Frage von sophiekoopmann, 21

Wieder wegziegen wegen spezieller Art der Ausbildung?

Hey! :) Ich (20) habe vor kurzem mein einjähriges Fachabitur abgebrochen, da es mir leider zu schwer wurde. :/ Deswegen war ich für ein paar Monate in Dresden, in der Nähe von Verwandten. Zurzeit wohne ich wieder bei meinen Eltern, in einer Stadt in der Nähe von Potsdam. Nun möchte ich ab dem nächsten Schuljahr eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin machen, also mit Behinderten arbeiten. Das ist ja normalerweise eine unbezahlte, also eine schulische Ausbildung. Es gibt auch in Potsdam und Berlin ein paar gute Schulen für diese. Andererseits gibt es im Harz eine spezielle Ausbildung: Statt drei Jahre dauert sie vier Jahre, hat aber sehr viel Praxisbezug und wird auch schon vergütet. Diese beiden Punkte und auch die schöne Gegend im Harz reizen mich schon etwas. Jetzt nicht, weil ich irgendwie dringend Geld brauche oder so, meine Eltern würden mir das schon finanzieren.... Aber ich habe zurzeit vor, danach noch eine 1,5 - 2 jährige zusätzliche Ausbildung zur Diakonin zu machen. Heißt, ich würde bis zu meinem 25 Lebensjahr kein eigenes Geld verdienen. Ich weiß, dass ist heute etwa fast normales. Aber ich haben eben auch den Wunsch, möglichst bald finanziell unabhängig von meinen Eltern zu werden. Außerdem gibt der viele Praxisbezug bestimmt gute Chancen auf einen ersten festen Arbeitsplatz. Nur die Contra-Punkte sind folgende: Der Ort ist ca. 2h Autofahrt von meinem jetzigen Wohnort weg, also auch weiter weg von Eltern, Großeltern und Freunden. Und ich bin mit meinen Eltern schon zweimal in den letzten vier Jahren umgezogen, ich weiß also, wie das dann mit den Freundschaften ist. Nur die wenigsten bleiben. Aber man merkt auch, wem die Freundschaft wirklich wichtig ist... Und im Harz kenne ich niemanden, wäre total alleine. Eine WG hatte ich auch schon überlegt, aber leider gibt es da wohl keine in der Umgebung. :/ Und es wäre eben niemand wirklich da, wenn es mir mal aus irgendeinen Grund schlecht gehen sollte... In Dresden wäre ich nach meinem Abbruch ohne die Nähe und Hilfe meiner Verwandten total aufgeschmissen gewesen, also emotioanlmäßig ....

Nun zu meiner Frage: Was würdet IHR mir raten? Die guten Chancen dieser speziellen Ausbildung nutzen, dafür aber weg von der Familie, dem doch geliebten Wohnort usw.? Oder lieber bleiben und noch fünf Jahre abhängig sein von den Eltern, dafür aber mehr in der Nähe und alles? Ich weiß, dass diese Diakon-Ausbildung auch berufsbegleitend geht, ich weiß nur nicht, ob ich das beides zusammen packen würde....

Schon mal vielen Dank im Vorraus für eure Antworten! :-)

Antwort
von DODOsBACK, 21

Das einjährige Fachabi (das du vermutlich erst im Spätsommer/ Herbst begonnen hast) hast du hingeschmissen, als es zu anstrengend wurde - nach wenigen Monaten. Schade! Was willst du machen, wenn dir auch die Ausbildung mal schwerfällt? Bei drei oder vier Jahren sind "Krisen" vorprogrammiert!

Ich würde dir raten, zuerst ein bisschen selbständiger zu werden und dein Durchhaltevermögen zu trainieren! Gerade die Arbeit mit Behinderten kann psychisch sehr belastend sein - tu dir selbst einen Gefallen und teste das erst mal in einem Langzeitpraktikum/ FSJ!

Unterstützung kann etwas Tolles sein, wenn Freunde und Familie dir den Rücken stärken und dir auch mal in den Hintern treten. Genau die selben Menschen können dich aber auch lähmen, indem sie dir jeden Kampf, jede Anstrengung und jede mögliche Enttäuschung ersparen wollen. Überleg dir also gut, was DEIN Umfeld macht - und entscheide dann, ob du mit oder ohne "Anhang" besser dran bist.

