In einer spektakulären Entscheidung z.B. hat das Oberste Gericht der kanadischen Provinz Ontario einen 62-jährigen Kanadier vom Vorwurf des Mordes freigesprochen - 48 Jahre nach der Tat. Wie will man das wiedergutmachen? Gibt es einen Jahressatz (z.b. 10000 Euro), der mal 48 genommen wird und denkt, jetzt ist alles gut? Willkürlich ein Leben zerstört. Kann man nichts dagegen tun?
Also wenn einer wirklich unschuldig im Gefängnis war kann man das auch mit Geld nicht mehr gut machen. Das Leben ist zerstört.

Mit Geld kann man so etwas nicht aufwiegen. Ungerecht ist nur, das der jenige, der eigentlich sitzen sollte, sein Leben normal draußen leben konnte.
Knowledge am 31. August 2007 20:48 Wenn es einen gibt. was ist aber, wenn ein Richter (ohne tatsächlich Schuldigen) so entschieden hat? Sollte er dann in den Knast?

Das steht im "Gesetz über die Entschädigung für Strafverfolgungsmaßnahmen (StrEG)" ; das wären nach § 7 III StrEG 11,00 € pro angefangenen Tag der Freiheitsentziehung, sofern die Strafverfolgungsmaßnahme nicht gem § 6 StrEG selbst herbeigeführt wurde (s.dort); dazu würde z.B. schon bei U-Haft auch zählen, wenn der Beschuldigte/Verdächtige schon während der U-Haft es unterlassen hat, gegen die U-Haft Rechtsmittel z.B. Haftprüfung beantragt oder Haftbeschwerde eingelegt zu haben, selbst wenn er unschuldig war und freigesprochen wurde! Soweit nach Deutscher Rechtsprechung. Für andere Staaten gilt anderes Wiedergutmachungsrecht.
Das kann kein Geld der Welt wiedergutmachen würde ich sagen.
Es kann dem Betroffenen lediglich die letzten Jahre etwas angenehmer machen.

Man kann nur hoffen, keinem Schwarzenegger als "Gourverneur" anheimgefallen zu sein, der dann in seiner grenzenlosen Weisheit das Gnadengesuch ablehnt! Die Entschädigung für eine solche Zeit kann gar nicht hoch genug ausfallen. Hier müßten alle persönlichen Ausgaben auf Lebenszeit vom Staat getragen werden. Eine Millionenabfindung zu Gunsten lachender Erben fände ich nicht gerechtfertigt!

In Kanada (und/oder USA) wird ihm im Regelfall ein Vergleich angeboten, da die Angst der Behörden vor Klagen sehr groß ist. Das Geld aber nie annehmen, vor allem wenn es sowieso angeboten wird. Man hat bessere Chancen noch mehr einzuklagen. Das Leben ist aber wohl dahin, das ist klar.

Vor wenigen Tagen wurde in den USA auch ein Mann entlassen, der 18 Jahre wegen angeblichen Kindesmissbrauchs gesessen hatte und dessen Unschuld jetzt durch einen DNA-Test nachgewiesen worden war - das gibt es sicher noch viel häufiger.
Geld ist hier sicher kein Ersatz, aber in den USA gibt es in solchen Fällen wenigstens "richtig" Geld und nicht solche kümmerlichen Beträge wie in Deutschland.

In diesem speziellem Fall den Du aufführst , ist der "Täter" mit 14!! Jahren zum Tode verurteilt worden . Todesurteil wurde nach kurzer Zeit aufgehoben und in lebenslängliche Haft umgewandelt . Der " Täter " wurde nach etwa 10 Jahren auf Bewährung entlassen und konnte ein einigermaßen normales Leben führen . Das ist zwar alles schon schlimm genug , aber er hat nicht 48 Jahre im Knast gesessen .