Frage von berlinKing, 68

Wie wurde Nathan die weise vom Volk aufgenommen?

Ich muss in Deutsch ein kleinen Vortrag über die oben gestellte Frage machen. Leider finde ich dazu nichts im Internet ich stoße nur auf aktuelle Kritik aber nicht wie das Drama damals vom Volk aufgenommen wurde. Die einzige Folge auf die ich gestoßen bin, war die französische Revolution, wobei da kein direkter Zusammenhang besteht sondern, dies nur auf den Prozess der Aufklärung zurückzuführen ist, in dem Nathan der weise nur ein Beitrag vieler ist. Ich wäre Ihnen sehr dankbar über Quellen oder Antworten auf meine Frage.

berlinKing out

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von rotreginak02, 51

Gute Frage und darauf gibt es wohl keine einfache Antwort.

Ich denke, dass auch damals eher "Gebildete" oder von Geburt her adelige Leute überhaupt nur Zugang zu Kultur hatte, und daher "das Volk" dieses Plädoyer-Stück für Toleranz überhaupt nicht zur Kenntnis nehmen konnte.

 "Das 1779 veröffentlichte Stück war damals ein Tabubruch: Lessing hatte einen Juden zum positiven Helden gemacht, einen Angehörigen einer seinerzeit in Europa meist verachteten Minderheit. Seine Nathan-Figur streitet gegen religiöse Engherzigkeit und für ein aufgeklärtes Gottesverständnis. Das Drama spielt in der Zeit der Kreuzzüge, thematisiert das Verhältnis der drei großen monotheistischen Religionen und bezieht den muslimischen Sultan Saladin als historische Figur mit ein"

Quelle: http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/nathan-der-weise/-/id=660374/di...
Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen..... 

Kommentar von berlinKing ,

Naja, das 18. Jahrhundert ist ja eine Zeit der Aufklärung, in der Literatur ein großen zuwachs hatte, da immer mehr Wert auf Bildung etc gelegt wurde. Ich weiß nicht genau wie weit 1779 die Aufklärung Fortgeschritten war, aber ich bin davon aus gegangen, dass der Adel sich dich Lessings kritischen theologischen Schriften in seiner Herrschaft bedroht gefühlt hat. Wohingegen das Volk sich gehört fühlt wenn Lessing über Humanität und Toleranz redet. Nur ein Denkansatz, ich kann mich auf keine Quelle berufen, aber was meinen Sie ?

Kommentar von rotreginak02 ,

bitte duze mich hier auch... Natürlich ist das 18. Jahrhundert die Zeit der Aufklärung...die Wertschätzung von bildung stieg nachweislich. Vielleicht haben wir beide nur eine unterschiedliche Vorstellung von dem Begriff des Volkes und dem damit einhergehenden Zugang zu Bildung und Kultur.... Ich denke aber, dass  in der Zeit niemand öffentlich bekundet hat, dass  "Nathan der Weise"  auch positiv zu sehen ist, denn das lief vollkommen konträr zu den Vorstellungen im christlichen Europa, dass ein Jude ein Held sein konnte. 

Kommentar von atzef ,

@ BerlinKing, rotreginak Irrige Annahmen...

3/4 der Bevölkerung bestand damalls aus Leibeigenen. Die konnten weder lesen noch schreiben und waren umfassend ungebildet. Für die war maßgeblich, was die Paffen am Sonntag von der Kanzel predigten.

Träger und Adressat der Aufklärung war das aufstrebende Bürgertum und fortschrittliche Adelige.

In der Phase des natha existierte scho seit geraumer Zeit eine Art friedliche Koexistenz zwische Okzident und Orient. In Europa war man an der islamischen Welt sehr iteressiert. Es gab da eine richtige Mode...:-)

Zeitgleich beschäftigten sich auch andere Kuntsgenres mit dem Orient ( Mozart, Die ntführung aus dem Serail z.B.)

Lessing wiederum übersetzte Schriften und historische Studien von Voltaire und anderen Franzosen zum Islam ins Deutsche.

Das Thema war im Gegensatz zu heute sehr positiv besetzt und hatte Konjunktur. :-)

http://www.teachsam.de/deutsch/d\_literatur/d\_aut/les/les\_dram/les\_nathan/les...

Kommentar von berlinKing ,

Trotzdem vielen Dank, Sie haben mir weitergeholfen!

Kommentar von mychrissie ,

Noch nicht begriffen? Unter GF-Mitgliedern spricht man sich mit "Euer Hochwohlgeboren!" an.

Antwort
von atzef, 29

Gar nicht.

"Das Volk" konnte sich schlicht und ergreifend damals Theateraufführungen nicht leisten.

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