Solf am 28.05.2007 um 18:00 Uhr
In verschiedenen Voten kam, fpr mich sehr überraschend, immer wieder zum Ausdruck : naja hauptsache glücklich und gesund ! Ich gebe ehrlich zu, dass ich etwelche Mühe damit hätte wenn einer meiner Söhne sich " outen " würde. Wie ist eure ehrliche Meinung dazu ?

Ich glaube, es ist eine Sache des "Loslassens". Sicherlich wünscht man sich für Sohn/Tochter eine andere Lebensform, die womöglich auch noch Enkelchen beschert. Aber wenn man gelernt hat, die Kinder ihr Leben leben zu lassen, ohne wenn und aber, ist der Schritt zur Akzeptanz von "lesbisch" oder "schwul" auch nicht mehr so schwer. Denn daß Kinder andere Lebensmodelle als man selbst bevorzugen können, ist Lektion Nr. 1 im Leben aller Eltern.

Ganz ehrlich:Ich würde am Anfang wahrscheinlich einen Schock bekommen.Aber nur kurz,denn dann würde mein Verstand mir sagen,dass es trotzdem mein Kind bleibt.Und schließlich muss jeder sein Leben leben.
Solf am 28. Mai 2007 18:24 Bin genau deiner Meinung ! aber deinen Verstand müsstest du ebenfalls zu Hilfe nehmen.. und dein Herz natürlich Hexerl.

Da ich selbst bi bin, wäre das wohl das geringste Problem, was ich mit einer anderen Lebensform meines Kindes hätte.
Ich kann mir da ganz andere Dinge vorstellen, die mir Probleme bereiten würden, z.B. wenn er überzeugter Soldat würde und in den Krieg zöge, oder Drogen nähme, eine rechtsradikale Gesinnung hätte o.ä., nur mal so als Beispiel.
Doch, es ist mir wichtig, dass er glücklich wird und Menschen findet, die ihn lieben und die er liebt.

Die große Toleranz hat man meist nur dann, wenn man selbst davon nicht betroffen ist.
Grundsätzlich empfinde ich gleichgeschlechtliche Liebe nicht als "abnormal", das möchte ich schon festhalten!
Wenn es jedoch meine eigenen Kinder betreffen würde, müßte ich wahrscheinlich erst lernen, damit umzugehen, und lernen zu verstehen und zu akzeptieren.
Trotzdem würde das "Glück" meiner Kinder für mich an erster Stelle stehen.
Solf am 28. Mai 2007 18:10 mein Gott wie diplomatischschleimigwienerisch.. ! Antwort gelesen ...und DH gedrückt.

Für mich wäre das überhaupt kein Problem. Meine Söhne wären dann immer noch meine Söhne und dieselben Menschen. Ich würde es akzeptieren und sie in jeder erforderlichen Weise unterstützen.
Meine persönlichen Erfahrungen mit homosexuellen Menschen waren bisher immer nur positiv. Was wäre so schlimm daran?

Auch wenn es für die Eltern zunächst sicher ein Schock sein mag, so sollte man doch letztendlich das Wohl des Kindes (mein Gott, blödes Amtsdeutsch) in den Vordergrund stellen. Gleichgeschlechtliche Liebe ist genau so normal wie "außergewöhnliche" Sexpraktiken. Ich als Vater würde erst mal nachdenken, wie es wohl wäre, wenn ich meinen Eltern von meiner Neigung erzählen würde/müßte. Ich würde versuchen, mich in die Lage des Kindes hinein zu versetzen, dann kann ich auch besser verstehen (als Vater verstehen). Und ich würde mich als Vater fragen, ob ich vielleicht nicht genau so bin: Wenn ich nämlich Sex praktizieren würde, der über das Übliche hinausgeht. Wo wäre da ein Unterschied? So ein Schock ist für die Eltern relativ schnell überwunden, damit können sie fertig werden. Aber wenn sie dem Kind gegenüber nicht den richtigen Rückhalt geben, kann es massive Folgen für das Kind bedeuten.
Ich hätte damit kein Problem. Jeder Mensch muß für sich selbst entscheiden, wie er sein Leben lebt. Und wenn Mann oder Frau so glücklich ist, bitte. Heutzutage doch kein Problem mehr.
Ich finde es vor allem wichtig, daß mein Kind überhaupt jemanden gefunden hat, der zu ihm paßt und mit dem er sein Leben teilen möchte. Ich habe lieber eine lesbische Tochter, die in einer glücklichen Beziehung mit ihrer Partnerin lebt, als eine, die alleine dasteht und damit unglücklich ist. Jeder sollte doch so leben, wie es für ihn richtig ist. Was wäre ich denn für eine Mutter, wenn ich die Lebens- und Liebensweisen meiner Kinder verurteilen würde?

