Frage von grafSternensuch, 104

Wie würde es sich auswirken wenn wir auf einem Planeten mit nur 90% Gravitation leben würden. Welche Folgen hätte das auf die Menschen und deren Bewegungen?

Hallo Zusammen! Mich würde einmal interessieren welche Auswirkungen es hätte, wenn Menschen auf einem Planeten mit leicht geringerer Schwerkraft leben würden? Als Vergleichsobjekt lässt sich hier ganz gut die Venus nehmen.(Zwar keine Lebensgrundlage dort, aber 90% der Erdanziehungskraft). Wie würde das unsere Bewegungen beeinflussen? oder das Flugverhalten von Objekten beim Werfen? Fliegen sie weiter oder kommen wir dann schneller vorran? Welche lanfristigen Folge hätte ein Leben dort?

Antwort
von Buepf, 23

Wenn ein Mensch von der Erde auf einen Planeten mit geringerer Anziehungskraft umziehen würde, könnte er zu Beginn natürlich weiter springen und geworfenen Gegenstände würden weiter fliegen.

Allerdings passt sich der Körper an und man würde ziemlich schnell einiges an Muskel- und Knochenmasse verlieren. Wenn man nun auf die Erde zurück will, kann es sein, dass einem die Muskeln und sogar Knochen nicht mehr tragen. (Deshalb müssen Astronauten auf der ISS (hier ebenfalls etwa 90% g) dauerhaft trainieren, um auf die Rückkehr vorbereitet zu sein)

Hier ein sehr gutes Video von Vsauce mehr zu diesem Thema:

lg

Antwort
von ThomasJNewton, 38

Lauf doch einfach mal ein paar Minuten mit einem Rucksack durch die Gegend, der ca. 11 % deines Körpergewichts hat.

Der Unterschied, den du nach dem Abnehmen des Rucksacks merkst, sollte so etwa dem Unterschied entsprechen, wenn du 10 % leichter wirst.

Zumindest solange du dich mit konstanter Geschwindigkeit bewegst. Beim Beschleunigen macht es sich dann doch bemerkkbar, dass ein Rucksack nicht nur das Gewicht, sondern auch die Masse erhöht.

Antwort
von FloTheBrain, 14

90 % ist vielleicht noch zu nah an der Wirklichkeit. Es dürften sich ein wenig die Muskeln zurück bilden.

Interessanter wäre eine Population auf dem Mars. Da gibt es Biologien, die der Meinung sind, dass z.B. das Gehirn noch größer werden würde, und sich die Muskeln weiter zurück entwickeln. Wir würden also den kleinen grauen Aliens aus etlichen Filmen ähneln (vielleichts sinds ja Menschen aus der Zukunft :P). Eine natürliche Geburt wäre dann aber z.B. nicht mehr möglich. Schon heute ist der Kopf von neugeborenen so groß, dass ein Kaiserschnitt gemacht werden muss.

Aber letztendlich alles Spekulation, nur bis zu einem gewissen Punkt stichhaltig.

Das werden wir erst wissen, wenn wir die Erde verlassen. Gute Konzepte gibt es dafür schon, auch wie man die Strahlung im All in den Griff bekommt. Aber momentan macht es uns noch mehr Spaß sich gegenseitig auszubeuten und abzuschlachten.

Schade irgendwie.

Antwort
von dompfeifer, 20

Menschen würden sich der geringfügig geringeren Gravitation etwas anpassen, das wäre auf einem fremden Planeten das allerkleinste Problem, die müssten dort ohnehin mit schweren Raumanzügen wandeln.

Wenn dort einheimische intelligente Wesen hausen würden, dann wären die dort genauso biologisch angepasst wie Menschen und Tiere auf der Erde.

Antwort
von Wechselfreund, 66

Ich hätte ein Glücksgefühl, wenn ich auf die Waage steige:

1. Grund (logisch)

2. Grund: Sauerstoffmagel (soll auch Glücksgefühle hervorraufen) wegen der dünneren Luft.

Kommentar von NutzlosAlpha ,

Es ist nicht gesagt, dass die Luft dadurch dünner wäre.

Kommentar von Wechselfreund ,

Aber sicher: Wodurch wird der Luftdruck den verursacht?!

