Frage von Evelin1993, 99

Wieso ändern sich Menschen?

Wieso ändern sich menschen ? ich höre das von älteren leuten das alles früher anders war die Menschen waren freundlicher kommunaktiver und es gab richtige Freundschaft,und Nachbarschaft , ich Schaue in der Zeitung auf die bilder von 1950 und sehe das alle auf den Fotos glücklicher sind,als heute, heute gibt es das internet und handy jeder hat ein Auto fährt ein Mercedes und hat viel geld aber niemand ist so glücklich wie auf den bildern von 1950 ,wenn ich mit der U-bahn fahre sehe ich viele Gesichter die gestresst drauf sind wieso ist das so was sind die gründe dafür ?

Antwort
von Tasha, 15

Die Menschen ändern sich natürlich mit der Zeit - sie haben andere Gewohnheiten, andere Werte, andere Möglichkeiten. 

Aber früher war eben nicht alles besser!

Früher war sicher manches einfacher, nicht im Sinne von leichter zu bewerkstelligen, sondern im Sinne von weniger komplex. Wenn ich Fotos aus den 70ern/ 80ern sehe, wie kürzlich auf der Homepage eines Ortes, dann sehe ich z.B. viele dreckige Autos am Straßenrand. Vergleicht man die Bilder, die heute dort geschossen wurden, dann sind die Autos viel sauberer und sehen auch stabiler aus. Früher war man mit weniger zufrieden (Möglichkeiten, Besitz). Heute hat man höhere Ansprüche, man weiß, was alles möglich ist, und es wird einem viel stärker als früher eingeredet - durch Werbung und soziale Netzwerke, Blogs etc. - was man alles haben müsste. Früher wurde so ein Druck nur durch Nachbarn erzeugt (oder Freunde), und was die nicht hatte, wollte man auch nicht, weil man oft schlicht nicht wusste, dass es so etwas gibt. Natürlich haben auch viele viel Geld für Unnützes ausgegeben, aber meist wurden Sachen allg. viel länger behalten und genutzt als heute

Bzgl. Freundlichkeit: Ich denke, das ist ein Trugschluss. Ich beobachte, dass die Freundlichkeit in meiner Umgebung von Mitte der 90er bis ca. 2005 sehr schlecht war und jetzt deutlich besser wird. Das heißt, früher sah und erlebte ich oft Menschen, die in der Öffentlichkeit absichtlich unfreundlich zu Fremden waren und sich freuten, wenn sie andere ärgern konnten. Das waren oft ältere Menschen (meist Männer, aber das kann Zufall sein, weil ich vielleicht die Frauen dabei nicht erwischte). Z.B. geschah es oft, dass einem ältere Männer mit dem Einkaufswagen in die Hacken fuhren und sich freuten, wenn sie "getroffen" hatten - weil sie vorbei wollten oder einfach Gelegenheit dazu hatten. Viel öfter als heute beobachtete ich ältere Männer, die sich im Bus einmischten, wenn jüngere Kinder/ Jugendliche anwesend waren - Füße vom Sitz, Taschen vom Sitz, Einmischen ins Gespräch (nie freundlich), Bevormundung, Spitze Bemerkungen. Heute sehe ich das eher selten. 

Mein Eindruck ist, dass durch das Internet und die Gewohnheit, im Internet auch anderen zu helfen und vielleicht mehr mit unterschiedlichen Leuten zu kommunizieren, die man im RL nicht trifft, die Offenheit, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit gestiegen sind. Früher waren viele mürrisch unterwegs. Heute sind viele gestresst, aber wenn jemand Hilfe braucht - kleine beim Einpacken von Sachen ins Auto oder große in einer Notsituation - bietet meistens jemand von sich aus Hilfe an und mockiert sich nicht nur. Natürlich sind Einkäufer und Verkäufer kurz vor Feierabend gestresst.

