Frage von janina1704, 166

Wiedereinstellung verweigert, ist das so in Ordnung, kann ich dagegen nichts weiteres tun?

Hallo, im Jahr 2014 lief mein Arbeitsvertrag ganz normal aus. Ich war schwanger und bekam im August 2014 eine Tochter. Jetzt habe ich mich wieder in der Firma beworben, wurde vom Marktleiter auch angenommen. Aber die Zentrale stellt mich nicht ein, da mein alter Chef als Grund für das nichtverlängern meines Vertrags nannte, dass ich mich zum Negativen entwickelt hätte. Ist das so in Ordnung, kann ich dagegen nichts weiteres tun? Vielen Dank im voraus :)

Antwort
von marcussummer, 96

Ein Wiedereinstellungsanspruch besteht grundsätzlich nicht, da nach der Ausgangsfrage keine Wiedereinstellung zugesichert wurde. Die Überlegung des Chefs, eine Neueinstellung wegen angeblich negativer Entwicklung nicht vorzunehmen ist insofern in Ordnung.

Im Einzelfall könnte man aber möglicherweise versuchen, im Verhalten des Chefs Anhaltspunkte für eine zum Beispiel geschlechtsspezifische Diskriminierung zu finden und darauf aufbauend eine Entschädigung geltend zu machen. Derartige Anhaltspunkte sind in der Ausgangsfrage aber aus meiner Sicht noch nicht enthalten.

Kommentar von janina1704 ,

Das ist eine große Supermarktkette die Firma. Der Filialchef der mich jetzt einstellen wollte, hatte mir ja eine mündliche Zusage erteilt. Nur die Firma meinte dann, weil der alte Chef in meine Akte negatives reingeschrieben hatte, dass die Zentrale mich nicht mehr annimmt. Der alte Chef ist nun auch nicht mehr bei der Firma, da er gekündigt würde. Also besteht keine Chance mit ihm das ganze persönlich zu Besprechen. Naja vielen Dank trotzdem

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeitsrecht, 38

1.)Die kalendermäßige Befristung eines Arbeitsvertrages ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes ist bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig; bis zu dieser Gesamtdauer von zwei Jahren ist auch die höchstens dreimalige Verlängerung eines kalendermäßig befristeten Arbeitsvertrages zulässig.

2.)Eine Befristung nach Satz 1 ist nicht zulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber bereits zuvor ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat.

3)Durch Tarifvertrag kann die Anzahl der Verlängerungen oder die Höchstdauer der Befristung abweichend von Satz 1 festgelegt werden.(§ 14 Abs.:2 TzBfG)


Kommentar von Nightstick ,

Und was will uns das für diesen konkreten Fall jetzt sagen?

Ich beantworte es selbst: Dass das Unternehmen die Fragestellerin
unbefristet einstellen müsste. Und das wird es unter den genannten
Umständen wohl nicht tun.

Meine Einschätzung: Der Zug ist abgefahren, und eine Klage vor dem zuständigen Arbeitsgericht (gleich mit welcher Begründung) wäre erfolglos.

Antwort
von AnReRa, 49

Ich fürchte Du kannst nicht wirklich was dagegen tun, weil der Arbeitgeber sich den Arbeitnehmer nun mal aussuchen kann.
Auf Mutterschutz kannst Du Dich nicht berufen, weil der Arbeitsvertrag ja (wie Du geschrieben hast) schon vor oder im Mutterschutz ausgelaufen ist.

Sagen wir mal so, es ist sicher nicht in Ordnung, wenn Du das als Ablehnungsgrund mitgeteilt bekommst, aber der Sache nach ist es wohl okay.
Einzig der jetzige Marktleiter könnte - wenn er den will - noch etwas tun, z.B. indem er begründet (z.B. durch die Meinung anderer Kollegen gestützt) warum Du trotzdem geeignet bist. Ggf. in Form einer Probezeit um Dich beweisen zu können.

Viel Erfolg ...

Antwort
von Bartstoppel1902, 58

Es kommt in erster Linie auf dein Zeugnis an und auf den momentanen Marktleiter.
Wenn du ein gutes Zeugnis hast, stehen die Chancen ganz gut das du mit einer Klage durch kommst. Aber probier es erst einmal mit reden.

Wenn du ein gute Zeugnis bekommen hast, dann hast du vor Gericht ganz gute Chancen. Eine WIedereinstellung ist damit aber nicht garantiert. Es könnte auch sein das du nicht mehr rein kommst aber z.B. eine Abfindung bekommen würdes wenn du den Richter davon überzeugst das der Betrieb dich nicht weiterbeschäftigt hat, weil du Schwanger warst. Dies wäre gegen das allgemeine Gleichstellungsgesetz.

