Wieso arten Diskussionen über die Sinnhaftigkeit von Religionen immer aus und eskalieren?

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17 Antworten

Das trifft nicht nur auf Religonsthemen zu sondern auch z. B. auf Politik. Es gibt für das Verhalten auf Parties etwa nicht umsonst den Grundsatz, die "großen Drei" nicht anzuschneiden: Religion, Politik, Sex...

Der Grund ist, daß diese Themen hoch emotional besetzt sind. Soll heißen, selbst wenn man sachlich bleiben will, läuft man doch Gefahr, die Gefühle mit hineinzubringen und so die Kontrolle zu verlieren. Gerade bei der Religion geht es nicht nur um ein Thema, das man diskutieren kann, sondern auch um sehr tiefe Gefühle, sehr persönliche Ansichten, Meinungen und Ängste. Es trifft tief, wenn jemand die Religion eines anderen Menschen verächtlich macht. Schon vorher hat es aber tief getroffen, wenn jemand nicht anders kann, als gegen Religionen oder religiöse Menschen zu hetzen.

Es ist mit ein bißchen Anstrengung verbunden, die Sache von der Person zu trennen. Wenn es gelingt, kann man diskutieren: Meine Religion ist besser als Deine, weil ich daran glaube und sie logischerweise für die einzig richtige halte. Ich weiß aber auch, daß Du dasselbe von Deiner Religion glaubst und akzeptiere es. Deshalb kann es Argumente geben, aber keine "Beweise" oder "Bekehrung". 

Mit dieser Haltung können beide Parteien sachlich bleiben. Aber, wie gesagt, es ist ein bißchen Denkarbeit vonnöten und viel Bereitschaft zum Respekt. Gruß, q.

Ich würde sagen, es rührt daher, dass viele Menschen zwar eine Religion haben, aber nicht wirklich religiös sind. Das führt dann dazu, dass der Glaube als Bestätigung und Erweiterung des eigenen Egoismus missbraucht wird. Ist dies gepaart mit dem Gefühl der eigenen Minderwertigkeit, so nimmt man jede von der eigenen Meinung abweichende Äusserung als Angriff auf die eigene Person wahr. Und wehrt sich, als ob es um das eigene Überleben ginge.

Dabei ist jeder, der dem Andersgläubigen nicht mit Liebe und Respekt begegnen kann , schon in den Fängen des Teufels.

"Immer" arten sie wirklich nicht aus. 

Ich vermute, wenn sie das tun ist das - trotz aller negativer Folgeerscheinungen - ein Zeichen, dass den Diskussionsteilnehmern der Inhalt wichtig ist und eine "übergeordnete Instanz" (angeblich) fehlt.

Ich weiß genau was du meinst, weil ich das aus meinem eigenen Freundeskreis kenne und mich dasselbe auch schon mal gefragt habe. Hier meine Theorie:

Für viele ist die eigene Religion sehr wichtig. Sozusagen entscheidend für ihr ganzes Leben. Daher sehen Betreffende in Diskussionen sofort ihr eigenes "Lebenskonzept" angegriffen (selbst wenn nur allgemein & sachlich Kritik geäußert wird) und haben intuitiv das Gefühl ihre Religion verteidigen zu müssen. Ja, und dann artet das schnell mal aus.;))

Kommentar von lubbeldibatsch
06.06.2016, 00:46

Hmm... mein Lebenskonzept ist keine Religion zu haben und wenn irgendein Gläubiger das entweder sachlich ansprechen oder mich deshalb sogar kritisieren würde, würde ich mich kein bisschen angegriffen fühlen. Deiner Erklärung nach  ist "keine Religion" für mich auf jeden Fall die intelligentere Anschauung - wobei das wiederum alle Gläubigen als dumm darstellt ^^ was ja auch nicht so ist.

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Bei Religion geht es darum, was man glaubt. Und nicht um irgendwas, sondern den letzten Grund unseres Daseins, die Erklärung für alles, die Richtlinie wie man leben will und die Frage was nach dem Tod passiert.

Wenn du den Glauben eines Menschen angreifst, greifst du somit seine gesamte Identität und Vorstellung von der Welt an, die ihm schon (zumindest oft) von seinen Eltern als Wahrheit beigebracht wurde. Es ist ein bisschen so als würde man die Mutter von jemanden angreifen.

Da sich bei Religion so wenig sachlich argumentieren lässt (Glaube heißt Glaube weil er kein Wissen ist), doch jeder davon ausgeht, dass seine Vorstellung die Wahrheit ist, wird es schnell emotional, ausgrenzend und beleidigend.

