wie würde ein angemessenes Urteil im Mordfall von Gaius Julius Caesar lauten?

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2 Antworten

Ich weiß, diese Frage ist schon ein wenig älter, aber ich bin gerade darauf gestoßen und finde sie selbst überaus interessant.
Um ein Urteil fällen zu können ist es zunächst unabdingbar, die verschiedenen Mordmerkmale festzuhalten.
Ein Mord besteht laut §211 des deutschen Strafgesetzbuches dann, wenn
(a) aus bestimmten Motiven, wie Mordlust, Habgier, Befriedigung des Geschlechtstriebs oder anderen niederen Beweggründen gehandelt wird.
(b) heimtückisch, grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder
(c) um eine andere Straftat zu verdecken oder zu ermöglichen
gehandelt wird.

Nun, die Motivlage an sich dürfte bei einem derart großen Kreis von Verschwörern äußerst vielfältig sein; immerhin wird z.B. einem der Anführer der Verschwörung, Caius Cassius Longinus nachgesagt, er handle, da Caesar ihm statt des angesehenerem Amtes des Praetor Urbanus, das des Praetor Peregrinus zuwies.
Brutus hingegen soll lange darüber nachgedacht haben, ob die derzeitige Situation einen Mord an dem Mann, der ihm unter anderem verziehen hatte, dass er im Bürgerkrieg auf Seiten des Pompeius gekämpft hatte, rechtfertigen würde.
Er kam jedoch zu dem Entschluss, dass die Tötung Caesars notwendig sei, um die Verfassung der Republik wiederherzustellen; in seinen Augen war es quasi Notwehr, Caesar zu töten.

Auch, wenn viele verschiedene Motive vorliegen, die je nach eigenen moralischen Werten und politischer Einstellung natürlich unterschiedlich viel Gewicht haben, kann man zweifelsfrei von Mord sprechen, denn immerhin liegen zwei indiskutable Mordmerkmale vor.
Die Täter handelten erstens grausam und zweitens heimtückisch.
Ersteres, da bei der späteren Obduktion nicht weniger als dreiundzwanzig Stichwunden gezählt wurden, zweiteres, da Caesar während einer Senatssitzung -von den Befürchtungen seiner Frau und den schlechten Omen der Auguren abgesehen- keine rationalen Gründe gehabt haben dürfte, ein Verbrechen zu befürchten.

Nach dem heute in Deutschland geltenden Strafrecht würden die Täter somit zwangsweise wegen Mordes verurteilt, worauf unter allen Umständen eine lebenslange Freiheitsstrafe folgen würde.
Natürlich hängt die Urteilsfindung in sämtlichen Prozessen jedoch von Ort und Zeit der Gerichtsverhandlung und persönlicher Einstellung des Richters ab.

Ich hoffe, meine amateurhafte Erörterung leuchtet einigermaßen ein und stößt hier und da vielleicht auch heute noch auf Interesse.
LG Calpurnia99


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Es war ein Mord aus Machtgier, also absolut geplant. Für mich Todesstrafe.

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Kommentar von latricolore
08.11.2015, 19:46

Haben wir zum Glück nicht mehr.

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