Kommentar von NutzlosAlpha ,

Mir ist schon klar, worauf du hinaus willst. Aber du vergisst den anderen Teil der Gleichung: Die Masse der Lufthülle selbst. Zwar wäre deine Aussage richtig, dass der Luftdruck auf einem solchen Planeten geringer wäre, wenn die Masse der Lufthülle gleich bliebe, aber nur weil die Gravitation des Planeten 90% beträgt, heißt das nicht, dass auch die Masse der Lufthülle kleiner oder gleich der Masse der Erdatmosphäre ist.

Bestes Beispiel: Venus. Die Oberflächengravitation beträgt etwas weniger als 90,5% der Oberflächengravitation der Erde. Der Druck an der Venusoberfläche beträgt 92 bar, sprich rund 92x soviel wie der Druck an der Erdoberfläche.

Übrigens Sauerstoffmangel muss auch bei einer dünneren Atmosphäre nicht zwangsläufig stattfinden, solange der Sauerstoffpartialdruck über 150 hPa liegt und auch genügend Puffergas vorhanden ist.

Kommentar von Wechselfreund ,

Hast recht, ich dachte, es würde sich auf die Erde beziehen..

Übrigens, Puffergas, ist das nicht das, wonach die Küche riecht, wenn Kartoffelpuffer gebacken wurden?

Kommentar von Wechselfreund ,

Aha, wenn der also einen fahren lässt...

Kommentar von NutzlosAlpha ,

Ganz recht.

Kommentar von grafSternensuch ,

Danke für den Schlagabtausch und den nützlichen Anfang:D Könntet ihr mit eurem Fachwissen noch etwas zu meiner Frage beisteuern?

Kommentar von grafSternensuch ,

wäre nice

Kommentar von NutzlosAlpha ,

Das größte Problem bei deiner bitte ist wohl, dass mangels extraterrestrischer Menschen niemand Erfahrungswerte beisteuern kann.

Im Prinzip fragst du ja, wie ein Leben bei Mikrogravitation wäre - nur ohne echte Mikrogravitation. Fakt ist, dass ganz ohne Gravitation sowohl Knochen- als auch Muskelsubstanz abgebaut wird, auch mit Training.

Mutmaßlich ist dies auch bei schwacher Gravitation so, weswegen es fraglich ist, dass fremde Himmelskörper wie Mond, Mars und Merkur überhaupt dauerhaft besiedelt werden können. Venus ist da eine Ausnahme, weil ihre Oberflächengravitation der unseren so ähnlich ist.

Grundsätzlich schwankt das Gewicht eines gesunden erwachsenen Menschen ungefähr zwischen 50 und 120 kg, je nach Größe und Statur. Die Spanne ist also erheblich größer als die paar Prozent an Schwerebeschleunigung.

Vermutlich wäre der Verlust an Knochensubstanz also nicht sooo tragisch. Nichtsdestotrotz hätte ein Mensch auf der Venus weniger Knochen. Die Frage ist halt, ob der zuvor genannte Mutmaßung sich als korrekt erweist oder eben nicht. Dies ist aber pauschal unmöglich zu beantworten.

Grundsätzlich bedeutet weniger Schwerebeschleunigung auch weniger Belastung für den Körper. Du könntest also prinzipiell etwas schneller und ausdauernder laufen, weil die Kraft, die zuvor gegen die Schwerebeschleunigung aufgewendet wurde nun für die Vorwärtsbewegung verfügbar ist. Außerdem könntest du grundsätzlich höher springen, weil du nicht mehr so stark nach unten beschleunigt wirst.

Du könntest auch weiter werfen, wieder aus demselben Grund. Da die vertikale Beschleunigung geringer ist, bleibt das geworfene Objekt bei gleicher horizontaler beschleunigung länger in der Luft. Wie schnell etwas voran kommt, hängt natürlich davon ab, mit welcher Kraft du wirfst. Allerdings gibt es beim Werfen im Gegensatz zum laufen logischerweise kein Ausdauerbonus.

Falls noch fragen sind, nur zu.

Antwort
von Sindy851, 66

"nur" 90% Gravitation?

Dann wäre die Anziehung so stark, dass wir nicht mal mehr aufrecht gehen könnten.

Kommentar von OmarEls ,

er meint 10% weniger, als es jetzt ist

Kommentar von Wechselfreund ,

90% sind weniger als 100% ...

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