführer mit nach Rom, sie nannten ihn Arminius – und behandelten ihn gut. Ihr Ansinnen war die Assimilation.
Aber Arminius, der sich fügte und eine Musterkarriere beim Militär machte, erinnerte sich seiner Wurzeln, als sie ihn schickten, um das Volk seiner Abstammung im römischen Sinne zu führen.

Die „Arier“ stammen nicht aus dem Iran! Sondern es gibt den indo-europäischen Stamm (den ewig gestrige indo-germanisch nennen). Diese zogen in drei wesentlichen Wellen aus, um dem Bevölkerungsdruck im geografischen, nicht politischen Südost-Europa auszuweichen (sprechen wir von Südosteuropa, sehen wir etwa Rumänien, Bulgarien, die Balkan-Staaten vor Augen – aber tatsächlich erstreckt Europa sich geografisch bis zum Ural-Gebirgszug und bis zum Kaukasus-Gebirgszug): Es geht um ein Gebiet etwa westlich des Uralgebirges und nördlich bis nordwestlich des Kaspischen Meeres. EINE dieser drei Wellen zog nach Persien – und von dieser ein Teil auch weiter nach Nordindien. Sie nannten sich „Arier“ – Herrenvolk. Und sie benahmen sich wie Herren: In der Reitkunst bewandert, unterwarfen sie leicht das ehrfürchtige Fußvolk der eroberten Gegenden.
Ein anderer Teil zog zu anderer Zeit nach Europa aus. NICHT von Persien aus! Sondern abermals vom Stammgebiet im heutigen Südrussland und Westkasachstan aus.

Was ein gewisser, recht kleinwüchsiger und keineswegs blonder „Deutscher“ (der sein eigenes Bild vom Musterarier so sehr konterkarierte, dass er eigentlich als Erster voran die Selbstvernichtung im Gas hätte suchen müssen), einst aus "Ariern" gemacht hatte, um „die“ Deutschen am Ende irr daran zu machen, das war entweder schlichte Unkenntnis – oder aber wahrhaftig bloße Propaganda. Möge eine gewisse Unkenntnis (und eine durchaus sehr tendierte Wissenschaft, derer er sich bediente) ihm mildernde Umstände einbringen – die seinen Wahn in nichts entschuldigen, weil sein Weltbild und seine Ideen nicht mehr hineinpassten in die tatsächlichen politischen Erfolge der Zeit, die Europa und die ein Völkerbund längst auf den Weg gebracht oder gar erschaffen hatten. Die Politik des Völkerbundes hier detailliert auszurollen, führte zu weit.

Dass die nach dem 1. WK erschaffenen Konstrukte neuer Staaten und auch zerrupfter Staaten wiederum nicht die beste Grundlage waren für einen dauerhaften Frieden, das muss man hier nicht allzu heftig ausstreiten. Aber DAS war ein erster, unbeholfener und stümperhafter Versuch, die „völkischen“ Gegebenheiten in Europa (also nicht nur Deutschland betreffend) zu berücksichtigen. Längst war man dabei, dieses am Verhandlungstisch mit mäßigem Verständnis und viel gutem Willen neu erschaffene Europa umzugestalten, als das Schicksalsjahr 1933 mit Brachialgewalt beanspruchte, ein sichtbarer Teil der Geschichtsbücher zu werden. Das waren Veränderungen und Errungenschaften, die den Krieg in Europa längst unnötig machten. Errungenschaften, die es überflüssig machten, dass ein kleiner Mann mit lauter Kehle Deutschland zur Lunte erkor, um daran am Ende einen Weltkrieg zu entzünden.

Antwort
von MrCrow667, 94

Ich zitiere mal aus dem österreichischen Kurier:

"David Ali S., der aus einer iranischen Familie stammt, sei stolz darauf gewesen, als Iraner und als Deutscher "Arier" zu sein, Türken und Araber habe er hingegen gehasst. Die NS-Rassenideologie erklärte "Arier" zu einer überlegenen Menschengruppe. Ursprünglich bezeichnete der Begriff Angehörige eines der frühgeschichtlichen Völker mit indogermanischer Sprache in Indien und im Iran."

http://kurier.at/politik/ausland/muenchen-taeter-duerfte-rechtsextremist-und-ras...

Kommentar von Funmichi ,

Sind im iran&indien echt so viele blauäugig&blond und waren teil des dritten reiches?

Antwort
von matheistnich, 105

dachte er doch gar nicht!

Kommentar von Funmichi ,

DOCH! bitte news lesen!

Kommentar von matheistnich ,

die news machen alles schön besser sagen es war ein deutscher nazi als ein gläubiger Muslim der wurzeln im Iran hat

Kommentar von madguy1 ,

Lies bitte nach was ein Arier ist, dann weisst du dass ursprünglich Iraner so bezeichnet wurden.

Kommentar von musso ,

Na du biegst dir das ja hin, wie du es gerne hättest

Kommentar von musso ,

Doch, dachte er bzw. war stolz darauf

Antwort
von priesterlein, 30

Vielleicht nahm er nicht so falsch wie viele andere an, dass arisch blond und blauäugig bedeute. Sicher hatte Hitler seine Anhänger und Anbeter und auch heute erkennt man sie noch an diesem verdrehten Menschenbild, aber mit ein wenig Bildung kann man da was ändern. Schreib dich nicht ab.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten