Wieso sind 2/3 der deutschen Bevölkerung immer noch antisemitisch veranlagt?

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9 Antworten

Um eine halbwegs seriöse Antwort auf deine Frage geben zu können, müsstest du schon erläutern, woher du diese Größenordnung hast und welche Kriterien zugrunde gelegt wurden, um Einstellungen und Handlungen als antisemitisch einzustufen.

Das ist deshalb wichtig, weil der Antisemitsmusvorwurf eine mächtige Waffe in der Auseinandersetzung mit politischen Gegnern ist.

Vieles wird als antisemitisch diskreditiert, was aber nur Kritik am politischen Zionismus und an der Politik des Staates Israel ist. In dem Moment, wo man eine solche Kritik mit Antisemitismus gleichsetzt, kann man diese Kritik pauschal zurückweisen, ohne sich mit ihr in der Sache auseinandersetzen zu müssen. Gleichzeitig wird der Kritiker als Antisemit gebrandmarkt, womit er zur unseriösen Unperson wird.

In letzter Zeit werden sogar Kapitalismuskritiker als Antisemiten diskreditiert, weil ihre Kritik sich ja auch gegen jüdische Kapitalisten richtet. Linke werden als Antisemiten diskreditiert, weil ihre Kritik sich gegen die Politik des Staates Israel und den Zionismus als Ideologie richtet.

Diesem Muster folgend, wird zunehmend auch der Vorwurf des Antiamerikanismus erhoben, um Kritik am Kapitalismus und der Politik der USA pauschal abbügeln zu können.

Das findest du hier in Deutschland besonders bei den Antideutschen. Wenn ich es beweisen könnte, würde ich behaupten, dass die Antideutschen Produkt eines US-Think-Tanks sind mit entsprechenden Geheimdienstverbindungen an den wichtigen Schnittstellen. Kann ich aber nicht, doch der Verdacht bleibt.

Antisemitismus ist aber eine Spielart des alltäglichen Rassismus. Wie dieser ist er widerlich und völlig inakzeptabel. Er richtet sich gegen Juden, weil sie Juden sind und gegen alles Jüdische, weil es jüdisch ist. Er ist verbunden mit tradierten und von einigen Kreisen sorgfältig gepflegten Vorurteilen über Juden und ihnen zugeschriebenen vermeintlichen Eigenschaften.

Rassismus ist keine genetische Veranlagung, er ist ein Ergebnis von Bildung bzw. dem Mangel daran, der von einschlägigen Kreisen instrumentalisiert wird. Auf besonders fruchtbaren Boden fällt er, wenn wirtschaftliche Krisen sich sozial auswirken und sich diffuse und konkrete Zukunftsängste breitmachen, die sich dann auf "die Anderen" fokussieren.

Der Kampf gegen Antisemitismus kann nur mit dem Kampf gegen Rassismus verbunden werden. Das schließt auch ein, den alltäglichen Rassismus in Israel zu kritisieren, der die Palästinenser trifft.

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Das kommt immer darauf an, was man als antisemitisch wertet. Bei derartigen Studien werden aber meist schon kritische Äußerungen zur Politik Israels, die in dieser Art und Weise bei jedem anderen Staat absolut akzeptabel wären, als antisemitisch gewertet

Und da hört die Seriosität dann schon auf. Kritik an der israelischen Politik ist zunächst mal nicht antisemitisch, auch, wenn "Antisemit!" hier gerne als Totschlagargument benutzt wird, um sich mit der Kritik nicht auseinandersetzen zu müssen. Das hat man so gemacht bei Günter Grass, bei Jakob Augstein, sogar bei Leuten, die selbst Juden bzw. aus einer jüdischen Familie sind(Judith Butler, Norman Finkelstein etc.).

Das ist dann aber kein Beweis für tatsächlichen Antisemitismus, sondern bloß ein rhetorisches Mittel. Und seriöse Studien setzen den Anteil von Personen mit antisemitischen Vorstellungen deutlich niedriger an als 2/3 der Bevölkerung. Dabei ist gewöhnlich von ca. 20% die Rede. 

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Kommentar von earnest
07.11.2015, 15:33

Gehst Du denn hier von seriösen Studien aus, die vom Fragesteller zitiert werden? Das würde ich nicht tun.

Übrigens: Ich hatte in einer Antwort genau DANACH gefragt, nämlich nach einem Beleg für die meiner Ansicht nach völlig überhöhten Zahlen.

Wie Du siehst, steht meine Antwort hier nicht mehr. Mehr möchte ich dazu jetzt nicht sagen ...

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Ich halte diese Zahl für unseriös und unwissenschaftlich. 

Denn:

Wie kam diese zustande, was genau war die Fragestellung in der Untersuchung und wer wurde befragt? Welche Faktoren sind außerdem eingeflossen (z.B. Straftaten mit antisemitischem Hintergrund, Erfahrungen von Menschen jüdischen Glaubens ect.).  Solange die Methodik im Dunkeln liegt, ist diese Zahl nicht ernst zu nehmen.

