Frage von WVTEW, 49

Wie würde das Urteil heute ausfallen?

Ich soll bald in der Schule ein Referat zu dem Thema: Die Verantwortung des Wissenschaftlers halten. Dabei möchte ich mich unter anderem auf einen Film beziehen. Er heißt "Der Rat der Götter" und es geht um den Chemiker Dr. Hans Scholz, der in einer Fabrik an Giftgasen forscht. Die Handlung beginnt 1933, als die Nationalsozialisten die Macht übernommen haben, und Dr. Scholz bekommt den Auftrag, an einer misslungenen Versuchreihe weiterzuforschen. Zunächst denkt er sich nichts dabei und hört auf seinen Chef, doch im Laufe der Zeit wird er immer misstrauischer und fragt sich, wozu die Ergebnisse seiner Forschungen eigentlich gebraucht werden. Wie sich herausstellt, produziert Scholz ohne es zu wissen genau die Giftgase, mit denen damals die Juden in Konzentrationslagern getötet wurden. Hier stellt sich nun die Frage nach der Verantwortung, denn es ist nicht nur so, dass Scholz' Forschungen für ein Verbrechen verwendet werden - Er weiß es auch und tut (zunächst) nichts dagegen. Auch wenn er nicht direkt an der Tötung von Menschen beteiligt war, wird er später angeklagt.

Ich persönlich (wie wohl die meisten) würde Scholz zumindest eine moralische Mitschuld unterstellen. Mich würde nun jedoch interessieren, wie ein gerichtliches Urteil heute ausfallen würde. Schließlich gilt in Deutschland die Forschungsfreiheit, weshalb es doch eigentlich nicht verboten ist an Giftgasen zu entwickeln und zu erforschen -> entsprechend hat Scholz doch auch keine Straftat begangen?!

Antwort
von Ysosy, 15

Prinzipiell gilt immer, alles was 33 – 45 geschehen ist war schlecht. Und darf nie wieder Geschehen. Man kann / darf keine Objektive Berichterstattung darüber betreiben.

Dies bedeutet: Dr. Hans Scholz, war direkt verantwortlich, für die Entwicklung einer Massenvernichtungswaffe. Und da kommt er nicht mehr heraus.

Ein anderer Ort, der selbe Umstand. Die Entwicklung der Atombombe. Alle beteiligten sind Helden und keiner wurde je angeklagt.

Wo ist der Unterschied? Der Sieger, schreibt die Geschichte. Da die USA, den Krieg dank ihrer Atombomben gewonnen haben, können/wollen sie sich nicht, im Nachhinein selber anklagen. Das ist auch logisch. Aus der Sicht des Sieger, mussten sie die Atombombe entwickeln und abwerfen um den Krieg zu gewinnen.

Antwort
von HelmeSchmidt, 26

Nunja nach heutigen Gesetzen hat er sich der Beihilfe zum (Massen)Mord strafbar gemacht.

http://dejure.org/gesetze/StGB/27.html

Kommentar von WVTEW ,

Und wieso zählt die Rüstungsforschung dann nicht auch als Beihilfe zum Massenmord? 

Kommentar von HelmeSchmidt ,

Mmh, keine Ahnung. Das wäre wohl eine Frage an einen Rechtswissenschaftler/Rechtsforscher.

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