Wie wissenschaftlich arbeiten Psychologen?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Wie wissenschaftlich und methodisch arbeiten Psychologen in der tatsächlichen Berufspraxis?   

Darum geht es zunächst einmal nicht. Das Wissen um wissenschaftliches Arbeiten - und die Hermeneutik ist durchaus auch ein Aspekt davon - brauchst du in jedem Fall für den Master bzw. das Diplom. Eine solche Arbeit hat wissenschaftlichen Kriterien zu genügen. Nur ca. 5 % der Psychologen sind später auch in der Forschung tätig; der Rest braucht für sein täglich Brot wenig bis gar keine Statistik.      

Aber du solltest immer(!) in der Lage sein, beurteilen zu können, ob und wie wissenschaftlich sauber andere gearbeitet haben. Testverfahren zur Personalauslese beispielsweise - wie sie auch in der ABO eingesetzt werden - können nur dann richtig eingeschätzt werden, wenn man weiß, wie sie entstehen. Das wiederum geht nur, wenn du die Fachsprache und die Methodik lernst. (Man kann natürlich auch gleich sagen, diese Tests sind allesamt Mist mit überaus begrenztem Aussagewert; aber das ist nicht akademisch und deshalb unehrenhaft ;-) )   

Ich brauche die Methodenlehre für meinen Alltag im Bereich Coaching,  Beratung und Training so ziemlich gar nicht. Physiologie, Neuroanatomie und Biopsychologie hingegen gehören für meine Begriffe ebenso zur Allgemeinbildung eines Psychologen, wie die Wissenschaftsphilosophie und die Erkenntnistheorien zur Allgemeinbildung von Akademikern schlechthin gehören sollten.  

Aber .. da wo die Psychologie an die Grenzerfahrungen des Menschen und die Grenzgebiete des Wissens hineinreicht, und das ist in den vergangenen Jahren ein Spezialgebiet von mir geworden, bin ich noch heute verdammt froh um meine wissenschaftliche Ausbildung von der Pike auf (auch wenn ich Statistik gehasst habe, weiß Gott) ... in diesen umstrittenen Fachgebieten hilft mir die statistische Methodenschulung enorm, um zu beurteilen, ob eine Studie Hand und Fuß hat, oder nicht. Diese Lernerfahrungen möchte ich deshalb um nichts in der Welt missen müssen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das was Du gerade erlebst ist ein Teil des Studiums. Psychologen können als Unternehmenspsychologen tätig werden, Unternehmenskonzepte erstellen, die verdienen sich dumm und....., mit Stundensätzen von mehreren hundert Euro. Du kannst wissenschaftlich Arbeiten Einrichtungen in denen Menschen stationär untergebracht sind und auch ambulant behandelt werden. Als Polizeipsychologe kannst du Profiler werden. Es gibt soviele Möglichkeiten abgesehen von dem was Du gerade erlebst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

 Vielmehr habe ich mir die Psychologie als Geisteswissenschaft vorgestellt,

Und hast dich vorher nicht genau über die Inhalte dieses Studiengangs informiert? Auf jeder einschlägigen Seite ist zu lesen, dass man sehr naturwissenschaftlich arbeitet. Eben genau das macht, was du nicht willst.

Eigentlich sind aber die ersten Semester eines jeden Studiengangs total öde. Grundlagen neigen nicht dazu überaus spannend zu sein. Schau einfach mal ins Vorlesungsverzeichnis, was die höheren Semester Schönes machen dürfen. ;)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?