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Kommentar von nikfreit
07.11.2015, 09:47

Ach so, nur mal zum Nachdenken: Wenn 2/3 der deutschen Bevölkerung antisemitisch ist, dann müsste es in meinem oder deinem Umfeld statistisch eine vergleichbare Anzahl von Menschen geben, die antisemitisch ist. Ich kann das nicht bestätigen, ich kenne nicht einmal einen Antisemiten. Ich treffe hin und wieder auf Menschen, die die Politik Israels kritisieren, aber das dürfte wohl in einer ernstgemeinten Untersuchung keine Rolle spielen.

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Warum verbreitest du solche Lügen?

Es sind schlimmstenfalls nur 20% der Bevölkerung*, nämlich diejenigen, die sich in Deutschland nicht integrieren können und wollen (Nazis, Pegida-Anhänger, AfD-ler, usw.) welche eine antisemitistische Haltung einnehmen. Da spielt auch oft mangelndes Wissen eine Rolle.

Eine Veranlagung, ist etwas, was von Geburt an den Menschen mitgegeben wird. Das hat mit einer Rückständigen Geisteshaltung wie Antisemitismus überhaupt nichts zu tun.

Aber das ist typisch die Masche der Nazis, man stellt scheinbar harmlose Fragen, indenen Behauptungen aufgestellt werden, die jeder Grundlage entbehren, nur um diese peinlichen Randerscheinungen der Gesellschaft (Nazis und Konsorten) so darzustellen, als ob sie die Mehrheit mit ihren kranken Vorstellungen vertreten würden.

*Quelle Antisemitismusbericht des Deutschen Bundestages

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Zunächst ein Mal müssen wir der Tatsache ins Auge sehen dass die DDR nicht mal ihre sozialistischen Brüder aus befreundeten Staaten in ihrer Gesellschaft duldete weshalb diese einkaserniert waren. Obwohl es sich weder um Juden noch um dumme oder faule Menschen handelte. Es handelte sich um Menschen mit in der Regel sehr hohem Fachwissen auf welches die DDR angewiesen war. Dieser Teil der deutschen Bevölkerung las dann auch noch im "Neuen Deutschland" Artikel die nach meiner Wahrnehmung nur so vor rechtsradikalem Gedankengut strotzten. Diese Marke: Wir tollen Deutschen, Freunde des großen Bruders und an seiner Seite erfolgreich für - so habe ich es in solchen Artikeln wahrgenommen - einen hirnlosen Kampf der auf Vorurteilen und Wahnvorstellungen beruht. 

Ja. Ich habe dieses Schmierblatt hier und da zu lesen versucht. Und ich gestehe dass ich diese braune Propaganda unter dem Deckmäntelchen angeblichen Kommunismus in der Regel nicht allzu lange ertragen konnte. 

Nach dem Fall der Mauer wurden die sozialistischen Brüder welche geholfen hatten die Wirtschaft am laufen zu halten schnellstmöglich an Orte in den Westen verbracht da sie da wo sie zuvor gearbeitet hatten in Lebensgefahr waren. Ich habe auf diese Weise Vietnamesen kennen gelernt. 

Juden sind genauso fremd wie Vietnamesen. Es macht für Menschen die wie geschildert geprägt und mit Propaganda vollgemüllt wurden keinen Unterschied. 

Hier im Westen sehe ich eine nicht unerhebliche Ursache im Verhalten der kath. Kirche. Da beißt nach meiner persönlichen Erfahrung und mancher Recherche keine Maus einen Faden von ab. Erst vor wenigen Wochen hat sich der Bischof von Regensburg vor den Mitgliedern seiner Institution hingestellt und öffentlich gefordert ausschließlich zu uns geflüchteten Christen zur Seite zu stehen. Nun mag es verwundern dass ich Muslime mit Juden gleich setze. Aber das Thema ist dass dieser Pharisäer jeden der nicht den Katechismus  als Gebot annimmt "unrein" ist und damit zu meiden. Es wird für ihn nur nach außen hin einen Unterschied machen ob es sich um einen Juden handelt oder um einen Moslem. Und dieser Unterschied wird auch nur dadurch begründet werden dass Rom es so will. Vermute ich mit einigem guten Grund. 

Wir leben in einer Gesellschaft die über sehr viele Jahrhunderte dadurch geprägt wurde dass sie sich ein Mal in der Woche erklären ließ wie sie zu denken und zu handeln hatte. Diese Tatsache konditioniert. Sich von dieser Konditionierung zu befreien bedarf es einigen Mutes für viele Menschen. Und wir sollten nicht dem Fehler verfallen die offizielle politische Haltung mit jener einer Mehrheit der Bevölkerung gleich setzen zu wollen. 

