Frage von gooodie, 44

Wie wird meine Katze wieder wie früher?

Hallo miteinander. Ich habe eine Katze die jetzt ca. 2 Jahre ist. Sie war sehr verspielt jedoch hat meine Familie nicht sehr viel Zeit um mit ihr zu spielen. Sie kann auch nicht raus da wir in einer Wohnung wohnen (drittes Stockwerk). Ich wollte deswegen unbedingt eine zweite Katze holen damit sie nicht mehr so alleine ist. Ich dachte wohl es wäre einfacher als es ist. Wir holten uns einen Kater der jetzt 4 Monate ist. Er ist total aktiv und will auch immer gerne mit ihr spielen aber die ersten Tage verbrachte sie unter einem Bett und kam gar nicht erst raus. Ich weiß, es war die Eifersucht. Doch es dauerte nicht lange und sie konnte ihn akzeptieren. Sie faucht ihn trotzdem ab und zu an aber es gibt Momente auch wenn sie selten sind, da spielen sie ein Bisschen zusammen. Aber die letzten Wochen merkte ich wie meine Katze sich langsam veränderte. Sie spielt kaum ( schaut eher zu ), schläft den ganzen Tag, kommt nicht mehr zu mir in mein Zimmer wie früher, isst viel weniger wie davor und hatte die letzten Tage schlechte Laune. Ich versuche mit ihr zu spielen aber sie reagiert nicht darauf. Sie lässt sich zwar streichen aber ihre Persönlichkeit hat sich total verändert. Ich weiß nicht ob das nur was mit dem neuen Kater zu tun hat. Ich habe auch vor mit ihr zum Tierarzt zu gehen falls sie krank ist aber ich wollte erstmal hier schauen ob mir jemand helfen kann. Vielen Dank schon mal !

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Katzenkumpel, 7

Der Gedanke, Eurer Katze einen Kumpel beizugesellen, ist sicherlich lobenswert. Allerdings bedeutet Zusammenführung immer auch Stress für alle Beteiligten, und es erfordert sehr viel Zeit und Geduld, die Katzen aneinander - und dabei den Kleinen an seinen neuen Lebensraum - zu gewöhnen. Eine erfolgreiche Zusammenführung kann durchaus ein halbes Jahr oder länger dauern!

Der Gedanke, die Katze einem Tierarzt vorzustellen, um zunächst
körperliche Beschwerden ausschließen zu können, ist sicherlich vernünftig. Allerdings scheinen mir die Probleme Eurer Katze eher stressbedingt zu sein, wobei es darauf ankommt, dass dieser Stress nicht zu einer Dauerbelastung wird, die letztlich auch zu körperlichen Erkrankungen führen könnte.

Dem geschilderten Verhalten nach zu urteilen, ist die Katze durch den plötzlichen "Eindringling" in ihrem Revier stark verunsichert und auch verängstigt, was sich in den von Dir geschilderten Symptomen äußert.
Eventuell habt ihr Euch - sicherlich ungewollt und allzu verständlich - (zu) ausführlich mit dem niedlichen Neuankömmling beschäftigt, wodurch sich Eure Katze zurückgesetzt fühlen könnte? Das würde ihre Eifersucht erklären.

Eventuell ist der Kleine der Katze im Moment auch zu aktiv, was sich nach der Kastration (wahrscheinlich noch nicht erfolgt?) auch etwas legen könnte.

Hat man Verantwortung für Tiere übernommen, muss man auch die nötige Zeit für eine intensive Beschäftigung mit ihnen einplanen. Eine Zusammenführung nach dem Motto "So, nun spielt mal schön miteinander" wird leider nur in den seltensten Fällen - wenn überhaupt - gelingen.
Vielleicht lässt sich - etwa mit einer Art "Stundenplan" - eine Lösung finden, bei der sich immer jemand, der ausreichend Zeit und Interesse für gemeinsames Spielen, Schmusen, Leckerchen futtern etc. hat, ausgiebig mit den beiden Fellnasen beschäftigen kann?

