Frage von gxrlxgxrl, 100

Wie würdet ihr eine Kampagne/Initiative für LGBTIQ an eurer Schule finden?

BITTE äußert ALLE eure Meinung, das ist mir sehr wichtig.

Für die die nicht wissen was das ist L=Lesbian G=Gay B=Bisexual T=Transgender I= Intersexual Q=QEER

Also ich bin an einer Ober/Mittelschule. Selber sitze ich im Schülerrat. Ich bin lesbisch und würde gern mehr für die Community tun, speziell an meiner Schule. Nur dabei bin ich mir sehr unsicher ob das wirklich so gut ist oder ob man dann nur dumme Sprüche bekommt.

Was meint ihr, bitte antwortet alle!!

Wie würdet ihr eine Initiative an eurer Schule finden, die sich für LGBTIQ Rechte und anderes einsetzt?

Antwort
von putzfee1, 45

Ich weiß nicht so recht, ob die Schule der richtige Ort dafür ist. Da geht es doch eigentlich nicht um die sexuelle Ausrichtung, sondern darum, was zu lernen. Dabei ist meines Erachtens die sexuelle Ausrichtung ziemlich nebensächlich.

Aber sowas solltest du besser mit der Schulleitung absprechen, wenn es dir am Herzen liegt.

Kommentar von LGBTsupport ,

natürlich geht es in der Schule eigentlich nicht um die sexuelle Orientierung, aber es ist der ort, wo die meisten Menschen wegen diesem Thema beleidigt, oder gemobbt werden.

Kommentar von BellAnna89 ,

In der Schule spielt sich das Leben der jungen Leute ab, nicht nur das Lernen...

Antwort
von Dxmklvw, 28

Eine Kampagne hat den Zweck, andere für die eigenen Ansichten zu gewinnen und je nach Umfang auch Gruppenstärke zu demonstrieren.

Ich meine, dies sollte man tunlichst bei allen den Dingen unterlassen, die ausschließlich einer individuellen freien Willensentscheidung unterliegen und quasi reine Geschmackssache sind.

Zusätzlich kommt es auch auf die geistige Reife der Teilnehmer und die Reife der Zielgruppe an. Wo es an Reife fehlt, da fehlt es auch an wichtigen weiteren Kriterien, um überhaupt fähig zu sein, den Sinn und dessen Folgen brauchbar zu erfassen.

Wer diese Dinge mißachtet, der übt sich lediglich in Polemik.

In solchen Zusammenhängen ist es auch bedeutungslos, ob irgend etwas mehrheitlich toleriert wird oder nicht.

Mal etwas heftiger gedacht:

Wie würde es ankommen, wenn plötzlich eine große Gruppe Menschen eine Kampagne dafür startet, daß grüne Tapeten hübscher sind als weiße oder zumindest ebenso hübsch? Und wie würde es ankommen, wenn viele der Veranstaltungsteilnehmer auch noch Ladeninhaber für Malerzubehör sind?

Kommentar von BellAnna89 ,

Aber der springende Punkt ist doch, dass die Schüler durchaus über diese Themen reden, also wieso nicht offen? Und am besten noch mit der Möglichkeit, eine "fachlich korrekte" Antwort zu erhalten?

Tapeten interessieren nur den, der gerade seine Renovierung plant, aber die Sexualität ist doch spätestens ab der Unterstufe Thema Nr 1.

Kommentar von Dxmklvw ,

Richtig. Schüler reden darüber. Deshalb sollten es auch Gespräche unter Schülern bleiben. Auch andere reden in ihren Kreisen darüber.

Das Reden darüber hat den Sinn, daß sich jeder seine eigene Meinung darüber bilden kann, ohne sich unter Druck gesetzt zu fühlen.

Eine Kampagne ist etwas anderes. Es bedeutet den Versuch, Meinungen auf Linie zu bringen.

Kommentar von BellAnna89 ,

Es ist zwar sinnlos, über den Inhalt der Kampagne zu spekulieren, aber wer sagt denn, dass es nicht einfach nur um Aufklärung geht und darum, dass etwas mehr Akzeptanz herrscht?

Kommentar von Dxmklvw ,

Was für Aufklärung? In unserer Gesellschaft ist es üblich, daß die Erfahrenden die Lernenden aufklären und nicht umgekehrt.

Wo es für bestimmte Dinge an Lebenserfahrung tatsächlich oder vermeintlich fehlt, da wird niemand ernsthaft erwarten, daß von dort her brauchbare Aufklärung kommen kann.

Sofern dennoch von solcher Seite her Aufklärungsversuche erfolgen, wird man im Normalfall jeder davon ausgehen, daß es nachgeplapperte Parolen sind, die von den "Aufklärern" aus tatsächlichen Gründen gar nicht überprüft werden konnten.

Innerhalb der Gesellschaft sind die genannten Punkte ohnehin Streitthema. Was wäre also das wahrgenommene Gesicht einer solchen "Aufklärung", wenn die Meinung der Verkünder organisiert vereinheitlicht ist?

Die hinter der Idee steckenden Absichten könnten sogar sehr gut sein, was ich aber nicht wissen kann. Warum dann also etwas tun, bei dem die Gefahr extrem hoch ist, daß es der Zielgruppe in den Sinn kommt, daß die Glaubwürdigkeitsbedingungen nicht stimmen?

Ich vermute, daß bestimmt nicht lediglich solche die Zielgruppe sein sollen, die ohnehin die selben Ansichten vertreten, sondern daß solche angesprochen werden sollen, die noch andere Ansichten dazu haben, die also zu etwas "überzeugt" werden sollen.

Eine gute (oder manchmal auch weniger gute) Idee zu haben ist die eine Sache.

Eine ganz andere Sache ist die Kenntnis von den Bedingungen zum Erfolg, damit es nicht ins Gegenteil umschlägt.

Dazu gehören dann aber einige gute Grundkenntnisse über Gesetzmäßigkeiten von Meinungsentstehung, Meinungsformung, Gruppendynamik, Dogmenentstehung, Brauchbarkeitskriterien (der Zielgruppe), Selbsttäuschungsmechanismen, emotionale Konditionierung und noch einige andere.

Erfolgreiche Werbefachkräfte, Graue Eminenzen im politischen Hintergrund usw. haben solche Kenntnisse und nutzen sie erfolgreich.

Innerhalb von aus dem "einfachen" Volk kommenden Kampagnen fehlen diese Kenntnisse fast immer. Das überwiegende Ergebnis ist dann, wenn eine Wirkung eintritt, daß sich unterschiedliche Gesinnungen dogmatisieren und in der Folge sich stetig verhärtende Meinungsfronten aufbauen, die im Extrakt sinnfrei und vernunftfrei sind.

Vielleicht ist es eine gute Idee, einfach mal geeignete Lehrkräfte (solche, die auch über den Tellerrand schauen) der Schule anzusprechen und die hier genannten Punkte im Detail zu erörtern.

Das nimmt nicht allzu viel Zeit in Anspruch und hat den Nutzen, daß zumindest einige spezielle Denkarbeit dem Tun vorausgeht und den Gesprächsanwesenden nebenbei klar werden kann, ob Individualmeinung die Triebfeder ist oder ob es sich um initiierte Gruppenmeinung handelt, die durchaus nicht der Individualmeinung entsprechen muß.

Alternativ ginge allerdings auch totschweigen, Augen zu und durch, eben wie beim Hoffen auf einen Sechser im Lotto.

Kommentar von randomhuman ,

Ich meine, dies sollte man tunlichst bei allen den Dingen unterlassen, die ausschließlich einer individuellen freien Willensentscheidung unterliegen und quasi reine Geschmackssache sind.

