Frage von Areafiftyone, 79

Wie würde der Tag heute aussehen, wenn a) die Römer nicht untergegangen wären, b) Napoleon erfolgreich wäre, c) es den Ersten Weltkrieg nie gegeben hätte?

Antwort
von WorldHistory99, 37

A) Möglicherweise würde das Reich bis heute existieren, das ist aber eher unwahrscheinlich. Durch Kontakte zu anderen Zivilisationen hätten sie neue Technologien erworben, allerdings wäre diese bei weitem nicht so hoch wie die heutige (Ein-Reich-Problem). Eine globale Kolonisierung ist dabei nicht auszuschließen, vorausgesetzt die Römer sind immer noch so größenwahnsinnig.

B) Wenn er wirklich die Engländer besiegt hätte, hätte das ein gewaltiges Französisches Imperium nach sich gezogen, das möglicherweise sogar die USA und China überholt hätte.

C) Wir leben heute noch in einem von Kaisern und Königen dominierten Europa. Der größte Teil der weltweiten Landfläche ist immer noch in Abhängige Kolonien unterteilt. Es gäbe 80 Millionen weniger Tote, England ist die dominierende Weltmacht, die USA hat kaum Einfluss. Gleichzeitig konnte sich auch der Kommunismus kaum ausbreiten und Großkonzerne hätten bei weitem nicht so großen Einfluss auf die Weltpolitik.

Antwort
von TT1006, 33

Diese "was wäre wenn" Szenarien bzgl der Vergangenheit finde ich so unfassbar sinnlos und dämlich! Und zwar gleich aus mehreren Gründen:

Die Geschichte ist eben so passiert, wie sie passiert ist und genau das war der ihr vorbestimmter Weg! Rom musste früher oder später untergehen, dieses Ereignis hätten sie höchsten ein bisschen hinauszögern können. Napoleon musste früher oder später geschlagen werden, kein Feldherr kann ewig siegen. Und auch der erste Weltkrieg war eine Frage der Zeit. Mal ganz abgesehen davon, dass man die Geschichte nicht ändern kann und es sinnlos ist, sich damit zu berschätigen, was wäre, wenn man sie doch ändern könnte.

Zum anderen sind die meisten dieser Gedankenspiele einzelne Sätze. Wenn du sagst, das Römische Imperium wäre nicht untergegangen, lässt das so viel offen. Es schliet zB nicht aus, dass dieses schon seit langem nur noch einen kleinen Fleck auf der Landkarte ist, aber es lässt auch zu, dass es mittlerweile ganz Euroasien bedeckt. Mit dem "Erfolg" Napoleons ist es das gleiche. Und statt des ersten Weltkriegs hätte es auch einen indoeuropäischen Krieg ohne die amerikanische Beteiligung geben können. Dann wäre nur sehr wenig anders, aber das meinst du vermutlich nicht. Und das waren nur ein paar kleine Beispiele. Du siehst also: So viel ist offen, unter Laien am Stammtisch kann man da ein bisschen plaudern, aber Historiker und solche wie ich, die irgendwo zwischen den beiden sind, raufen sich da nur die Haare.

Zu guter letzt, lassen sich solche Fragen auch einfach nicht beantworten. Je länger das Ereignis zurückliegt, welches man in Gedanken verändert, desto unmöglicher wird es. Nehmen wir mal ein Beispiel: Stellen wir uns vor, dass im antiken Rom von einem Tag auf den anderen ein x-beliebiger Mann verschwunden wäre. Zunächst erscheint es ziemlich irrelevant zu sein. Doch dann hätte seine Frau einen anderen Mann geheiratet. Statt der Kinder, die es in der Realität gab, gäbe es andere. Auch in dieser Generation mag es noch unbedeutend erscheinen. Doch mit jeder Generation steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein wirklich wichtiger Mensch (nicht) geboren würde. Zudem würde auch sonst jede weitere Generation noch mehr verändern, da sie noch mehr Familien mit der Verzerrung "infizieren" würde. So könnte es zB passieren, dass durch diesen kleinen Anfang, Personen wie Luther, Kolumbus oder Hitler nie geboren worden wären. Und das wären unumstritten krasse Einschnitte in die Geschichte gewesen! Bedenken wir nun, dass bei meinem Gedankenexperiment nur eine Person verschwand und ich viele Faktoren nichteinmal bedacht habe, erscheint es unvorstellbar (zumindest sollte es das tun) sich vorzustellen, was wohl wäre, wenn etwa das Römische Imperium nicht untergegangen wäre.

Fazit: Darüber kannst du dich mal in einer kleinen Pause oder am Stammtisch unterhalten. Für intelektuelle Debatten sind solche was-wäre-wenn-Fragen ungeeignet.

Antwort
von MarkusKapunkt, 37

"Was wäre wenn..." - die älteste aller Fragen. Und eigentlich weiß jeder, dass sie unmöglich zu beantworten ist. Lass deiner Fantasie doch mal freien Lauf. Im Falle eined Noch-Bestehens des römischen Reiches würde die Gesellschaft heute vielleicht so ähnlich aussehen wie im Buch "Die Tribute von Panem". Bei Napoleons Erfolg wäre französisch wahrscheinlich europaweit Amtssprache, ein Deutschland würde es nicht geben und wahrscheinlich wäre Europa nun die führende Wirtschaftsmacht. Den ersten Weltkrieg hätte es früher oder später jedoch gegeben, ich kann mir kein Szenario vorstellen, wie er zu vermeiden gewesen wäre.

