Frage von RazerMouse, 318

Wiederholungstäter nach 10 Jahren?

Hallo

Letztes Jahr im November kam es zur einer Verkehrskontrolle und ergab einen Promillewert von 0,74. Ich erhielt einen Bußgeldbescheid indem stand, dass es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt. 633€ Strafe (Dachte eigentlich 500 aber aufgrund einer verwertbaren Eintragung im Ordnungsregister in Flensburg wurde das Bußgeld dementsprechend erhöht. Glaube wegen Geschwindigkeitsüberschreitung, da gab es vor einem Jahr einen Punkt.), 2 Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot. den Führerschein habe am 19.01.2016 abgegeben und nach einem Monat wurde er mir wieder zugeschickt. Ich durfte also wieder fahren. Heute 23.02.2016 bekam ich aber ein Schreiben vom Verkehrsamt mit der Anordnung zur MPU(Dort wurde ich aufgefordert bis zum 22.02.2016 ein Gutachten(MPU) vorzulegen. Der Brief wurde am 19.02.2016 erstellt.) Begründung im Jahr 2005 fuhr ich mit 1,39 Promille ein KFZ und das ohne Fahrerlaubnis (Ich machte zu dem Zeitpunkt meinen Führerschein). Ich stellte die Fahrschule ein und es kam zum Gerichtstermin. Der Richter verordnete ein Bußgeld und meinte warum ich meinen Führerschein nicht weitergemacht habe. Ich dachte das ich das nicht darf o.O Naja ich führte dann meine Fahrschule weiter und bestand. Bekam aber den Führerschein erst 06.2006 ausgehändigt. Ich musste damals aber keine MPU machen!!! Es gab nur eine 10 monatige Fahrsperre. Jetzt meine Frage ist das nicht verjährt zumal ich damals keine MPU machen musste? Und wie soll ich ein Gutachten beibringen, wenn man mir den Brief erst am 23.02. zustellt( per Einschreiben) obwohl ich schon zum 22.02.2016 ein Gutachten vorlegen soll???

Expertenantwort
von nancycotten, Community-Experte für MPU, 217

Hallo RazertMouse,

die rechtliche Seite ist nicht unbedingt mein Steckenpferd, aber...aus meiner Sicht stellt es sich so dar:

2005 hast du eine Straftat unter Alk. begangen (1,39‰). Diese bleibt für 10 Jahre gespeichert. Eine MPU war zu diesem Zeitpunkt in allen Bundesländern erst ab 1,6‰ vorgesehen, darum hast du keine machen müssen.

Hinzu kam eine isolierte Sperrfrist (da du noch keinen FS hattest), welches noch eine 5-jährige Anlaufhemmung bis zur Tilgung der Tat, hinzufügt.

Nun hast du eine weitere TF begangen (OWI) und somit sind beide Fahrten verwertbar und die MPU-Aufforderung ist völlig legitim. Das heißt auch, dass du bei der MPU zu beiden Taten befragt wirst und es auch zu Fragen zum damaligen FoF kommen kann.

Du solltest dich sehr gründlich (am besten mit fachlicher Hilfe) auf die Begutachtung vorbereiten. Des weiteren musst du dich mit deinem Alk.konsum auseinandersetzen. Bei Wiederholungstätern wird oftmals eine einjährige (belegte) Abstinenz vorausgesetzt - ob das in deinem Fall erforderlich ist, kann ich von hier aus aber nicht beurteilen.

Deine Promillewerte an sich waren eher moderat, trotzdem kann eine größere Problematik dahinterstecken...

Warum die FSSt. ein falsches Datum eingesetzt hat kann ich nicht sagen (Tippfehler?), denn es wird idR eine Frist von 3 Monaten gegeben. Da solltest du einfach mal deinen SB anrufen und das klären.

Gruß Nancy

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