Frage von dinkaabilove, 66

Wie würde es sich auswirken wenn man die gesetzliche Arbeitslosenversicherung auf freiwillige Basis legt. Also wenn Arbeitslosengeld I wegfällt und II bleibt?

Wie verändert sich die Finanzierung zahlen dann auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer was denkt ihr?

Antwort
von marcussummer, 40

Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung würde für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer wegfallen. Dementsprechend wären die Lohnnebenkosten etwas niedriger, Arbeitnehmer hätten ein klein wenig mehr netto vom brutto. 

Auf das ALG2 hätte das aber erst mal keine Auswirkungen, weil das nicht beitragsfinanziert ist wie das ALG1, sondern aus allgemeinen Steuergeldern.

Antwort
von Parhalia, 26

Wenn die Arbeitslosenversicherung abgeschafft werden würde, dann hätte der Arbeitgeber etwas weniger an Lohn-Nebenkosten und der Arbeitnehmer etwas mehr Geld im Portemonaie. Aber das wären nur wenige Prozentpunkte und würde sich nicht sonderlich auf den Arbeitsmarkt auswirken.

Es würden aber gravierende Nachteile für Arbeitnehmer und die Sozialgemeinschaft auftreten. Wenn der Arbeitnehmer entlassen wird, so rutscht er dann abrupt auf das Niveau der Grundsicherung hinab. Das wäre derartig schlagartig ein akutes Problem für viele Arbeitnehmer schon alleine wegen der laufenden Fixkosten.

Und weil die Soldidargemeinschaft der Arbeitslosenversicherung mit ihren Beiträgen dann ja wegfiele, so müssten auch diese Lohnersatzleistungen dann gänzlich aus öffentlicher Hand in milliardenschwerer Mehrbelastung aus dem Bundeshaushalt finanziert werden. Und diese Refinanzierung würde dann markanter Steuererhöhungen bedürfen.

Rechnen wir hier mal ganz grob geschätzt pro Million ALG I - Bezieher jeden Monat mit 1 - 1,2 MRD Euro rein zur Existenzsicherung. ( ALG II samt KDU und Krankenversicherung ) Bezieher mit Anhang sind hier noch nicht mal mit berücksichtigt. 

Antwort
von Seanna, 46

An der Arbeitsmarkt-Situation ändert sich dadurch nichts. Es gibt immer noch zu wenig Arbeit für zu viele Menschen und man braucht ja auch die entsprechende Ausbildung.

Antwort
von Veritae, 24

Man hätte auf jeden Fall ein paar tausend Arbeitslose mehr und vor allem eine Problematik mit vielen Leuten die ihre Miete und Häuser nicht mehr halten können. Es würde weiterhin zu leichten Konsumrückgängen kommen.

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