Antwort
von spiegelimfokus, 15

"Wichtig!

Eine hilfreiche Antwort entsteht, wenn Du dich in den Fragesteller hineindenkst und einen ernst gemeinten Rat gibst."

[...]

(Hinweis, den jeder User hier auf gutefrage.net für seine Forenbeiträge erhält)

Das möchte ich TT1006 ans Herz legen. Areafiftyone weiß bestimmt selber, dass die Fragen ins rein Spekulative führen und irrelevant sind dafür, wie die Welt heute in Wirklichkeit ist. Aber ich kann die persönliche Faszination nachvollziehen, einfach mal ein wenig Geschichte zu "basteln", ohne dass es Falsch oder Richtig gibt. Für die einen mag es einfach nur unterhaltsam sein, für die anderen zum besseren Verständnis der Geschichte beitragen. In keinem Fall ist so etwas aber Grund dazu, sich so polemisch darüber zu moquieren ("[...] finde ich so unfassbar sinnlos und dämlich!"), nur weil man selbst nichts davon hält. Auch wenn ich dem, was TT1006 weiter ausführt, größtenteils zustimme (obwohl mir solche kontrafiktionale Spekulationen dennoch Spaß machen), möchte ich doch für ein wenig mehr Verständnis bitten für Leute, die einfach mal unverbindlich und aus purer Faszination solche Gedankenspiele anstoßen. Und mich reizt es sogar ehrlich gesagt, dass es so unfassbar viele denkbare Szenarien gibt, so wird's auch nie langweilig. ;-)

Antwort
von JBEZorg, 21

а.Igitt! Dekadente Patrizier, die im Hedonismus aufgehen. Das einfache Volk, dass verdummt nur nach Brot und Spielen lechzt. Warte mal, haben wir das nicht gerade? Naja Merkel schaut sich den Grossbrand von Berlin nicht Reime deklamierend aus der Ferne an, aber das kommt vielleicht noch.

b.König von Deutschland wäre irgendein Joseph XVIII. Bonaparte. Und Frankreich würde offizielll das 5.Imperium heissen.

c.In jeder Besenkammer würde die "Dicke Bertha" stehen. Wohin sollte auch sonst der ganze Militärkrempel, den die Idustrie der Kolonialreiche ausspuckte? Es wäre ein gefährliches Leben. Zum Kühlschrank ginge es an den Stapeln von alter Munition vorbei. Unwahrscheinlich, dass in all den Jahren niemand aus Versehen nicht irgendwas davon kippen liesse. Und dann würde ganz Europa explodieren. Also eigtl. das selbe Ergebnis.


Antwort
von soissesPDF, 28

a) was unumgänglich, dieses "hätte-wäre-wenn" stellt sich nicht.
b) und c) es hätte keine Reichsgründung 1871 stattgefunden, kein Erster und kein zweiter Weltkrieg.

Es ist müßig diese "hätte-wäre-wenn" Frage, die Geschichte ist so gelaufen wie sie ist, da gibt es kein "was wäre wenn".
Hätte Cleopatara nicht mit Cäser rumgemacht hätte das alte Ägypten auch nur nicht Bestand gehabt.
Dergleichen ließe ich ewig fortsetzen.

Antwort
von Odorwyn, 45

Interessante Frage, werde Ich beim nächsten Vollrausch... *hust*

Ich meine natürlich beim nächsten kultivierten Herrenabend mal in die Diskussionsrunde schmeißen.

Halte dich dahingehend auf dem laufenden! :)

LG

Antwort
von EmperorWilhelm, 32

a) Währe Rom nicht untergegangen so hätte es sich erstmal nicht teilen dürfen. Kaiser Konstantin hätte also nicht die Macht ergriffen und Rom nicht christianisiert. Zumindest nicht völlig. Die Völkerwanderung währe zurückgeschlagen worden, und die Karten somit völlig neu gemischt. Alle persönlichkeiten die wir kennen hätte es nie gegeben und Dschingiskhan hätte gegen Rom Krieg geführt. Was ab da passiert wissen wir unmöglich.

b) Hätte Napoleon Erfolg gehabt, so währe er bald ermordet worden oder an hohem Alter gestorben, Preußen, Spanien und Russland hätten rebelliert und sein schlecht befestigtes Reich, währe aufgrund der schwachen Staatsform in sich zusammengefallen.

c) Das deutsche Kaiserreich hätte bestand gehabt. Lenin währe im Gefängniss versauert und hätte die Leninistische Revolution niemals einläuten können. Trotzdem hätte Russland bald versucht weiter nach Westen zu expandieren und es zu "befrieden" diesen Umstand hätte Wilhelm der zweite genutzt um gegen Russland vorzugehen. Ein Krieg gegen Russland wähte höchst wahrscheinlich wieder zu Gunsten des Deutschen Kaiserreichs ausgegangen und hätte eine tiefe Feindschaft zwischen Russland und Deutschland hervorgerufen. Was dann passiert...keine Ahnung...

Antwort
von archibaldesel, 21

Diene Rhesen schließen sich aus. Wären die Römer nicht untergegangen, wäre Gallien römische Provinz, es hätte nie Frankreich gegeben, keine Revolution, keinen Napoleon. 

Wäre hingegen Napoleon erfolgreich gewesen, hätte es kein Deutsches Reich gegeben, das römische Reich wäre untergegangen und der 1. Weltkrieg wäre mangels Mittelmächten ausgefallen.

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