Frage von labernichtrum, 88

Wie zur Hölle kann man sich gegen Terroranschläge wehren?

Antwort
von Alex313, 43

Hallo labernichtrum,

was wir als Terror verstehen, ist – aus einem anderen Blickwinkel betrachtet – ein Etappen-Krieg.

Was ein scheinbar friedliches Miteinander mit Gewalt stört, lässt sich mit dem Begrifflichkeit 'Terror' bekleiden, wobei das Gegenteil eines friedlichen Miteinanders auch als Krieg bezeichnet wird, wenn sich die Dimension verändert.

Hinter der Begrifflichkeit "Terror"verbirgt sich, genau wie bei anderen Begrifflichkeiten, ein Konzept.

Um das Wesen des Terrors und sein Konzept verstehen zu können, müssen wir zunächst die "primäre" Ursache richtig benennen. Das gelingt uns nur, wenn wir uns in die Motivation der sogenannten Terroristen, die sich selbst als Krieger verstehen, richtig hineinfühlen.

Genau wie in Syrien, lebt der größere Teil der Menschen im erweiterten Dunstkreis der Maßlosen und/oder Kapitalisten. Je weiter man sich vom Zentrum einer Macht und/oder einer Gruppe von maßlosen Mitgliedern einer Gesellschaft entfernt, umso bescheidener werden die verfügbaren Mittel für die Menschen an den jeweiligen  Randzonen.

Betrachtet man die so oft zitierte Schere zwischen Reich und Arm als eine Art Zirkel, wird der Kreis um den Mittelpunkt immer größer, sodass sich nicht nur die Menschen an den Randzonen vom Mittelpunkt des "durchschnittlichen" Wohlstandes entfernen, sondern auch die mittleren Zonen immer weiter nach außen wandern.

Was passiert jedoch an den Randzonen, wenn die verfügbare Fläche begrenzt ist? Der Druck an den Randzonen nimmt zu und somit auch der Druck im Überlebenskampf.

Entsprechend der Möglichkeiten, verbünden und erheben sich Menschen gegen die Zentren der Macht – manche mit Waffen und Erfolg (Arabischer Frühling), andere ohne ausreichende Hilfsmittel  und somit auch ohne Erfolgsaussichten,da die Zentren der Macht i.d.R. auch die Macht die größeren Keulen haben.

Und wer stattet die besonders maßlosen Machthaber (Assad und Co.) mit den Keulen aus ...?

Dieser Terror ist ein Etappen-Krieg gegen die Macht- und Bündnisstrukturen der Maßlosigkeit, der aus Mangel an Erfolgsaussichten nicht mehr nur in den Ländern mit größeren Randzonen und schwächeren Sozialsystemen – und somit mehr Armut –  ausgetragen wird, sondern nunmehr verstärkt  in die Länder der Waffenlobbyisten hineingetragen wird, die solche Machthaber indirekt erschaffen haben, indem man ihnen, aus wechselseitig wirtschaftlichen Interessen,entsprechende Keulen in die Hand gegeben hat.

So sehr ich auch mit den Angehörigen der Opfer von Paris und früheren Schauplätzen mitfühle, dürfen wir nicht die vielen unschuldigen Opfer in den Ländern vergessen, die mit militärischen Mitteln unterjocht und getötet werden, mit Waffen, die  auch von Menschen in unserem Land mit ihren eigenen Händen produziert werden.

Uns werden Opfer in der Zivilbevölkerung gerne als Kollateralschaden verkauft, aber sind wir selbst davon betroffen, entwickeln wir vielleicht irgendwann die Bereitschaft uns in die Motivation der als Terroristen bezeichneten Menschen und deren verarmten, verhungerten und/oder getöteten Angehörigen hineinzufühlen,wobei uns dieses Gedicht helfen kann:

Bevor Du urteilen willst über einen Menschen oder sein Leben,
ziehe seine Schuhe an und laufe seinen Weg,
durchlaufe die Straßen, Berge und Täler,
fühle die Trauer, erlebe den Schmerz und die Freude.

Durchlaufe die Jahre, die er ging,
stolpere über jeden Stein, über den er gestolpert ist,
stehe immer wieder auf und gehe genau dieselbe Strecke weiter,
genau wie er tat   -   und erst dann kannst Du urteilen.

P.S.

Den "Arabischen Frühling" haben wir – aus einem fernen Blickwinkel betrachtet – nicht als Terror bewertet. Aus dem Blickwinkel der betroffenen Machthaber sieht das bekanntlich anders aus.