Kommentar von janina1704 ,

Mh da werde ich mich wahrscheinlich nochmal an die Zentrale wenden müssen. Das er mir eins reindrücken wollte ist ziemlich offensichtlich, da er mich nach Bekanntgabe meiner Schwangerschaft auf gewisser Art und Weise versuchte zu mobben. Da hat mir damals meine Frauenärztin ein Beschäftigungsverbot ausgeschrieben. Irgendwo ja auch klar, dass er dann nur negatives als Grund für keine Vertragsverlängerung nennt. Ich wäre ja anschließend noch in Elternzeit etc gegangen

Kommentar von Bartstoppel1902 ,

Irgendwo ja auch klar, dass er dann nur negatives als Grund für keine Vertragsverlängerung nennt.

Sowas darf im 21. Jahrhunder in Deutschland nicht klar sein.

Ich bin zwar ein Mann und kann nicht betroffen werden, doch finde ich es ein Unding.
Am besten kramst du dir mal alles raus was du schriftlich hast und sprichst mit einem Anwalt oder Rechtsberatung, falls du nicht wiedereingestellt werden kannst.
Aber wenn du so gut wie keine schriftlichen Unterlagen hast, kann es schwierig werden. Meiner Meinung nach aber trotzdem ein Versuch wert.

Kommentar von janina1704 ,

Ich werd aufjedenfall mal alles zusammen suchen. Eventuell kann meine Frauenärztin mir ja noch was ausstellen, weshalb ich damals in das Beschäftigungsverbot ging. Sie hat ja alles in meiner Akte. Dann nehm ich das mal in Angriff. 
Herzlichen Dank nochmal :) 

Kommentar von Bartstoppel1902 ,

Gerne, wenn es dir nichts aus macht kommentier mal wieder Stand ist. Würde mich interessieren.

Antwort
von KeinName2606, 36

Nö, du kannst nichts  tun. Du hast dort mal gearbeitet  und es gibt keinen Grund, dass sie  dich wieder wollen. Und wenn der Marktleiter das endgültige Wort hat, ist das eben so.

Antwort
von KaeteK, 39

Seh es positiv, so hast du mehr Zeit für deine kleine Tochter.

Allerdings scheint die Frist abgelaufen zu sein  http://www.karriereakademie.de/karriereblog/arbeitszeugnis-frist

Antwort
von Maximilian112, 64

Dein Arbeitsvertrag war ein befristeter und besteht nicht mehr wenn ich das richtig verstehe. 

Du kannst keinen Betrieb zwingen, Dich einzustellen. Der Grund ist da nicht relevant.

Kommentar von Bartstoppel1902 ,

Wenn der Grund nachweisbar gegen das AGG verstöst ist der Grund schon relevant.

Kommentar von Schnoofy ,

Ich neige dazu Dir zuzustimmen.

Antwort
von Mewchen, 58

Hast du dir kein Arbeitszeugnis ausstellen lassen?

Kommentar von janina1704 ,

Ich wollte eins haben, aber habe nie eins bekommen. 

Kommentar von KaeteK ,

Dann bestehe darauf - es steht dir zu. Du kannst das Zeugnis prüfen lassen. So hast du noch etwas mehr Zeit für deine Tochter - hat auch was für sich. Sie ist ja noch sehr klein. lg

Kommentar von janina1704 ,

Danke sehr :)

Kommentar von Maximilian112 ,

Bei der bisherigen mündlichen Auskunft, warum sollte sie sich noch schriftlich geben lassen welcher Meinung der Betrieb ist? Benutzen könnte sie das Zeugnis sowieso nicht.

Kommentar von KaeteK ,

Sie hat ein Anrecht darauf und in einem Zeugnis dürfen keine negativen Dinge stehen. Sie kann das Zeugnis überprüfen lassen.

Kommentar von Bartstoppel1902 ,

Der Anspruch verfällt mit der Zeit und wenn niemand mehr da ist der Ihre Leistung von damals heute, fast 2 Jahre später noch beurteilen kann und darf, wird Sie auch vor dem Arbeitsgericht schlechte Karten haben.

Kommentar von Mewchen ,

Deswegen meine Frage, ob sie sich hat keines ausstellen lassen.

Kommentar von Nightstick ,

Aufgrund des Zeitablaufs hat sie jedoch immer noch das Recht auf ein einfaches Arbeitszeugnis (ohne Führung und Leistung). Rechtsgrundlagen: §§ 109 GewO, 630 BGB, 195 BGB.

Dies sollte sie jetzt unverzüglich (schriftlich und nachweislich) anfordern, ansonsten sind ihre Bewerbungsunterlagen unvollständig!

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