Früher war es viel verbreiteter, einfach Situationen auszunutzen und sich nicht um Fremde zu scheren (eher um die eigene Familie). Z.B. erzählen mit viele ältere, dass es früher (vor Mitte 90er/ 2000/ 2005 ca.) normal/er war, dass man in eine leeres Geschäft kam, die Angestellten fröhlich miteinander quatschten und man noch blöde angemacht wurde, wenn man eine Frage hatte oder zahlen wollte, so dass man oft wieder raus ging oder lieber nicht fragte. Heute müssen sie lächeln und hilfsbereit sein, das mag erzwungen wirken, führt aber zu mehr Kundenzufriedenheit. Die Haltung "Sie stören gerade!" trifft man eher selten an, wenn man ein Geschäft betritt.

Stress wurde oft durch die Nachbarschaft verursacht. Ich kenne es noch so, dass es feste Zeiten fürs Abendessen gab und man schief angesehen wurde, wenn man eine Stunde zu spät aß. Gegessen wurde um 18 Uhr oder spätestens 19 Uhr, um 20 Uhr war es schon zu spät und es wurde evtl. getratscht. Es gab relativ feste Vorstellungen davon, was man zu den verschiedenen Mahlzeiten essen sollte, und wer davon abwich, wurde auch schief angesehen bzw. das wurde kommentiert (z.B. von den Eltern der Freunde). Meinen (Stief-) Großeltern ging es sehr gut, die hatten eine sehr hohe Rente. Mein Großvater hatte einen angesehen Beruf gehabt, seine Frau war zeitweilig putzen gegangen. Die haben einen Großteil ihrer Zeit geschwiegen oder übers Essen geredet oder sind über sämtliche Nachbarn oder Bekannten hergezogen. Positives wurde eher nicht gesehen, Lob - auch Freude über die Leistungen oder das Glück anderer - war die große Ausnahme, viel lieber wurde hervorgehoben, wer nicht richtig putzt, in der Wohnung die Schuhe anlässt, um 9 frühstückte statt um 8 usw. Das war keine Ausnahme!

Ständig wurde geschaut, wer welche Fehler macht und diese wurden kommentiert oder es wurde angedeutet, dass man deshalb auf die Leute herabsehen dürfte. Eigener Geschmack konnte "gefährlich" sein, weil - vor allem bei Kindern und Jugendlichen, aber auch bei anderen, die wenig Unterstützung hatte - alles schlecht geredet wurde, das man selbst nicht kannte/ tat/ mochte. "Die hat ein Pferd - sie hält sich für was Besseres!" Ich habe gern Englisch gelernt, und einmal zufällig ein Gespräch meiner Oma und ihrer Freundin gehört, die mich nachäfften und sich darüber lustig machten. Das war auch keine Ausnahme, besonders in den früheren Jahrzehnten (meine Mutter kannte solche Situationen auch zuhauf). Motto: Nur nicht abweichen, keine Angriffsfläche bieten. 

Heute ist es eher umgekehrt: Man bekommt Aufmerksamkeit, wenn man möglichst stark abweicht und Exotisches bieten kann (Erlebnisse, Besitztümer, Hobbys, Fähigkeiten).

Zu den glücklichen Menschen auf Fotos: Ein Film hatte 36 Bilder (oder weniger). Der musste entwickelt werden, das kostete recht viel Geld. Man schoss also möglichst keine Fotos, die man später nicht haben wollte. Alltagssituationen galten oft als Verschwendung, vor dem Auslösen kam das obligatorische "bitte lächeln!" oder "Lach doch mal!" Nur wenige kamen auf die Idee, Mama beim Kochen oder die Kinder bei den Hausaufgaben zu fotografieren. Meine Oma war eine Ausnahme, die hat einmal ihre ganze Wohnung fotografiert, und darüber wurde in der Familie dann geredet (sie hatte ein Album mit Bildern sämtlicher Zimmer und Ecken). Heute sind solche Erinnerungen allerdings wertvoll, damals kam das obligatorische "was soll das?"

Vom Schulstart z.B. hatten die meisten das Bilder der Kinder vor der Schule oder vor einer Tafel, auf der das Datum stand. Mehr nicht. Nicht das Bild mit der Schultüte, das Bild in der Klasse, das Bild von der Feier zu Hause (wenn es die überhaupt gab). Also sieht man auf Schulstartfotos das Standard "jetzt-bitte"-Lachen. Heute würde man jede kleine Situation fotografieren und hätte viel mehr Alltagsfotos, auf denen auch gelangweilte Geschwister und wartende Großeltern zu sehen wären.

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Psychologie, 27

Hallo Evelin1993,

ein guter Spruch sagt: "Die Erinnerung malt mit goldenem Pinsel." Das bedeutet, dass man sich später meist an das Schöne und nicht so sehr an das Unschöne erinnert. Die guten alten Zeiten waren jedoch auch nicht immer gut.

Außerdem haben sich viele der Bedingungen geändert, in denen Menschen heutzutage leben. Es herrscht mehr Anonymität, Einsamkeit, Egoismus und Gleichgültigkeit. Aber nicht alle Menschen lassen sich davon 'beeindrucken', sondern bleiben dennoch freundlich und heiter.

Es sagt auch ein bißchen über die eigene Einstellung aus, wenn man überall nur das Negative wahrnimmt. Es gibt durchaus auch Schönes zu erkennen: gehe nur mal in die Natur und beobachte z. B. Tiere genau. Da kann man wieder die Wunder des Lebens erkennen.

Tipp: Lächle - und die Welt lächelt zurück.

Alles Gute

Buddhishi

Kommentar von wobfighter ,

Buddhas Weisheiten?

Kommentar von Buddhishi ,

Woraus meinst Du die zu erkennen?

Antwort
von skyberlin, 39

Das hängt ja auch von der Umgebung ab. In Großstädten und Ballungsgebieten ist das menschliche Verhalten anders, auf auf dem Land.

Ballungsbegiete = Konsum- und Verhaltenszwänge = Enge = persönliche Distanzen überschritten = Abwehr, Rückzug, Verstummmung usw.

Ein guter Text zur Veränderung von Menschen ist natürlich dieser Klassiker:

Hermann Hesse

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe

Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

In andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,

An keinem wie an einer Heimat hängen,

Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,

Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise

Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,

Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde

Uns neuen Räumen jung entgegen senden,

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Kommentar von nowka20 ,

freund, so du einer bist,

so bleib doch ja nicht stehn.

du mußt von einem licht

fort in ein andres gehn.

(angelus silesius)

Kommentar von skyberlin ,

Danke!

Antwort
von PurpurSound, 20

Ob die alle so glücklich waren? Aber sie lebten in kleineren und überschaubaren welten.

Globalisierung, internet und handy: es macht auf dauer krank einer unübersehbaren informationsflut, unpersönlichen kontakten und völlig undurchschaubaren zusammenhängen ausgesetzt zu sein!

In dieser hinsicht waren die umstände für die seelen der menschen früher tatsächlich besser...

Antwort
von Kitharea, 8

Die Wertigkeit der "Dinge" hat sich verändert. Früher war es wichtig und notwendig mit der Familie und Freunden gut klarzukommen wie es in jeder Nachkriegszeit ist wo alles wieder aufgebaut werden muss. Es gibt 4 Phasen, die jede Gesellschaft immer wieder durchläuft.

Aufbau
Wohlstand
Dekadenz
Krieg

Das war schon bei den Römern und Ägyptern so. Aktuell liegen wir irgendwo bei Wohlstand und Dekadenz. Diese beiden Phasen beinhalten Entmenschlichung und bewerten des Menschen nach Zahlen oder Geld wenn du willst. Geld ist das höchste Gut. Die anderen beiden Phasen beinhalten Menschlichkeit als höchstes Gut. Da der Mensch immer nach etwas "streben" will, kann man nur hoffen dass sich das Alles irgendwann mal so weit ausgleicht dass Beides möglich ist gleichzeitig. Das wäre allerdings das 1. Mal in der Weltgeschichte.

