Frage von ab12359, 50

Wieso befürworteten die Sozis Hitlers Reichskanzlerschaft , um eine Militärdiktaktur Schleichers zu verhindern?

Antwort
von Haldor, 10

Also, die SPD hat nie eine Reichskanzlerschaft Hitlers befürwortet. Von 1930 bis 1932 hat sie die Reichskanzlerschaft Brünings bzw. dessen Notverordnungspolitik (quasi eine Diktatur mit Notverordnungen, ohne dass der Reichstag – sprich: die SPD - die Notverordnungen aufhob) geduldet. Nach Brünings Sturz 1932 kam von Papen als Reichskanzler. Jetzt duldete
die SPD nicht mehr. Nachdem von Papen den Reichstag zweimal aufgelöst
hatte (mit Genehmigung des Reichspräsidenten), trat er zurück.

Danach trat von Schleicher an. Sein Versuch, die NSDAP zu spalten,
schlug fehl. Von Papen nahm jetzt Verbindung zu der Beratergruppe um
Hindenburg auf, vor allem zu dessen Sohn (scherzhaft: „dem in der
Verfassung nicht vorgesehenen Sohn des Reichspräsidenten“); diese
„Kamarilla“ überredete den zögernden Hindenburg, der von dem
„böhmischen Gefreiten“ Hitler nichts hielt, Hitler am 30.1. 1933
zum Reichskanzler zu ernennen. Die SPD war hier völlig einflusslos.

Da Hitler sofort Notverordnungen erließ, u.a. die berühmte
Verordnung zum Schutze von Volk und Staat“ am 28.2.1933, musste der
Reichstag, der der ersten Notverordnung widersprach, wieder aufgelöst
werden. Die Reichstagswahlen am 5. 3. 1933 brachten der
Hitler-Koalition aus NSDAP und den Deutschnationalen (zusammen!) die
absolute Mehrheit.

Hitler wollte aber mehr; er wollte die Diktatur. Deshalb das Ermächtigungsgesetz vom 23.März 1933, durch welches die
Gewaltenteilung aufgehoben wurde, d.h. Hitler bekam auf 4 Jahre die
Vollmacht, Gesetze ohne den Reichstag zu erlassen. Dies bedeutete die
Diktatur Hitlers.

Schon durch die Verordnung zum Schutze von Volk und Staat in Verbindung mit der Mehrheit der Hitler-Koalition seit der Reichstagswahl vom 5. März 1933 war die Hitlerdiktatur eigentlich schon gegeben; denn der neue Reichskanzler konnte jede missliebige Person - aufgrund der Verordnung - verhaften lassen.

Kommentar von ab12359 ,

du hast die frage gerade selber beantwortet, weil die keine militärdiktaktur schleichers wollten und an einer reichskanzlerschaft hitlers, das geringere übel sahen... TYPISCH SOZIS , wenn net was sie sein wollen...,. armselig

Kommentar von lesterb42 ,


"Die SPD war hier völlig einflusslos"

Lesen hilft manchmal.

Antwort
von Maxieu, 14

Der ganze Film ist doch eine Propagandalüge der SED aus dem Jahr 1955.

Irgendwie haben natürlich alle Parteien außer der NSDAP darauf gesetzt (Zentrum, DNVP) oder gehofft (SPD), dass Hitler schnell abwirtschaften würde, aber die SPD hat nicht speziell auf die Machtübernahme durch die NS als das kleinere Übel gegenüber einer Machtübernahme durch die Reichswehr (Schleicher) hingearbeitet.

Es war vielmehr die KPD Thälmanns, die  in ihrer Sozialfaschismusthese davon ausging, dass die SPD als sozial getarnter Faschismus sogar gefährlicher sei als der offene Faschismus, der - einmal an der Macht - schnell scheitern würde. Damit wäre dann die letzte politische Bastion des Kapitalismus sturmreif geworden, und der kommunistischen Revolution hätte nichts mehr im Weg gestanden.

Auf wikipedia kannst du im Artikel "Ernst Thälmann - Führer seiner Klasse"
eine knappe Auflistung der Fälschungen, die dieser Film auftischt, nachlesen. Voayager, der hier in diesem Forum häufiger antwortet, ist übrigens ein hartnäckiger Weiterträger solcher Art Lügen.

Noch eine Anm.:
Das Projekt Schleichers war mehr als eine "reine" Militärdiktatur.
Es sollte, man kann es hier nur andeuten, eine "soziale Diktatur" sein, für die die Unterstützung von Gewerkschaftern, rechten Sozialdemokraten und auch abtrünnigen Nationalsozialisten (Otto und Gregor Strasser) gesucht wurde.
Die Stoßrichtung dieses Projekts hätte gegen Kommunisten und NS gleichermaßen zielen sollen.

Die Reichswehr wurde aber aus verschiedenen Gründen (einer war die fortgeschrittene Unterwanderung durch die NS) von führenden Kreisen für zu schwach erachtet, um eine solche - politisch zudem labile - Diktatur zustande zu bringen. Deshalb setzten sich Papen und andere bei Hindenburg mit der Übertragung des Kanzleramts an Hitler und seine "Einrahmung" durch eine Mehrheit nicht ns. Minister durch.






Antwort
von voayager, 15

Nun, die SPD hatte völlig versagt, hatte mit ihrer antikommunistischen Haltung dem Faschismus objektiv gesehen, den Weg geebnet. Dies auf zweierlei Weise:

  • die Aktionseinheit mit der KPD wurde ausgeschlagen. Diese wurde ab 1932 von der KPD offeriert!
  • die SPD stimmte für die Wahl Hindenburgs, dem Steigbügelhalter der NSDAP  - damit waren dann die Würfel gefallen!
Kommentar von ab12359 ,

Faschismus ist nicht gleich Nationalsozialismus..... genau darauf hoffen die Nationalsozialisten.... das du die so u nterschätzt

Kommentar von voayager ,

Das Wort Nationalsozialismus ist irreführend und daher ein Etikettenschwindel. An der brauen Herrschaft gab es nix Sozialistisches. Mit dieser bloßen Worthülse wollte man lediglich Leute aus der breiten Masse (Kleinbürger, Arbeitslose) für sich gewinnen. Tragischerweise ging die Rwechnung der Hitler-Faschisten leider auf, etliche dieser genannten Menschen gingen so auf den Leim dieser Verbrecher.

Kommentar von ab12359 ,

aber faschistisch ist der nationalsozialismus auch net

Kommentar von voayager ,

Wo genau und wie sieht denn deiner Meinung nach der Unterschied denn ganz konkret aus?

Antwort
von DrHannibaLecter, 20

Wir schreiben das Jahr 1933 . Hitler ist er Parteichef der NSDAP die momentan bei 38 + Prozent sind. Sie haben nie gesagt , dass Sie eine Militärdiktaktur erschaffen wollen(Hoffnung auf Demokratie) , wäre es zu dieser Diktatur gekommen wären alle Partei verboten wurden(auch NSDAP und SPD) und haben zu dieser Zeit auch nur die Kommunisten und Juden als Feindbild. Damit konnte die SPD hoffen das Sie in 4 - 5 Jahre mehr Stimmen haben und selbst den Kanzler stellen können.

Die Juden waren in ganz Europa großteils sehr unbeliebt (also SPD "egal") , aber die KPD war eine große Gefahr - auch für die SPD(Militär und auch gleiche Wählergruppe). 

Hitler hatte auch zu diesen Zeitpunkt keine großen Mittel um die Demokratie abzuschaffen , erst durch den Reichstagsbrand.

Kommentar von DrHannibaLecter ,

P.s. : Das war ein Filmausschnitt , jedoch kommt es relativ ran , an die Wirklichkeit.

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