Frage von meryemh, 92

wie wird sich die EU entwickeln?

hey leute! wie denkt ihr, wird sich die EU entwickeln und was wird aus ihr mit der zeit werden?

Antwort
von marcus1984, 7

Hallo Meryem,

entgegen der Ansichten der übrigen Kommentare möchte ich zum
Ausdruck bringen, dass die Europäische Union zwar sicherlich in der
Vergangenheit Herausforderungen zu meistern hatte und dies (wenn man nur einen
kurzen Blick auf die geopolitische Lage zurzeit wirft) auch für die Zukunft
erwartbar sein dürfte, in erster Linie ein demokratisch legitimiertes
Mehrebenensystem darstellt, welches nicht so einfach auseinander brechen wird,
wie sich das einige ihrer Kritiker gegenwärtig wünschen. Die Demokratische
Legitimation im deutschen Recht ist unter anderem im Grundgesetz der
Bundesrepublik Deutschland (Art. 23 (1) GG) verankert sowie im Vertrag über die
Europäische Union (EUV) der
häufig auch „Vertrag von Lissabon“ genannt wird und im Vertrag über die
Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV)
festgelegt. Es besteht kein Zweifel darin, dass aus Ausscheiden Großbritanniens
aus der EU große Schwierigkeiten für die verbleibenden Mitgliedstaaten nach
sich ziehen würde, doch ist zum einen fraglich, ob ein Austritt Großbritanniens
überhaupt eintreten wird (in Kürze wissen wir hierzu mehr), da die Befürworter
für einen Verbleib in der EU aktuell in der Mehrheit sind und London nicht
seine Vormachtstellung als größter und bedeutendster Finanzstandort der Welt
unnötig riskieren möchte und zum anderen ist der von vielen Seiten
(hauptsächlich von extrem links und extrem rechts) beschwörte „Dominoeffekt“,
beim dem dann weitere Länder aus der EU austreten würden, meines Erachtens
unrealistisch. Schließlich ist zu beachten, dass kein Mitgliedsstaat zum
Beitritt zur Europäischen Union gezwungen wurde (dies wäre auch völkerrechtlich
gar nicht möglich) und somit jeder Mitgliedsstaat seine Gründe zum Beitritt
hatte und hat. Selbst im Worst-Case-Szenario, also dem Austritt von
Großbritannien und dem anschließenden Austritt eines wirtschaftlich starken
Mitgliedsstaats wie der Niederlande, Dänemark oder Schwedens sehe ich die EU
nicht auseinanderbrechen, da gegenwärtig die Transatlantic Trade and Investment Partnership (kurz: TTIP) ratifiziert
wird, die zwar ebenfalls kritisch gesehen wird, allerdings mittelfristig
immense wirtschaftliche Vorteile für die Mitgliedsstaaten der Europäischen
Union bieten wird und somit Anreize zum Verbleib bietet. Nur angemerkt sei,
dass die Länder, welche die Europäische Union verlassen, in der internationalen
Handelspolitik den Anschluss verlieren werden, da die großen internationalen
Deals bereits heutzutage größtenteils nicht mehr unter einzelnen Staaten wie bsp.
Großbritannien und Malaysia ausgehandelt werden, sondern zwischen der Europäischen
Union und der südostasiatischne Staatengemeinschaft (ASEAN) ausgehandelt
werden, (da unter anderem das Handelsvolumen deutlich größer ist) was wiederum
Anreize zum Beitritt bietet.

           

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 10

Da die Fragestellung weit in die Zukunft der EU gerichtet ist, kann man sagen:

Die EU wird sich langfristig zu einem in der Welt einflussreichen Staatenbund entwickeln,

  • in dem soviele Entscheidungen wie nötig durch demokratisch legitimierte Institutionen der EU getroffen werden;
  • in dem zugleich soviele Kompetenzen wie möglich bei den einzelnen Mitgliedsstaaten verbleiben werden.

MfG

Arnold

Antwort
von greenhorn7890, 42

Ich habe dir Befürchtung, dass durch die Diskussionen über Themen wie die Flüchtlingskrise, die schlechte Wirtschaftssituation in Ländern wie Griechenland und Spanien und durch den möglichen Brexit, die EU Stück für Stück auseinander bricht. Sie wird zwar nicht aufgelöst, aber an Mitgliedsstaaten und somit an Macht verlieren.