Und sei (BITTE!!!) ehrlich zu dir selbst: wenn du merkst, dass dich dein "Traum" überfordert - gib ihn erst mal auf! Vieles kannst du auch später noch machen! Vielleicht musst du erst "erwachsen werden" und ein gesundes Selbstvertrauen aufbauen, bevor du dich um ANDERE kümmern kannst...

Kommentar von sophiekoopmann ,

Erst mal danke für deine ausführliche Antwort! :-)

Ich habe in meinem 2. Ausbildungsjahr zur Sozialassistentin dreieinhalb Monate Praktikum in einer Behinderten-Einrichtung gemacht. Also ganz ahnungslos, was da auf mich zukommen würde, bin ich nicht. ;) Auch werde ich ab nächster Woche ein paar Wochen Praktikum in einer Integrationskita ableisten.

Genau das ist es eben. Mal habe ich den Eindruck, dass meine Familie mich unterstützt und dann aber wieder, dass sie mich auf jeden Fall in ihrer Nähe haben wollen. Irgendwo kann ich es ja auch verstehen, schließlich ist es Familie. Aber ich sollte dennoch meine eigenen Entscheidungen treffen.

Und ich mache eigentlich die ganze Zeit nichts anderes außer nachzudenken darüber... Aber ich habe auch schon mal ein Praktikum wegen Buchhändler gemacht und das war zwar auch eine gute Erfahrung, allerdings jetzt nicht soooo meines. Ich selber kann einfach nicht glauben, dass ich wo anders als im sozialen Bereich gut aufgehoben wäre.

Nochmal vielen Dank für deine Antwort und liebe Grüße! :-)

Kommentar von DODOsBACK ,

Ich denke einfach, dass dir noch etliche "Grundlagen" für eigene Entscheidungen fehlen. Deswegen auch die Idee, für ein längeres Praktikum, ein FSJ, als Au Pair oder Work and Travel mal eine Zeitlang auf eigenen Beinen zu stehen. Und dich durchzukämpfen. Wenn du weißt, dass du das schaffst, kannst du die Unterstützung deiner Familie ganz anders "nutzen". Weil sie dann "nur noch" ein Bonus zu deinen eigenen Fähigkeiten ist.

Kommentar von sophiekoopmann ,

Wegen dem Fachabitur: Das war eben auch nicht "nur" das Durchhaltevermögen, sondern auch die schnell schwindende Motivation. Die eben deshalb verschwunden ist, weil mir klar geworden ist, dass icht überhaupt nicht der Typ fürs Studium bin, und nur deswegen wollte ich das Fachabi ursprünglich ja machen. Und dass ich das, als was ich arbeiten will, auch mit einer Ausbildung machen kann. Und eigentlich wurde mir schon oft gesagt, dass ich jemand bin, der weiß, was ich will. Ich hatte vor Jahren mal mit dem Gedanken gespielt, ein Au-Pair Jahr in Schweden zu machen. Allerdings bin ich nicht gerade der beste Sprachtyp, manchmal fehlt mir nur eine blöde Vokabel, die mir dann aber nicht einfallen will. Auch, wenn mir mal von einer Engländerin gesagt wurde, dass mein Englisch okay sei.^^

Kommentar von DODOsBACK ,

Du fängst dein Abi an, um studieren zu können, und gibst es auf, weil du das nicht mehr willst? Vorhin sagtest du noch, es sei zu schwierig geworden! Du wolltest mal als Au Pair nach Schweden, dann hast du beschlossen, dass du es lieber lassen solltest, weil du kein Sprachtalent bist. Auch wenn andere das anders sehen. In deiner Frage schreibst du aber auch, dass du Angst hast, nur 2 Stunden von deinen Eltern entfernt zu sein!

Könnte es nicht vielleicht sein, dass du ein ganz kleines bisschen unsicher bist und dich schnell entmutigen lässt/ dir wenig zutraust? Wenn ich damit falsch liege: entscheide dich für EINE deiner Möglichkeiten und zieh es durch! Wirf eine Münze, wenn sonst nichts hilft, und bring diese Sache dann auch wirklich zu Ende. Ohne wenn und aber!

Viel Erfolg und gute Nacht!

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