Frage von Thanata, 105

Wie zu deuten oder interpretieren- Wolfgang Borchert: Der Kuss?

Hallo! Und zwar hätte ich bezüglich dem Gedicht "Der Kuss" von Wolfgang Borchert eine Frage. Unsere Aufgabe ist es, diese Gedicht zu interpretieren. Allerdings macht mir nun gerade der letzte Satz Schwierigkeiten ( genauer gesagt dieser Abschnitt "Laternen spinnen sich drin ein". Für mich ergibt er im Zusammenhang und so am Ende nicht wirklich Sinn. Wie würdet ihr diesen Satz deuten oder interpretieren?

Gedicht: Es regnet - doch sie merkt es kaum, weil noch ihr Herz vor Glück erzittert: Im Kuß versank die Welt im Traum. Ihr Kleid ist naß und ganz zerknittert

und so verächtlich hochgeschoben, als wären ihre Knie für alle da. Ein Regentropfen, der zu Nichts zerstoben, der hat gesehn, was niemand sonst noch sah.

So tief hat sie noch nie gefühlt - so sinnlos selig müssen Tiere sein! Ihr Haar ist wie zu einem Heiligenschein zerwühlt - Laternen spinnen sich drin ein.

Es handelt sich um ein Gedicht der Trümmer-/Nachriegszeitliteratur. Vielleicht ist das in dem Zusammenhang noch wichtig.

Vielen Dank schon mal im Voraus.

Antwort
von tiorthan, 44

Nee, das ist eher kein Werk der Trümmerliteratur. 

Es stammt aus dem Gedichtband "Laterne, Nacht und Sterne - Gedichte um Hamburg" mit Gedichten von 1940 - 45.  Hamburg wurde 1943 bombardiert ... 



Borchert wurde ja schon Mitte 1941 zum Kriegsdienst einberufen. 

Ich tippe mal darauf, dass er das Gedicht 1940/41 geschrieben hat. Da war er 19/20 Jahre alt und frisch verliebt in Heidi.

Später änderten sich seine Sprache, seine Stimmungen und seine Themen doch grundlegend.

So klingt das Gedicht nach der Großstadtlyrik des Expressionismus (wobei der Regentropfen mich an das Vögelchen aus dem Minnesang erinnert :-D ).

Expertenantwort
von Volens, Community-Experte für deutsch, 69

http://www.fanfiktion.de/s/4e3476690001f1940c903a98/1/Der-Kuss-zur-Gedichtvorlag...

Kein leichter Stoff.
Umso erstaunlicher, dass du nicht daran denkst, bei Google mit
wolfgang borchert der kuss
als Suchargument nach verschiedenen Interpretationen zu suchen.
Oben steht eine.

Und rechts steht sogar ein Verweis auf einen anderen Versuch hier bei GF, sich diesem Thema zu widmen.

Kommentar von Volens ,

Vielleicht noch etwas zur Historie:
Borchert lebte lange vor der Mini-Mode. Zu seinen Zeiten wäre es eine Sensation gewesen, ein unbedecktes Frauenknie zu sehen. Da dachte man nicht in den Kategorien von heute; das war für sich ein Zeichen der Verwirrung, wenn eine Frau nicht automatisch sofort ihr Knie wieder bedeckte.

Die Laterne macht Mühe. Sie soll wohl eine Metapher sein. 
In einer Zeit, wo die Not groß war, war auch das Licht knapp.
Da ist schon jeder kleine Lichtschein ein Geschenk.
Wenn das Haar einer Frau nun zu leuchten scheint, ist es ein Lichttupfer in der allgemeinen Dunkelheit. Und wenn es wegen dieses Glücksgefühls stattfindet, ist es, als sei ein Licht dort eingefangen (eingesponnene Laternen), das tröstlich erscheint, so wie eine fern leuchtende Laterne, die in der Dunkelheit den Weg zum Besseren weist.

Ich weiß nicht, ob ich dir helfen konnte. Möglicherweise kannst du es ja verwenden.

Kommentar von Thanata ,

Danke für deine Antwort. Ich hab mich im Netz erkundigt, allerdings fand ich dabei nicht viel hilfreiches. Und der Fanfiktion-Text geht nur auf den Inhalt ein, aber nicht so richtig im Bezug zur Sprache oder zu stilistischen Mitteln. Aber trotzdem konnte ich dadurch etwas zu den Laternen erfahren und fand diese Ansicht sehr hilfreich.

Kommentar von Ulyses ,

Die Antwort ist aber Dünnpfiff.

Ist das Gedicht weit vor Kriegsende geschrieben worden, gehört es nicht zur Trümmerliteratur. Dann war auch "die Not nicht groß" und "das Licht nicht knapp". Es gab keine "allgemeine Dunkelheit".

Dieser "Experte" hatte vermutlich auch keine Lust, sich mit dem Gedicht zu beschäftigen - und genauso wenig Arbeit reingesteckt wie du!  :-D  

Antwort
von Sheyyla, 42

Nee, das ist eher kein Werk der Trümmerliteratur. 

Es stammt aus dem Gedichtband "Laterne, Nacht und Sterne - Gedichte um Hamburg" mit Gedichten von 1940 - 45.  Hamburg wurde 1943 bombardiert ... da ist das Gedicht ziemlich sicher davor entstanden.

Die Schwierigkeit in Gutefrage ist nur, dass du hier vornehmlich Rentner, Arbeitslose, Hausfrauen, Schüler & Co. hast, die ihrer Lust auf Geistes-Strip frönen.  

Ich würde das Gedicht nicht so vergewaltigen, sondern eine richtige Analyse machen, mit allem, was so dazugehört. ^^

Kommentar von Thanata ,

Danke erstmal für deine Antwort. Leider hast aber auch du, genau wie die anderen meine Frage nicht beantwortet. Ich wollte bloß Auffassungen/Meinungen zum letzte Satz (Vers) hören, weil ich mit dem nicht so viel anfangen konnte. Hab jetzt aber meine 11 Notenpunkte (2) auf die Interpretation bekommen und bin damit zufrieden.

Kommentar von Sheyyla ,

Ich weiß, aber ich wollte dazu auch nichts schreiben.

Guck mal, deine paar Zeilen sind voller Fehler und du hast hier nichts selbst gemacht/angeboten.

Immerhin weißt du jetzt, dass es nicht "Abschnitt" oder "Satz" heißt, sondern "Vers". ^^  Dafür von mir auch noch mal 11 Punkte. :-x

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