Frage von MyPigWhizzles, 69

Wie zwei Hunde aneinander gewöhnen (Welpe und Junghund)?

Hallo!

Meine Frage steht im zweiten Absatz, Problem dabei ist folgendes: Mein Hund (klein, Mischling aus Pekinese und Jack Russell) ist ca 2 Jahre alt und lebte bis zu seinem ersten Lebensjahr bei einem anderen Besitzer, der ihm so gut wie nichts beigebracht hat. Ich habe ihm selbst vieles beigebracht, nur sein extrem aggressives Bellen wenn er Radfahrer, Jogger oder andere Hunde sieht, konnte ich ihm bis jetzt nicht abgewöhnen. Bei Menschen hat er schon mehrere Male bewiesen, dass er keinerlei Skrupel hat, auch in die Beine zu beißen. Bei Hunden ist er ausschließlich an der Leine so aggressiv und eigentlich will er immer hin und spielen, versaut es sich aber jedes Mal wenn er erst alles anbellt, als würde er es direkt fressen wollen. Nun ist bei anderen Mietern meines Hauses ein kleines 16 Wochen altes Chihuahua-Mädchen eingezogen. Jedes Mal wenn wir sie im Garten sehen, in dem sie rumtoben darf, gebärdet sich mein Hund an der Leine als würde er sie fressen wollen. Wenn wir es schaffen, ihn still zu bekommen und sitzen zu lassen, guckt er sie ganz sehnsuchtsvoll an und fiept, weil er ja eigentlich hin will.

Nun zur Frage: Da den Besitzern des Welpen die Situation suspekt ist, ich aber eigentlich noch niemals mitbekommen habe, dass mein Hund einen anderen beißt o.ä., wie soll ich vorgehen um ihn an die Neue zu gewöhnen? An der sicheren Leine hinlassen, an der aber aggressiver ist? Ohne Leine und dabei aber was riskieren? Und wie den anderen Hundebesitzern versichern, dass mein Hund ihrem ohne Leine nichts tut (was ich zu wissen glaube, aber ein wenig Restunsicherheit ist ja irgendwie immer da)?

Ich hoffe stark, mir kann jemand einen guten Tipp geben, wie man diese ein bisschen beängstigende Zusammenführung meistern kann!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Fuchssprung, 34

Du solltest auf jeden Fall mit den Besitzern des anderen Hundes reden. Erkläre ihnen die Situation und sage ihnen was du vor hast und dass du auf deinen Hund Acht geben wirst. Sage ihnen auch dass du es nicht zulassen wirst, dass dein Hund ihren Hund beißt. 

Wenn sie einverstanden sind, legst du deinem Hund einen Maulkorb an. So sind erst einmal alle Beteiligten sicher. Der kleine Hund sollte an der Leine sein und du solltest dir deinen Hund greifen. Halte ihn mit dem Hinterteil an die Nase des kleinen Hundes, so dass der Kleine ihn auf die "richtige" Weise begrüßen kann. 

Eine Begrüßung Schnauze an Schnauze solltest du unbedingt vermeiden! Dabei kann es leicht zu Aggressionen kommen.

Mit seinem Hintern an der Schnauze des Kleinen zeigst du deinem Hund auch gleich, dass der Kleine keine Beute ist über die man einfach herfallen kann. Er muss dieses Begrüßungsritual über sich ergehen lassen, auch dann wenn er gern etwas anderes mit dem Kleinen machen würde. Es tut ihm nicht weh, zeigt ihm aber einen anderen Weg einen fremden Hund zu begrüßen und es zeigt ihm auch dass dieser Kleine nicht gefährlich ist.

Nach dem Begrüßungsritual solltest du deinen Hund ebenfalls an der Leine führen. Gemeinsam mit deinen Nachbarn und ihrem Hund solltet ihr einen langen Spaziergang unternehmen. Dabei gehst du und dein Nachbar neben einander. Beide haltet ihr eure Hunde mit der äußeren Hand, so dass genug Platz zwischen den Hunden bleibt und sie sich nicht erreichen können.

Während ihr jetzt zusammen geht, können sich die Hunde sehen. Beide sind sich nah, aber noch nicht zu nah. Sie sehen dass der andere nicht gefährlich ist und nicht angreift. - Sollte dein Hund da nicht mitspielen und versuchen den Kleinen anzugreifen, musst du ihn sofort korrigieren. Das ist notwendig, denn sonst glaubt er dass du mit seinem Verhalten einverstanden bist.

Wenn die Hunde eine Weile mit euch gelaufen sind, solltest du die Leine von deinem Nachbarn übernehmen und in jeder Hand einen Hund führen. Du verringerst damit den Abstand zwischen den Hunden. Wenn du dir irgendwann sicher bist dass es klappt, kannst du beide Hunde mit einer Hand führen. Jetzt laufen sie Kopf an Kopf. 

Von diesem Augenblick an, wird sich dein Hund nicht mehr gegen den Kleinen wenden und versuchen ihn zu beißen. Denn der Kleine hat sich als vertrauenswürdig erwiesen und gehört jetzt zur "Familie". 

Nach dem Spaziergang kannst du den Maulkorb abnehmen und die Hunde dürfen unter strenger Aufsicht ohne Leine mit einander spielen. Normalerweise sollte dein Hund auch jetzt nicht ausflippen und den Psychopathen spielen. 

Expertenantwort
von jww28, Community-Experte für Hund, 33

Hi,

das liest sich leider nicht so Dolle, was ich etwas vermisse in deinen Text, sind positive Sachen mit denen man da arbeiten könnte. Möchte daher auch mal was fragen :) Wie sind die Begegnungen mit anderen Hunden, spielt er auch mit anderen Hunden und hat Kontakte die gut gehen? Oder wäre der Chihuahua nun das erste "Versuchsopfer"? 