Antwort
von valtisma, 14

Hallo meryemh,

Es ist ziemlich offensichtlich was in den nächsten Jahren passieren wird. Nachdem in den nächsten zwei Jahren der Euro kollabiert, wird auch unser Sozialsystem, was seit seiner Gründung zum Scheitern verurteilt war, zusammenbrechen. Dann wird man die ganze Krise auf den angeblich so ungebremsten Raubtierkapitalismus schieben und die Nationalstaaten werden zur Gründung eines totalitären, sozialistischen Systems abgeschafft.

mit freundlichen Grüßen

valtisma

Antwort
von Marko212, 43

Nach der Zeit wird etwas neues kommen.

Nach und nach werden die schwächsten Länder in schwierigkeiten kommen (wie Spanien, Griechenland...) und irgendwann wird es Zeit für was neues.

Das Ding ist, dass unser System ein immer schneller werdendes Wachstum verlangt (die Kurve geht immer steiler nach oben ins Unendliche) und manche Länder eben schon schneller sind als andere. Diese kommen nicht mit, müssen aber und kriegen Probleme. Diese werden erstmal durch andere Probleme ersetzt (siehe Schulden die von der Zentralbank aufgekauft werden) aber irendwann wird etwas Neues kommen müssen. Das ist nun mal das Leben.

Kommentar von meryemh ,

weswegen kommen die schwächsten länder in Schwierigkeiten?

Kommentar von Marko212 ,

Mal abgesehen von Koruption etc...

Deutschland entwickelt sich schnell aber Griechenland ist gerade damit beschäftigt überhaupt erstmal wieder aufzustehen. Wenn diese beiden Länder jedoch ein Bündnis haben, müssen sie sich auch ein Stück weit gleich schnell entwickeln. Sonst ist der Wert des Euros hier wenig und da viel z.B. und Reiche länder warten nicht auf die schwächeren, weshalb diese zwingend in Schwierikeiten kommen. 

Wenn alles am Boden zerstört ist und wir nichts gelernt haben wird es einen Wiederaufbau geben mit einem neuen Wirtschaftswunder und der selben Prozedur von vorne...

Antwort
von 1988Ritter, 15

Die EU wird sich wahrscheinlich negativ entwickeln, was dann auch einen Zusammenbruch der Gemeinschaft zur Folge haben wird.

Ziel der ursprünglichen EU-Gedanken war, Menschen mit gleichen Standards und Kultur Reise- und Handelsfreiheit zu geben, und dies dann zusätzlich mit einer einheitlichen Währung zu verknüpfen.

Dieser Gedanke war dann solange nicht schlecht, bis unsere "Polit-Elite" auf den super Gedanken kam die Landkarte mal blau an zu malen.

Dabei wurde großzügig und sehr dehnbar jeder willige EU-Kanidat aufgenommen, was dann letztendlich zu einer kompletten Schieflage geführt hat. Dies hat man jetzt unter großen Vermögensopfern einigermaßen auffangen können, was aber auf Dauer nicht funktionieren kann.

Nur mal so zum Beispiel. Wir reden hier immer über die bankrotten Griechen. Schaut man sich die EU-Staaten mal etwas genauer an, dann stehen eigentlich die Griechen gar nicht mal so schlecht da. Pleitemeier Nummer eins ist Belgien.

Antwort
von voayager, 15

Nun warte doch wenigstens erst noch die Volksabstimmung in GB ab, dann läßt sich zumindest dsbzgl. etwas mehr sagen.

Antwort
von hummel3, 29

Im Moment sind die Zeichen der EU eher auf Siechtum und Tod ausgerichtet, da fast alle Mitgliedstaaten nur "nehmen" und nicht "geben" wollen.

Man kann nur hoffen, dass der Traum von einem vereinten Europa nicht platzt, sondern in den Gehirnen der Politiker und Völker wieder die Oberhand gewinnt. Der Ausgang ist derzeit allerdings völlig ungewiss!   

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten