Wie würdet ihr die Entwicklung des Automobildesigns bewerten?

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7 Antworten

Da gebe ich dir völlig recht. Früher wurde beim Design auf klare Linien und perfekt ausgewogene Proportionen geachtet. Auf überflüssigen Schnick-Schnack wurde verzichtet. Sich auf der Karossieriefläche kreuzende Linien galt als Todsünde.

So galt z.B. der Pininfarinaentwurf für den Ferrari 400 als absolutes Meisterwerk an Ausgewogenheit und klarer Designsprache:
http://www.ferrariduen.dk/400%20gt%20i.jpg-for-web-large.jpg

Als dann die Stromlinienform aufkam, brachte NSU mit dem RO80 die Mutter aller Stromlinien -Designs heraus. Auch hier ist das Design absolut klar und sauber:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/ff/NSU_Ro_80_-_2009-10-11_%28Foto_Sp%29_Seite.JPG

Bei Kompaktlimousinen brachte Giugiaro mit dem Golf das grundlegende Meisterdesign auf den Markt:
https://i.ytimg.com/vi/Cyqa0vzfxuI/maxresdefault.jpg

Eine wesentliche Verbesserung dieser Grunddesigns hat bis heute nicht stattgefunden. Also musste irgendwie anders was "Neues" her. Das bestand dann immer darin, diese Grunddesigns abzuändern, wobei sie dadurch allerdings auch ihre Klarheit verloren. z.B. wurde das Design mit jedem neuen Golf-Modell immer schlechter. Die sahen zwar immer neu aus, aber das letztlich immer nur eine ästhetische Verschlechterung der Grundidee durch jede Menge sinnlos gesetzter Linien und Sicken.

Zur Zeit ist es z.B. modern, die Idee Pininfarinas zum Bergmann-Ferrari (seitliche Einbuchtung) "zu klauen" und in tausend Variationen zu recyceln:
http://mycarquest.com/wp-content/uploads/2013/09/Rosellenni-Ferrari.jpg

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Salue Mirage

Du hast durchaus Recht. Der Charakter ging irgendwie verloren.

Nur, die Hersteller haben ein Problem.

Wenn man die Aerodynamik ausreizen will, ist die Linie schon fast vorgegeben.

Bei der Front ist man auch nicht frei, da sind Vorschriften zum Crash mit Fussgängern einzuhalten. Ein Haifisch-Maul liegt da nicht mehr drin.

Aber auch die Rückspiegel-Form, Stossstangen und Frontlampen, tausende von Seiten des EU Reglements engen den Designer ein.

Am Schluss muss er nun noch versuchen, dem Kühlergrill das Markenmaul irgendwie anzumodeln. Das Heck bekommt anstelle von B-förmigen Lampen nun solche in Z-Form, damit es individuell wird.

Nun wird verständlich, dass auch ich, seit Jahrzehnten im Autobereich tätig, zu Hause ein paar Oldies -vornehmlich meiner Jugendzeit- bereit stehen habe.

Es grüsst Dich

Tellensohn   

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Kommentar von xMirage95
21.09.2016, 22:43

Stimmt, an diese Einschränkungen durch EU Vorgaben habe ich jetzt gar nicht gedacht, die spielen natürlich auch eine Rolle!

Tja, mal schauen wie es weitergeht.

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Hallo!

Sowas hat man in jeder Dekade schon behauptet -------> das ist das selbe Phänomen wie die These jeder Generation, der ihr Nachkommenden alle denkbaren Untugenden zu attestieren... auch in den 80ern z.B. haben sich die Leser schon in Leserbriefen oder Journalisten in der "mot Design-Kritik" über die Uniformisierung der Autos aufgeregt & das Design jeder Neuerscheinung schlechtgemacht. Betroffen waren vorallem der Opel-Kadett E, der Omega-A, alle neuen Audimodelle, der "langweilige" Golf 2 oder das hohe Heck der Mercedes 190er oder 124er Serie. 

In den 90ern war es genauso & da wurde beinahe jedem neuen Auto attestiert es sei "zu japanisch". Heute sind auch diese Autos Youngtimer mit ihren Fans. 