Vielleicht erkennst in meinen Ausführungen einen Ansatz, wie man die Ursache für den sogenannten Terror beseitigen könnte. Dann gäbe es auch keine Notwendigkeit sich wehren zu müssen ...

Antwort
von Immofachwirt, 41

Indem man der Gefahr aus dem Weg geht.

Wenn man weiß, dass Terroristen einen möglichst großen Schaden anrichten wollen, ist es klug, Veranstaltungen zu meiden, bei denen viele Menschen zusammenkommen. Soweit zum persönlichen Schutz.

Eine Gesellschaft kann sich gegen Terrorismus nur mit polizeilichen Mitteln wehren, indem man die Strukturen, die Ursachen, die Agitatoren und das Umfeld der Terroristen ermittelt. Dann kann man zunächst dafür Sorge tragen, dass den Terroristen Anschläge erschwert werden, indem man durch genaue Beobachtung die Vorgehensweise studiert und entsprechend agieren kann.

Der wirkungsvollste Schritt jedoch ist, dass Umfeld, was Terroristen stets brauchen und welches in der Regel nicht so radikal ist, Stück für Stück trocken zu legen. Das fängt bei den Finanzen an, geht über die Berichterstattung weiter und endet schließlich damit die Terroristen in ihrem Umfeld zu isolieren.

Das mag alles sehr theoretisch klingen und Panikmacher verärgern, aber Deutschland, Großbritanien, Frankreich, Spanien und Italien haben dies vor nicht einmal 30 Jahren sehr erfolgreich praktiziert.

Terrorismus mit Einschränkung der Freiheit der Bevölkerung oder gar mit militärischen Mitteln zu besiegen, ist ebenso albern und zweckfrei, wie das Sonnenlicht mit einem Netz einzufangen. Das sehen die Hersteller der Netze zwar naturgemäß anders, aber auf die sollte es nun wirklich nicht ankommen.

Antwort
von Christi88, 88

Es ist verdammt schwierig, denn sie sind feige. So ähnlich wie du dich nicht gegen einen vermeintlichen Freund wehren kannst, den du in dein Haus lässt, und der dir, wenn du nicht hinsiehst ein Messer in den Rücken schlägt.

Aktiv wehren könnte man sich wohl, wenn man sich mal ansieht aus welcher Gruppe diese Menschen zum allergrößten Teil kommen, und da ansetzt. Aber das können/werden wir nicht. Man weiss ja warum. Mach kaputt was dich kaputt macht läuft nicht, weil wir besser die andere Wange hinhalten sollten.

Antwort
von anion, 78

prinzipiell gar nicht. der staat kann nicht immer alles überwachen. schau in staaten, in denen so viel wie möglich überwacht wird. auch da kann man nie verhindern, dass leute ein gebäude stürmen/geiseln nehmen/menschen töten. man kann nur hoffen, dass der staat, in dem wir leben, so viel wie möglich dafür tut, um dann im fall der fälle möglichst viele menschen vor körperlichen schäden zu bewahren. als einzelner mensch kann man nichts machen. selbst wenn schusswaffen zur selbstverteidigung erlaubt wären, kann man sich damit trotzdem nicht gegen mehrere terroristen mit maschinengewehren durchsetzen.

Antwort
von Dirndlschneider, 74

Das ist ja gerade das absolut Perfide an diesen Taten , dass sie einen völlig ohnmächtig zurücklassen - es wird immer völlig unerwartet und brutal losgeschlagen und die Menschen sollen total verunsichert  werden .

Antwort
von charmingwolf, 37

Gar nicht, du weiß doch nicht wenn jemand neben dir steht ob nicht eine Bombe hoch geht. Auch wenn dein Nachbar dich schön anlächelt aber ist er??

Antwort
von legpuska, 42

Gegen einen Bombenleger garnicht, das Risiko ist zum Glück sehr gering.

Antwort
von nordlyset, 64

Leider geht das nur mit Überwachung und indem man die Grenzen dicht macht und jeden registriert, der ins jeweilige Land (damit meine ich nicht nur Deutschland) einreist, registriert. Ist doof, geht heutzutage aber wohl nicht anders.

R.I.P. Schengen

Kommentar von Virgilia ,

Selbst dann hat man keine 100%ige Sicherheit...

Kommentar von nordlyset ,

Nein, leider nicht. Um völlige Sicherheit zu haben, bräuchte man ein sehr, sehr ungesundes Maß an Überwachung...

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