Dabei kommt es einerseits darauf an, mit ihnen gemeinsam zu spielen und sie ausreichend geistig und körperlich zu fordern.
Der verunsicherten Katze tut es aber bestimmt auch gut, sich mit ihr getrennt vom Katerchen zu beschäftigen, um dabei voll und ganz auf sie eingehen zu können. Dazu sind (neben Schmusestunden) z.B. Spiele hilfreich, die ihr Erfolgserlebnisse bescheren (Futterlabyrinth, Katzenangel, Fummelbox, Clickertraining o.ä.).

Die Gratwanderung besteht meines Erachtens darin, beide Tiere einerseits möglichst gleich zu behandeln und dabei keines zu bevorzugen, andererseits der Katze aber auch zu zeigen, dass sie nach wie vor die Nummer eins in ihrem Revier ist, in dem sie die älteren Rechte (und der Kleine sich unterzuordnen) hat.

Hilfreich wäre es wahrscheinlich auch, wenn die Katzen sich bei Bedarf in ihre eigenen Bereiche (z.B. getrennte Zimmer) zurückziehen könnten, um sich ggf. ein wenig aus dem Weg zu gehen. Wenn Freigang nicht möglich ist, läßt sich vielleicht ein gesicherter Balkon (Katzenschutznetz!) zur Erweiterung des Reviers einbeziehen?

Da Eure Katze ja mit dem Katerchen spielt (auch wenn die beiden sich dabei mal anfauchen), scheint mir eine erfolgreiche Zusammenführung durchaus nicht unmöglich. Ich drücke beide Daumen, dass dies gelingt.

Alles Gute für Euch und Eure Fellnasen!

Kommentar von gooodie ,

Danke für deine hilfreiche Antwort :) Ich werde wie du es schon gesagt hast, erst mal mit ihr zum Tierarzt gehen. Ich werde auch alle deine anderen Tipps ausprobieren in der Hoffnung das beide sich wohlfühlen und werde natürlich nicht aufgeben. Ich hätte da noch eine Frage: meine Katze ist kastriert, muss der kleine Kater wenn er das richtige Alter erreicht hat auch kastriert werden ? 

Kommentar von Katzenkumpel ,

Unkastrierte Kater markieren ihr Revier (in Deinem Fall also Eure Wohnung) mit übel stinkendem Urin, dessen Geruch man ggf. nur mit Spezialreiniger beseitigen kann.

Ohne Kastration prügeln sich Freigängerkater (eventuell besteht diese Möglichkeit für Euren Kater in Zukunft ja doch mal) zudem mit anderen Männchen, und sind ständig auf der Suche nach rolligen Weibchen. In vielen Städten und Gemeinden besteht für Freigänger seit einigen Jahren ohnehin Kastrationspflicht.

Kastrierte Katzen/Kater sind zudem umgänglicher, was im Zusammenleben Eurer Fellnasen sicherlich auch kein Nachteil wäre.

Katzen/Kater sollten ab einem Alter von etwa 6 Monaten kastriert werden.

Eine weitere Hilfe bei der Zusammenführung könnten eventuell Raumsprays und Verdampfer für die Steckdose sein (im Fachhandel erhältlich), die Duftstoffe an die Umgebung abgeben, welche bei Katzen angeblich zu Wohlfühleffekten und größerer Entspannung führen. Ob dem tatsächlich so ist, vermag ich nicht zu sagen, aber vielleicht wäre es ja einen Versuch wert?

Kommentar von gooodie ,

Okay dann werde ich ihn zum Tierarzt bringen wenn er alt genug ist um ihn zu kastrieren. Ich war vorgestern beim Tierarzt mit meiner älteren Katze wegen einer Untersuchung und da haben sie mir auch diese Duftstoffe gegeben allerdings dauert es eine Weile bis es wirkt. Hoffe natürlich es wird besser. Danke für die Antwort :) 

Kommentar von Katzenkumpel ,

Vielen Dank fürs Sternchen! <freu>

Ich drück' die Daumen, dass die Fellnasen sich bald - im positiven Wortsinn - "zusammenraufen".

Alles Gute!

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