Ich finde persönlich, dass die Autos flacher & unpraktischer wurden weil angeblich alles "Sportlichkeit" suggerieren muss.. es gibt heute kaum noch echte Nutzkombis & auch die konservativen Reiselimousinen mit bequemem Einstieg und sinnvoller Ausstattung ohne nutzlose SPielereien gibt's kaum noch.. der Opel Omega-B war der letzte seiner Art & ist 2004 ausgelaufen. Man sieht den Wagen aber schonnoch an, wo sie herkommen.. Stichwort "Hofmeisterknick" bei den BMWs oder die großen Grills bei Ford. Wer sich mit Autos rudimentär auskennt merkt das schon :)

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Natürlich haben sich die Formen der Fahrzeuge im Lauf der Jahre verändert aber das ist ja normal. Jeder will das schnittigste, eleganteste und sportlichste Fahrzeug bauen.

Dazu kommt das ein Hersteller den anderen schluckt oder mit ihm kooperiert und dann wird Fahrgestell und Karosserie schon mal getauscht. Die Innenausstattung wird etwas verändert oder das Äußere und so ist es schon eine andere Marke.

Da werden wir nichts machen können. Vor allem, früher wurden Autos verschrottet weil sie durchgerostet waren, Heute werden sie verschrottet weil die Reparatur der Elektronik zu teuer ist. Es ist traurig aber war und es wird immer schlimmer.

Ich selber finde auch die alten Fahrzeuge schöner, sie haben doch auch viel schönere Formen und ganz wichtig, Charakter. Vor 2 Jahren haben wir gerade unseren 24 Jahre alten Fiat Panda verkauft und ich habe jetzt nur noch mein 35 Jahre altes Motorrad außer meinem 8 Jahre alten Hyundai, nachdem man meinen alten Honda zu Schrott gefahren hat.

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Kommentar von xMirage95
21.09.2016, 22:41

Ja, du sagst es. Charakter. Das vermisse ich an den neuen Autos.

Danke für deine Antwort :)

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Ich sehe das anders. Nicht zuletzt deshalb, weil die Hersteller heute konstruktions- und produktionstechnisch Möglichkeiten haben, von denen sie vor 20 oder gar 40 Jahren nur träumen konnten.

Wie üblich, behält man aus der Vergangenheit gerne die positiven Erinnerungen zurück. Die Masse an todlangweiligen bis Übelkeit erregenden Automobildesigns wird hingegen gerne verdrängt, und so kommt es zu der gängigen "früher war alles besser"-Sichtweise.

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Hi,

ist es so? Oder ist dies nur eine selektive Wahrnehmung. Von den Autos der 50er, 60er und 70er Jahre bleiben uns nur die Highlights in Erinnerung. Coole Schiffe, flotte Renner mit Flossen und spritzige Cabrios. Die breite Masse der Automobile aus dieser Zeit dürfte aber wahrscheinlich ebenfalls ein ähnlich gelagertes Design gehabt haben. Nur kann man sich an diese Massenmodelle nicht mehr erinnern.

Richtig? Oder falsch?

Gruß
Falke

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Kommentar von xMirage95
21.09.2016, 22:41

Da bin ich mir eben auch nicht sicher. Zu der Zeit habe ich noch nicht gelebt :D Ich kenne diese "Ikonen" von damals und eben die, die man heute noch öfters mal auf der Straße fahren sieht. Aber auch bei denen weiß ich nicht, ob das mal Massenmodelle oder schon immer Einzelheiten waren.

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Kommentar von Fraganti
21.09.2016, 23:15

Falsch. Die schäbigen Brot und Butter Kisten dieser Zeit sind längst Klassiker. 

VW Käfer, Golf 1, Ur-Polo

Citroen 2 CV, Diane, Ami6

Renault Dauphine, R4, R5

Peugeot 204, 104

Fiat 500

Der originale Mini

Morris Minor

BMW 700

Kabinenroller (Isetta, Trojan, Heinkel, Messerschmitt)

Goggomobil

Kleinschnittger

Usw.

Selbst der urhässliche AWS Shopper hat heute seine Fan Gemeinde, die sich sicher ist "Besser als der Müll von heute war er immerhin!"

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Geschmacklos und weichgespült, wie die heutigen Kunden. 

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