Diese Initiative für LGBTIQ* Menschen hat nichts mit irgendeiner Meinungsmache zu tun, so wie du es suggerierst. Anscheinend hast du solch einen Besuch einer dieser Gruppen noch nicht miterlebt, sonst wüsstest du, dass es nichts mit Geschmack zu tun hat.

Diese Leute kamen mit unterschiedlichen Geschichten und Informationen an unsere Schule und haben mit uns einfach ein Gespräch/Diskussion geführt. Sie haben eben ihr Coming Out und ihre Probleme dabei geschildert oder bei Transsexualität, wie z.B. der Prozess abläuft usw.. Wer etwas offen durch die Welt läuft, denn kann das schonmal interessieren. Wir als Klasse waren jedenfalls interessiert und fasziniert davon, weil viele Leute Fragen gestellt haben. 

Wir wurden auch nach eigenen Erfahrungen gefragt. Allgemein ist meine Klasse/Jahrgang in diesem Bereich sehr tolerant. Bei uns gab es zwei Schwule, einmal mich und einen Mitschüler und dieses Gespräch hat denke ich allen geholfen besser mit solchen Themen umzugehen und mir selbst als "Betroffener" hat es auch geholfen.

Es gibt also viele positive Seiten für die Berechtigung einer solchen Initiative und das ist absolut keine Meinungsmache oder dass nur eine Gruppe vertreten ist und alle anderen sich ausgegrenzt fühlen. Solche Kampagnen sollte man verpflichtend ab irgendeiner Klassenstufe (9,10) anbieten, da es immer noch viel Homophobie gibt, die natürlich nicht berechtigt ist.

Kommentar von Dxmklvw ,

Eben das gehört auch zur Freiheit, daß du eine eigene Meinung haben darfst, die dir niemand streitig zu machen hat.

Wie ich deinen Antworten entnehme, hast du dich in deinen Ansichten festgelegt. Es ist deshalb unnötig, daß du diese fortdauernd mit weiteren Argumenten darlegst.

Also mache es, wie du meinst, daß du es haben willst, und lerne daraus, aber das auch nur dann, wenn du es willst.

Du hattest eine Frage gestellt, und du hast diverse Antworten erhalten, darunter auch von mir.

Der Frage selbst entnehme ich, daß die geplante Kampagne zumindest nicht her stattfinden soll. Es gibt also keine Notwendigkeit, die Antworter (z. B. mich) von etwas anderem überzeugen zu wollen, als diese es gemäß ihrer Meinung dargestellt haben. Auch diese Einsicht gehört zur Meinungsfreiheit.

Kommentar von randomhuman ,

Ich habe die Frage nicht gestellt. Ich habe nur meine Meinung dargestellt eben wie du. Ich würde keine Frage stellen nur um meine Ansicht anderen aufzudrücken. Dann würde ich nach Meinungsberichten fragen aber wie gesagt ich habe die Frage nicht gestellt. ;)

Antwort
von MuseMelpomene, 22

Total großartig!!! Ich wünsche dir viel Erfolg und drücke die dir Daumen, dass viele Schüler*innen und Lehrer*innen dich unterstützen werden.

Vielleicht als Anregung: In wenigen Bundesländern gibt es schon das Label "Schule der Vielfalt". Das ist sowas wie "Schule ohne Rassismus" nur halt auf LGBTIQ-Themen hin ausgelegt. Google das doch mal. Vielleicht findest du da noch Anregungen und vielleicht gibt's das ja auch in deiner Umgebung.

Für weitere Anregungen: In Bayern gibt es einen Preis, der nennt sich Michael-Schmidpeter-Preis. Damit werden gute Projekt von Schüler*innen zu LGBTIQ-Themen ausgezeichnet. Dazu müsste auch ein bisschen was im Internet zu finden sein.