Was willst du daran ändern? Es ist eine vorgegebene Geschlechtsausrichtung. Manchmal vielleicht nicht gefestigt und als bi bezeichnet. Obwohl das Letztere ein neuzeitliches Phänomen in Städten mit großem Singleanteil zu sein scheint. Aber es ist immer noch dein Sohn / Tochter. Dafür werde ich immer tun, was in meiner Macht steht, damit es ihnen gut geht.Punkt. LG Detlef

Man sollte sich doch einmal fragen, warum Eltern Probleme mit der Homosexualität ihrer Kinder haben. Der Hauptgrund scheint mir die "Angst" vor dem Getratsche der Nachbarn. Deshalb flüchten sich Homosexuelle im eigenen Interesse und deren Familien, oft in die anonyme Großstadt, um dort unbehelligt ihr Leben leben zu können. Ist das nicht traurig? Ein weiterer ist, dass man in den meisten Fällen auf Enkel verzichten muss. Genau genommen ist das ein egoistischer Ansatz, wenn auch nachvollziehbar. Umso mehr sich unsere Gesellschaft in dieser Angelegenheit "entspannt", umso weniger werden Eltern damit ein Problem haben.
Solf am 28. Mai 2007 19:22 erschreckend " moderne " Einstellung !Wohin soll ich mich wenden ???
demosthenes am 29. Mai 2007 11:07 @Kai aus berlin:
Wenn ich Probleme mit der Homosexualität hätte, dann sicher nicht aus den von Dir angeführten Gründen, denn gegenüber dem Getratsche der Nachbarn bin ich eher immun.
Ich hatte aber viele Jahre einen Beruf, in dem ausschliesslich Männer tätig waren und in dem Frauen meist nicht einmal von weitem zu sehen waren - das prägt.
Dort galt aus Deiner Sicht ein sicher sehr traditionelles männliches Rollenverständnis und Schwule waren absolut "das Letzte".
Ich kenne inzwischen einige sehr nette Homosexuelle, empfinde aber auch im Umgang mit ihnen eine innere Anspannung - ein "natürlicher" Umgang ist da schwierig.
Und die leider relativ vielen Schwulen, die stets ein etwas "tuntiges" Gehabe zeigen, sind mir absolut widerlich.
Mit denen muss ich ja auch nichts zu tun haben und die können gern leben, wie sie wollen, aber beim eigenen Sohn hätte ich da sicher ein Problem.
Und bei den lesbischen "Berufsemanzen" ginge mir das sicher auch nicht viel besser.
Ist seine bzw ihre Sache, wenn sie ihr Leben so haben möchten unterstütze ich das.
Es ist zwar nicht das, was man sich gewünscht hat aber es ist ihr Leben. In der heutigen Zeit kann man leichter damit umgehen.