Das war auch schon das ganze Geheimnis.

Grüß Dich lubbeldibatsch!

Sie arten immer dann aus, wenn jemand glaubt, das seine Religion die einzig wahre ist. Das liegt daran, das innerhalb dieser jeweiligen Religion lediglich nur dieser gepredigte Weg zum Heil führt.

Es gibt aber auch freie Religion (nicht mit freikirchlich zu verwechseln), dort ist das nicht der Fall. 

Freireligiöse Bewegung, Unitarier - Religionsgemeinschaft freien Glaubens, religiöse Atheisten, Humanisten usw. usw.

Das liegt daran, das jeder seinen eigenen religiösen Weg suchen darf und dies auch erwünscht ist und sich selbst der Vernunft und der Aufklärung stellen sollte. Dort ist die Auffassung einer absoluten religiösen Wahrheit, die man beanspruchen könnte unerwünscht und verbietet sich daher ! 

Wissenschaft, Philosophie und das eigene Erleben führen dann dazu, eine Einheit einzugehen und die notwendige Toleranz gegenüber anderen Glaubensrichtungen an den Tag zu legen, es sei denn, deren Inhalte verstoßen gegen die Menschenrechte.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Das hat einen einfachen Grund, der etwas Erklärungsbedarf hat:

Fakt ist: Gott gibt es nicht. Dennoch werden den Gläubigen durch die religiöse Indoktrination eingeredet es gäbe ihn.

Gott wird im allgemeinen als perfektes Wesen beschrieben, als die Personifikation von Güte, Schönheit, Liebe, einfach allem was als positiv empfunden wird. Gott ist das absolute Idealbild.

Jedoch gibt es keine bildliche Beschreibung von ihm. Wie er aussieht, wie er sich anhört, anfühlt, riecht, wie er sich verhält, bleibt absolut der Fantasie der Gläubigen überlassen.

Weiters wird diesen eingeredet sie könnten mit Gott in Verbindung treten (z.B. Beten) und er würde antworten (z.B. durch Gefühle), sprich auch die Art der Antwort und Kontaktaufnahme bleiben völlig der Fantasie der Gläubigen überlassen.

Unser Gehirn jedoch kann mit so ungenauen Beschreibungen nichts anfangen. Es braucht klar definierte Informationen und wenn es diese nicht bekommt, dann sucht es nach dem nächstbesten was ungefähr der Beschreibung entspricht.

(Dieser Umstand ist dafür verantwortlich Gesichter oder menschliche Silhouetten in der Dunkelheit oder im Nebel zu sehen, wo keine solchen sind)

Im Fall von Gott hat unser Gehirn eine Richtung in die es gehen kann, nämlich Perfektion. Ein Absolut perfektes Wesen. Zufällig hat unser Gehirn genau für diese Beschreibung etwas passendes auf Lager:

Das Über-Ich.

Sprich unser kleiner "Schulterengel" der uns sagt wie wir sein sollten (der oft mit unseren Instinkten, dem "Schulterteufel" streitet). Also die kleine innere Stimme die uns sagst "Die Schokolade solltest du besser nicht essen."

Und da dieses Über-Ich der Beschreibung Gottes am nächsten kommt, wird das Über ich zu Gott. Dem Schulterengel wird einfach ein Kostüm angezogen.

Auf einmal "hören" Gläubige Gott und spüren seinen Einfluss, denn er war ja schon immer ein Teil von ihnen, von ihrer Psyche. Er weiß alles über sie, weiß was das Beste für sie ist und ist immer für sie da, weil es das Über-ich ist.

Und das Über-Ich kann, als Teil unserer Psyche, Gefühle auslösen. Hören wir auf es, fühlen wir uns gut und bestätigt, hören wir nicht darauf, haben wir ein schlechtes Gewissen. Es kann uns sogar ein Gefühl der Liebe und Geborgenheit vermitteln.

Diese ist jedoch völlig Ich-bezogen, sie bedeutet so viel wie: "Ich hab mich lieb, weil ich ich bin und fühle mich wohl dadurch."

Aber nun kommt's:

Das Über-Ich ist absolut nicht kritikfähig!

Das Über-Ich ist ein perfektes Abbild unserer selbst, das was wir sein könnten, das was wir sein sollten, nach unseren subjektiven Meinungen. Dieses perfekte Bild lässt sich nicht kritisieren, denn dann wäre es nicht mehr perfekt und unser eigener Weg zur Perfektion unmöglich.