Liebe Grüße und viel Erfolg!!! :)

Kommentar von MuseMelpomene ,

Sorry, einen Hinweis hab ich noch vergessen! In vielen Städten gibt es ehrenamtliche Projekte, die zu dem Thema sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten in Schulklassen (Jugendgruppen...) gehen. Vielleicht haben die in dem Projekt in deiner Nähe auch noch Tipps und Infos für dich.

Vielleicht hast du aber auch selbst Lust, dich in so einem Projekt zu engagieren!? Wenn du schon in deiner eigenen Schule den Mut hast, diese Themen anzusprechen, bist du vielleicht auch die richtige Person, um mit Schüler*innen anderer Schulen darüber zu sprechen.

Diese Projekte kannst du am besten über die Internetseite des Bundesverbandes "Queere Bildung e.V." finden. In einigen Bundesländern heißen diese Projekte alle "SCHLAU". Da kannst du sie einfach mit "SCHLAU" und dem Städtenamen dahinter finden. Ansonsten müsstest du aber auch alle anderen Projekt über die Seite von Queere Bildung finden. Wenn du da nichts im Internet findest, kannst du auch ggf. den Vorstand von Queere Bildung anschreiben und fragen, ob sie dir sagen können, wo es in deiner Nähe Projekte gibt.

Antwort
von HerGirl, 19

Ich finde, dass das eine ziemlich coole Idee ist. Sollte es eigentlich an jeder Schule geben, meiner Meinung nach. Wenn du das irgendwie in die Tat umsetzen kannst, dann mach das auf jeden Fall :) Paar Heteros werden da wahrscheinlich nicht so positiv drüber denken, aber ich denk mal, das sind dann auch die, die allgemein (etwas) homophob sind und die Meinung von denen ist sowieso sch***egal :D 

Ich würde das auch so sehen, wenn ich nicht lesbisch wäre, weil ich ne coole Hete wär :D :D Also hau rein, mach das !! :)

Antwort
von BellAnna89, 19

Egal, wie viele Sprüche kommen, tu es!
Leider scheint das immernoch ein Tabuthema zu sein, also muss man darüber sprechen, um es zu enttabuisieren.
Also lieber dumme Sprüche als gar nicht drüber reden, oder?
Und vielleicht wird es ja nur halb so schlimm, und manche finden den Mut, ihre eigene Sexualität nicht mehr zu verbergen...

Viel Glück dabei!

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 31

Hallo!

Die Schule ist dafür mMn nicht grad der prädestinierte Ort.. oft gerade deswegen, weil viele die geistige Reife für so anspruchsvolle & tiefsinnige Themen nicht mitbringen & es entweder veralbern oder garnicht erst wissen um was es dabei eigentlich geht. 

Wenn es dir am Herzen liegt, kannste das Thema ja mal in der SMV Sitzung oder im Dialog mit dem Verbindungslehrer aufgreifen... das wäre eine Möglichkeit.

Kommentar von BellAnna89 ,

Aber die Kids reden doch ununterbrochen über Sex, also würde etwas Aufklärung doch nicht schaden?
Und wer "schwul" als Beleidigung oder negatives Adjektiv verwendet, der kann auch ganz offen mit dem Thema konfrontiert werden.
Damit auf Dauer die dummen Sprüche einer bewussten Auseinandersetzung weichen...
Und für junge Leute spielt sich das Leben nunmal in der Schule ab.

Kommentar von MuseMelpomene ,

Ist Schule nicht dazu da, Dinge aufzuklären und richtig zu stellen, wenn Schüler*innen gar nicht wissen, um was es dabei eigentlich geht?

Ich finde, gerade Schule ist der prädestinierte Ort dafür. Das ist doch der Ort, der zum Lernen da ist - und um mehr über sich und die anderen und die Welt zu erfahren. Da gehört das Thema definitiv mit dazu.

Abgesehen davon steht es auch in verschiedenen Bundesländern mehr oder minder explizit im Lehrplan mit drin.

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