Frage von Sudelnuppexxl, 137

Wieso als Geschädigter nochmals selbst Strafantrag stellen bei bereits angezeigter Unfallflucht?

ich habe am 01. Oktober 2015 auf einem Supermarkt- Parkplatz geparkt um einzukaufen. Nachdem ich wieder zurück kam, hat mich ein Zeuge darauf aufmerksam gemacht das ein anderer PKW beim Einparken meinen PKW gestriffen hat. Der Fahrer sei ausgestiegen, hat sich den Schaden angesehen und hat beschlossen an einer anderen Ecke des Parkplatzes zu parken. Der Zeuge konnte mir den "neuen" Parkplatz und den PKW zeigen. Mit den Kontaktdaten des Zeugen, Bilder von der Örtlichkeit sowie der beiden beschädigten PKW erstattete ich Anzeige bei der Polizei. Nun erhalte ich seitens der Polizei heute (Ende Januar 2016) ein Schreiben mit dem Formular eines Strafantrages gegen den Unfallverursacher. Nun bin ich überzeugt, dass der Unfallverursacher den Schaden bemerkt hat und absichtlich abgehauen ist. Insofern werde ich den Antrag stellen. Aber soweit ich weiß, ist doch Unfallflucht ein Delikt, welches der Staatsanwalt verfolgen muss wenn er davon Kenntnis erlangt. Das dürfte mit meiner Anzeige geschehen sein. Weshalb muss/sollte ich nun nochmal selbst einen Strafantrag stellen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von furbo, Community-Experte für Polizei, 103

Es ist immer wieder gut einen Strafantrag zu stellen. Bei Offizialdelikten ist er entbehrlich. Sollte sich aber aus irgendwelchen Gründen herausstellen, dass die angezeigte Tat nur ein Antragsdelikt ist, so liegt der Antrag bereits vor. U.U. wäre die Antragsfrist schon verstrichen.

z.B irrte sich bei einem Diebstahl der Geschädigte über die Schadenshöhe, sie war wesentlich niedriger als anfangs angenommen,  so dass aus Offizialdelikt ein Antragsdelikt wurde. Und wenn dann die Frist verstrichen ist...

Abgesehen davon signalisiert ein Strafantrag, dass der Geschädigte die Bestrafung will. 

Expertenantwort
von Dommie1306, Community-Experte für Polizei, 90

Furbo hat schon eine gute Antwort abgegeben.

Als Ergänzung noch:

Wie du schon richtig gesagt hast, ist die Unfallflucht ein Offizialdelikt und wird von der Staatsanwaltschaft auch ohne Strafantrag verfolgt.

Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass die meisten Unfallfluchten auf einem Parkplatz eingestellt oder gegen eine Geldauflage eingestellt werden. Gerade um sowas zu vermeiden geben wir in der Regel dem Geschädigten die Möglichkeit, Strafantrag zu stellen um seinen Verfolgungswillen der Straftat zu untermauern.

Kommentar von Tarzan03 ,

Trotz das ich gegen meinen Unfallflüchtigen Strafantrag gestellt hatte, im Oktober 2015. Kam gestern ein Schreiben von der Staatsanwältin. Sie hat das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt. Ich verstehe die Welt nicht mehr.

Schadenssumme 1586 €. + Gutachter + Ersatzwagen 225 € 

Begründung der SA. Die Unfallflüchtige sie nicht vorbestraft. Sie ginge von keine Wiederholung solcher Tat aus. 

Das ich als Geschädigter 6 Wochen mit einem Kaputten Auto durch die Gegend Fahren musste, weil die Unfallflüchtige den Schaden ihre Versicherung nicht gemeldet hat, obwohl sie die Tat der Polizei gegenüber zugab. Schein nicht zu zu Interessieren. Genau so wenig,wie das wenn ich keine Zeugen die sich bei mir gemeldet haben nicht gehabt hätte. Auf den Kosten sitzen geblieben wäre.

Ich hab der SA gestern einen Brief geschrieben, das wenn ich mal in meinen Leben einen Mitbürger 1586 € Schaden verursache und mich aus der Verantwortung stehle. Ich mich auf Sie berufe. 

DEN ICH BIN AUCH NICHT VORBESTRAFT.

Ihr glaubt gar nicht wie ich Ko............könnte. Ich habe ja schon immer vermutet, das hier mehr Sorgfalt auf das Wohlergehen von Straftätern gelegt wird. Aber das die hiesige Justiz ein solcher Sauhaufen ist, hätte ich nicht gedacht. 

Und so verfahre ich jetzt auch. Bis heute habe ich in meinen Leben 52 Jahre, noch nie jemanden einen Schaden zugefügt. Passiert mir das jetzt in Zukunft. Pech gehabt. Ich weis nichts, ich sehe nichts,ich höre nichts. Und sage dann dem Richter oder dem Staatsanwalt. Leck mich mal am A......... ich bin nicht Vorbestraft. 

Das die Staatsanwältin auf meinen Brief antwortet klaube ich auch nicht. Diese Spezies lebt in einer anderen Stratosphäre. Ich könnte ja jetzt noch eine Beschwerte an deren Vorgesetzten Oberstaatsanwalt schreiben. Aber nah ja. Geschenkt. Ich weis jetzt was ich von diesen rechts Verbrecher Staat halten soll. 