Antwort
von kleinefrechemau, 6

Früher erfuhr man Neuigkeiten, indem man sich mit den Nachbarn austauschte, heute schaut man ins Internet. Freundschaft und gute Nachbarschaft gibt es auch heute noch, allerdings schauen heute halt viele lieber auf ihr Handy in der Bahn, während sich die Leute früher eher unterhalten haben. Friede, Freude, Eierkuchen war damals auch nicht, die Menschen hatten auch Probleme und waren nicht immer glücklich. Viel Geld hat heutzutage auch nicht jeder, ganz im Gegenteil, es gibt wenige, die sehr viel haben und viele, die sehr wenig haben - und das war in früheren Zeiten nicht anders.

Antwort
von Metryk, 21

Mir fällt das genaue Wort nicht ein, aber das kann einfach eine verfälschte Sichtweise sein; meine Theorie ist

-Früher wurden lange nicht so viele Bilder geschossen wie heute, und wenn dann zu besonderen Ereignissen = glückliche Menschen auf den Bildern

-Früher war immer "alles besser", man neigt dazu sich an gute Dinge eher zu erinnern da man dies gern tut, wobei negatives eher verdrängt/ vergessen wird

-Ich muss dich enttäuschen, aber nicht jeder fährt heute einen Benz - jedoch sind viele durch einfluss aus den sozialen Netzwerken( Aufmerksamkeit bekommen unglaublich leicht gemacht) sehr auf Materialistische Werte fixiert, was einen auf lange Sicht nicht glücklich machen kann

Ein paar Gedanken dazu zu später Stunde 😁

Antwort
von yujieas, 44

Hatte ich mich auch mal gefragt. Vielleicht liegt es an der Arbeit? Ich fahre seit 4 Jahren mit der Bahn ca. 100 km am Tag und da sind auch alle wie Zombies. Nur aufs Handy oder Tablet oder Laptop gucken und ne Miene ziehen als wären die Hoden abgefallen... und das ist morgens...

Gegen Abend ist es zwar ein wenig besser, besonders Freitags, aber es sind trotzdem noch ein paar Untote unterwegs...

Antwort
von Dahika, 3

Dass die Menschen früher besser waren, sagen die älteren Menschen, seitdem es Menschen gibt.

Antwort
von Hoonicorn, 32

Mehr Arbeit, weniger Geld, da die Preise für alles steigen aber nicht die Löhne und dadurch gibt es diesen Tunnelblick. "Ich muss voran kommen - is so schon schwer - warum mich um andere kümmern wenn sich keiner um mich kümmert". Das Internet und vor allem das Handy tragen ihren Teil dazu bei. Ich gehöre noch zur Generation Kinder ohne Handy aber bin gleichzeitig in der 1. Generation Jugendlicher mit Smartphone gewesen. Früher als Kind bin ich einfach zu Freunden gegangen und hab geklingelt. Dann hat man was gemacht. Ohne Widerrede. 1. hat man sich gefreut und 2. sowieso nichts zu tun. Wenn du heute Whats App schreibst kommt "kein Bock", "keine Zeit" usw. und im Endeffekt hockt jeder zu Hause, tippt am Handy in Whats App statt mal an See zu fahren oder sonstiges. Die Sorgen sind natürlich heute wegen angesprochenen Themen größer als damals aber noch lange kein Grund sich den Spaß verderben zu lassen.

Antwort
von twoepicfaker, 41

Vllt durch die medien die uns alle stressiger machen (die zum teil kaum stimmen)

Antwort
von nowka20, 2

alle 7 jahre ändert der minsch seine einstellung zum leben (wenn seine entwicklung eine fortstrebende ist)

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