Ich habe vor Jahren in Kreisen verkehrt die durchaus regelmäßigen Kontakt mit Juden und Israeliten hatten und haben. Es erstaunte mich also sehr als mich ein Jude zur Seite nahm und mir erklärte ich sei die erste deutsche Person bei der er keinen Antisemitismus wahrnehme. Dabei waren doch meine Mitmenschen so voller Verständnis wie mir auf den ersten Blick schien. Es waren auf den zweiten Blick nur Plattitüden. Plattitüden die ihn angriffen wenn er auf das Schebna-Dilemma in der israelitischen Politik zu sprechen kommen wollte. So detailliert zu denken war ihnen suspekt. Und vielen auch überhaupt zu denken. Was mich erstaunte angesichts der Titel die sie teilweise trugen. 

Noch zu Judenwitzen: Die besten hörst Du von Juden. Und manche mögen sogenannte Judenversteher wie Antisemitismus erscheinen. Das lässt dann darauf schließen dass sie keine Ahnung vom Judentum haben bzw. haben wollen. Ein wesentlicher Zug des Judentums ist der religionsphilosophische Diskurs. Der dann eben auch mal in einen Witz endet. Wer die Bibel gelesen hat wird davon gelesen haben. Also von diesem religionsphilosophischen Diskurs. 

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Kommentar von incredulus
07.11.2015, 20:07

Der Umgang der DDR mit den Vertragsarbeitern gehört sicher nicht zu den Ruhmesblättern dieses vergangenen Staates, doch gehört es zur Redlichkeit, dieses Kapitel nicht so plump und in der Intention nicht so verlogen darzustellen, wie du das tust.

Die Vertragsarbeiter der DDR, die in Wohnheimen untergebracht waren, Vietnamesen, Mosambikaner und Kubaner, waren von ihren Staaten in die DDR entsandt worden, um dort ausgebildet zu werden und auch, um dort zu arbeiten. Es waren niemals Einwanderer. Deren Wohnsituation hatte weniger ideologische Gründe, als vielmehr praktische Gründe, die zum großen Teil auch dem Wohnungsmangel geschuldet waren. 

Deren Fachwissen, auf das die DDR angewiesen war, haben diese sich in der DDR angeeignet, denn dort wurden sie auch ausgebildet. Deren Perspektive war es nach Ausbildung und Ablauf des Vertrages in ihre Heimatländer zurückzukehren und dort beim Aufbau mitzuhelfen.

... las dann auch noch im "Neuen Deutschland" Artikel die nach meiner Wahrnehmung nur so vor rechtsradikalem Gedankengut strotzten.

Jetzt gehen aber die Pferde mit dir durch. Man kann dem ehemaligen Zentralorgan der SED ja vieles vorwerfen, aber die Verbreitung von rassistischem und rechtsradikalen Gedankengut ganz gewiss nicht. Wenn es anders sein sollte, dann bitte ich um Belege.

Dass nach dem Mauerfall, angesichts der rasant zunehmenden Arbeitslosigkeit infolge der Deindustriealisierung der DDR die ehemaligen Vertragsarbeiter als Konkurrenten im entfachten Verteilungskampf wahrgenommen wurden, ist nicht der DDR anzulasten. Das war Ergebnis des neuen "freiheitlichen demokratischen" Geistes, der mit dem Kapitalismus Einzug gehalten hat.

Ich denke, in Sachen Antisemitismus, bist du genau den Leuten auf den Leim gegangen, die die Keule des diesbezüglichen Vorwurfes schwingen und von einigen Usern in Ihren Antworten hier schon beschrieben wurden.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, natürlich gibt es Antisemitismus und er ist schlimm und inakzeptabel, aber deine "Analyse" der Gründe dafür ist zum größten Teil blanker Unsinn. Das erinnert stark an die hier schon angesprochenen Antideutschen.

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Zwei drittel ?  und das habt ihr in der schule gehört ?  da ist doch irgendwas schief gelaufen .  

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So ein Quatsch. Es gibt vielleicht einen großen Teil der Bevölkerung, der sogenannte Judenwitze macht. Aber das Wort "antisemitisch" beinhaltet eine ganz andere Dimension.

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Kommentar von nailalu
07.11.2015, 01:16

Unter Antisemitismus versteht man größtenteils auch die ''Abwertung von Menschen mit jüdischem Glauben'' ich denke in dem Fall spielt es keine Rolle; wenn es auch nur ironische Judenwitze sind. Zu meiner oberen Frage, so hatte das meine Politiklehrerin zumindest geäußert :$

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Kommentar von Introspektion
07.11.2015, 01:24

Antisemitismus bedeutet Juden als Feindbilder zu haben und die jüdische Religion abzulehnen. Ein Judenwitz hingegen lässt sich unter den Begriff  "latenter Antisemitismus" fassen, denn nicht jeder der einen solchen äußert ist gleich ein Antisemit. Diese subtile Form des Antisemitismus wird aber auch nur von schätzungsweise 20% unserer Bevölkerung vertreten.
Deshalb können die Angaben deiner Politiklehrerin überhaupt nicht korrekt sein.

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Blödsinn. Die Deutschen haben sicherlich dazu gelernt.

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na eher der eingedeutschten Muslime welche Israel hassen.

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