Und was du als sehnsüchtig beschreibst, kommt mir etwas merkwürdig vor, das fiepen kann genauso von absoluter Aufregung kommen, entscheidet wäre da wie er guckt und wie seine Körpersprache ist. Es kann nämlich auch sein das das keine Freude ist, sondern er da hin will um den kleinen zu zeigen was ne Harke ist, ihn also wirklich angreifen will. Grad weil ja auch eine gute Portion Jagdhund drin ist würde ich das nicht ausschließen, sollte er dabei sogar zittern kann ich nur davon abraten, 

Wenn euer Hund nicht sozialisiert ist, sollte man auch nicht unbedingt mit wehrlosen Welpen anfangen zu üben, sondern einen gesetzten, ruhigen Hund vorziehen der fertig sozialisiert ist und auch mal Grenzen setzen kann wenn es ihm viel viel zu bunt ist. Wenn das gut geht und die Grundregeln gelernt sind kann man ihn auch an Welpen lassen, im Moment besteht einfach die Gefahr das euer keine Grenzen und auch keine Selbstbeherrschung kennt, das kann für den Welpen schlecht ausgehen, weil er es auch noch nicht besser weiss. Wenn ihr da Frieden nur schaffen wollt, frag doch einfach mal ob ihr zusammen Gassi gehen könnt, so das die beiden erstmal lernen nebenher zulaufen, ohne zusätzliche Aufregung. 

Kommentar von MyPigWhizzles ,

Wir gehen in die Hundeschule und in den Gruppenstunden sind noch 3 andere kleine Hunde, mit denen er spielt. Das heißt, wenn er nicht an der Leine ist, geht er auf Hunde zu und freundet sich mit ihnen an, manchmal bellt er aber auch da erst und ist dann nett. An der Leine ist er sehr aggressiv. Wenn ich ihn dann von der Leine nehme, sieht es meistens so aus, dass er bellend hinrennt, sofort aufhört wenn er bei dem anderen Hund ist und irritiert drumrum springt. Er ist sozial extrem grobmotorisch. Im Prinzip ist es so, als würde ich schimpfend auf eine Person zugehen und dann versuchen, sie noch zu einem netten Plausch zu überreden. Und das würde natürlich nicht funktionieren, die andere Person hätte überhaupt keine Lust mehr auf mich nachdem ich mich erst aufgeführt hätte wie ein Schwein. In genau diese Situation kommt mein Hund ständig: Erst macht er Stress, will dann doch spielen, aber die meisten anderen Hunde haben dann keine Lust mehr auf ihn. Diejenigen in der Hundeschule waren zu dritt und kannten sich gegenseitig schon, er war der Neuling. Ich schätze, dass sie deshalb geduldiger mit ihm waren und ihn trotzdem als Spielgefährten angenommen haben. 

Kommentar von jww28 ,

na das liest sich schon mal besser :) wenn das mit anderen funktioniert ohne Leine stehen die Chancen ja nicht schlecht :) man muss nur bedenken das ein Welpe von den anstürmen evtl noch beeindruckter ist als ein gestandender Hund, da sollte man dann auf jeden Fall auch schnell eingreifen können, falls der kleine auch mal die falschen Botschaften sendet. 

Wie gebärdet er sich denn an der Schleppleine? wäre das evtl eine sichere Alternative? So hast du ein Notgriff und es gibt den Chihuahua-Halter auch etwas mehr Sicherheit ;) da wäre ein Geschirr gut und die Schleppleine bleibt locker auf den Boden, so das der Hund nicht eingeschränkt wird, wenn er doch zu ruppig wird nimmst die Leine an dir und führst ihn aus den Geschehen raus und lässt ihn erstmal wieder runterkühlen ;) 

Hat der Hundetrainer denn ein Verdacht aus welcher Motivation er an der Leine so ist? Ist es Unsicherheit weil er sich nicht frei bewegen kann oder beschützt er dich womöglich?

Antwort
von Jessii1606, 27

Also mein neuer Hund ist an der Leine auch aggressiv anderen Hunden gegenüber.. Wir haben aber eine Hündin daheim, also musste ich die zwei aneinander gewöhnen.
Unsere Hündin stand im Garten am Zaun und ich hatte meinen Rüden an der Leine außen... Er hatte als erstes ein rießen Drama gemacht, dann hat er aufhören zu bellen und ich habe sie am Tor sich beschnuppern lassen. Als da alles ok war bin ich mit ihm rein.. Auch dort war alles gut und ich konnte die Leine abmachen.

Du brauchst dazu eben Geduld :) Die anderen Besitzer zu überzeugen ist natürlich schwer, denn Niemand kann 100% ige Aussagen über seinen Hund treffen.

Versuch es einfach mal :) vllt nehmen Sie dein Angebot an :)

Antwort
von Miesepriem, 14

Hallo.

Den einzigen Tipp den ich dir geben kann ist, deinem kleinen Raufbold die Unarten ggf. in einer Hundeschule abzugewöhnen.

Du kannst der Nachbarin auch nicht versichern dass dein Hund ohne Leine friedlich ist.... es sind Tiere und somit kann man das nicht zu 100% einschätzen.

Ich wäre da als andere Hundebesitzerin auch skeptisch, denn diese Leute deren Hund auf einen zustürzt, und ihm hinterherrufen " der tut nix, der will nur spielen" gibt es zu hauf und schon ist es passiert... selbst dann, wüsste ich nicht wie mein Hund reagiert wenn er "angepöbelt" wird... =)

Mein Hund sehr lieb, aber trotzdem ist immer an der Leine, ( bis wir im Freigehege sind ca. 1,5 Km Weg) Und da trifft man schon lustige Leute =)

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