Frage von bloby82, 36

Wie wo wann wird die Mehrwertsteuer erhoben, wenn sie nicht beim Kauf des Produkts erhoben wird?

Wir sind ein junges schweizer Unternehmen. Wir produzieren nicht selber, wir lassen von einer deutschen Firma in Deutschland produzieren. Der Vertrieb (weltweiter Versand) geschieht ebenfalls von einer deutschen Firma in Deutschland. Wir erheben beim Verkauf des Produkts keine Mehrwertsteuer, da diese von Land zu Land verschieden sind und bei der Einfuhr in ein Land automatisch erhoben werden. Die Sache ist nun die, dass wenn wir von Deutschland aus an Kunden in Deutschland liefern, das gelieferte Produkt nie über einen Zoll geht und somit auch keine Mehrwertsteuer erhoben wird. Ist es möglich, dass die Mehrwertsteuer vom Zusteller des Pakets erhoben wird? Was ist die einfachste Lösung? Und: für uns ergibt sich noch ein besonderes Problem, wir starten eine Kickstarter-Kampagne. Dort ist es nicht möglich für einzelne Länder einen Preisaufschlag zu machen, jeder, egal in welchem Land er wohnt, beazahlt für das Produkt gleich viel.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 20

Ihr kauft beim deutschen Unternehmen, was für Euch produziert und ihr verkauft an einen Deutschen Abnehmer.

Der deutsche Produzent versendet direkt an den deutschen Abnehmer.

Das nennt man in Fachkreisen ein Reihengeschäft und mit beginn der Versendung vom ersten in der Reihe, an den letzten Abnehmer, gelten alle Lieferungen innerhalb der Reihe als erfüllt.

Wenn Ihr ein Startup in Gang habt, warum habt ihr keinen Gründercoach, so etwas gibt es bestimmt auch in der Schweiz.

Der Zusteller kann zwar kassieren (nennt man Nachnahme), aber nicht einen Teildes Preises um das als Steuer abzuführen. Ausserdem ist das auch gar nicht nötig.

Kommentar von juergen63225 ,

Das nennt man in Fachkreisen ein Reihengeschäft und mit beginn der Versendung vom ersten in der Reihe, an den letzten Abnehmer, gelten alle Lieferungen innerhalb der Reihe als erfüllt.

das ist richtig, auch Dreiecksgeschäft genannt,

A = Lieferant der physischen Ware
B = Verkäufer
C = Kunde

A liefert an C
A schickt eine Rechnung a B
B schickt eine Rechung an C

aber das klärt für die ausländische Firma noch nicht, wer und wie die Rechnung gestellt werden kann .. nur bei Export oder innergemeinschaftlichen Lieferungen B2B geht das auch ohne Steuernummer / Anmeldung der Firma im Land der Leistungserbringung. 

Möglich wäre lediglich: A liefert mit eigener Rechnung an C;
B ist dann nicht der Verkäufer, sondern nur der Lizenzgeber, oder die Platform, die das Geschäfts vermittelt hat (so wie EBay oder Amazon), und die dann von A eine Provision bekommt, oder Lizenzgebühren berechnet. 

Kommentar von wfwbinder ,

Ich habe das extra nicht in allen Details durchgespielt. Schließlich steht in der Frage auch: Der Vertrieb (weltweiter Versand) geschieht ebenfalls von einer deutschen Firma in Deutschland. Wodurch es auch möglich ist, dass dieses Vertriebsunternehmen an den Kunden fakturiert. Das würde die Beurteilung nochmal ändern. Denn danach wäre es möflich, dass wir hier mit 

1. Schweizer Unternehmen

2. Produzenten

3. Vertrieb

drei Stationen haben und es ist noch nicht genau klar, von wem der Kunde seine Rechnung bekommt.

Antwort
von juergen63225, 22

Ist ja jetzt nicht ernstgemeint ?  dass Schweizer unbelastet von Betriebwirtschaftlichem Basiswissen in anderen Ländern Gewerbe betreiben  und statt ihren Steuerberater oder das zuständige Finanzamt zu fragen, Rat im Internet suchen.

Nur ein paar Fragen .. wir lassen produzieren ... d.h. ein Unternehmen verkauft die Waren die nach Vorgabe gefertigt wurden .. und dann .. Liefert an ein Lager in DE ? oder in CH ? oder direkt an den Kunden in DE ?

Konsequenz: egal ob ans Lager der ausländischen Firma oder an Kunden geliefert,  wenn es kein Export ist, den er nachweisen muss, dann berechnet er MWST. Die Firma die an den Endkunden verkauft, berechnet natürlich auch Mwst. kann sich aber die gezahlte Mwst (Vorsteuer) zurückholen.

Wenn aber nicht die Firma die versendet, sondern die CH Firma in DE Rechnungen stellen will, muss ein Gewerbe angemeldet werden .. die Frage lässt nur den Schluss zu, dass dies unterblieben ist. Wenn Gewerbe angemeldet, hat man eine Steuernummer und muss monatlich eine USt Voranmeldung abgeben und die erhobene Mwst abführen .. 

so ... weitergehenden Rat könnte ich auch geben, aber nicht kostenlos und nicht hier .. sowas ist eine Beratung die ein bisschen mehr erfordert als zu erklären was eine Steuernummer und eine USt Voranmeldung ist. Es gibt auch Möglichkeiten im Ausland tätig zu sein, ohne Steuernummer, aber dann kann man auf keinen Fall Rechnung stellen an Kunden im gleichen Land .. da ist zwigend die lokale Steuernummer erforderlich.

Antwort
von Meandor, 12

Grundsätzlich scheint ihr Lieferungen auszuführen. Der Ort einer Lieferung ist vom Grundsatz her da, wo die Lieferung beginnt. In dem Fall Deutschland und somit ist die Sache erstmal erledigt, egal in welches Land es geht.

Geht die Lieferung in eine Gebiet außerhalb der EU, dann hast Du eine Ausfuhrlieferung die tatsächlich ohne Umsatzsteuer statt findet.

Das ihr in der Schweiz ansässig seid, ist für die deutsche Umsatzsteuer erstmal egal. So wie es aussieht, hinterzieht ihr gerade deutsche Umsatzsteuer.

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