Angenommen ihr würdet kurz vor dem Studienabschluss merken, dass ihr das Falsche studiert hättet und ihr wüsstet, dass Eure Zukuftperspektiven mit dem Studium aber ganz gut aussehen. Dennoch habt ihr einen anderen Traumberuf, für den ihr auch noch mal lange studieren müsstet- wie würdet ihr Euch entscheiden?
Option a): Traumberuf vergessen und auf dem jetzigen Studium basierend promovieren, guten Job suchen, in naher Zukunft finanziell unabhängig sein Nachteil: Den Traumberuf werden ihr nie vergessen und ein Teil von Euch würde sich immer wünschen, es doch getan zu haben, schlimmstenfalls Depressionen
Option b) Doch noch zweites Studium mit dem Ziel Traumberuf anfangen, Seelenheil finden. Nachteil: Studium müsste auf Kredit finanziert werden, ihr wärt Anfang 30 verschuldet und ausserdem hättet ihr vielleicht aufgrund des Alters weniger gute Jobaussichten als jüngere Absolventen, zweitens: Ihr hättet das Erststudium (von den Eltern finanziert) völlig für den A... gemacht. Das heisst, das ganze Geld zu Fenster rausgeschmissen (der Abschluss würde Euch dann für den Traumberuf auch nix bringen)

Immer nach dem Richtigen für das Seelenheil suchen, das wäre mein persönlicher Rat - trotz aller Widrigkeiten und Schwierigkeiten, die es evtl. mit sich bringt. Du sagst selbst, wie sich die Alternative (die im Grunde keine ist...) anfühlen würde auf Dauer. "Die Alternative" ist im Grunde nichts anderes als eine Form des Selbstbetrugs.
Mir ging es ähnlich. Habe mit 28 noch mal mit einem Studium angefangen, und mit Mitte 30 noch eine Zusatz-Ausbildung gemacht. Ohne Finanzierung, ohne Eltern im Rücken, und mit diversen Jobs und Tätigkeiten nebenbei, um das irgendwie hinzukriegen. Alles andere als "Sicherheit" war bei dem mein Begleiter. Vielmehr immer wieder der Sprung ins kalte Wasser. Bereut hab´ich die allerdings nie, weil es sich -trotz allem- immer "richtig" anfühlte.
Und das eigene Herz und deine Seele dankt es dir irgendwann, sei sicher...
Ich wünsch´dir alles gute, wirklich. Und die (für dich) richtige Entscheidung.

version a) klingt am vernünftigsten, für den Anfang. ich würde nach möglichkeiten suchen wie ich dann eine querverbindung zu einem beruf/tätigkeit herstellen könnte, der version b) nahe kommt. auch wenn es im ersten augenblick unmöglich scheint, finden sich nach längerer auseinandersetzung damit bestimmt einige möglichkeiten.
Da ist was dran, wurde mir schon oft geraten. Bisher habe ich aber noch nichts gefunden, was dem gleich kommt
Homepage am 31. Januar 2009 18:12 Wenn Du sofort die Lösung finden würdest, dann wärst Du ein "Glückskind". Manche Dinge brauchen Zeit, sei aufmerksam!

Oha - wirklich eine schwierige und schwerwiegende Entscheidung. Ich denke du solltes Option a) wählen. Dann hast du was in der Tasche. Das andere kannst du ja anschliesend (noch) machen. Wie heist es: Lieber einen Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach.

Oha - wirklich eine schwierige und schwerwiegende Entscheidung. Ich denke du solltes Option a) wählen. Dann hast du was in der Tasche. das andere kannst du ja anschliesend (noch) machen. Wie heist es: Lieber einen Spatz in der hand als eine Taube auf dem Dach.
Ja, schon, also ds jetzige Studium mache ich auf jeden Fall fertig, aber ob ich in dem Fach promovieren soll oder lieber die Energie doch noch in ein Zweitstudium stecken soll?

