Frage von RDG04, 39

Wie wurde Caesar zu Lebzeiten beurteilt?

Hey! Ich brauche mal ein wenig Hilfe. Ich muss bald ein Referat über Gaius Julius Caesar halten und wollte mit einbringen wie er von anderen zu seinen Lebzeiten beurteilt wurde? Hilfe wäre nett! Danke :D!

Antwort
von Albrecht, 12

Gaius Iulius Caesar ist zu seinen Lebzeiten (wie auch in der Nachwirkung/Rezeptionsgeschichte) nicht einheitlich beurteilt worden, sondern teils als gut, teils als schlecht. Er ist vor allem als Politiker umstritten gewesen. Einschätzungen hängen von der Situation und dem Standpunkt der Beurteilenden ab.

Manche Aussagen in antiken Quellen haben möglicherweise im Nachhinein Caesar ein schon früh planmäßig verfolgtes Zielen auf eine Machstellung als Alleinherrscher unterstellt.

Dem Diktator Lucius Cornelius Sulla ist, als sich  vornehme Leute für Begnadigung des jungen Caesar einsetzen, die Äußerung zugeschrieben worden, sie seien siegreich und hätten ihn und ihren Willen, solange sie nur wüßten, daß der, von dem sie mit so großem Eifer wünschten, daß er unversehrt sei, der Gruppierung der Optimaten, die sie mit ihm [Sulla] zusammen verteidigt hätten, den Untergang bereiten werde; denn in Caesar steckten viele Mariusse (Sueton, Divus Iulius 1, 3).

Starke Übereinstimmung hat darin bestanden, Caesar für einen Mann mit großen Fähigkeiten zu halten.

Beim römischen Volk war Caesar meistens populär. Bei Wahlen zu Ämtern war er sehr erfolgreich. Großzügigkeit hat dies gefördert.

Die Mehrzahl seiner Soldaten hat Caesar anscheinend für einen guten
Anführer gehalten, tüchtig, zwar große Leistungen verlangende, aber fair
und großzügig mit Belohnungen.

Im Senat war mehrfach eine Mehrheit Caesars Absichten gegenüber mißtrauisch und eher ablehnend eingestellt. Caesar ist verdächtigt worden, an der Verschwörung Catilinas beteiligt gewesen zu sein (Sallust, De coniuratione Catilinae 49, 4; Plutarch, Caesar 8; Sueton, Divus Iulius 14; Sueton, Divus Iulius 17), was aber mit großer Wahrscheinlichkeit eine unzutreffende
Unterstellung gewesen ist.

In der politischen Führungsschicht, der Nobilität, hatte Caesar eine Reihe von Gegnern, hauptsächlich durch die Optimaten, vor allem seit dem Konsulat 59 v. Chr., in dem sich Caesar im Bund mit Pompeius und Crassus engergisch durchsetzte. Caesar warfen sie dabei gewaltsames und daher rechtswidriges Vorgehen vor. Sie hieltenihn für jemand, der eine zu starke Machstellung aufbauen wollte und die Republik untergrub/zerstörte.

Gegen Caesar sind im Zusammenhang mit einem Streit über die Beendigung seiner Statthalterschaft in Gallien und einer Absicht einer erneuten Bewerbung um das Konsulat Ablehnung und Vorwürfe gerichtet gewesen. Sein Schritt in den Bürgerkrieg hat Empörung bei den Optimaten ausgelöst, deren harter Kern allerdings durch fehlende Kompromißbereitschaft wesentlich den Bürgerkrieg herbeigeführt hat.

Bei Völkern, die Caesar besiegte und unterwarf, wie die Gallaeker in seiner Zeit als Statthalter von Hispania ulterior, die Gallier und einige britische und germanische Volkstämme herrschte wohl überwiegend Abneigung. Ariovist hat angeblich 58 v. Chr. es für ungerecht gehalten, ihn in seinem rechtmäßig beherrschten Gebiet zu stören, Freundschaft mit den Häduern für einen vorgetäuschten Vorwand gehalten, ihn zu unterdrücken, und darauf hingewiesen, vornehmen führenden Männern des römischen Volkes einen Gefallen zu tun, wenn er Caesar töte (Gaius Iulius Caesar, Commentarii de Bello Gallico 1, 44).

Einpolitischer Gegner, Marcus Porcius Cato, so wird erzählt, hat im Senat
Caesars Auslieferung an die germanischen Stämme der Usipteter und
Tenkterer wegen Verstoßes gegen das Völkerrecht verlangt (Plutarch, Cato minor 51, 1-6; Plutarch, Caesar 22, 4; Appian, Keltike 18, 2; Sueton, Divus Iulius 24, 3). Eine Mehrheit verhielt sich anders. Der Senat hat mehrfach Dankfeste beschlossen.

Caesars Milde im Bürgerkrieg (Begnadigung besiegter Gegner) und seine Zusammenarbeit mit Männern der Führungsschicht erweckte bei manchen zunächst Hoffnung, er werde nur vorübergehend eine Alleinherrschaft ausüben. Spätestens die Annahme der Diktatur auf Lebenzeit ging entschiedenen Republikanern aber zu weit. Sie beurteilten ihn als Tyrann, der Freiheit wegnimmt (so die Verschwörung um Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus).

zu Cicero siehe meine Antwort bei:

https://www.gutefrage.net/frage/wie-war-das-verhaeltnis-zwischen-caesar-und-cice...

Sallust,De coniuratione Catilinae 53, 6 und 54 beurteilt in einem Werk einige
Jahre nach Caesars Tod sowohl Marcus Porcius Cato als auch Gaius Iulius
Caesar als Männer von gewaltiger Vortrefflichkeit/Tüchtigkeit (virtus).
Bezogen auf das Jahr 62 v. Chr. vergleicht er sie, wobei offenbar auch
ihr weiteres Leben berücksichtigt ist. Caesar habe wegen Wohltaten und
Großzügigkeit für groß gegolten, sei durch Milde und Barmherzigkeit,
Schenken, Helfen und Verzeihen berühmt geworden, seine Umgänglichkeit
sei gelobt worden. Caesar habe sich für Freunde angestrengt. Er habe
sich eine große Befehlsgewalt, ein Heer und einen neuen Krieg gewünscht,
wo seine Vortrefflichkeit/Tüchtigkeit/Tapferkeit (virtus) erglänzen
könne.

weitere Bücher in Bibliotheken, die zum Thema nützlich sind:

Karl Christ, Caesar : Annäherungen an einen Diktator. München : Beck, 1994,
S. 57 – 90 (Das antike Caesar-Bild I. Caesar, Cicero und Sallust)

Zvi Yavetz, Caesar in der öffentlichen Meinung. Düsseldorf : Droste, 1979. ISBN 3-7700-0530-9



Antwort
von Citoyen, 23

Von seinen Soldaten wurde er sehr positiv gesehen. Der Senat war im gegenüber mistrauisch, weil er als Militärführer viel Macht hatte. Der Senat war aber auch an Macht interessiert.

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