Politische Morde sind immer ein heikles Thema. Da könnte man Spanien (ETA) oder Nordirland (IRA) genauso anzweifeln. Leider hängt sich der Fall an einer Geschichte auf, die mittlerweile 90 Jahre her ist ... Ob da genügend aufgearbeitet wurde, ist sehr fraglich... Übrigens für Natinalismus in brutaler und militanter Form lässt sich durch nichts rechtfertigen ...

Die Türkei sollte kein EU-Mitglied werden, aber nicht wegen des Mordes, sondern aus etlichen anderen Gründe.
Hallo Klaus
ich finde es sehr gut dass jemand auch mal politische fraggen stellt, das belebt GF.
Nun zu deiner Frage: Die Türkei sollte nicht nur wegen des Mordes keinen Zutritt zur EU bekommen, sondern auch z.B. wegen der Kurdenfrage, aber auch wegen der in der Politik unmöglichen Basarmentalität (siehe Zypernstreit 2006, nur stückchenweise zugeständnisse).
Meiner Meinung nach: nein. Die Türkei hat noch viel zu viele Probleme mit sich selber (ok, Deutschland auch).
Kommentar zu MicrosoftSam vom 22.1.07, 19:47: Politisch Lied, ein garstig Lied. Leider interessiert den typischen GF-User eher, wie der Teer vom Autolack kommt (in diesem Falle würde ich einen Autolackierer fragen – und nicht GF) als wo unsere Arbeitsplätze in Zeiten der Globalisierung herkommen.
Nein, mit und ohne diesen Mord ist es in jedem Fall zu früh für die Türkei. Es gibt dort noch viel zu tun, Demokratie, Menschenrechte, Wirtschaft etc., bevor dieses Land "europatauglich" ist.
natürlich kann sie das. politische morde sind keine erfindung der türken, in dieser hinsicht hat europa eine auch eigene tradition entwickelt, die heute noch recht lebendig ist.
im übrigen ist es hochgradiger schwachsinn, lieber haase, die frage der mitgliedschaft auf dieses ereignis zu reduzieren. die entscheidenderen kriterien liegen ein paaar etagen höher, nämlich u.a. darin, ob und wie es der türkei gelingen wird mit dem islam und dem neuen nationalismus umzugehen, der übrigens aus frust auf die peinlich hinhaltende verhandlungsstrategie der eu entsteht.
eu ist historisch zwar auch noch das "europa der vaterländer" aber auch abgrenzung gegenüber hurrapatriotismus oder politischem einfluss der religionen. europa ist weder ein christenclub noch missionsgebiet für andere glaubensformen.
und haaase: eigentlich wäre ich kaum auf diese (um-)frage eingegangen, hätte nicht mitglied "heute" sein kategorisches nein gepostet. ein schlichtes ja als kontrapunkt wäre mir einfach zu wenig gewesen.
cc.