Bei den eigenen Kindern würde ich wohl lernen (müssen), es zu akzeptieren, wenn auch nur unter erheblichem Zähneknirschen.
Wenn es hier teilweise heisst "Jeder Mensch muß für sich selbst entscheiden, wie er sein Le-ben lebt." oder "Denn daß Kinder andere Lebensmodelle als man selbst bevorzugen können, ist Lektion Nr. 1 im Leben aller Eltern.", dann klingt das sehr abgeklärt.
Als unser Sohn jahrelang Drogen nahm, da habe ich das auch (zähneknirschend) akzeptiert, aber ich war überhaupt nicht damit einverstanden, genausowenig wie der Satz "Jeder Mensch muß für sich selbst entscheiden, wie er sein Leben lebt." mir weiterhülfe, wenn unsere Tochter auf die Idee käme, auf den Strich zu gehen.
Ich finde aber schon, daß es ein Unterschied ist, ob meine Tochter eine Frau liebt, oder Drogen nimmt. Daran kann sie schließlich zugrunde gehen, was in einer lesbischen Beziehung ja eher nicht der Fall ist.
Solf am 28. Mai 2007 18:51 @demosthenes.. Danke für die offene und ehrliche Antwort !
engelhaar am 3. Juni 2007 20:28 @demosthenes: Drogensucht kann man nicht akzeptieren, man muß oftmals hilflos zusehen wie sich ein junger Mensch damit zu Grunde richtet. Aber wenn jemand sich zur Homsexualität bekennt ist das ja wohl etwas ganz anderes. Das ist doch keine tätigkeit wie Drogen nehmen, Rauchen oder Alkohol trinken oder auf den Strich zu gehen, es hat doch auch nichts mit einer bestimmten Lebenseinstellung oder Krankheit zu tun. Es ist einfach eine andere Lebensweise die ich zu akzeptieren habe wenn ich mein Kind liebe, es richtet sich damit ja nicht zu Grunde.

Leider wird siese Sexuelle neigung immernoch von einigen als "Krankheit" dargestellt oder mit einer Sucht in zusammenhang genannt. Schlimm genuch, da ist auch kein Verständniss zu erhoffen, mit Glück ein zähneknirschendes Hinnehmen. Ich weiss wovon ich rede. In meinem Bekanntenkreis sind viele Schwul, lesbisch, bi, tragen Männer frauenkleider und haben sich beiderlei Geschlechter umoperieren lassen. Der Sohn meine Pateneltern ist Schwul, ich bin dadurch damit aufgewachsen und habe auch das Drame miterlebt. Wie er ausgezogen ist, der Streit, die Hilflosigkeit, alles. Viele Bekannte von mir sind in den imliegenden Dörfern gebohren und/oder Aufgewachsen, jetzt will keiner mehr da was mit ihnen zu tun haben, sie werden öffentlich angefeindet, teilweise immernoch von den Eltern. Auch wenn in den Städten schon langsam ein liberaleres Menschenbild einzug hält, auf den Dörfern ist das imernoch graue Theorie. Schade für diese Menschen, die ja immernoch die gleichen sind. Und dann wundert man sich, wenn immernoch Männer nach 25 oder 30 Jahren ehe und zwei bis drei Kindern ihre Familie verlassen um mit ihrem Freund zusammenzuziehen. Wenn mein Kind Schwul oder Lesbisch wäre, wäre das für mich kein beinbruch. Ich würde es Unterstützen so gut es ginge. Denn es soll glücklich sein/werden. Kinder sind nicht unser Eigentum, sie sind uns nur geliehen! Ich will meine Kinder zu selbstständig Denkenden, kritischen, selbstbewussten Menschen erziehen, ihnen in ihre sexuallität reinzureden, passt für mich da überhaupt nicht rein.
Man muss es akzeptieren. Wenn man es nicht akzeptiert wird man sein Kind auf dauer verlieren und das ist nicht im Interesse von Eltern. Hätten meine Eltern meine Homosexualität nicht akzeptiert hätte ich den Kontakt zu ihnen abgebrochen. Mein Sohn ist übrigens Heterosexuell und ich hatte von vornerein kein Problem damit ;-)

Ich würde das Mädel als Partnerin meiner Tochter in die Arme schließen und wilkommen heißen - was sonst? Ebenso den Partner meines Sohnes (so ich denn einen hätte - die Tochter gibts...)
LG, C