Wenn Du derzeit Kulturwissenschaften oder Judaistik studierst und wenn Dein Traumberuf eher mit in Richtung Personalmanagement oder Jura geht, dann entscheide Dich für das zweite Studium und Deinen Traumberuf.
Wenn Du jedoch vor der Entscheidung stehst, in BWL, Jura oder Staatswissenschaften (beispielsweise...) zu promovieren, obwohl Du eigentlich gerne Künstler, Philosoph oder Religionswissenschaftler mit Schwerpunkt altaramäische religiöse Splittergruppen wärst - dann entscheide Dich für die Promotion.
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Sprich: Das ist sehr sehr abhängig von den jeweiligen Fächern. :-)
Baiana am 31. Januar 2009 13:18 Ich hab mich übrigens nach meinem ersten Studium mit sicherem Jobangebot für ein zweites Studium in meinem Interessenbereich entschieden - um dann nach dessen Abschluss im Fachbereich des ersten Studiums eine Promotion zu versuchen, worüber ich mich momentan wirklich ärgere, da ich definitiv damit nichts mehr machen werde. Könnt ich mich nochmal entscheiden, dann würd ich die Studien wieder so machen, die Promotion jedoch im Seelenheil-Studium anstreben. :-)
Das stimmt wohl. Das schwierige ist, dass beu mir ungefähr beide Fächer etwa gleichwertig wären, d.h. es ist nicht so ein extremer Unterschied wie z.B. Philosophie und BWL oder so- Karrierechancen sind prinzipiell ungefähr gleich

Ich stand vor ca.11 Jahren vor einer ähnlichen Entscheidung... und habe mich für Variante eins entschieden (aus den ebensolchen Gründen, die du genannt hast). Wenn ich damals schon das Wissen und die Erfahrung von heute gehabt hätte, wäre definitiv Variante zwei zum Zuge gekommen...es ist, gerade bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lage, sicher nicht einfach, eine Entscheidung gegen die Vernunftvariante zu fällen...dennoch Viel Erfolg!
Wow, danke für Deine Antwort, das gibt mir echt Mut! Dann weisst Du ja, wie das ist. Ich fühle mich so als Loser wenn ich noch mal von vorne Anfange. Müsste auch noch eine 4-jährige Ausbildung (berufsbegleitend) nach dem 4-jährigen Studium machen...schon ein langer Weg wäre das. Ich finde es toll, dass Du das gemacht hast! Hoffe, dass ich das auch schaffen werde/würde:-)
...weißt du was: Alles, was du bis jetzt gemacht hast - das bleibt dir! Ist nie "umsonst", wie es einem so einige gerne einreden möchten. Ich hab´jahrelang in der Gastronomie und im kaufmännischen Bereich gearbeitet (und das gar nicht mal schlecht oder erfolglos...). Und all diese Erfahrungen (auch die, die du jetzt in deinem Studium bereits gesammelt hast), die prägen und bereichern, sind ein ganz wichtiger Teil deiner selbst.
Und diejenigen, die dich heute womöglich als "Loser" sehen, sind vielleicht später die, die vom Leben verbittert sind und eher mit Reue zurückschauen auf "nicht getroffene Entscheidungen". "Abgerechnet" wird immer erst ganz am Schluss, auch das ist so...
Und sieh vielleicht auch nicht so sehr den "langen Weg" - geh´einfach erst mal los. Manchmal ergeben sich noch Abzweigungen und Wendungen (außerdem auch Hilfen, Unterstützung!), die man vorher nie einkalkuliert hätte. Das ist auch sehr spannend, alles!
Und du schaffst alles... ganz ohne Zauberei. Das Innere sagt dir immer, wo´s lang geht. Und du hörst du ja schon ganz gut hin... ;-)
Danke für die ermutigenden Worte! Es tut gut, sowas zu hören denn die meisten Leute raten mir ab, und sagen, ich soll "vernünftig" sein. Nur war ich bis jetzt immer "vernünftig" und was ich davon habe ist, dass ich kreuzunglücklich bin. Ich hoffe, ich werde den Mut haben auch so entscheiden wie Du es getan hast, wenn es bei mir Zeit für eine Entscheidung ist:-)