Wie wirkt sich eine Erhöhung der Abschreibesätze aus?

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3 Antworten

Unternehmensziele werden heute ziemlich kurzfristig gesteckt, auf z.B. 5 Jahre. Wenn man an solche Zeiträume denkt, sind hohe AfA-Sätze attraktiv für Unternehmen, da sie den Gewinn und damit die Steuer senken.

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Kommentar von freaxx94
13.11.2015, 11:58

kurz und schlüssig, danke

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Kommentar von Plotz
13.11.2015, 15:05

Unternehmensziele werden dann ziemlich kurzfristig gesteckt, wenn man vorhat, ein Unternehmen innerhalb kürzestmöglicher Zeit auszuwringen und dann gegen die Wand - d.h. in die Insolvenz - zu fahren.
Mit unternehmerischer Weitsicht und betriebswirtschaftlich fundiertem Handeln hat das nichts zu tun.
In der Regel spiegeln sich solche eingeschränkten Sichtweisen auch in der Personalpolitik und dem Umgang mit Arbeitnehmern wieder.
Dadurch unterstützen hohe Fluktuation, Frustration und geringer Sachverstand der Mitarbeiterschaft das Ziel, das Ding in kürzestmöglicher Zeit an die Wand zu kriegen.

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Eine Erhöhung der Abschreibungssätze erhöht die Abschreibungen, verringert somit den Gewinn. Das führt einerseits zu steuerlicher Entlastung, andererseits auch zu einem Anwachsen der liquiden Mittel im Unternehmen. 

Denn die Abschreibungen, die den Gewinn gemindert haben, sind ja nicht als Geldmittel abgeflossen. Sie können auch nicht über eine Gewinnausschüttung abgeschöpft werden, weil sie ja eben KEIN Gewinn sind. 

Das Unternehmen kann - ja, MUSS - mit den freigewordenen liquiden Mitteln was anstellen. Das kann z.B. eine Reinvestition in neue Produktionsgüter sein. 

Die Höhe der Abschreibungssätze kann vom Gesetzgeber über die degressive Abschreibung gesteuert werden, indem er sie überhaupt zulässt oder verbietet (aktuelle Rechtslage) und/oder die Höchstsätze der degressiven Abschreibung festlegt (das waren mal das 3fache der linearen und maximal 30%, und zuletzt das 2,5fache und max. 25%).

Bestimmte Wirtschaftsgüter unterliegen unterschiedlichen steuerlichen Absetzungsvorschriften (Gebäude, geringwertige Wirtschaftsgüter, bestimmte immaterielle Wirtschaftsgüter).

Der Gesetzgeber hat also schon einige Steuerungsmöglichkeiten. 

Die steuerliche AfA muss nach deutschem Recht monatsgenau ermittelt werden. Das heißt nicht monatlich, denn abgeschlossen wird am Jahresende. Aber sie muss die tatsächliche Nutzungsdauer in aufgerundeten Monaten berücksichtigen. 

Die Rundungsmethode mit Halbjahres- und Ganzjahresmethode ist in Deutschland nicht mehr zulässig. 

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Die Sätze werden nicht vorgegeben, sondern die Nutzungsdauer.
Daraus resultieren die Sätze, einfache Rechenaufgabe.
Relevant ist ausserdem, ob ein abschreibungspflichtiges Investitionsgut in der ersten oder zweiten Jahreshälfte gekauft wurde. Dann kommt im Anschaffungs- und Schlussjahr ein halber Satz zum Ansatz.

Beispiel: Notebook 900 € heute gekauft. ND 3 Jahre.
Afa 2015: 150 €, dann 2 x 300, und nochmal 150.

Wird Licht?

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Kommentar von freaxx94
13.11.2015, 11:58

Wird nicht monatsgenau abgeschrieben?

Und wie wirkt sich das jetzt auf die Investitionstätigkeit der Unternehmen aus?

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Kommentar von Gerhardraet
13.11.2015, 14:56

Das von Plotz stimmt nicht.
Schon seit etlichen Jahren werden Maschinen und Geräte monatsgenau abgeschrieben.
Und es stimmt nicht, daß die AfA-Sätze "frei" sind. Indem die Nutzungsdauer festgelegt ist, sind auch die AfA-Sätze völlig fest (AfA = 100 : Nutzungsdauer).

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