Frage von AnonymeMagie, 48

Wie würdet ihr reagieren wenn man der besten Freundin erzählt dass man eine traumatisierende Kindheit hatte und so weiter?

Und man sich umbringen wollen würde am liebsten, und die dann nichts besseres zu sagen hat als "Du bist und bleibst mein verrückter Kumpel" Aber selber hat die Borderline, Mutismus, ritzt sich, hatte Magersucht aber mich.... MICH nennt die verrückt. Alles Klar. Nur weil ich ihr erzählt hab dass mein Vater mein Fuß gebrochen hat und ich deswegen Depri Sachen geschrieben habe. Was ist das für eine? Und dann blockiert sie mich noch als ich ihr geschrieben habe dass ich sie liebe. Und dann sagt die noch als Ausrede: "verrückt war liebevoll gemeint". Alles klar. "liebevoll" Aber warum blockt die mich denn wenn ich als ich ihr geschrieben hab dass ich sie liebe?! Ich dachte es wäre "liebevoll" gemeint und in dem Wort "liebevoll" steckt das Wort LIEBE!

Antwort
von jsch1964, 1

Ich würde sagen, um deine Frage im Titel zu beantworten, dass es eine saudoofe Idee ist, einen Wettbewerb anzufangen, bei dem es darum geht, wer mehr Opfer oder wer bekloppter ist.

Was früher passiert ist, war früher, was heute passiert, bestimmst du. Du kannst natürlich den Daueropfer-Jammerlappen raushängen lassen, aber hilft dir das im Leben irgendwie weiter? Nein.

Hilft das deiner Bekannten irgendwie weiter? Auch nicht. Was soll es also? Ich würde dich auch blocken.

Wenn deine Bekannte echt borderline und die genannten Probleme hat, dann hat sie damit schon genug zu tun. Da braucht sie nicht auch noch irgendwelche Weicheier, die ihr vorjammern, wie schlimm die Kindheit war, nur um ein bisschen Aufmerksamkeit zu bekommen.

Krieg dich selber und dein Leben in den Griff, lass die Vergangenheit ruhen und arbeite daran, von eigenen Erfolgen berichten zu können, statt davon, was andere früher mit dir gemacht haben.

Und: Nur weil du sie möglicherweise liebst,muss das bei ihr nicht auch so sein. Wenn du mich mit Liebesbekundungen nerven würdest, wäre das ein weiterer Grund, dich zu blocken.

Antwort
von Kendall, 19

Ehrlich gesagt: Wenn mir jemand schriebe, dass er sich umbringen will, würde ich 1.) versuchen abzuklopfen, wie ernst das gemeint ist, 2.) ob und inwiefern es akut ist, 3.) falls es akut ist, prüfen, ob die Methode geeignet wäre, erfolgreich zu sein, und in Abhängigkeit der Antworten entweder direkt die Polizei vorbeischicken oder raten, einen Psychologen oder ggf. eine psychiatrische Intervention zu konsultieren. Unabhängig der Dynamik, die in zwischenmenschlichen Beziehungen mit Borderlinern entstehen, sagt man solche Dinge nicht zu anderen Leuten, wenn man nicht unbedingt ernstgenommen werden will. Und "ernstnehmen" führt in diesem Fall zu gravierenden Schritten. Es gäbe auch nichts, was sie darauf erwidern könnte, das in irgendeiner Weise hilfreich wäre. Sie könnte Dir zuhören, für Dich da sein, wenn Du sagst, dass es Dir schlecht geht - aber wenn Du eine Suizidalität in den Raum stellst, dann suchst Du nach einer mitleidigen Response von ihr, die daraus entsteht, dass sie sich Deinetwegen schlecht fühlt. Das ist keine Form des Umgangs miteinander - schon gar nicht, wenn man vorgibt, eine Person zu lieben.

Kommentar von AnonymeMagie ,

Selber hat die mir davor 5 mal geschrieben, dass sie sich umbringen will! Ich wollte es dann eben auch mal dürfen!

Kommentar von Kendall ,

Sowas in der Art habe ich mir schon gedacht, deswegen schrieb ich ja auch in einem Nebensatz "unabhängig der Dynamik, die in Beziehungen mit Borderlinern bestehen kann". Vielleicht ist das mit dem Blocken keine schlechte Idee. So wie Du das schilderst, ist die ganze Verbindung ein Prozess des gegenseitigen Verletzens, Verletztwerdens und passiver Aggression aufgrund der erlittenen und durch Mitgefühl hervorgerufenen Verbindung.

Hinsichtlich dieser Dynamik kann ich Dir nur sagen: Been there, done that! Ich hatte Verbindungen zu Borderlinern und ähnlich gelagerten Menschen, sogar ein paar längere Beziehungen in meiner Jugendzeit. Ich habe in einem Extremfall miterlebt, wie jemand, der ansonsten völlig psychisch gesund war (etwas, das ich für mich nicht reklamieren kann), durch das ganze mitempfundene Leid so fertig war, dass er sich das Leben genommen hat.

Das ist eine Dynamik, in die man nicht hineinkommen will. So wie Du das schilderst, bist Du gerade mitten drin. Und mein Rat ist: Lass' es bleiben, vergiß' das. Keiner kommt da heil 'raus. Ziehe einen Schlußstrich und entlasse diese Person aus Deinem Leben. Alleine schon aus Selbstschutz.

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