In dem Sinne 

Gruß  

Kommentar von Dommie1306 ,

Hallo,

ich kann mir vorstellen, das du ziemlich sauer bist.

Aber ich denke ich weiß auch, wieso das Strafverfahren eingestellt wurde: Du sagst ja, dass dein Unfallgegner den Unfall zugegeben hat? In dem Fall vermute ich mal, dass das der ausschlaggebende Punkt war.

Deinen Schaden hast du ja bereits von der Versicherung erstattet bekommen?

Also wäre selbst bei einem Strafbefehl wohl kaum mehr als ~400€ Geldstrafe für deine Unfallverursacherin herausgekommen... die ja nicht mal du, sondern der Staat kassiert hätte. Klar, ich persönlich mag weder privat noch dienstlich Unfallflüchtlinge... aber ich würd sie jetzt auch nicht so sehr kriminalisieren...

Das ich als Geschädigter 6 Wochen mit einem Kaputten Auto durch die Gegend Fahren musste, weil die Unfallflüchtige den Schaden ihre Versicherung nicht gemeldet hat, obwohl sie die Tat der Polizei gegenüber zugab. Schein nicht zu zu Interessieren.

Richtig, das interessiert nicht, weils nur eine zivilrechtliche Angelegenheit ist :-)

Also wie gesagt: Ich kann dich komplett verstehen, aber ich würde mir an deiner Stelle deswegen keinen Kopf machen. Du hast ja jetzt unterm Strich keinen Schaden und ich bin mir sicher, dein Unfallgegner wird absofort bei jedem noch so kleinem von ihm verursachten Schaden sofort die Polizei rufen (zu Recht).

Kommentar von Tarzan03 ,

Hallo Dommie1306, nun ja. Der Unfallgegner hat den Unfall erst zugegeben, als bei ihr die Polizei vor der Tür stand. Den Unfall selbst haben wir nicht mal gleich bemerkt. Erst als zwei Zeugen bei uns erschienen. Und uns die Bilder - Filme des Geschehen zur Verfügung stellten. Etwas nicht ganz legal bin ich dann über das KFZ - Zeichen an den Halter ran gekommen inkl. Adresse. Daraufhin bin ich zu der Unfallflüchtigen und wollte es eigentlich im guten klären. Sie kam mir sehr patzig entgegen, und sagte das wird der AW klären. Erst dann bin ich mit dem Bildmaterial zur Polizei und habe Anzeige erstattet. Darauf hin ist die Polizei zu ihr, wo sie Wort wörtlich sagte. Ich bin doch nur ganz leicht dran gekommen. 

Was mich so wahnsinnig ärgert, ist die Ungleichbehandlung  von Fall zu Fall. Wäre ich der Unfallflüchtige hätte ich jetzt richtig Probleme. Bei mir würde man mit der vollen härte des Gesetzes antworten. Und ich kann Dir auch sagen warum.Ich bin Sportschütze und damit legaler Waffenbesitzer. ( seit 24 Jahren ) Die kleinsten Vergehen werden gegen uns mit voller Härte geahndet. Bei Unfallflucht hätte ich nicht nur eine Strafe zu erwarten wegen der Unfallflucht. Sondern als erstes wäre ich mal meine Sportgeräte ( Waffen ) los. Und das sofort. Den bei einer Unfallflucht würde ich per sofort nach § 5 Waffengesetz von der Behörte als Unzuverlässig eingestuft. Ich hätte dann 14 Tage Zeit meine Sportgeräte abzugeben. Und könnte sie dann hinterher in jahrelangen Pro zeter vielleicht wieder Einklagen. Wenn die Behörte sie nicht vorher verschrottet hätte. Ersatzlos. Denn die lagern die Dinger nur max. 6 Monate. Der Schaden der mir daraus entstanden wäre belief sich auf rund 25000, € 

Aber das Unfallflüchtige Fräulein spielt ja nur Handball. Verursacht einen Schaden von über 1500 € und macht sich aus den Staub. Als man ihr auf die Schliche kommt meint sie rotz frech, sie sei nur leicht dran gekommen. Ja geht s noch. Und zu allem Verständnis stellt man das Verfahren gegen sie dann noch ein. 

Ich komme mir restlos verarscht vor. Klar, der Schaden ist bezahlt. Nach mehreren Wochen, da die Tusse es noch nicht mal für notwendig hielt wenigstens eine Schadensmeldung an ihre Versicherung zu machen. Um das durchzusetzen musste ich mir einen Anwalt nehmen. Erst dann hat die sich mal erbarmt ihre Straftat zu melden. 

Jetzt fehlt nur noch das ich von irgend jemand eine Rechnung bekomme. AW / gegnerische Versicherung oder was weis ich. Dann Platz hier einigen der A............. Natürlich ganz friedlich.  Den wie gesagt. Ich gehöre zur Bevölkerungsgruppe 2 Klasse. Aus zuvor genannten Gründen. 

Gestern habe ich mal ein Schreiben aufgesetzt. An den zuständigen Oberstaatsanwalt. Den Chef der SA die das verfahren eingestellt hat. Vielleicht hilft das. Jedenfalls gefallen lasse ich mir diese Soft Justiz nicht. Wenn das nicht hilft muss ich mal an die Presse ran. Vielleicht interessieren die sich auch für sowas. 

Gruß 

 

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