Frage von EmmaLene, 61

Wie würde die Welt aussehen, wenn ALLE den kategorischen Imperative beherzigen besser/schlechter?

Antwort
von Grautvornix16, 17

Hi, man kann mit der Antwort von "Madows" anfangen, um es zu erklären. - Woher weiß er was "gute" Beiträge sind außer er würde sich selbst zur "göttlich-allwissenden" Richterinstanz aufschwingen. (ein verabsolutierte Unlogik als psychologisches Problem?). Bescheidenheit wäre eine logische Konsequenz aus der Tatsache, daß Vernunft nur dann als Vernunft gelten kann wenn sie auch selbstreflexiv arbeitet, d. h. ihre eigenen Urteilsgrenzen, also Nicht-Wissen erkennt. Vernunft ist das was man auch als "Kritischen Rationalismus" bezeichnen könnte. Das sog. "Böse" als Prinzip würde ja genau das durch "Glauben" an die jeweils eigenen Überlegenheit und daraus abgeleitet mit eigenen übergeordneten Begründungen zu einer bevorzugten Existenzberechtigung und dem entsprechenden Wahrheitsanspruch aus einer wie auch immer dargestellten Wertvorzugsordnung ad Absurdum führen und eigene Expansion zu Lasten anderer Individuen und Anschauungen betreiben ohne selbst tatsächlich im Besitz des dafür notwendigen Allwissens (Gott) zu sein. Der kategorische Imparativ basiert letztlich genau auf der Logik des Nicht-Wissens hat deshalb (logisch) gegenüber esotherischen oder egomanisch-aggressiven Behauptungen zu einem übergeordneten Selbstwert die Logik auf seiner Seite. Das demokratische Prinzip der Mehrheitsentscheidung beruht ja gerade auf diesem rationalistischen Grundgedanken (auch wenn man über die Umsetzung und Mißbrauchstatbestände sicher trefflich und kontrovers diskutieren könnte und rationale Sachverhalte mit diversen psychologischen Mitteln sicher auch ausgehebelt werden können). Aber das Prinzip ist erstmal in der Welt weil es logisch ist. - Das muß man nicht erkennen oder anerkennen aber es dürfte schwer werden, mit rationalen Mitteln eine Theorie mit größerer Schlüssigkeit aufzustellen. Der Rest ist eher Psychologie als philosophische Rationalität. Derart gestaltete Gesellschaften wären aufgrund ihrer "Devensivausrichtung" wahrscheinlich weniger "effektiv" im Sinne heutiger sog. "entwickelter" führender Wirtschaftsnationen / - mächte aber wahrscheinlich auch in einem besseren soziologischen und ökologischen Gleichgewicht. In diesen Nationen zeichnet sich nach der "Quantitätsphase" ja auch immer stärker eine Diskussion zur Qualität als Begriff von Lebensqualität ab. - OK, soviel dazu.

Und das in diesem Forum (einschll. meiner Wenigkeit) irgendjemand Kant und seinem Logikvermögen das Wasser reichen könnte halte ich für extrem unwahrscheinlich - genauso wie das dauerhafte Fortbestehen von Gesellschaftsformen, die in ihrer Selbstbegründung nicht logisch und deshalb nicht im Gleichgewicht sind. 

Gruß

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte, 11

"Würde" ist ein Irrealis. Wer könnte schon beschreiben, was nicht existiert?

Wie die Welt aussehen würde, wenn alle Menschen nicht nur wüssten, was der "kategorische Imperativ" beinhaltet, sondern auch ihr Leben entsprechend ausrichten und führen würden? Nun, soviel lässt sich mit einiger Gewissheit sagen: die Welt sähe a n d e r s  aus!  :-)

MfG

Arnold

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