Wird nun Gott, auf welche Weise auch immer Kritisiert, oder der Glauben an ihn, ist das ein direkter Angriff auf das Über-Ich der Gläubigen Person, bzw. ihrem Glauben daran, also ihrem Weg dem Über-Ich näher zu kommen.

Das ist ein Angriff auf einen der tiefsten und innigsten Teil der menschlichen Psyche und wird natürlich wehement verteidigt. Wir haben schon geklärt, dass das Über-Ich Emotionen auslösen kann. Im Falle eines solchen Angriffs können diese Emotionen u.a. Angst, Abscheu und Aggressionen beinhalten.

Deshalb kann man nur im aller seltensten Fall sachlich und neutral mit Gläubigen reden, denn das Über-Ich ist ein emotionaler, nicht logischer Teil unserer Psyche. Es folgt nicht dem Prinzip 1+1=2, sondern 1+1=Liebe.

(Wirst sehen, es wird sicher den/die eine/n oder andere/n Gläubige/n geben, der/die sich durch meinen Beitrag angegriffen fühlt, weil ich dem Über-Ich auf den Fuß getreten bin)

Kommentar von Maarduck
06.06.2016, 01:45

Interessanter Gedanke, danke.

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Kommentar von Karl37
06.06.2016, 07:16

Was hat dein Statement mit der Fragestellung zu tun?

Mir fällt nur eine Antwort ein. Die Verbohrtheit und Besserwisserei, die du mit deinen Worten demonstrierst, hindert die Menschen an einem sachlichen Gespräch.

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Weil die Standpunkte nicht vereinbar sind.
Diskussion und Religion passen nicht zusammen, Religionen stammen aus einer zeit, wo Meinung noch völlig unbekannt war.

Religion ist eben für viele Menschen mehr als eine Meinung. Es ist oft die entscheidende Lebenseinstellung. Kritik an der eigenen Religion geht also häufig richtig an die Substanz. Gerade wenn Argumente fehlen, wird dann auch mal zu anderen Mitteln gegriffen, um die Grundlage des eigenen Lebens zu verteidigen.

Vielleicht, weil diesen Leuten die Argumente ausgehen, sie sich angegriffen fühlen oder sie das Argument des Gegenübers nicht für richtig oder unsinng halten. :/

weil die meisten so verblendet sind das sie den schwachsinn religion verteidigen wie ihr eigenes leben es darf keinen zweifel geben niemanden der hinterfragt oder kritisiert extrem ist es bei muslimen, zb bei christen ist es nicht mehr so extrem da hab ich schon einige gute und interessante diskussionen führen können

Kommentar von lubbeldibatsch
06.06.2016, 00:47

Hmm also in meinen Augen ist es auch "Schwachsinn", aber ich würde deshalb keinen Gläubigen angreifen oder verurteilen. Für mich ist es halt der totale Schwachsinn, aber wenn die anderen ihr Leben damit bereichern können, freut mich das für sie. Man muss doch nicht alles nachvollziehen können.

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Zu einer Religion gehört nunmal ein Alleingeltungsanspruch und die Überzeugung, dass das, woran man glaubt, auch wahr ist. Wie soll man also da sachlich diskutieren können?

Weil diejenigen, welche sich über die anderen aufregen, selbst gerne Öl ins Feuer gießen.

Kein »agree to disagree« möglich, nur die eigene Meinung zählt. Je schneller man unsachlicher werden kann, desto zufriedener sind manche der »Diskussionsteilnehmer« anscheinend.

Weil es schwierig ist "sachlich" zu diskutieren, wenn die Aussagen der einen Seite nicht belegbar sind.

Einfach : Intoleranz & Respektlosigkeit

So viele Meinungen...

Einmal die Religionen, die alle von ihrer einen Religion überzeugt sind und dann die anderen noch dazu, die glauben Religion ist Schwachsinn^^

Unterschiedliche Meinung, keiner kann mit Argumenten Diskutieren, weil die einen Argumente aus der Bibel nicht aktzeptieren,...

Deisten, Atheisten, etc. berufen sich auf Wissenschalftliche Fakten, die aber bei Gläubigen wenig auf aktzeptanz stoßen...

Und schon hab ich meine Meinung mit einfließen lassen.

Kommentar von lubbeldibatsch
06.06.2016, 00:49

Eigene Meinungen sind doch erlaubt. Wie ich hier gerade in einem anderen Kommentar schon geschrieben habe, halte ich den Glauben an egal welche Religion auch für absoluten Blödsinn. Das ist aber nur meine Meinung - sollen die anderen doch ihren Gott anbeten, wenn es ihnen irgendwas bringt. 

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das kann nur das Phänomen Dummheit sein :/

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